Aktuelles - Fachbereich Chemie und Pharmazie

Neues Schwerpunktprogramm durch Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert

Logo des SPP "molekulares maschinelles Lernen"Logo des SPP "molekulares maschinelles Lernen"
© WWU - Philipp Pflüger

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat ein neues Schwerpunktprogramm am Fachbereich Chemie und Pharmazie bewilligt. Unter Federführung von Herrn Prof. Dr. Frank Glorius vom Institut für Organische Chemie wird sich das Projekt "Nutzung und Entwicklung von maschinellem Lernen für molekulare Anwendungen - Molekulares Maschinelles Lernen" mit der Vorhersage chemischer Reaktionen, sowie der Entwicklung neuer Algorithmen zur Modellierung molekularer Eigenschaften beschäftigen. Langfristig sollen mit Hilfe künstlicher Intelligenz einfache Aufgaben automatisch und nachvollziehbar bearbeitet und so die Entwicklung von Analysemethoden, neuen Reaktionen oder Medikamenten beschleunigt werden.

Prof. Dr. Ryan Gilmour in die Royal Society von Edinburgh gewählt

Portrait GilmourPortrait Gilmour
© Köhler Fotografie

Prof. Gilmour vom Organisch-Chemischen Institut wurde zum Mitglied der „Royal Society of Edinburgh“ (RSE) gewählt, Schottlands nationaler Akademie der Wissenschaften. Als „Corresponding Fellow“ nimmt Prof. Gilmour den Rang eines ausgezeichneten Mitglieds mit ausländischem Wohnsitz an. Die Royal Society of Edinburgh wurde im Jahre 1783 unter König George III zur „Förderung des Lernens und des praktischen Wissens“ in Schottland gegründet. Die RSE zeichnet mit der Ernennung Personen aus, deren Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Landes geleistet haben.

Neue Synthesen für dreidimensionale stickstoffhaltige Moleküle entwickelt

Reaktionsgefäße für die Photokatalyse unter Lichteinstrahlung.Reaktionsgefäße für die Photokatalyse unter Lichteinstrahlung.
© WWU - Dr. Jiajia Ma

Chemiker*innen  um Prof. Frank Glorius (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) und seine amerikanischen Kollegen Prof. M. Kevin Brown (Indiana University Bloomington) und Prof. Kendall N. Houk (University of California, Los Angeles) ist es gelungen, ein breit anwendbares Syntheseverfahren zur Umwandlung von flachen stickstoffhaltigen Molekülen in dreidimensionale Strukturen zu entwickeln.  Die neuartigen, unkonventionellen Strukturmotive erweitern deutlich das Spektrum an Molekülen, auf die medizinische Chemiker auf ihrer Suche nach neuen Wirkstoffen zurückgreifen können. Die Studienergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift „Science“ veröffentlicht.
Zur Originalpublikation

Einrichtung einer neuen Stiftungsprofessur individualisierte Pharmakotherapie am Fachbereich

Vertreter der Beteiligten Parteien mit der unterzeichneten Vereinbarung.Vertreter der Beteiligten Parteien mit der unterzeichneten Vereinbarung.
© WWU – Peter Leßmann

Am Fachbereich Chemie und Pharmazie wird eine neue Professur für „Individualisierte Pharmakotherapie“ eingerichtet. Eine entsprechende Vereinbarung wurde nun von Vertreter*innen der WWU und der AKWL unterzeichnet. Die Stiftungsprofessur wird über einen Zeitraum von 10 Jahren von der Apothekerkammer Westfalen Lippe (AKWL) gefördert.  Mögliche Forschungsansätze liegen in der Pharmakogenetik, der Proteomik oder der Metabolomik, als Basis für die individualisierte Pharmakotherapie. Die neue Stiftungsprofessur fügt sich in die bestehenden Leuchtturmprojekte am PharmaCampus, die PharmSchool und das Apo-AMTS-Modell, ein.

Evonik-Preise für herausragende Abschlussarbeiten vergeben

Preisträgerinnen und Sponsoren. Oben v.l.n.r: Rabea Behm (Evonik), Prof. Dr. Andrea Rentmeister, Aileen Peters, Tobias Wagener (JCF). Unten v.l.n.r.: Rabea Behm (Evonik), Prof. Dr. Bernhard Wünsch, Dr. Kathrin Brömmel, Stephanie Meyer (JCF).Preisträgerinnen und Sponsoren. V.l.n.r: Rabea Behm (Evonik), Prof. Dr. Andrea Rentmeister, Aileen Peters, Tobias Wagener (JCF), Rabea Behm (Evonik), Prof. Dr. Bernhard Wünsch, Dr. Kathrin Brömmel, Stephanie Meyer (JCF).
© Stephanie Meyer (oben)/Tobias Wagener (unten)
© Stephanie Meyer (links)/Tobias Wagener (rechts)

Auch in diesem Jahr hat das JCF Münster zusammen mit Evonik digital die Evonik Preise 2021 verliehen. Ausgezeichnet wurden Aileen Peters (Masterpreis) für ihre Arbeiten zur enzymatischen Herstellung von Adenosyl-Methionin-Analoga mit Photoschutzgruppen und Dr. Kathrin Brömmel (Promotionspreis) für das Imaging von Ca2+-Ionen aktivierten KCa3.1-Ionenkanal mittels fluoreszenzmarkierter sowie 18Fluor-markierter Liganden.
Im Anschluss an die Preisverleihung gaben Frau Dr. Sarah Hintermayer und Herr Dr. Christoph Weckbecker den Teilnehmenden einen  Einblick in ihren Werdegang bei Evonik.

Innovative Batteriechemie revolutioniert Zink-Luft-Batterie

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© WWU - MEET (Judith Kraft)

Leistungsstark, umweltfreundlich, sicher und gleichzeitig kostengünstig: Die Zink-Luft-Batterie gilt als attraktive Energiespeichertechnologie der Zukunft. Doch bisher kämpfte die konventionelle Zink-Luft-Batterie mit einer hohen chemischen Instabilität; parasitäre Reaktionen hervorgerufen durch den alkalischen Elektrolyten führten zu elektrochemisch irreversiblen Schäden. Mit einem innovativen, nicht-alkalischen, wässrigen Elektrolyten hat ein Forscherteam um den Wissenschaftler Dr. Wei Sun vom MEET Batterieforschungszentrum der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster nun eine neuartige Batteriechemie für die Zink-Luft-Batterie entwickelt, die ihre bisherigen technischen Schwächen überwindet.

Originalpublikation in Science

Chemiker entwickeln neuen Licht-basierten Syntheseweg für vizinale Amino-Alkohole

Struktur eines vizinalen Amino-Alkohols vor blauem Licht.Schema der entwickelten Synthese für vizinale Amino-Alkohole vor blauem Licht.
© Prof. Dr. Frank Glorius

Sogenannte vizinale Amino-Alkohole, mit Amino- und Hydroxyfunktionen an benachbarten Positionen, sind ein in vielen wichtigen Verbindungen vorkommendes Motiv. Beispielsweise basieren Beta-Blocker genannte Medikamente gegen Bluthochdruck auf dieser generellen Struktur. Forschende um Prof. Dr. Frank Glorius vom Organisch-Chemischen Institut haben nun eine neue Synthesemethode unter Verwendung von blauem Licht als Energiequelle entwickelt. Dadurch werden neue Verbindungen zugänglich, die zuvor nur unter erheblich höherem Aufwand hergestellt werden konnten. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Nature Catalysis“ veröffentlicht.

Zur Originalpublikation in Nature Catalysis

Baldiger Startschuss für zwei neue Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgesellschaft

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© CRC1459

Im Januar 2021 starten zwei neue interdisziplinäre Forschungsverbünde an der WWU, die von der DFG mit insgesamt über 20 Millionen Euro gefördert werden. Der Forschungsverbund „inSight – Darstellung organspezifischer Entzündung durch multiskalige Bildgebung“ beschäftigt sich mit der Regulierung von Entzündungsvorgängen in unterschiedlichen Organen und entwickelt zu diesem Zweck eine neue Bildgebungsmethodik. Beim SFB „Intelligente Materie: Von responsiven zu adaptiven Nanosystemen“ steht die Entwicklung „adaptiver“ Materialien im Mittelpunkt. Diese ändern Ihre Eigenschaften durch Einwirkung eines externen Auslösers und können diese Änderungen dabei durch Rückkopplung mit ihrer Umgebung regulieren.