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Informatik in der Grundschule (IGS)

Frühe informatische Bildung birgt ein hohes Potenzial, um Schülerinnen und Schülern einerseits basale Kompetenzen zu vermitteln, welche im unteren Sekundarbereich aufgegriffen werden können und andererseits ein fachlich korrektes Bild der Informatik zu vermitteln. Im seit 2014 existierenden Projekt „Informatik in der Grundschule (IGS)“ werden in Kooperation mit Grundschullehrpersonen Unterrichtsbausteine in einem Design-Based Research-Ansatz entwickelt, erprobt und evaluiert. Die bislang entwickelten Bausteine, didaktisch-methodische Handreichungen für einen Unterrichtseinsatz in einer bis zwei Doppelstunden à 90 Minuten im Fach Sachunterricht, können auf der Projektseite kostenlos heruntergeladen, eingesetzt und auch verändert werden.

www.uni-muenster.de/Grundschulinformatik

Im Baustein „Verschlüsseln und Entschlüsseln“ werden verschiedene symmetrische und asymmetrische kryptografische Verfahren über altersgerechter Beispiele, etwa die Caesar-Chiffre oder Skytalen, vorgestellt, erprobt und diskutiert. Im Baustein „Programmieren lernen mit dem Bee-Bot©“ erfolgt eine erste Einführung in die algorithmische Grundstruktur der Sequenz unter Nutzung ikonischer Befehle. Hierfür wird der Lernroboter Bee-Bot© verwendet, den Schülerinnen und Schüler über Tasten steuern können. Eine Besonderheit ist sein Programmspeicher, in dem alle gedrückten Tasten als Programm hinterlegt und erneut aufgegriffen werden (können). Im Baustein „Programmieren lernen mit Scratch©“ setzen sich Schülerinnen und Schüler mit der blockorientierten Programmiersprache Scratch© auseinander und nutzen die algorithmischen Grundbausteine „Zyklus“ sowie „bedingte Abfrage“ und „Verzweigung“, um erste Programmiererfahrungen zu sammeln.

Informatische Bildung als Perspektive des Sachunterrichts in Praxisphasen (IPSP)

Im Rahmen des Projekts wird erforscht, inwieweit Unterrichtskonzepte und -materialien zur frühen informatischen Bildung im Primarbereich in Kooperation mit Grundschullehramtsstudierenden und lehrpersonen entwickelt und im Sachunterricht implementiert werden können. Hierfür findet eine Kooperation zwischen der Didaktik der Informatik (Prof. Dr. Marco Thomas) und der Didaktik des Sachunterrichts (Prof. Dr. Anna Windt) statt. In einer ersten Phase (Sommersemester 2021) werden im Rahmen eines Forschungsseminars zunächst Voraussetzungen von Grundschülerinnen und -schülern durch Studierende und Lehrpersonen erhoben. In einer zweiten Phase (Wintersemester 2021/2022) erfolgt aufbauend die Entwicklung, Erprobung und Evaluation von Unterrichtsmaterialien durch Studierende. Parallel dazu werden bereits im Sommersemester 2021 erste Ideen zu Unterrichtsplanungen und -materialien in Form didaktisch-methodischer Handreichungen initiiert. Der inhaltliche Fokus liegt auf dem GI-Inhaltsbereich „Sprachen und Automaten“.
Das Projekt wird parallel an den Universitäten Duisburg-Essen und Wuppertal durchgeführt. Die Projektkoordination erfolgt durch die Universität Wuppertal. Die Laufzeit des Projekts ist 04/2020 bis 03/2022. Das Projekt wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (MKW NRW) mit 500.000 € gefördert.

Forschungsdaten