"Ein gutes Leben für ALLE?"

Brotzeitkolloquium im Sommersemester 2021

Interdisziplinäre Perspektiven aus der Nachhaltigkeitsforschung
© ZIN

Bereits zum sechsten Mal findet im Sommersemester 2020 das ZIN-Brotzeitkolloquium unter dem Titel „Ein gutes Leben für ALLE?“ statt.

In fünf Vorträgen setzt sich das Brotzeitkolloquium in diesem Semester mit der Frage, wen und was wir in unsere Vorstellungen eines guten Lebens mit einschließen auseinander, dazu wird der Blick auch und insbesondere auf die nicht-menschliche Umwelt gerichtet. Studierende aller Fachrichtungen sowie interessierte Bürger*innen sind herzlich zu den Vorträgen eingeladen, die an fünf Donnerstagen von Ende April bis Juli zur Mittagszeit stattfinden.

Auch in diesem Jahr werden die Vorträge digital über Zoom stattfinden.

Auf dieser Seite versorgen wir alle Interessierten mit den relevanten Informationen - von Terminen bis hin zu den Links für die Vorträge. Alle Informationen zu den Vorträgen des ZIN-Brotzeitkolloquiums finden Sie bald auch auf dem Plakat zur Veranstaltungsreihe. Auch auf Twitter (@zin_wwu) und Facebook (@zin.wwu) informieren wir über die Veranstaltungsreihe.

Die Links zu den jeweiligen Veranstaltungen veröffentlichen wir kurz vor Beginn der Vorträge auf dieser Seite.

01.07.2021, 12:15 - 13:45
Und eine gute Wurst zur Brotzeit, so lässt’ s sich leben. Tierethische Happen

Prof'in Anne Käfer

https://wwu.zoom.us/j/61620620766?pwd=VGVFSmtGMURicnpLM2d0RWlGdGpxQT09

Meeting-ID: 616 2062 0766
Kenncode: 417186

Nicht alles, was für manche Menschen ein gutes Leben ausmacht, macht das Leben aller Lebewesen gut. So ist es beispielsweise mit dem Konsum von Tieren in Form von Wurst und Braten. Menschen, die ihr Leben erst dann als gut beschreiben, wenn sie den Grill voll mit Tierprodukten sehen, nehmen für die Güte ihres Lebens das Leid oder vielmehr das Leben anderer Geschöpfe in Kauf. Kann solch ein selbstbezogenes Leben denn aber ehrlicherweise gut genannt werden? Sollte nicht erst dann von einem guten Leben die Rede sein, wenn das eigene Leben nicht mehr auf Kosten des Lebens von Tieren geht?

10.06.2021, 12:15 - 13:45
Landwende im Anthropozän: Von der Konkurrenz zur Integration

Prof'in Sabine Schlacke

Nur wenn sich unser Umgang mit Land grundlegend ändert, können die Klimaschutzziele erreicht, der dramatische Verlust der biologischen Vielfalt abgewendet und das globale Ernährungssystem nachhaltig gestaltet werden. Der WBGU schlägt in seinem Gutachten fünf exemplarische Mehrgewinnstrategien vor, um Konkurrenz zwischen Nutzungsansprüchen zu überwinden. Diese sollten durch fünf Governance-Strategien vorangetrieben werden, darunter insbesondere die Setzung geeigneter Rahmenbedingungen eine Neuorientierung der EU-Politik und die Errichtung von Gemeinschaften gleichgesinnter Staaten.

20.05.2021, 12:15 - 13:45
Der Beitrag der Zoos zum Artenschutz

Dr. Philipp Wagner

Wir befinden uns mitten im größten Artensterben der Erdgeschichte, und es ist von uns verursacht. Es abzuschwächen wird eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen dieses Jahrhunderts. Im Kampf gegen die Ausrottung haben auch Zoos ihre Aufgaben. Viele Arten sind in der Natur mittlerweile so stark dezimiert, dass der Tierhaltung eine besondere Rolle zukommt. Sei es als Erhaltungszucht oder sogar als Arche, wenn die Art in der Natur ausgerottet wird. Der Allwetterzoo nimmt diese Aufgaben wahr und betreibt unter anderem zwei Artenschutzzentren, das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz im Allwetterzoo und das Angkor Centre for Conservation of Biodiversity in Kambodscha. Darüber hinaus hält und züchtet der Allwetterzoo kritisch bedrohte Arten oder stellt Nachzuchten für Auswilderungen zu Verfügung. Der Vortrag stellt diese Projekte vor, setzt sich aber auch kritisch mit den Aufgaben der Zoos im Bereich Artenschutz auseinander.

06.05.2021, 12:15 - 13:45
Wer sind eigentlich "wir alle?"

Prof. Michael Quante

Die Rede davon, dass wir alle Verantwortung für etwas haben oder übernehmen sollen, ist im Alltag und vielen politischen Debatten häufig zu hören. In der philosophischen Ethik hat die Vorstellung, moralische Rechte und Pflichten seien universal gültig, eine lange und wirkmächtige Tradition. Wer aber ist dieses "wir" und was ist mit "alle" genauer gemeint? Es gehört zum Wesen moralischer Verantwortung, dass jemand sie gegenüber jemandem in einer bestimmten Hinsicht hat (oder übernimmt). In diesem Vortrag soll es darum gehen, mit philosophischen Mitteln über die Reichweite und die Grenzen von Verantwortung nachzudenken, die wir in Bezug auf andere Menschen haben. Bei näherem Hinsehen ist dies weder in räumlicher noch in zeitlicher Hinsicht eine triviale oder leicht zu beantwortende Frage. Ohne sie zu klären, so könnte man aber vermuten, sind Vorstellungen einer globalen Verantwortung oder auch der gegenüber zukünftigen Generationen möglicherweise unterbestimmt oder sogar diffus. Ein solcher Befund wäre für die Grundlagen einer rationalen moralischen Diskussion kritisch.

22.04.2021, 12:15 - 13:45
Ein gutes Leben für alle braucht alle.
Prof. Tillmann Buttschardt, Prof'in Doris Fuchs, Dr'in Friederike Gabel, Prof'in Anne Käfer, Benedikt Lennartz, Prof. Philipp

Im Mittelpunkt des Brotzeitkolloquiums steht in diesem Jahr die Frage nach der unserer Umwelt, wobei der Blick auf die Umwelt abseits des Menschen besonders im Fokus stehen soll. Im Rahmen des ersten Vortrags werden dabei verschiedenste Lebewesen, sowie deren Lebensräume und Beziehungen untereinander thematisiert. Die Mitglieder der ZIN-Forschungsgruppe bringen perspektiven aus Biologie, Landschaftsökologie, Politikwissenschaft und Theologie ein, um die Verbindungen zwischen den Lebewesen und Lebensräumen zu beleuchten und liefern Impulse zu Fragen von Gerechtigkeit und Verantwortung in diesem Zusammenhang.