

An der Universität Münster arbeiten Vertreter:innen verschiedener Disziplinen der Mediävistik (darunter Geschichte, Germanistik, Archäologie, Byzantinistik, Theologie, Mittellatein, Rechtsgeschichte, Kunstgeschichte, Judaistik, Islamwissenschaft u.a.) seit langem in wechselnden Kontexten zusammen.
Bereits 1964 wurde das Institut für Frühmittelalterforschung eingerichtet, um die an der Universität tätigen Mediävist:innen zu interdisziplinärer Forschung zusammenzuführen. In gegenseitigem Austausch von Methoden und Ergebnissen werden Forschungsprojekte konzipiert und durchgeführt, die nur zu einem geringen Teil aus eigenen Mitteln finanziert werden können, deren Realisierung aber durch eine kontinuierliche Drittmitteleinwerbung über den Zeitraum von fast 50 Jahren hindurch möglich wurde, darunter:
- SFB 7 „Mittelalterforschung (Bild, Bedeutung, Sachen, Wörter und Personen)“
- SFB 231 „Träger, Felder, Formen pragmatischer Schriftlichkeit im Mittelalter“
- SFB 496 „Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme vom Mittelalter bis zur französischen Revolution“
- GRK „Schriftkultur und Gesellschaft im Mittelalter (Interdisziplinäre Mediävistik)“
- GRK „Gesellschaftliche Symbolik im Mittelalter“
- EXC „Religion und Politik“
- SFB 1150 „Kulturen des Entscheidens“
- FOR „Xenokratie vor Ort“
Neben den spezifischen Studiengängen der mediävistischen Disziplinen bietet die Universität Münster mit den „Interdisziplinären Mittelalterstudien“ (IMAS) einen interdisziplinär-mediävistischen Masterstudiengang an, der Studierenden nicht nur solide fachliche Kompetenzen vermitteln, sondern sie zugleich in aktuelle und relevante Wissenschaftsthemen und Forschungsdiskussionen einführen möchte.
Centrum für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung
Das Centrum für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung (CMF) ist 2014 aus der jahrzehntelangen epochenübergreifenden Verbundforschung an der Universität Münster hervorgegangen. Es bietet ein Forum, um die erfolgreiche Kooperation zwischen Mittelalter- und Frühneuzeitspezialist:innen fortzusetzen und die Epochen vom frühen Mittelalter bis zur Sattelzeit um 1800 in ihren strukturellen Kontinuitäten zu thematisieren. Zugleich erweitert das CMF die Perspektive in transkultureller Hinsicht und nimmt auch die christlich-islamischen Kontaktzonen sowie den Beitrag unterschiedlicher jüdischer Gemeinschaften zur europäischen und mediterranen Geschichte in den Blick. Das CMF dient als Organisationsplattform für kultur- und geschichtswissenschaftliche Forschungsprojekte zu Mittelalter und Früher Neuzeit. Es beherbergt eine gemeinsame Forschungsbibliothek, die aus mehreren aufeinanderfolgenden Sonderforschungsbereichen erwachsen ist.
FB1 – Seminar für Kirchengeschichte II
FB3 – Institut für Rechtsgeschichte
Das Institut für Rechtsgeschichte erforscht die historischen Grundlagen des Rechts und bietet eine Vielzahl rechtshistorischer Lehrveranstaltungen an. Es besteht gegenwärtig aus drei zivilrechtlichen Lehrstühlen, die neben dem geltenden Bürgerlichen Recht jeweils unterschiedliche Schwerpunkte haben. Forschung und Lehre werden in den Seminaren und der Doktorandenausbildung verbunden: Hier bietet sich den Teilnehmern die Möglichkeit, sich intensiv mit aktuellen Fragen der Rechtsgeschichte zu beschäftigen und erste Erfahrungen mit der eigenen Forschung zu sammeln.
FB8 – Abteilung für Byzantinistik und Neogräzistik
Das Institut für Byzantinistik und Neogräzistik bespielt zahlreiche Forschungsfelder: Archäologie, Geschichte, Handschriftenkunde, Kunstgeschichte, Literatur, Numismatik, Sozialgeschichte und Theologie. Es bietet regelmäßig Veranstaltungen zu verschiedenen Themen der (post)byzantinischen Geschichte, Kultur und Literatur sowie Sprachkurse des Neugriechischen an, die im Rahmen verschiedener Studiengänge, wie beispielsweise „Geschichte“ oder „Klassische und Christliche Archäologie“ belegt werden können. Einen byzantinistischen Schwerpunkt können Studierende in den Masterstudiengängen „Interdisziplinäre Mittelalterstudien“ (IMAS) und „Antike Kulturen des östlichen Mittelmeerraums“ (AKOEM) wählen.
FB8 – Abteilung für Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie
An der Abteilung für Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie können als Zwei-Fach-Bachelor-Studiengang „Archäologie–Geschichte–Landschaft“ sowie als Masterstudiengang „Ur- und Frühgeschichte“ studiert werden. Das dabei vermittelte methodische Instrumentarium ist weltweit anwendbar und reicht von den Anfängen der Menschheitsgeschichte bis in die Neuzeit. In Münster liegt der räumliche Schwerpunkt insbesondere auf Mittel- und Südosteuropa und Nordwestdeutschland. Die aktive Forschungsarbeit bildet einen zentralen Schwerpunkt der Abteilung und ist durch ein reiches Spektrum an Forschungschwerpunkten geprägt.
FB8 – Historisches Seminar
Das Historische Seminar zählt mit seinen breit gefächerten Abteilungen und Professuren zu den größten und innovativsten Standorten seiner Disziplin in Deutschland. Insgesamt 16 ordentliche Professor*innen lehren hier, ergänzt durch weitere drittmittelfinanzierte Professuren. Epochal erstrecken sich Forschung und Lehre am Historischen Seminar vom Frühen Mittelalter bis in die aktuelle Zeitgeschichte. Studierende kommen in den Genuss eines sehr breiten Lehrangebots, das durch die vielfältigen Forschungsprojekte und -einrichtungen des Seminars sowie durch Kooperationen mit Partnern am LWL und dem Landesarchiv um weitere Facetten ergänzt wird.
FB8 – Institut für Kunstgeschichte
Das Institut für Kunstgeschichte zählt zu den ältesten des deutschsprachigen Raumes. Die Schwerpunkte von Forschung und Lehre liegen im Bereich der italienischen Kunst vom Mittelalter über die Renaissance bis hin zum Barock sowie der deutschen und französischen Kunst und der Gegenwartskunst. Die Lehr- und Forschungstätigkeit umfasst die Gattungen Architektur, Skulptur, Malerei, Zeichnung, Kunsthandwerk und Kunsttheorie sowie Fotografie, Film, Video, Installations- und Medienkunst, Ausstellungs- und Dokumentationspraktiken. Die umfangreiche Institutsbibliothek weist entsprechende Sammlungsschwerpunkte auf.
FB9 – Germanistisches Institut
Das Germanistische Institut der Universität Münster forscht und lehrt zum Einen in den drei klassischen Teilbereichen: dem Bereich Literatur des Mittelalters (Mediävistik), dem Bereich Sprachwissenschaft (Linguistik) und dem Bereich Neuere deutsche Literaturwissenschaft. Hinzu kommen der Bereich Didaktik der deutschen Sprache und Literatur und in Münster darüber hinaus der Bereich niederdeutsche Sprache und Literatur. Insgesamt sind für die am Germanistischen Institut angesiedelten Studiengänge zurzeit ca. 4.400 Studierende eingeschrieben. Es werden drei nach Lehramt unterschiedene Master of Education und vier Master of Arts mit spezifischen Schwerpunkten angeboten.
FB9 – Institut für Arabistik und Islamwissenschaft
Am Institut für Arabistik und Islamwissenschaft in Münster liegen die Schwerpunkte in Forschung und Lehre auf der Beschäftigung mit der arabisch-islamischen Welt und dem turko-persischen Raum. Die derzeit fünf ProfessorInnen, zwei LektorInnen sowie mehrere wissenschaftliche MitarbeiterInnen und Lehrbeauftragte decken ein breites Spektrum an Themen und Zugängen ab, darunter auch die Geschichte der islamisch geprägten Welt. Das Institut verfügt über eine hervorragend ausgestattete Fachbibliothek, darunter ein großer Bestand an arabischer Primärliteratur.
FB9 – Institut für Jüdische Studien
Das Institut für Jüdische Studien wurde im Sommer 2015 an der Universität Münster eingerichtet. Die zwei am Institut beheimateten Professuren sowie mehrere wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten ein breites Spektrum an Themen und Zugängen an. Die Schwerpunkte liegen sowohl in der Lehre als auch in der Forschung in der Kulturgeschichte des Judentums von der Spätantike bis zur Moderne mit besonderem Interesse an visueller und materieller jüdischer Kultur sowie jüdischer Geistes-, Ideen- und Wissenschaftsgeschichte. Eine judaistische Fachbibliothek wird derzeit aufgebaut.
FB9 – Institut für Skandinavistik
Das Institut für Skandinavistik beschäftigt sich in Forschung und Lehre mit den Sprachen, der Literatur und der Kultur der skandinavischen Länder. Wir sind ein kleines und lebendiges Institut mit rund 100 Studierenden, einer Professur, drei wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen, zwei Lektoraten und einer wachsenden Zahl von Lehrbeauftragten. Skandinavistik wird als Studienfach im Zwei-Fach-Bachelor, als Master mit internationalem oder transdisziplinärem Schwerpunkt und zur Promotion angeboten. Das Institut ist außerdem an den Masterstudiengängen "Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft" und "Interdisziplinäre Mittelalterstudien" beteiligt.
Institut für vergleichende Städtegeschichte
Das Institut für vergleichende Städtegeschichte (IStG) ist ein An-Institut der Universität Münster und erforscht die Geschichte in Städten und von Städten in der europäischen Geschichte. Von frühmittelalterlichen Vorformen und der entwickelten mittelalterlichen Stadt im 12. Jahrhundert bis zum Städtebau im 20. Jahrhundert untersuchen wir Stadtentstehung, urbanen Wandel und Niedergang anhand historischer Quellen und Daten. Räumlich setzt das IStG seinen Forschungsschwerpunkt in Mitteleuropa, von wo aus sich historische Verbindungslinien v.a. in den ostmitteleuropäischen Raum ergeben. Mit exzellent aufgestellter Forschungsbibliothek, umfassender bibliographischer Datenbank und umfangreichen Bild- und Kartensammlungen ist das IStG als Forschungszentrum zugleich ein Begegnungs- und Arbeitsort für Fellows und Stipendiat*innen aus dem In- und Ausland.