Willkommen auf den Webseiten des Institutes für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie

Micro X-ray fluorescence spectroscopy image of three Alyssum murale leaves. Co in blue, Ni in yellow, and Mn in red.
© Recycling 2020, 5, 26

Alyssum murale Waldst. & Kit. – das Mauer-Steinkraut

Das Mauer-Steinkraut aus der Familie der Brassicaceae ist eine 25 - 70 cm hohe Pflanze. Die Laubblätter sind oberseits graugrün, unterseits weiß oder grau, 10 – 30 mm lang. Die Blütenstände weisen 2 bis 3 mm lange bleichgelbe, an der Spitze abgerundete Blütenkronblätter auf, die meist von April bis Mai ausgebildet werden. Der Blütenstand ist reichverzweigt und doldig-rispig. Im Rahmen der Fruchtung entstehen flache, kreisrunde Schötchen. Die Schötchen sind 3 – 5 mm lang, sternhaarig, mit einer Samenanlage pro Fach.

Steinkraut ist ursprünglich in Südosteuropa und in Südwestasien, auf der Balkanhalbinsel, nördlich bis Kroatien und Rumänien, in der Ukraine, im Südwesten Russlands, im Kaukasus, in Anatolien und östlich bis in den Iran beheimatet. Die Pflanze wurde nach Mitteleuropa eingeschleppt und wächst hier zumeist unbeständig. Alyssum murale wächst auf Schutthalden und Unkrautfluren, aber auch an Straßenrändern und gelegentlich sogar im Weideland. Sie hat auch als Zierpflanze ihren Weg in die Gärten gefunden und wächst bei uns als sog. „Adventpflanze“ verwildert, z.B. auf Felsen und in Mauerspalten. Im Gartenhandel wird sie oftmals unter dem Namen Alyssum argenteum angeboten. Bei Alyssum argenteum handelt es sich allerdings um eine andere Art, die sich, z.B. im Bereich der Blütenkronblätter, morphologisch von Alyssum murale unterscheidet.

Die Art ist ein Hyperakkumulator für bestimmte Schwermetalle. Insbesondere ist seit längerem bekannt, dass die Pflanze gut mit Nickel-haltigen Böden und Gesteinen zurechtkommt und häufig auf serpentinhaltiger Erde zu finden ist, also in Bereichen, in denen sich Magnesium-Eisen-Nickel-Silikate befinden. Mauer-Steinkraut ist in der Lage größere Mengen an Nickel aufzunehmen und zu speichern. Dabei wird das Metall in Zellvakuolen der Epidermis und den Basen der Pflanzenhaare (Trichome) angereichert.

Alyssum murale vermag Nickel auch aus anderen Böden als Serpentinböden selektiv aufzunehmen und anzureichern. Die Art wächst in Böden, die einen Nickelgehalt von 30 – 40 Millimol / kg aufweisen ohne erkennbare Schädigungen und überlebt noch in Böden mit einem Nickelgehalt bis 80 mmol/ kg, wenn auch mit mit deutlich herabgesetzter Vitalität – zu erkennen an chlorotischen und verzwergten Blättern und sehr geringem Zuwachs. Aus diesem Grund erscheint die Pflanze zur Bodensanierung interessant.

Link zum Interdisziplinären Forschungsprojekt an der Universität Münster

Quellen:

  • https://de.wikipedia.org
  • Bildatlas der Farn– und Blütenpflanzen Deutschlands, H. Haeupler, Th. Muer, Hrsg. Bundesamt für Naturschutz, Verlag Eugen Ulmer
  • Flora von Deutschland und angrenzender Länder, Schmeil, Fitschen, Verlag Quelle und Meyer

© IPBP/WWU

Promotion am IPBP

Dr. Melanie Deipenbrock

Am 16. Oktober 2020 wurde Frau Melanie Deipenbrock aus dem Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie erfolgreich promoviert. Das Foto (oben) wurde vor dem Schlossportal aufgenomen.

© IPBP/WWU

DFG fördert Afrika-Deutschland Netzwerkprojekt

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert für drei Jahre ein Deutsch-afrikanisches Kooperationsprojekt im Bereich Infektiologie: „New insights into molecular mechanisms of anthelmintic proanthocyanidins“. Es sollen molekulare und zelluläre Angriffspunkte anthelmintisch wirkender Proanthocyanidine untersucht werden.
[bitte lesen Sie weiter...]