Graphik Forschung

Forschung am zentrum für interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung

Eine nachhaltige Entwicklung ist für die Zukunft der Gesellschaft von entscheidender Bedeutung und steht deshalb im Zentrum öffentlicher und akademischer Auseinandersetzungen. Diese notwendige Transformation betrifft alle gesellschaftlichen Ebenen, Systeme und Subsysteme. Die ökonomische, soziale und ökologische Nachhaltigkeit des Weltwirtschaftssystems oder die Gestaltung nachhaltiger Entwicklungsziele auf Ebene der Vereinten Nationen sowie die Einbindung unterschiedlicher Akteure sind nur einige der aktuellen Themen, denen sich die Wissenschaft nicht verschließen kann. Sie ist aufgefordert, mit empirischer, normativer und transformativer Forschung analytische, bewertende, integrierende und, wo angebracht, auch praktische Beiträge zum öffentlichen Diskurs zu leisten. Die verschiedenen Dimensionen werden in der oben stehenden Graphik verdeutlicht. Das Zentrum für Interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung (ZIN) bündelt hierzu die gesellschafts-, geo-, geistes- und rechtswissenschaftliche sowie theologische Nachhaltigkeitsforschung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und übernimmt folgende Funktionen in Forschung, Lehre, Nachwuchsförderung und Beratung.

Das ZIN unterstützt den Ausbau internationaler Netzwerke und die Kooperation mit Nachhaltigkeitszentren im In- und Ausland. Es erbringt darüber hinaus universitätsinterne und -externe Dienstleistungen. Ferner dient das ZIN unter anderem dem Land Nordrhein-Westfalen, der Stadt Münster, Medien und zivilgesellschaftlichen Akteuren als Ansprechpartner für Nachhaltigkeitsfragen.

FORSCHUNGSPROJEKTE

BIOBRAS

Das Projekt beschäftigt sich mit den negativen Auswirkungen des globalen Wandels auf die Biodiversität und Ökosystemleistungen in Brasilien. Da Schutzmaßnahmen sich zumeist lediglich auf Waldökosysteme konzentrieren, werden offene und waldfreie Ökosysteme häufig vernachlässigt. In Kooperation mit den Universitäten Vicosa (UFV) und Minas Gerais (UFMG) in Brasilien soll das durch den DAAD finanzierte Projekt dazu beitragen, die Ziele der Konvention zur Biologischen Vielfalt (CBD) zu erreichen. Insgesamt soll durch das Projekt die Forschung angepasst und eine intensive und langfristige Lehrkooperation zwischen den Universitäten mit Schwerpunkt auf Biodiversität entstehen, um so einen Wissensaustausch zu ermöglichen und existierende Wissenslücken zu schließen. Des Weiteren sollen so konkrete Strategien und Managementregeln zum Schutz waldfreier Ökosysteme entstehen, um die Umsetzung der Konvention zu gewährleisten. Zuletzt zielt das Projekt auf die Steigerung des öffentlichen Bewusstseins und einen Dialog zwischen Wissenschaft und Politik.

Soziologie und Nachhaltigkeit (SuN)

Der Arbeitskreis Gemeinschafts- und Nachhaltigkeitsforschung am Institut für Soziologie der WWU Münster gibt seit Januar 2015 die digitale Zeitschrift „Soziologie und Nachhaltigkeit – Beiträge zur sozial-ökologischen Transformationsforschung“ (SuN) heraus. Die Schriftenreihe fokussiert sich auf die Stärkung der sozialwissenschaftliche Nachhaltigkeitsforschung und eine Bündelung verschiedener Perspektiven. Ziel ist insbesondere, die traditionellen Theorien mit aktuellen Theoriediskursen zu verknüpfen. Die SuN adressiert Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen im Bereich der Nachhaltigkeit.

DynaMO


Die Nachwuchsgruppe DynaMo beschäftigt sich mit inter- und transdisziplinärer Forschung im Bereich der urbanen Mobilität und wird dabei im Rahmen des Förderschwerpunktes Sozial-ökologische Forschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. DynaMo erforscht aktuelle Wandlungsprozesse bzw. zukünftige Wandlungspotenziale (Dynamiken) im Bereich urbaner Mobilität. Der Fokus liegt dabei auf sozialen und technischen Innovationen im sozio-technischen System der Mobilität. Das Projekt verfolgt das Ziel, urbane Mobilitätsysteme im Sinne der Nachhaltigkeit wirtschaftlich leistungsfähig, sozial verträglich und ökologisch tragfähig zu gestalten.

Licht und Glas: Rechtsfragen der Gefährdung von Arten durch Licht und Glas

Das einjährige vom Bundeministerium für Umwelt geförderte Drittmittelprojekt befasst sich mit den rechtlichen Anforderungen de lege lata und den gesetzlichen und untergesetzlichen Regelungsmöglichkeiten zur Vermeidung und Minimierung von Gefahren durch Licht und Glas für wildlebende Tierarten. Die Verwendung von Licht und Glas verursacht insbesondere für Vögel, Fledermäuse und Insekten Risiken und Gefahren. Das Projekt soll Defizite und Lücken aufzeigen sowie Vorschläge zur Fortentwicklung unterbreiten. Den Schwerpunkt der Untersuchung bilden dabei das Naturschutzrecht (insbesondere das Artenschutzrecht), das Immissionsschutzrecht sowie das Baurecht.

Governance für eine Europäische Energieunion

Es handelt sich um eine interdisziplinär angelegte Arbeitsgruppe an der Politik-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften beteiligt sind. Die Arbeitsgruppe ist Teil der Initiative „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS), die getragen wird von acatech (Deutsche Akademie der Technikwissenschaften), der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften. Sie soll Impulse für die Debatte über Herausforderungen und Chancen der Energiewende in Deutschland geben. Die Arbeitsgruppe untersucht den rechtlichen, politischen und ökonomischen Rahmen der europäischen Energiepolitik, vor allem im Hinblick auf bestehende Hemmnisse bei der Errichtung der europäischen Energieunion. Darauf aufbauend entwickelt sie Leitlinien für eine Governance der Energieunion, die nachhaltig, sicher und bezahlbar ist und auf eine vollständige CO2-Neutralität abzielt. Sie will aufzeigen, wie der Prozess optimal gesteuert werden könnte, wie die Aufgaben innerhalb der EU gerecht und effizient verteilt werden könnten und wie Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft eingebunden werden sollten.

Arbeitskreis Gemeinschafts- und Nachhaltigkeitsforschung

Der Arbeitskreis Gemeinschafts- und Nachhaltigkeitsforschung wurde 2013/2014 am Institut für Soziologie der Universität Münster ins Leben gerufen um bisher verstreute Forschungs- und Lehraktivitäten zu bündeln und weiter auszubauen. Forschungsschwerpunkte bildeten zunächst die gemeinschafts- und sozialökologische Sozialisationsforschung und die Stadt- und Regionalforschung. Eine Zusammenführung beider Schwerpunkte und die Knüpfung von Kontakten zu anderen Disziplinen und relevanten Communitys soll darüber hinaus den Bereich der inter- und transdisziplinären Transformationsforschung stärken.

Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Nachhaltige Entwicklung

Am Lehrstuhl wird zu den Schwerpunktthemen Agrifood Governance, (Business) Power, Energiepolitik, Finanzsystem und Finanzialisierung, Klimapolitik und Nachhaltiger Konsum geforscht. Dies geschieht sowohl lehrstuhlintern als auch durch interdisziplinäre Kooperationen und Drittmittelprojekte.

GreeTS

Das Projekt Green Transformation in the global South (GreeTS): opening the blackbox of a pro-active state and the management of sustainability trade-offs in Costa Rica and Vietnam analysiert verschiedene Aspekte von Nachhaltigkeits-Veränderungen in Vietnam und Costa Rica in den Bereichen Energie und Landnutzung.

March Münster Meetings (MMM)

Jedes Jahr trifft sich eine kleine Gruppe von renommierten WissenschaftlerInnen aus dem Bereich des Nachhaltigen Konsums zu den March Münster Meetings in Münster am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Nachhaltige Entwicklung (so.) . In einem einwöchigen Workshop werden ausgewählte Aspekte der Forschung und bestehenden Maßnahmen um Nachhaltigen Konsum näher beleuchtet.
2016 stand, wie schon im Jahr zuvor, das Konzept der Konsum-Korridore im Mittelpunkt des Treffens. Prof.'in Doris Fuchs, Dr. Antonietta di Giulio, Prof. Michael Maniates, Dr. Sylvia Lorek, Marlyne Sahakian (Ph.D.), Dr. Antonia Graf und Tobias Gumbert (M.A.) entwickelten die Ideen der Minimal- und Maximalstandards von Konsum weiter, die sowohl jedem Individuuum ein gutes Leben als auch allen heutigen und zukünftigen Generationen angemessenen Zugang zu Ressourcen ermöglichen sollen.
Im Zuge zweier Meetings 2016 entstand die Idee eines Buches zu den Konsumkorridoren und nahm während der Treffen weiter Form an, sodass nun der Schreibprozess beginnen kann.

Weitere Informationen zu den vorangegangenen March Münster Meetings finden Sie hier.

Carbon Governance

In den letzten Jahren entstanden zahlreiche neue Governance-Arrangements, einige von ihnen in Bereichen oder mit Bezug auf Aktivitäten, die deutlich zum weltweiten Kohlendioxidausstoß beitragen. Das Forschungsprojekt Carbon Governance untersucht ob und inwiefern unterschiedliche global agierende Governance-Arrangements Veränderungen in der Verteilung der Staatsgewalt in Nationalstaaten bewirken.

Trans Sustain

Freiwillige Nachhaltigkeitsstandards (Voluntary Sustainability Standards, VSS) haben sich zu zentralen Instrumenten der transnationalen Governance entwickelt, die internationale Märkte an grundsätzliche Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung binden sollen. Während ihr Einfluss auf die internationalen Märkte wächst, wächst gleichzeitig das Interesse an der Untersuchung der Effizienz der Standards. Die Forschungsgruppe Trans Sustain nimmt die Effizienz von VSS in globalen Kaffeewertschöpfungsketten in den Blick. Die zentrale Forschungsfrage des Projektes ist, bis zu welchem Grad durch VSS eine größere Nachhaltigkeit der globalen Kaffeeproduktion erreicht werden kann.

LITRES


Das Projekt LITRES erforscht wie die Energiewende mit Hilfe lokaler Initiativen umgesetzt werden kann und wie dabei, durch die Verwendung alternativer Energiequellen, auch Governance-Strukturen verändert werden. Der Fokus des Projektes liegt auf den bisher wenig erforschten Fällen, in denen Städte, Gemeinden und Regionen auf lokaler Ebene mit neuen Formen alternativer Energieversorgung experimentieren. Diese Form politischen Engagements ist bisher weder im Hinblick auf ihre Partizipationsform noch auf ihr Potenzial für die Transformation des Energiesystems untersucht worden und auch das Zusammenspiel beider Aspekte stellt eine Forschungslücke dar, die die LITRES bearbeitet.

KomMA-P

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt KomMA-P | Akzeptanz der Energiewende stärken untersucht, unter welchen Voraussetzungen die Menschen bereit sind, die Energiewende zu akzeptieren. Ausgangsidee ist, dass man ihnen dafür adäquate Möglichkeiten zum Mitmachen bieten muss.
Bisher gibt es vor allem finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten an der Energiewende, wer sich diese nicht leisten kann oder will, der bleibt ausgeschlossen. Ziel von KomMA-P ist es, herauszufinden, wie man auch nicht-investive und niedrigschwellige Beteiligungsangebote an der Energiewende entwickeln kann.
Das Projekt erforscht dafür, wie technische Lösungen und Teilhabemöglichkeiten zusammen bzw. voneinander abhängen.