Umweltfreundliche Alternativen zum Einweg-Kaffeebecher: Umdenken gefordert

ZIN-Mitarbeiterin Carolin Bohn zu Gast beim WDR Magazin „daheim + unterwegs“

Nachdem der WDR am 18.01.17 bereits einen Beitrag über die Einführung des „Gilde-Bechers“ in Münster gedreht hatte, wurden am 02.02.17 in „daheim + unterwegs“ noch einmal breitere Perspektiven umweltfreundlicher Alternativen zum Einweg-Kaffeebecher beleuchtet.

Als Expertin für Nachhaltigkeit war Carolin Bohn zu Gast, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin für das ZIN arbeitet. Sie wies darauf hin, dass Coffee-to-Go-Becher nicht – obwohl viele Konsument*innen dies denken- aus reiner Pappe sind, sondern innen eine Plastikbeschichtung enthalten. Die Einwegbecher sind daher nicht recycelbar und werden zunehmend zu einem Müllproblem vor allen in Innenstädten.  Aus diesem Grund gibt es mittlerweile nicht nur in Münster, sondern auch vielen weiteren Städten Initiativen zur Einführung von Mehrwegbechersystemen: Die mehrfach verwendbaren Becher können entweder selbst mitgebracht werden oder werde, falls dies aus hygienischen Gründen nicht möglich sein sollte, von Bäckereien und Cafés ausgegeben und im Rahmen eines Pfandsystems zurückgenommen.

Carolin Bohn betonte, dass es beim Problem der Müllentstehung durch Coffee-to-Go-Becher wie bei vielen anderen nachhaltigkeitsrelevanten Problemen vor allem um ein Umdenken geht: kleine Änderungen von Alltagsroutinen können bereits viel bewirken- warum beispielsweise nicht den eigenen Mehrwegbecher abends vor die Haustür stellen, damit man ihn im morgendlichen Stress nicht vergisst? Nichtsdestotrotz darf aber die Gesamtverantwortung nicht bei den Verbraucher*innen liegen, sondern auch die Politik muss durch gezielte Regelungen ihren Teil zur Lösung des Problems beitragen.

Am Beispiel des Einwegbecher-Problems stellte Frau Bohn schließlich dar, welchen Mehrwehrt interdisziplinäre Forschung, wie sie am ZIN betrieben wird, bietet. Alle Facetten des Problems können durch die gemeinsame Forschung mehrerer Disziplinen betrachtet werden, indem bspw. Geowissenschaftler*innen zur Abbaufähigkeit verschiedener Materialen für Becher forschen, während Politikwissenschaftler*innen untersuchen, wieso gerade Bürgerinitiativen federführend bei der Initiierung von Mehrwegbecher-Pfandsystemen sind. Somit können nachhaltigkeitsrelevante Probleme ganzheitlich erfasst und sinnvolle sowie praktisch umsetzbare Lösungsmöglichkeiten entwickelt werden.

[Quelle: WDR Mediathek, "daheim & unterwegs" vom 2. Februar, letzter Zugriff am 22. Februar]