
Individualisation Symposium 2026
24. März 2026
Über Arten hinweg zeigen Individuen konsistente individuelle Unterschiede darin, wie sie kooperieren, konkurrieren und voneinander lernen. Diese Verhaltensmerkmale sind eng mit dem Leben anderer Individuen verbunden: Sie beeinflussen, welche sozialen Beziehungen Individuen eingehen, wie sich diese Beziehungen ausprägen und wie sich beide Beteiligten im Laufe ihres Lebens entwickeln.
Dieses komplexe Zusammenspiel zwischen sozialen Beziehungen und individuellen Unterschieden wird im Fokus des Individualisation Symposium 2026 stehen. Das Joint Institute for Individualisation in a Changing Environment (JICE) lädt alle Interessierten herzlich zur fünften Ausgabe dieser interdisziplinären Tagung ein, die am Dienstag, 24. März 2026 an der Universität Bielefeld stattfinden wird.
Das jährliche Symposium bringt Wissenschaftler:innen aus den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften zusammen, um den Austausch über aktuelle Erkenntnisse und neue Perspektiven in der Individualisierungsforschung über Fächergrenzen hinweg zu fördern – und damit unser gemeinsames Verständnis von Individualität in einer sich wandelnden Welt voranzubringen.
| Termin: | Di., 24. März 2026 |
| Ort: | Universität Bielefeld Hauptgebäude Hörsaal H15 Universitätsstr. 25 33615 Bielefeld |
| Teilnahmegebühr: | Kostenlose Teilnahme |
| Anmeldung: | Zur Anmeldung |
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Individualisation Symposium 2026 – Poster
Vortragende
Athena Aktipis
Psychologie | Arizona State University
© Athena Aktipis Athena Aktipis ist Associate Professor am Department of Psychology der Arizona State University (ASU) sowie Direktorin des Cooperative Futures Institute und der ASU Interdisciplinary Cooperation Initiative. Sie verbindet als Kooperationstheoretikerin, Evolutionspsychologin und Krebsbiologin verschiedene Forschungsfelder und liefert damit einzigartige Einblicke in Kooperationen über verschiedenste Systeme hinweg – vom menschlichen Teilen bis hin zu Krebs. Über ihre akademische Arbeit hinaus engagiert sie sich stark dafür, die Wissenschaft der Kooperation einem breiteren Publikum zugänglich zu machen: Sie ist Autorin der populärwissenschaftlichen Bücher "The Cheating Cell: How Evolution Helps Us Understand and Treat Cancer" und "A Field Guide to the Apocalypse: A Mostly Serious Guide to Surviving Our Wild Times", Entwicklerin von "The Apocalypse Roadshow" sowie Moderatorin des "Zombified Podcast". Im Rahmen des Cooperative Futures Institute leitet sie Initiativen, die Erkenntnisse der Kooperationsforschung in praktische Hilfsmittel, Institutionen und Technologien überführen – mit dem Zeil, eine Zukunft zu gestalten, die vermehrt von Resilienz, Abstimmung und Kooperation geprägt ist.
Michael Cant
Evolutionsbiologie | University of Exeter
© Michael Cant Michael Cant ist Professor für Evolutionsbiologie am Centre for Ecology and Conservation der University of Exeter. Seine Untersuchungen kooperativer Gesellschaften – von Insekten bis zum Menschen – liefern wichtige Erkenntnisse darüber, warum sich Individuen in ihrem Sozialverhalten unterscheiden und wie Kooperationen und Konflikte im Verlauf der Evolution entstehen. Auf Basis seiner umfangreichen Expertise hat er das Buch "The Evolution of Social Behaviour: Conflict and Cooperation" mitverfasst. In seiner Forschung verwendet er evolutionäre Modelle, um vorherzusagen, wie Individuen auf das Verhalten anderer und auf ihre Umwelt reagieren. Diese Vorhersagen prüft er durch Feldforschung an verschiedenen sozialen Arten. Mit diesem integrativen Ansatz deckt er grundlegende Prinzipien auf, die die Vielfalt der Gesellschaftsformen im Tierreich erklären und dazu beitragen, wie Individuen Teams bilden, kooperieren und Konflikte untereinander lösen.
Gerd Kempermann
Medizin & Neurowissenschaften | Zentrum für Regenerative Therapien Dresden
© CRTD Der Mediziner und Neurowissenschaftler Gerd Kempermann ist Professor für Regenerationsgenomik am Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) der Technischen Universität Dresden sowie Forschungsgruppenleiter und Standortssprecher am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen Dresden. Zudem ist er Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und Autor mehrerer vielbeachteter Fach- und Sachbücher, darunter "Die Revolution im Kopf: Wie neue Nervenzellen unser Gehirn ein Leben lang jung halten" und "Adult Neurogenesis: Stem Cells and Neuronal Development in the Adult Brain". Seine Forschung belegt eindrucksvoll, wie körperliche und geistige Aktivität die Bildung neuer Nervenzellen im erwachsenen Gehirn auf molekularer Ebene reguliert und dadurch Alterungsprozessen sowie neurodegenerativen Erkrankungen entgegenwirkt. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt darauf, wie individuelle Erfahrungen und Entscheidungen zur Ausbildung einzigartiger Gehirnstrukturen und neuronaler Netzwerke beitragen. Damit leistet er einen wegweisenden Beitrag zum Verständnis der Anpassungs- und Regenerationsfähigkeit des menschlichen Gehirns über die gesamte Lebensspanne hinweg.
Jens Krause
Verhaltensbiologie | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei
© IGB Berlin Der Verhaltensbiologe Jens Krause ist Professor für Fischökologie an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Leiter der Abteilung Biologie der Fische, Fischerei und Aquakultur am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB). Darüber hinaus ist er Mitglied des Exzellenzclusters „Science of Intelligence“ und der Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften sowie Mitautor des Buchs "Animal Social Networks". Seine Forschung fokussiert sich auf die Mechanismen und Funktionen des Gruppenlebens von Tieren, wobei er einen besonderen Schwerpunkt auf soziale Netzwerke, kollektives Verhalten und Schwarmintelligenz legt. Seine Arbeiten zum Entscheidungsverhalten von Tieren haben zahlreiche Erkenntnisse und Anwendungen für gesellschaftlich relevante Themengebiete hervorgebracht, darunter verbesserte Diagnosemöglichkeiten für Krankheiten (z. B. Brust- und Hautkrebs) sowie Lösungsansätze für das Management großer Menschenmengen in öffentlichen Räumen.
Susanne Meinert
Translationale Psychiatrie | Universität Münster
© Susanne Meinert Susanne Meinert ist Psychologin, Psychotherapeutin und Leiterin der Arbeitsgruppe „Transition Research in Affective Disorders“ am Institut für Translationale Psychiatrie der Universität Münster. Für ihre wissenschaftliche Arbeit wurde sie kürzlich unter anderem mit dem „Rising Star“-Award des Europäischen Kollegs für Neuropsychopharmakologie (ECNP) sowie dem Förderpreis der Universitätsgesellschaft Münster ausgezeichnet. In ihrer Forschung untersucht sie, wie psychologische, neurobiologische und soziale Prozesse die Entwicklung in Übergangsphasen des Lebens beeinflussen und zur Entstehung affektiver Erkrankungen beitragen – mit dem Ziel, die Prävention und Behandlung in diesem Bereich zu verbessern.
Sina Mews
Computationale Statistik | Universität Göttingen
© Sina Mews Sina Mews ist Juniorprofessorin für Computationale Statistik an der Universität Göttingen. Ihre Forschung umfasst die Entwicklung und Anwendung statistischer Modelle zur Analyse zeitlicher Prozesse in verschiedenen empirischen Kontexten, die von Nahrungssuchstrategien bei Seebären bis hin zu Trefferserien im Basketball reichen. Ihr Schwerpunkt liegt insbesondere auf latenten Markov-Modellen und verwandten Methoden, um verborgene, nicht direkt beobachtbare Zustandsänderungen im Zeitverlauf aufzudecken – beispielsweise in Längsschnittstudien oder wiederholten Messungen.