Dr. Christin Robisch

 
  • Forschungsschwerpunkte

    • Unterrichtsqualität
    • physikbezogener Unterricht
    • Videoanalyse
  • Promotion

    Förderung hypothetisch-deduktiver Schlussfolgerungen bei Grundschulkindern in naturwissenschaftlichen Kontexten

    BetreuerInnen

    Angemessenes Schlussfolgern gilt als bedeutsam für die Prüfung von Hypothesen (Moshman, 1979) und wird als Prozess (natur-) wissenschaftlicher Denk- und Arbeitsweisen (scientific inquiry) bereits in der Grundschule gefordert (Duit, Häußler & Prenzel, 2011; OECD, 2007). Unter Rückgriff auf die kognitionspsychologische Forschung zum conditional reasoning wird Schlussfolgern als Fähigkeit, gegebene Ereignisse in Bezug auf die Bedeutung für die Prüfung einer Hypothese zu evaluieren, definiert (Barrouillet, Gauffroy & Lecas, 2008; Gauffroy & Barrouillet, 2011). Eine häufig von Kindern genannte Hypothese auf die exemplarische Frage "Wie kommt es, dass ein Ding springt? (Thiel, 1987) lautet „Dinge, die mit Luft sind, springen". Was aber zeigt beispielsweise ein Flummi, der ohne Luft ist und springt, über diese konditionale Hypothese? Die Evaluation gilt als angemessen, wenn bekräftigende, widerlegende und für die Prüfung irrelevante Ereignisse adäquat unterschieden werden. Ob die Ereignisse adäquat unterschieden werden können, hängt, unter Rückgriff auf die mental models theory (Johnson-Laird & Byrne, 1991, 2002), von der Bildung der erforderlichen mentalen Modelle im Arbeitsgedächtnis ab. Es wird angenommen, dass eine angemessene Schlussfolgerungsfähigkeit auch für weitere inquiry-Prozesse - z.B. schlüssiges Planen von Experimenten und evidenz-basiertes Argumentieren - relevant ist. Sowohl kognitionspsychologische (Barrouillet, Gauffroy & Lecas, 2008; Gauffroy & Barrouillet, 2011; English, 1997) als auch fachdidaktische (Tröbst, Hardy & Möller, 2011) Studien belegen jedoch, dass angemessenes Schlussfolgern eine Herausforderung (nicht nur) für Kinder im Grundschulalter darstellt. Bisherige Untersuchungen zur Förderung der Schlussfolgerungsfähigkeit beschränken sich primär auf Erwachsene, vernachlässigen naturwissenschaftliche Kontexte sowie Transfermöglichkeiten und klammern die Untersuchung von Zusammenhangsfragestellungen aus (z.B. English, 1997; Klauer, Stegmaier & Meiser, 1997). Aus dem skizzierten Forschungsdesiderat wurden für das Promotionsvorhaben folgende Fragestellungen abgeleitet: (1) In welchem Ausmaß kann die Schlussfolgerungsfähigkeit durch Scaffolding-Maßnahmen mit variierendem Unterstützungsgrad in einem naturwissenschaftlichen Kontext ("Wie kommt es, dass ein Ball springt?" (Thiel, 1987) gefördert werden? (2) In welchem Ausmaß fördern die Maßnahmen mit variierendem Unterstützungsgrad den Transfer der Schlussfolgerungsfähigkeit auf ein weiteres naturwissenschaftliches Inhaltsgebiet ("Schwimmen und Sinken?") (3) Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Schlussfolgerungsfähigkeit und der Falsifikation von Präkonzepten? (4) Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Schlussfolgerungsfähigkeit und evidenz-basiertem Argumentieren? Diese Fragen sollen im Rahmen einer (quasi)-experimentellen Laborstudie im mikrogenetischem Design (Siegler & Crowley, 1991) mit zwei Experimental- und einer Kontrollgruppe (n= 105 DrittklässlerInnen) beantwortet werden. Hierzu werden zwei im Ausmaß an Unterstützung variierende Maßnahmen zur Förderung der Schlussfolgerungsfähigkeit, ein Wissenstest (Prä-Post) und ein Argumentationstest entwickelt. Als Kovariaten werden das Wissenschaftsverständnis sowie die Inhibitionsfähigkeit miterhoben. Die Ergebnisse des Promotionsvorhabens sollen in die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien einfließen.

  • Vita

    Akademische Ausbildung

    -
    2. Staatsexamen für das Lehramt an Grundschulen, ZfsL Düsseldorf
    -
    Promotion zum Dr. paed., Westfälische Wilhelms-Universität Münster
    -
    Master of Education - Schwerpunkt Grundschule, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
    -
    Bachelor KiJu - Schwerpunkt Grundschule , Westfälische Wilhelms-Universität Münster

    Beruflicher Werdegang

    seit
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Seminar für Didaktik des Sachunterrichts
    -
    Lehramtsanwärterin, ZfsL Düsseldorf
    -
    Schreiben der Dissertation
    -
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Seminar für Didaktik des Sachunterricht

    Mitgliedschaften und Aktivitäten in Gremien

    seit
    Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts (GDSU)
    seit
    Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
  • Projekte

  • Publikationen

    Aufsätze (Zeitschriften)

    Buchbeiträge (Sammel- Herausgeberbände)

    • Robisch, C. & Möller, K. (). Die Förderung der Schlussfolgerungsfähigkeit beim naturwissenschaftlichen Lernen im Primarbereich. In B. Kopp, S. Martschinke, M. Munser-Kiefer, M. Haider, E. Kirschhock, G. Ranger & G. Renner (Hrsg.), Individuelle Förderung und Lernen in der Gemeinschaft (S. 154-157). Wiesbaden: VS Verlag.
    • Tröbst, S., Robisch, C., Stephan-Gramberg, S., Hardy, I. & Möller, K. (). Förderung schlussfolgernden Denkens im Kindergarten und in der Grundschule – bei naturwissenschaftlichen Inhalten. In F. Hellmich, S. Förster, F. Hoya (Hrsg.), Bedingungen des Lehrens und Lernens in der Grundschule. Bilanz und Perspektiven (S. 237-240). Wiesbaden: SpringerVS.
    • Robisch, C., Tröbst, S. & Möller, K. (). Inhaltliches Vorwissen und inhaltsbezogene Schlussfolgerungen im naturwissenschaftlichen Sachunterricht. In F. Hellmich, S. Förster & F. Hoya (Hrsg.), Bedingungen des Lehrens und Lernens in der Grundschule. Bilanz und Perspektiven (S. 245-248). Wiesbaden: SpringerVS.
  • Vorträge

Forschungsprojekte

Förderung der Falsifikationsfähigkeit durch Unterstützung von Modellbildungsprozessen im Rahmen eines scientific inquiry-orientierten Unterrichts in der Primarstufe

2. Förderabschnitt
Falsifikationsf _higkeitFalsifikationsf _higkeit
© WWU/DDSU

In der vorliegenden Interventionsstudie wird die Förderung hypothesenbezogener Schlussfolgerungen sowie der Falsifikationsfähigkeit in ganzen Schulklassen untersucht. Damit knüpft die Studie an den ersten Projektzeitraum an. Die in Einzelsituationen erprobten Fördermaßnahmen aus dem ersten Projektzeitraum werden in einen inquiry-orientierten Unterricht für ganze Schulklassen überführt. In einem quasi-experimentellen Kontrollgruppendesign mit mehreren Messzeitpunkten wird untersucht, ob die Förderung hypothesenbezogener Schlussfolgerungen und der Falsifikationsfähigkeit anhand des Einsatzes von Scaffoldingmaßnahmen auch in einem inquiry-basierten naturwissenschaftlichen Sachunterricht mit DrittklässlerInnen gelingt. Darüber hinaus wird untersucht, ob die Fähigkeit zu hypothesenbezogenen Schlusssolgerungen in einem Zusammenhang mit der Veränderung von Schülervorstellungen steht.