Symposium zum 60. Geburtstag von Prof. Dr. Andreas Hensel

Prof. Dr. A. Hensel
© IPBP/Lechtenberg

Anlässlich seines 60. Geburtstags lud Prof. Dr. Andreas Hensel am 8. Juni 2022 um 16 Uhr zu einem wissenschaftlichen Symposium mit dem Thema "Wandel der Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten" in den großen Hörsaal des PharmaCampus der Universität Münster ein.

In drei Impulsvorträgen wurden die Zeitläufte im Bereich Academia, Beruf und Forschung auf sehr interessante Weise beleuchtet.

Prof. Dr. Stefan Ludwig, Institut für Virologie der Medizinischen Fakultät Münster, vermochte den Wandel der Forschung am Beispiel des Faches "Virologie" auf höchst anschauliche Weise darzustellen. Vor allem durch die Einbeziehung der (Zitat) "persönlichen Erfahrungen eines ganzen Forscherlebens" war sein Vortrag gespickt mit vielen anschaulichen Beispielen und humorvollen Anekdoten. Der rasante Wandel, dem vor allem die medizinisch-pharmazeutische Forschung in den letzten Jahrzehnten unterlag, wurde so überaus plastisch und kurzweilig nachgezeichnet.

Frau Dr. Isabel Waltering, Abt. Klinische Pharmazie des Instituts für Pharmazeutische und Medizinische Chemie der Universität Münster, erklärte in ihrem mitreißenden Vortrag, wie sich der Apothekerberuf vom Pillendreher zum „P-O-P-Star“ gewandet hat, womit schnell deutlich wurde, dass im Fokus ihrer Präsentation die Patienten-Orientierte-Pharmazie stand. Sie machte deutlich, dass das Berufsbild der Apotheker*innen zurzeit in nie dagewesenem Maße im Umbruch ist - eine Chance, die nicht verpasst werden darf. Wichtig dabei bleibt die gute Vernetzung mit allen Teilbereichen pharmazeutischer Forschung: der Pharmazeutischen und Medizinischen Chemie, der Pharmazeutischen Technologie und Biopharmazie, der Pharmakologie, der Klinischen Pharmazie und der Pharmazeutischen Biologie. Der Impulsvortrag endete mit einem leidenschaftlichen Appell an alle Pharmazeut*innen, mutig zu sein und Verantwortung im Bereich des Gesundheitswesens (u.a. im Bereich der Arzneimitteltherapiesicherheit) zu übernehmen.

Prof. Dr. Bruno Moerschbacher, Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen der Universität Münster, beschloss die Vortragsreihe mit einem bemerkenswerten Essay zum Thema „Academia im Wandel der Zeiten – Quo vadis?“. In seiner druckreif vorgetragenen Abhandlung wurden unterschiedlichste Themen des modernen Forschungsbetriebes adressiert; u.a. Drittmitteleinwerbung, das Peer-Review System, die jüngst in den Fokus gerückten Preprint-Server, das Verwenden von „Citation Delivery Vehicles“, die wachsende Anzahl von Raubjournalen, Sinn und Unsinn von Zitationskennzahlen etc. In einem weiteren Teil wurde auch der Wandel in der universitären Lehre beleuchtet. Er machte deutlich, dass früher durchaus nicht alles besser war und dass der häufig gescholtene Bologna-Prozess die Struktur vieler Studiengänge nicht immer verschlechtert hat – im Gegenteil! Im Mittelpunkt aller Überlegungen standen häufig persönliche Erfahrungen, die dann nach jedem Themenkomplex durch allgemeingültige Aussagen zusammenfassend kommentiert wurden.

Alle Vorträge beeindruckten außerordentlich und wären es wert, an anderer Stelle und vor einem breiteren Publikum wiederholt zu werden. Der überaus gelungene Nachmittag fand seinen Ausklang im Foyer des PharmaCampus bei einem spontanen „get together“ in launiger Runde.

Bereits am Vormittag hatte das Institut seinem geschäftsführenden Direktor gratuliert. Der üppige Geburtstagsblumenstrauß stammt aus dem Arzneipflanzengarten und wurde zusammen mit weiteren Geschenken von Prof. Dr. T. J Schmidt überreicht.

Prof. Dr. T. J. Schmidt (rechts) gratuliert im Namen des Institutes für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie
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