Forschungsinterviews 2025-2026
In der Reihe „Forschungsinterviews 2025-2026“ sprechen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über ihre Arbeit am Exzellenzcluster „Religion und Politik“.
„In Indonesien gibt es eine beeindruckende Religionskompetenz"

© Albin Hillert, WCC Indonesien zählt zu den vielfältigsten Ländern der Welt – in geografischer, gesellschaftlicher und auch religiöser Hinsicht. Mit über 17.000 Inseln und mehr als 270 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern steht der Inselstaat vor besonderen Herausforderungen, gleichzeitig spielt das Archipel eine immer wichtigere Rolle in regionalen und globalen Zusammenhängen. Im Interview über ihre Indonesien-Forschung spricht die Religionswissenschaftlerin und evangelische Theologin Simone Sinn vom Exzellenzcluster über vergangene und gegenwärtige Konflikte, die Kolonialvergangenheit des Landes und die Rolle von Religion in der indonesischen Verfassung.
Mehr lesen„Die Lakonienforschung kommt gerade richtig in Bewegung“

© exc Wie entstanden Formen der Zugehörigkeit im antiken Griechenland und welche Rolle spielte dabei das Amyklaion Heiligtum als zentraler Knotenpunkt in Lakonien? Dieser Frage geht das Forschungsprojekt von Historiker Hans Beck, „Belonging in/to Lakonia. An archaeohistorical study on the Sanctuary of Apollo at Amyklai and its surroundings“, am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ nach. Untersuchungsgegenstand ist der Hügel Agia Kyriaki, 5 km südlich von Sparta, der seit langem mit dem antiken Kultzentrum des Apollon Amyklaios in Verbindung gebracht wird. Die Forschungen ergänzen die bereits seit mehr als 20 Jahren vor Ort stattfindenden Ausgrabungen. Mehr lesen
Abraham im Alltag

© privat Die Koptologin Gesa Schenke spricht im Interview über Ihre Forschung am Exzellenzcluster zu zwei ägyptischen Handschriften aus dem 4. und 10. Jahrhundert nach Christus, die auf Koptisch, der letzten Sprachstufe des Ägyptischen, überliefert sind. Beide enthalten die bisher früheste jüdisch-christliche Überlieferung des sogenannten Testament Abrahams. Im Projekt „Abraham im Alltag“ beschäftigt sich Gesa Schenke anhand der Aussagen des Abraham mit der Frage, wie sehr der Gedanke an den Tod und ein bevorstehendes Totengericht religiöses, politisches und gesellschaftliches Handeln im Alltag beeinflusst. Mehr lesen
Zwischen fluiden Identitäten und politischen Lernpotenzialen

© exc/Richard Sliwka Mit innovativen Konzepten des Politischen befasst sich die politische Philosophin Franziska Dübgen, Leiterin des Projekts „Artikulationen des ‚Politischen‘ in gegenwärtigen postkolonialen Kontexten Nord- und Subsahara-Afrikas“, in ihrer Forschung am Exzellenzcluster. Sie richtet den Blick vor allem auf Konzepte, die in der Politischen Philosophie und Politischen Theorie der vergangenen Jahrzehnte in und mit Blick auf Afrika entwickelt wurden. Im Interview spricht sie über ihr Projekt am Exzellenzcluster, mögliche Lernpotenziale zwischen Nord und Süd im Umgang mit globalen Herausforderungen und die Debatte um Postkolonialismus. Mehr lesen
„Heutige Vorstellungen über Wikinger wissenschaftlich oft nicht belegbar“

© Institut für Skandinavistik Heutige Vorstellungen von den Wikingern und der heidnischen nordischen Mythologie lassen sich Skandinavisten zufolge wissenschaftlich vielfach nicht belegen. „Sie fußen im Kern auf weit über hundert Jahre später entstandenen Berichten christlicher Gelehrter im Hochmittelalter, da außer kurzen Runeninschriften keine geschriebenen Texte aus der Ursprungszeit überliefert sind“, sagt der Skandinavist Roland Scheel vom Exzellenzcluster. Mehr lesen
Neue Perspektiven auf ein eisenzeitliches Stammeskönigtum

© privat Die münsteraner Archäologin Katharina Schmidt spricht im Interview über ihr Projekt am Exzellenzcluster zu den Bergsiedlungen im Königreich Edom (700 – 500 v.Chr.) im heutigen südlichen Jordanien. Jüngste Untersuchungen dieser Bergsiedlungen deuten darauf hin, dass es sich bei ihnen nicht, wie bisher häufig angenommen, um unzugängliche, temporäre Zufluchtsorte handelte. Vielmehr waren es dauerhafte, landwirtschaftlich selbstständige Siedlungen, die über Generationen hinweg nachhaltig bewirtschaftet wurden. Damit zeichnet sich ein ganz neues Bild von einem aus sehr unterschiedlichen Lebensrealitäten zusammengesetzten Edom. Mehr lesen
Ikonen – Merkmal russischer Identität zwischen Tradition, Religion und Politik

© Uni Münster Zwischen religiöser Tradition und ästhetischer Innovation: In der russischen Kunst und Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts finden sich vielfach Bezugnahmen auf Ikonenmalerei – etwa in Sergei Eisensteins Film ‚Bežin lug‘ oder Kazimir Malevičs ‚Schwarzem Quadrat‘. „Anhand der Bezugnahme auf Ikonen zeigt sich eine – durchaus auch politische – Weltanschauungsweise“, sagt Slavistin Irina Wutsdorff von der Universität Münster, die sich in ihrer Forschung am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ mit den Bedeutungsdimensionen von Ikonen in der russischen Kunst und Literatur auseinandersetzt, gemeinsam mit Daniela Amodio im Interview. Mehr lesen
