Archiv der Kategorie: Fakultät

Hunderte Studierende werden im Kampf gegen die Corona-Pandemie an der Medizinischen Fakultät der WWU Münster geschult

Studiendekan Prof. Bernhard Marschall der Medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) fragte bei den rund 3.000 Studierenden der Human- und Zahnmedizin ab, wer sich freiwillig engagieren möchte und welche Vorkenntnisse dabei eingebracht werden könnten. Hintergrund: Viele Ärztinnen und Ärzte in spe haben vor ihrem Studium oder in diesem praktische Erfahrungen gesammelt; die Qualifikationen reichen bis hin zu abgeschlossenen Ausbildungen als Pflegekraft, MTA oder MFA.

„Die Resonanz war überwältigend. Bis jetzt haben sich über 1.800 Studierende gemeldet, die sich einbringen wollen“, freut sich Prof. Marschall. Personen mit abgeschlossener Pflegeausbildung fanden direkt in der Uniklinik Verwendung, für die anderen stampfte die Fakultät eine spezielle Fortbildung aus dem Boden. „Einen solchen Kurs aufzubauen, dauert üblicherweise bis zu einem halben Jahr. Wir haben es in einer Woche geschafft“, sagt Dr. Hendrik Friederichs, der das „Studienhospital“ der Uni Münster leitet und mit einem kleinen Team das „MediCOVID“-Programm aufgebaut hat. Dessen Ziel ist es, die Studierenden fit zu machen für die Aufnahme und Versorgung von Corona-Patienten. „Natürlich können wir uns auf die Vorkenntnisse der Studierenden stützen. Aber es wäre unverantwortlich, sie ohne eine spezielle Zusatzschulung in die Krankenhäuser zu lassen“.

Die vollständige Nachricht der Medizinischen Fakultät finden Sie hier.

 

Foto: WWU/E. Wibberg

„Paper of the Month“ Februar 2020 geht an Boris Skryabin und Timofey Rozhdestvensky aus der Core Facility TRAM

Für den Monat Februar 2020 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der WWU Münster an Dr. Dr. Boris V. Skryabin und Dr. Timofey S. Rozhdestvensky aus der  Core Facility TRAnsgenic animal and genetic engineering Models (TRAM)  für die Publikation: Pervasive head-to-tail insertions of DNA templates mask desired CRISPR-Cas9-mediated genome editing events in der Zeitschrift Science Advances, 6(7).2020: eaax2941, [Volltext]

Die Genom-Editierung mittels CRISPR-Cas9 hat sich bei einer Vielzahl von Organismen etabliert. Unter anderem wird die Technologie zur Generierung von Tiermodellen menschlicher Krankheiten eingesetzt. Darüber hinaus gibt es Versuche, das CRISPR-Cas9-System zur direkten Veränderung des menschlichen Genoms zu nutzen. Trotz vieler Vorteile gibt es jedoch noch einige Hürden, die den medizinischen Einsatz der CRISPR-Cas9-Technologie behindern.

Untersucht wurden die Probleme im Zusammenhang mit dem zielgerichteten Einfügen einer DNA-Matrix (knock-in) ins Mausgenom. Beim Erzeugen von konditionalen Knock-out-Mausmodellen wurde entdeckt, dass die homologen und/oder nicht-homologen Doppelstrangreparaturmechanismen mehrere unerwünschte Duplikationen der DNA-Matrix im Zielgenom verursachten. Die beobachteten systematischen Probleme waren abhängig von der Art der verwendeten DNA-Matrix. Ausserdem konnte gezeigt werden, dass die üblicherweise angewandte PCR-Analyse – in den meisten Fällen – solche Duplikationsereignisse nicht identifizieren konnte; daher sind weitere, tiefgreifende Analysen der modifizierten Allele unerlässlich. Dazu werden mehrere geeignete Methoden vorgeschlagen, um die korrekt modifizierten Chromosomen zu identifizieren.

Die Vervielfachung der DNA-Matrix ist ein häufiges Phänomen. Alle Knock-in-Verfahren wie die Einführung einer Punktmutation oder die Rekonstruktion fehlender/neuer Epitope, die die Genfunktion verbessern, leiden möglicherweise darunter. Unkontrollierte Vervielfachung der DNA-Matrix könnte schwerwiegende Folgen für die humane Gentherapie haben.

Eine Liste aller bisherigen Gewinner der Paper of the Month – Auszeichnung finden Sie hier.

Der Paper of the Month – Aufsteller in der Zweigbibliothek Medizin bietet den Besuchern die Lektüre der Studie vor Ort an.

Foto: MFM/Christian Albiker

„Paper of the Month“ Januar 2020 geht an Pädiatrische Neuroonkologie – AG Kerl

Für den Monat Januar 2020 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der WWU Münster an die Pädiatrische Neuroonkologie (AG Kerl) aus der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin – Pädiatrische Hämatologie und Onkologie für die Publikation Macrophage-tumor cell interaction promotes ATRT progression and chemoresistance in der Zeitschrift Acta Neuropathologica, published online 17 Dez 2019, [Volltext]

Atypische teratoid/rhabdoid Tumore (ATRT) sind seltene und aggressive Hirntumore, die im Säuglings- und Kleinkindalter auftreten und trotz intensiver Therapie eine schlechte Prognose haben. ATRT sind heterogen in Bezug auf Pathophysiologie und Überleben. Die drei molekularen ATRT Untergruppen erklären die klinische Heterogenität nur unzureichend. Bisher wurde die Rolle des Tumormikromilieus im Hinblick auf Tumorprogression nicht untersucht.

Multiplex-Immunfluoreszenzfärbungen von primären ATRT zeigten eine heterogene, subgruppenspezifische Immunzellinfiltration auf. Die Infiltration mit CD68+ Zellen korreliert zu einer schlechten Prognose. Einzelzell-RNA-Sequenzierungen von Maustumoren der ATRT-MYC und –SHH Untergruppe zeigten, dass CD68+ Tumor-assoziierte Makrophagen (TAM) die prädominanten Immunzellen in der Tumorumgebung sind und im Vergleich zu anderen Immunzellen am stärksten mit Tumorzellen kommunizieren. ATRT-MYC zeigte heterogene Tumorzellphänotypen auf, die eine ausgeprägte Expression von Makrophagen-typischen Genen aufweisen (z.B. CD68). Diese Zellen traten als vorherrschende Population in einem ATRT-Rezidiv-Mausmodell nach einer Chemotherapie im Vergleich zum entsprechenden ATRT-Primärtumormodell auf.

Die Ergebnisse bekräftigen den Einfluss des Tumormikromilieus auf die Proliferation von ATRT. Die Interaktion zwischen TAM und Tumorzellen begünstigen Chemotherapieresistenzen und Tumorrezidive. Für neue Therapieansätze stellen TAM ein potentielles Target einer immunmodulatorischen Therapie dar, welche die konventionelle Behandlung unterstützt.

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Foto: MFM/Christian Albiker

„Paper of the Month“ Dezember 2019 geht an Dr. Max Masthoff aus dem Institut für klinische Radiologie

Für den Monat Dezember 2019 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der WWU Münster an Dr. Max Masthoff aus dem Institut für klinische Radiologie für die Publikation Introducing Specificity to Iron Oxide Nanoparticle Imaging by Combining 57Fe-Based MRI and Mass Spectrometry. In der Zeitschrift Nano Letters, 19(11).2019: 7908-17 [Volltext]

Eisenoxid-Nanopartikel (ION) werden als Kontrastmittel für die Magnetresonanztomographie (MRT) verwendet. Jedoch kann auch natürlich vorkommendes Eisen das MRT-Signal beeinflussen. Bisher ist eine spezifische Unterscheidung von endogenem Eisen (56Fe) und applizierten ION (ebenfalls 56Fe) nicht möglich. Daher sind die Analyse des Langzeitverbleibs des applizierten Eisens und spezifische Studien zur MRT-Zellverfolgung nur eingeschränkt möglich.

In dieser Studie wurden basierend auf nicht radioaktivem 57Fe-ION neuartige ION entwickelt sowie mit der Kombination von MRT und massenspektrometrischen Verfahren eine spezifische Unterscheidung zwischen endogenen Eisenvorkommen und applizierten Eisenpartikeln möglich. So konnten die 57Fe-ION als MRT-Kontrastmittel charakterisiert und der Langzeitverbleib des applizierten Eisens evaluiert werden. Hierbei konnten die Autoren zeigen, dass das verwendete 57Fe auch noch 90 Tage nach Applikation im Organismus zu finden ist und in den physiologischen Eisenstoffwechsel einfließt. Zudem konnte in dieser Studie gezeigt werden, dass die 57Fe-ION mittels MRT und Massenspektrometrie eine hochspezifische Markierung und Verfolgung von Immunzellen in einem Entzündungsmodell ermöglichen.

Die Verwendung von 57Fe-ION mit kombinierter MRT und Massenspektrometrie ermöglicht eine nicht-radioaktive, spezifische Detektion, Quantifizierung und Evaluation des Langzeitverbleibes des eingesetzten Eisen-Kontrastmittels. Zudem erlauben 57Fe-ION eine spezifische Validierung von ION-basierten Zellverfolgungsstudien mittels nichtinvasiver MRT.

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Foto: MFM/Christian Albiker

ZB Medizin: Öffnungszeiten Jahreswechsel 2019/20

Bis einschließlich Sonntag, 22.12.2019 und ab Donnerstag, 2.1.2020 gelten die normalen Öffnungszeiten.

 

Von Montag, 23.12.2019 bis Mittwoch, 1.1.2020 gelten die folgenden eingeschränkten Öffnungszeiten:

Die abweichenden Öffnungszeiten von ULB, Zeitungs- u. Pressearchiv, Zweigbibliothek Sozialwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Haus der Niederlande finden Sie hier.

 

Foto / Grafik © ZB Medizin

„Paper of the Month“ November 2019 geht an Sebastian Herich aus der Neurologie

Für den Monat November 2019 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der WWU Münster an Sebastian Herich aus der Klinik für Neurologie mit Institut für Translationale Neurologie für die Publikation Human CCR5high effector memory cells perform CNS parenchymal immune surveillance via GZMK-mediated transendothelial diapedesis in der Zeitschrift Brain, 142(11):3411-3427 [Volltext].

Das ZNS gilt als immunprivilegiert und wird von den Hirnbarrieren vor unkontrollierten Immunreaktionen geschützt. Trotzdem muss es vor Krankheitserregern und der Bildung von Tumoren bewahrt werden. Es gibt nicht viele Studien über diese Immunüberwachung. Das Wissen über die genauen Mechanismen der gesunden Immunüberwachung sind jedoch notwendig, um Therapien gegen immunologische Erkrankungen zu entwickeln, die aber gewünschte Überwachung zulassen.

In der vorliegenden Studie konnte ein speziellen T-Zell-Subtyp identifiziert werden, der den Marker CCR5, sowie das Enzym Granzym-K exprimiert und Eigenschaften von gewebsständigen und Th17.1 Zellen aufweist. Dieser Subtyp ist im peripheren Blut von gesunden Spendern zu finden und ist die vorherrschende Immunzellpopulation im Gehirn von Patienten ohne neurologische Entzündung. In vitro Experimente zeigten, dass sie unter homöostatischen Bedingungen an Endothelzellen aus Gehirngewebe anheften und durch dieses migrieren. Im Blut von HIV-infizierten Patienten mit neurologischen Auffälligkeiten sind diese Zellen reduziert und, im Gegensatz dazu, in MS Patienten erhöht. Die medikamentöse Blockade der ZNS-Immunzellinfiltration durch Natalizumab führt zur weiteren peripheren Anreicherung dieser Zellen.

Die Daten der Studie deuten auf eine Rolle dieses T-Zell-Subtyps in der ZNS-Immunüberwachung und –Autoimmunität hin. Wissen über diese Population könnte eingesetzt werden, um die Pathologie der MS zu verhindern oder um die ZNS-Immunabwehr in Patienten mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Hirninfekten und -tumoren zu verbessern.

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Foto: MFM/Christian Albiker

„Paper of the Month“ Oktober 2019 geht an Dr. Eva Freisinger aus der Klinik für Kardiologie I

Für den Monat Oktober 2019 Dr. Eva Freisinger aus der Klinik für Kardiologie I: Koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz und Angiologie für die Publikation Mortality after use of paclitaxel-based devices in peripheral arteries: a real-world safety analysis in der Zeitschrift European Heart Journal, Epub ahead of print, published online: 08 Oct 2019  [Volltext], ausgezeichnet.

Der Einsatz medikamentös beschichteter Stent- und Ballonkatheter stellt einen etablierten Standard in der endovaskulären Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit zur Senkung der arteriellen Wiederverschluss-Rate dar. Eine Metaanalyse deutete jedoch auf eine fast 2-fach erhöhte Langzeit-Sterblichkeit nach dem Einsatz Paclitaxel-beschichteter Katheter hin. Dies führte zu Einschränkungen seitens der Zulassungsbehörden FDA und BfArM.

Das Team um OÄ Dr. med. Eva Freisinger, Klinik für Kardiologie I, untersuchte in einer groß angelegten Studie umfassende Daten der BARMER Krankenkasse mit 64.771 behandelten Patienten der Real-Versorgung. Gemeinsam mit dem Institut für Biometrie und Klinische Forschung wurden 107.112 Kathetereingriffe unter Verwendung von insgesamt 23.137 Paclitaxel-basierten Devices mittels zeitabhängiger Cox-Regressionsanalyse ausgewertet. Hierbei konnte keine erhöhte Langzeit-Sterblichkeit über einen Zeitraum von im Mittel 7,6 Jahren nachgewiesen werden.

Die Studienergebnisse führen international zu einer Klärung der Sicherheitsfrage Paclitaxel-basierter Katheter in der PAVK-Therapie, und damit zu einer Entlastung von Behandlern und betroffenen Patienten.

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Der Paper of the Month – Aufsteller in der Zweigbibliothek Medizin bietet den Besuchern die Lektüre der Studie vor Ort an.

Foto: MFM/Christian Albiker

 

Bibliothek ernennt Studiendekan Prof. Marschall zum Ehrenmitglied


Dr. O.Obst (l.), der Leiter der Zweigbibliothek, überreicht Prof. Dr. B.Marschall (r.) den Ausweis zur Ehrenmitgliedschaft der Bibliothek.

Die Zweigbibliothek hat Prof. Dr.med. Bernhard Marschall, dem langjähringen Studiendekan und Leiter des Instituts für Ausbildungs- und Studienangelegenheiten, sehr viel zu verdanken. Aus diesem Grund erfuhr Marschall am Mittwoch, während des Tags der Lehre, eine Ehrung der besonderen Art: Ihm wurde nicht nur die Ehrenmitgliedschaft der Bibliothek verliehen, sondern auch der Lesesaal wurde nach ihm benannt.

Marschall hatte in den vergangenen 15 Jahren die Zweigbibliothek in außerordentlichem Maße finanziell und ideell unterstützt und sich so als ihr besonderer Förderer erwiesen. Zu den von Marschall geförderten Projekten gehören u.a. der Ausbau und die Klimatisierung von zeitgemäßen Arbeitsplätze, die Erweiterung der Öffnungszeiten, die notwendigen Schließfächer, die Anschaffung von multimedialen e-Learning-Tools sowie nicht zuletzt das preisgekrönte easystudium-Programm. Marschall war immer davon überzeugt, dass die Bibliothek ein wichtiger Player in der medizinischen Lehre ist, und hat die ZB Med stets ermutigt, auf dem Weg einer entschlossenen Innovations- und Serviceorientierung weiter zu gehen. Dass die Bibliothek dann deutschlandweit beachtete Spitzenleistungen eingefahren hat, freute ihn immer sehr.


Prof. Dr. B.Marschall und Dr. O.Obst vor dem umbenannten Lesesaal

In Anerkennung seiner Verdienste um die Bibliothek wurde Marschall zum Ehrenmitglied der ZB Med ernannt, symbolisiert durch einen Bibliotheksausweis in Acryl, und der Hauptlesesaal der Zweigbibliothek Medizin in Bernhard-Marschall-Lesesaal umbenannt. Die Zweigbibliothek Medizin ist stolz und dankbar, einen solchen ausgewiesenen Förderer des Bibliothekswesens derart ehren zu dürfen. Die Würdigung finden Sie im vollen Wortlaut hier (PDF).

 

 

 

 
Fotonachweis: UKM Fotozentrale / Wibberg

Tipps für eine gelingende Doktorvater-Doktoranden-Kommunikation

Unter dem Titel Meine Professorin betreut meine Abschlussarbeit nicht richtig. Was kann ich tun? gibt Bento, das Jugendmagazin des Spiegel, Hinweise, wie die Kommunikation zwischen Doktorvater und Doktorand gelingen kann. Diese Tipps sind sowohl für Doktoranden (wie der Titel suggeriert) aber auch für Doktorväter und – Mütter hilfreich.

  • Wie man Mails richtig formuliert.
  • Nachhaken, aber richtig.
  • Warum Mails manchmal der falsche Weg sind.
  • Konfliktfreie Gesprächsführung (I like – I wish bzw. WWW-Feedback).
  • Und wenn alles nichts hilft: (Anonyme) Beschwerdemöglichkeiten.

Weitere Infos: Elke Zimemrmann: Was sollten Promotionsbetreuer und Studierende beachten? (PDF)

Foto: Charly at Fotolia.de (jetzt Adobe Stock)

Wissenschaftsrat wertschätzt Münsters Zahnmedizin

Mehrfach betont der Bericht, dass die Zahnmedizin mit 4 Professoren ca. 25% aller Studierenden der Medizinischen Fakultät ausbildet [1; S. 9, 94], und dass Münster als grösster zahnmedizinischer Standort in NRW “ … überdies mit Blick auf die zahnmedizinische Lehre als sehr gut und deutschlandweit beispielhaft gelten kann.” [2; S. 74].

Aufgrund des frühzeitigen Einsatzes der Studierenden in der eigenständigen Patientenversorgung steht in Münster die Kompetenzorientierung im Mittelpunkt [1; S. 63].

Optimierungsbedarf ergibt sich aus der Anforderung, “dass die auch unabhängig von der neuen Approbationsordnung dringend nötige Verbesserung der Betreuungsrelation in der Lehre nicht zu Lasten der Forschung geht.” [2; S. 105].

Bei einer aktuellen Betreuungsrelation von 10,6 Zahnmedizinstudierenden pro Wissenschaftlerin bzw. Wissenschaftler [2; S. 135] kommen durch die Umsetzung der novellierten zahnärztlichen Approbationsordnung weitere Herausforderungen auf die Zahnmedizin zu. 

  1. Wissenschaftsrat. Stellungnahme zur Weiterentwicklung der Universitätsmedizin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster 2019. Accessed 30 Oct 2019.
  2. Wissenschaftsrat. Stellungnahme zur Weiterentwicklung der Universitätsmedizin Nordrhein-Westfalen 2019.  Accessed 30 Oct 2019.

„Paper of the Month“ September 2019 geht an Dr. Niehaus, Dr. Soltwisch und Prof. Dreisewerd aus dem Institut für Hygiene

Für den Monat September 2019 wurde Dr. Niehaus, Dr. Soltwisch und Prof. Dreisewerd aus dem Institut für Hygiene für die Publikation Transmission-mode MALDI-2 mass spectrometry imaging of cells and tissues at subcellular resolution in der Zeitschrift Nature Methods, 16(9).2019, 925-31  [Volltext], ausgezeichnet.

Zellen sind die Grundbausteine des Lebens. Mit Hilfe von massenspektrometrischen (MS) Verfahren wie der in Münster entwickelten laser-basierten MALDI-MS kann die chemische Zusammensetzung von Zellen und Geweben bestimmt werden. Allerdings reichte bislang die Ortsauflösung und Sensitivität der bildgebenden MALDI-MS nicht aus, um eine echte zelluläre bis subzelluläre Darstellung bei gleichzeitig hoher chemischer Informationstiefe zu erzielen.

MALDI steht für Matrix-unterstütze Laserdesorption/Ionisation. Das Besondere an der von den Forschern entwickelten t-MALDI-2 („t“ für Transmissionsmodus) ist der Einsatz zweier speziell adaptierter Laser, von denen der erste einen besonders kleinen Fokus zum Materialabtrag von nur rund einem tausendstel Millimeter erzeugt, während der zweite die notwendige Signalsteigerung für viele Biomoleküle um bis zu mehreren Größenordnungen bringt – also zum Beispiel für fettlösliche Vitamine wie Vitamin D, Cholesterin oder auch verabreichten Medikamenten.

Die Wissenschaftler demonstrieren die Möglichkeiten ihrer Methode anhand der Darstellung der molekularen Feinstrukturen im Aufbau des Kleinhirns der Maus bei einer Pixelgröße von nur 600 nm und mittels gezüchteter Kulturen von Nierenzellen.

Künftig ist u.a. eine Kopplung der t-MALDI-2-MSI mit etablierten optischen Verfahren wie der Fluoreszenzmikroskopie geplant. Weil die MALDI eine markierungsfreie Technik ist, die bis zu Hunderten verschiedene Biomoleküle simultan detektiert, entstehen so neuartige analytische Werkzeuge für zellbiologische und biomedizinische Fragestellungen.

Eine Liste aller bisherigen Gewinner der Paper of the Month – Auszeichnung finden Sie hier.

Der Paper of the Month – Aufsteller in der Zweigbibliothek Medizin bietet den Besuchern die Lektüre der Studie vor Ort an.

Foto: MFM/Christian Albiker

eScience-Tag der WWU am 02.12.2019

Unter dem Motto „eScience is Your Science“ findet am Montag, den 02.12.2019, im Vom-Stein-Haus (Schlossplatz 34) der erste eScience-Tag der WWU Münster statt.

Die ULB meldet:
„Ab 12 Uhr können Sie an Workshops zur Anwendung von Schlüsseltechnologien teilnehmen. Nachmittags stellen Expert*innen der WWU in kurzen Vorträgen einschlägige Methoden und Infrastrukturen vor. Aktuelle Forschungsprojekte zeigen im Rahmen einer Postersession, was eScience im Bereich Forschung bereits leistet. Ein Abendvortrag um 18 Uhr beschließt die Veranstaltung. Der eScience-Tag richtet sich ausdrücklich an Forschende aller Fachbereiche und Disziplinen – mit und ohne Erfahrungen im Bereich eScience. Interessierte können sich über Grundlagen informieren, für Expert*innen steht der Erfahrungsaustausch im Vordergrund. Im „Meet & Greet“-Bereich gibt es Gelegenheit zum persönlichen Kennenlernen und zur Vernetzung.

Weitere Informationen zum Programm finden Sie hier.

Forschende, die bereits eScience-Methoden bzw. entsprechende Infrastruktur in der eigenen Arbeit nutzen, sind besonders herzlich eingeladen, sich an der Postersession und/oder am Posterslam (zweiminütiger Kurzvortrag zum Poster) von 16:30 Uhr bis 18 Uhr zu beteiligen. Die Ausstellung soll verdeutlichen, auf welch vielfältige und innovative Weise eScience die wissenschaftliche Praxis bereits aktuell verändert.“

Bei Rückfragen oder Interesse an der Postersession melden Sie sich gerne bei