2014 Meine Religion 800 400

Meine Religion – Deine Religion – Keine Religion
Zu Perspektiven einer Didaktik der Differenz der Fächergruppe Religion/Ethik/Werte und Normen

Jahrestagung 5./6. Dezember 2014

Die Globalisierung und die damit einhergehenden transnationalen Mobilisierungsprozesse, die unter anderem zu einer sukzessiv wachsenden Migration führen, bringen ohne jede Frage für den Lernort Schule eine Vielzahl von Herausforderungen hervor. So hat der seit fünf Dekaden in Deutschland zu beobachtende Zuwanderungsprozess dazu geführt, dass ursprünglich weitgehend homogene weltanschauliche und religiöse Auffassungen einem beständigen Pluralisierungsprozess ausgesetzt waren. In der Lebenswelt Schule finden wir heute ein hohes Ausmaß an Diversität vor. Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrkräfte unterscheiden sich in ethnischer, religiöser, weltanschaulicher und kultureller Hinsicht. Diese Pluralität manifestiert sich in einer Vielzahl von unterschiedlichen Lebensentwürfen und Verhaltensweisen, die am Lernort Schule von allen beteiligten Akteuren oftmals nur mit einer hohen Ambiguitätstoleranz bewältigt werden kann.

Der konstruktive Umgang mit Pluralität und mitunter daraus resultierenden Dissonanzen und Irritationen ist sicherlich auch eine wichtige Aufgabe für die Fächer der Werteerziehung und des Religionsunterrichts. Eine wachsende Muslimfeindlichkeit und ein nach wie vor auf hohem Niveau vorhandener Antisemitismus, der auch bei Jugendlichen mit muslimischem Sozialisationskontext anzutreffen ist, stellen insbesondere für die Fächergruppe Religion ein bislang kaum bearbeitetes Problemfeld dar.

Der Religionsunterricht wird trotz der skizzierten Anforderungen in den meisten Bundesländern in konfessionellen Enklaven konzipiert und durchgeführt. Die Begegnung mit anderen Religionen und Weltanschauungen beschränkt sich nicht selten auf eine mehr oder weniger rudimentäre Informationsvermittlung und das gemeinsame Feiern von Festen. Schulische Akteure der verschiedenen Religionsunterrichte haben in jüngster Zeit verstärkt darauf hingewiesen, dass ohne Öffnungsprozesse und didaktische Innovationen die komplexen Herausforderungen nicht bewältigt werden können.

Auf der Fachtagung wollen wir der Frage nachgehen, wie Religionsunterricht und Fächer der Werteerziehung einen konstruktiven Umgang mit Pluralität und daraus resultierenden Problemstellungen finden können. Im Zentrum der Betrachtungen stehen hierbei didaktische Fragestellungen und neue Methoden der schulischen Dialogarbeit.

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