Origenes – Werke mit deutscher Übersetzung

Herausgegeben von Alfons Fürst und Christoph Markschies
25 Bände in 45 Teilbänden
Walter de Gruyter, Berlin u.a. 2009ff.

  • Editionsplan und erschienene Bände

    Exegetische Schriften zum Alten Testament
    1/1 Die Kommentierung des Buches Genesis
    1/2 Die Homilien zum Buch Genesis
    2 Die Homilien zum Buch Exodus (in Vorbereitung)
    3 Die Homilien zum Buch Levitikus (in Vorbereitung)
    4 Die Homilien zum Buch Numeri
    5 Die Homilien zum Buch Josua
    6 Die Homilien zum Buch der Richter
    7 Die Homilien zum Ersten Buch Samuel
    8/1 Die Prologe zu den Psalmen (in Vorbereitung)
    8/2-4 Die Kommentierung der Psalmen (in Vorbereitung)
    8/5 Die Homilien zu den Psalmen 36 bis 38 (in Vorbereitung)
    9/1 Der Kommentar zum Hohelied
    9/2 Die Homilien und Fragmente zum Hohelied
    10 Die Homilien zum Buch Jesaja
    11 Die Homilien zum Buch Jeremia
    12 Die Homilien zum Buch Ezechiel
    13 Die Kommentierung der Klagelieder und des Buches Hiob
    Exegetische Schriften zum Neuen Testament
    14/1-5 Der Kommentar zum Matthäusevangelium (in Vorbereitung)
    15 Die Homilien zum Lukasevangelium
    16/1-4 Der Kommentar zum Johannesevangelium (in Vorbereitung)
    17/1-3 Der Kommentar zum Römerbrief
    18/1 Der Kommentar zum Ersten Korintherbrief (in Vorbereitung)
    18/2 Der Kommentar zum Epheserbrief und weitere Fragmente
    Traktate und Briefe
    19/1-2 Über die Prinzipien
    20/1-4 Gegen Kelsos (in Vorbereitung)
    21 Über das Gebet
    22 Aufforderung zum Martyrium
    23 Der Dialog mit Herakleides (in Vorbereitung)
    24 Über das Pascha (in Vorbereitung)
    25 Briefe (in Vorbereitung)

Adamantiana. Texte und Studien zu Origenes und seinem Erbe

Herausgegeben von Alfons Fürst
Aschendorff Verlag, Münster 2011ff.

  • Erschienene Bände

    Adamantiana 14

    Freedom as a Key Category in Origen and in Modern Philosophy and Theology

    Adamantiana 14 Freedom is a key category of concepts of God and men in modern philosophy and theology. In German idealism of the 17th and 18th centuries as well in 20th-century theologies, different concepts of libertarianism between determinism and compatilism were presented. The first to forge a libertarian concept of freedom was Origen of Alexandria. The volume aims at discussing modern ideas of freedom against the backdrop of the paths of thinking which were opened up by Origen in late antiquity.
    Alfons Fürst (Hg.), Freedom as a Key Category in Origen and in Modern Philosophy and Theology (Adamantiana 14), Münster: Aschendorff Verlag, 2019, 295 Seiten, 49,- €. ISBN 978-3-402-13731-4

    Adamantiana 13

    Origen's Philosophy of Freedom in Early Modern Times

    Debates about Free Will and Apokatastasis in 17th-Century England and Europe

    Adamantiana 13 The articles of this volume shed new light on the reception of Origen’s concepts of free will and universal salvation in 17th-century England and Europe. The Cambridge Platonists took up the Alexandrian’s libertarian concept of freedom and discussed his core ideas within the new philosophical developments of their own time. In continental Europe, the Dutch Arminians, Jean Le Clerc and the Pietist couple Johanna Eleonora and Johann Wilhelm Petersen dealt with questions related to Origenism.
    Alfons Fürst (Hg.), Origen's Philosophy of Freedom in Early Modern Times. Debates about Free Will and Apokatastasis in 17th-Century England and Europe (Adamantiana 13), Münster: Aschendorff Verlag, 2019, 304 Seiten, 54,- €. ISBN 978-3-402-13729-1

    Adamantiana 11

    Origenes Cantabrigiensis

    Ralph Cudworth, Predigt vor dem Unterhaus und andere Schriften

    Adamantiana 10

    Ralph Cudworths Predigt vor dem ehrwürdigen Unterhaus von 1647 enthält im Geiste des philosophischen Denkens des Origenes einen entschlossenen Appell zu doktrinärer Weite und religiöser Toleranz. Die Beiträge des vorliegenden Bandes interpretieren dieses wegweisende Dokument des Cambridger Origenismus im Kontext der politischen und kirchlichen Wirren des Englischen Bürgerkriegs. Neben dem behutsam modernisierten englischen Text und der ersten deutschen Übersetzung bietet der Band weitere Briefe und Gedichte des jungen Cudworth sowie eine Predigt aus dem Jahre 1664. Diese Texte sind eindringliche Dokumente seiner platonisch-origeneischen "Philosophie der Religion" und des von ihm propagierten irenischen Christentums der Innerlichkeit in einem praktischen Ethos universaler Liebe.
    Alfons Fürst/Christian Hengstermann (Hg.), Origenes Cantabrigiensis. Ralph Cudworth, Predigt vor dem Unterhaus und anderen Schriften (Adamantiana 11), Münster: Aschendorff Verlag, 2018, 311 Seiten, gebunden, 54,- €. ISBN 978-3-402-13725-3

    Adamantiana 10

    Origenes in Frankreich

    Adamantiana 10

    Die im Jahre 1668 publizierten Origeniana von Pierre-Daniel Huet (1630–1721) sind ein Meilenstein der Wissenschaftsgeschichte und der Origenesforschung. Sie enthalten die erste wissenschaftliche Analyse des Lebens, der Lehre und der Schriften des Origenes. Der französische Gelehrte Huet stand der Vernunfttheologie des christlichen Philosophen Origenes allerdings kritisch gegenüber. Gegen den Rationalismus von René Descartes’ Cogito ergo sum vertrat Huet einen radikalen Skeptizismus, dessen Misstrauen in die Vernunft in einen ebenso radikalen Fideismus mündete, in dem der Glaube der Vernunft übergeordnet ist. Aus dieser Einstellung heraus kritisierte Huet das Bemühen des Origenes um eine rationale Durchdringung des christlichen Glaubens: Mit seiner übermäßigen Betonung der Vernunft und der in ihr gründenden Freiheit habe der Alexandriner die Theologie auf falsche Wege gewiesen. Ungeachtet dieser ablehnenden Haltung hat Huet Origenes dennoch gegen ungerechtfertigte und überzogene Vorwürfe, wie sie in der Geschichte des Origenismus immer wieder vorgebracht worden sind, verteidigt und seine Gedanken auf der Basis einer wissenschaftlichen Methodik objektiv und kritisch dargestellt.
    Alfons Fürst (Hg.), Origenes in Frankreich. Die Origeniana Pierre-Daniel Huets (Adamantiana 10), Münster: Aschendorff Verlag, 2017, 390 Seiten, gebunden, 59,- €. ISBN 978-3-402-13723-9

    Adamantiana 9

    Schriftsinn und Theologisches Verstehen

    Adamantiana 9

    Es waren vor allem außertheologische, hermeneutische Forschungen, Entwicklungen in den Literaturwissenschaften, kanongeschichtliche Studien, Forschungen zu geistlichen Rezeptionen des Christentums und jüdisch-christliche Arbeiten, die der biblischen Exegese und der Theologie ihre eigenen Voraussetzungen nahebrachten und zu einer christusbezogenen Gesamtschau verhalfen. Schon Origenes (* 185 n. Chr.) wusste von ihr. Sie kann auch heute bedeutungsvoll und gewichtig entdeckt werden.
    Markus Zimmermann, Schriftsinn und Theologisches Verstehen (Adamantiana 9), Münster: Aschendorff Verlag, 2017, 347 Seiten, gebunden, ca. 59,- €, ISBN 978-3-402-13721-5

    Adamantiana 8

    Origenes und der Ursprung der Freiheitsmetaphysik

    Adamantiana 8

    Origenes und der Ursprung der Freiheitsmetaphysik bietet eine Gesamtdarstellung der vom größten griechischen Kirchenvater geschaffenen ersten christlichen Philosophie. Die Wirklichkeit erscheint darin insgesamt als in sich gestufte Freiheit. Zum einen verteidigt Origenes in Auseinandersetzung mit den Determinismen der Philosophen, insbesondere der Stoiker, und der Gnostiker, vor allem der Valentinianer, mit großer Entschlossenheit die Wahlfreiheit des Menschen. So entstammt seiner Feder die erste christliche Untersuchung über das Wesen der Freiheit überhaupt. Zum anderen denkt der Alexandriner auch Gott selbst und die Welt als dynamische Freiheitswirklichkeit und Heilsgeschichte, die in der Einheit eines glückseligen „Gott alles in allem“ zu ihrer Vollendung kommt.
    Christian Hengstermann, Origenes und der Ursprung der Freiheitsmetaphysik (Adamantiana 8), Münster: Aschendorff Verlag, 2016, 386 Seiten, gebunden, ca. 48,- €, ISBN 978-3-402-13719-2

    Adamantiana 7

    Logic and Argumentation in Origen

    Adamantiana 7 Verkleinert

    The activity of Origen of Alexandria (185–253), one of the most prolific early Christian scholars, encompassed different branches of theology. His enormous exegetical achievement is grounded on solid philological and hermeneutical foundations. With his De principiis, the Alexandrian thinker was the creator of systematic theology, and in his Contra Celsum, he composed the most intellectual piece of Greek patristic apology. A common element of these different segments of activity is that they are based on scientific and logical principles and were developed with methodological consciousness. The main topic of this book is what Origen said in his writings about logic, rationality in its broadest sense, dialectic, and theory of science, and what the characteristics of his strategy of argumentation are.
    Robert Somos, Logic and Argumentation in Origen (Adamantiana 7), Münster: Aschendorff Verlag, 2015, 238 Seiten, gebunden, ca. 45,- €, ISBN
    978-3-402-13717-8

    Adamantiana 6

    Christ - The Teacher of Salvation

    Adamantiana 6

    Christ, his nature, and his works are the most central elements of Christian theology. Origen of Alexandria (185-254) plays an important role in the history of Christology and soteriology. He wrote his many biblical commentaries, theological treatises, and homilies before the Councils of Nicaea (325) and Chalcedon (451) issued their Christological doctrines, which were to set the agenda for Christological thinking for many centuries. In many respects Origen’s work paved the way for the decisions made in Nicaea and Chalcedon, yet Origen’s Christology is much more multifaceted than these creeds. His Christology is characterized by his understanding of Christ as God’s Wisdom and Word who includes and creates cosmos as a whole. His soteriology is characterized by his pedagogic and universalist thinking, which portrays Christ as a physician and a teacher who leads all human beings and the whole cosmos to completion in God. The present book provides a detailed analysis and interpretation of Origen’s Christology and soteriology as it is expounded in a number of his most important writings thus providing a comprehensive and coherent picture of Origen’s multifaceted Christology and soteriology.
    Anders-Christian Jacobsen, Christ - The Teacher of Salvation. A Study on Origen's Christology and Soteriology (Adamantiana 6), Münster: Aschendorff Verlag, 2015, 372 Seiten, gebunden, ca. 52,- €, ISBN 978-3-402-13718-5

    Adamantiana 5

    Origenes Humanista

    Adamantiana 5

    Die Schriften des Origenes waren eine wichtige Inspirationsquelle für die geistigen Aufbrüche der Renaissance und des Humanismus. Ein Schlüsseltext hierfür ist die 1496 postum veröffentlichte Rede des Giovanni Pico della Mirandola (1463–1494) Über die Würde des Menschen von 1486, in der Freiheit als Konstituens des menschlichen Seins gedacht wird: Der Mensch bestimmt kraft seiner Freiheit selbst seine Stellung im Kosmos. Diese Fähigkeit zur Selbstbestimmung begründet die Verantwortung für sein Tun und macht seine Würde aus. Auch in seinen berühmten Neunhundert Thesen von 1486 äußerte sich Pico über Origenes: Es sei vernünftiger anzunehmen, Origenes sei erlöst, als anzunehmen, er sei verdammt. Unter anderem dafür der Häresie bezichtigt, verteidigte er sich und Origenes 1487 in einer Abhandlung Über das Heil des Origenes, der ersten ausführlichen Apologie des Genies aus Alexandria seit der Antike.
    Alfons Fürst/Christian Hengstermann (Hg.), Origenes Humanista. Pico della Mirandolas Traktat De salute Origenis disputatio (Adamantiana 5), Münster: Aschendorff Verlag, 2015, 464 Seiten, gebunden, 62,- €. ISBN 978-3-402-13715-4

    Adamantiana 4

    Die Cambridge Origenists - George Rusts Letter of Resolution Concerning Origen and the Chief of His Opinions

    Bild Adamantiana Band 4

    Die Jahre 1658–1662 stellen so etwas wie einen origenistischen Moment innerhalb der englischen Theologie dar, der neben Übersetzungen und Werkeditionen ganze im Geiste des Origenes entworfene philosophische Systementwürfe hervorbringt. Die 1661 anonym erscheinende Schrift des anglikanischen Bischofs George Rust ist ein Manifest des neuzeitlichen Origenismus: In kritischer Auseinandersetzung mit den neuen Philosophien eines Hobbes oder Descartes einerseits und der calvinistischen Theologie andererseits schreibt der Autor darin auf originelle Weise grundlegende Einsichten des Origenes fort.
    Alfons Fürst/Christian Hengstermann (Hg.), Die Cambridge Origenists. George Rusts Letter of Resolution Concerning Origen and the Chief of His Opinions (Adamantiana 4), Münster: Aschendorff Verlag, 2013, 384 Seiten, gebunden, 52,- €. ISBN 978-3-402-13714-7

    Adamantiana 3

    Trinität und Kosmos

    Bild Adamantiana Band 3

    Der Glaube an den dreifaltigen Gott und seinen universalen Heilswillen bildet den Kern des christlichen Bekenntnisses. In der Geschichte seiner systematischen Entfaltung kommt dem Werk Origenes von Alexandrien (185-254) bahnbrechende Bedeutung zu. Die vorliegende Studie unternimmt erstmals den Versuch, das Trinitätsdenken dieses wohl bedeutendsten und einflussreichsten Theologen des frühen Christentums zu rekonstruieren und historisch wie theologisch zu würdigen. Sie vermag verständlich zu machen, warum der trinitätstheologische Entwurf des großen Alexandriners in den dogmatischen Auseinandersetzungen des vierten Jahrhunderts zum Gegenstand heftiger Kontorversen werden konnte.
    Christoph Bruns, Trinität und Kosmos. Zur Gotteslehre des Origenes (Adamantiana 3), Münster: Aschendorff Verlag, 2013, 357 Seiten, gebunden, ca. 48,- €. ISBN 978-3-402-13713-0

    Adamantiana 2

    Autonomie und Menschenwürde

    Bild Adamantiana Band 2

    Mit ihrer Betonung der moralischen Autonomie des Menschen und seiner unveräußerlichen Würde als Abbild Gottes und ihrer universalen Hoffnungsperspektive hat die Theologie des Origenes (185-253/54) nachhaltig Einfluss auf das neuzeitliche Denken ausgeübt: Im europäischen Humanismus, im Platonismus der Schule von Cambridge und in der klassischen deutschen Philosophie wird das origeneische Freiheitsdenken auf vielfältige Weise rezipiert und weiter entfaltet. Anhand exemplarischer Schlaglichter aus der neuzeitlichen Philosophie- und Theologiegeschichte zeichnet der zweite  Band der Reihe "Adamantiana" das Nachleben des Alexandriners bis zur Gegenwart nach. Origenes selbst erweist sich so als ein bedeutender geistiger Stammvater des neuzeitlichen Gedankens der Autonomie und Menschenwürde.
    Alfons Fürst/Christian Hengstermann (Hg.), Autonomie und Menschenwürde. Origenes in der Philosophie der Neuzeit (Adamantiana 2), Münster: Aschendorff Verlag, 2012, 307 Seiten, gebunden, 42,- €. ISBN 978-3-402-13711-6

    Adamantiana 1

    Origenes und sein Erbe in Orient und Okzident

    Adamantiana Bd 1

    Der Alexandriner Origenes (185-253/54) hat mit seinem Wirken als Lehrer, Exeget und Philosoph die Grundlagen für eine christliche Kultur gelegt. Als erster christlicher Theologe beteiligte er sich auf intellektuell höchstem Niveau an den philosophischen und religiösen Debatten seiner Zeit. Mit der Weite und Kühnheit seines Denkens prägte er nicht nur maßgeblich das christliche Denken in allen von der Spätantike ausgehenden kirchlichen Traditionen, sondern übte auch einen tiefgehenden Einfluss auf die Philosphiegeschichte aus. Die neue Reihe "Adamantiana", die mit diesem Band eröffnet wird, ist sowohl dem Denken als auch der Wirkungsgeschichte des Origenes in Orient und Okzident gewidmet und will beides für die wissenschaftliche Forschung in verschiedenen Disziplinen erschließen.
    Alfons Fürst (Hg.), Origenes und sein Erbe in Orient und Okzident (Adamantiana 1), Münster: Aschendorff Verlag, 2011, 266 Seiten, gebunden, 39,- €, ISBN 978-3-402-13710-9

  • Inhaltliche Ausrichtung der Reihe

    Die Reihe „Adamantiana. Texte und Studien zu Origenes und seinem Erbe“, die von der „Forschungsstelle Origenes“ in Münster herausgegeben wird und im dortigen Aschendorff-Verlag erscheint, ist die erste, die ausschließlich dem Denken des großen alexandrinischen Theologen und seinem wechselvollen Nachleben gewidmet ist. Neben Monographien, die Origenes selbst und die von ihm begründete Tradition behandeln, und Sammelbänden, in denen die Beiträge der von der Forschungsstelle organisierten Kolloquien und Symposien zusammengestellt werden, sollen auch Sammlungen von (ggf. übersetzten und kommentierten) Texten aus verschiedenen Epochen die Theologie des Origenes, ihren geistesgeschichtlichen Kontext und insbesondere ihre Rezeption bis zur Gegenwart erschließen.

    Obwohl Origenes unbestritten der größte unter den griechischen Kirchenvätern ist, sind viele Aspekte seiner kühnen theologischen Synthese noch weitgehend unerforscht oder noch immer Gegenstand rezeptionsgeschichtlich bedingter Vorurteile und Missverständnisse. Insbesondere gilt dies für den Philosophen Origenes, dessen origineller Beitrag zur Ethik, Metaphysik und Religionsphilosophie ebenso noch einer umfassenden Würdigung harrt wie sein Entwurf einer ersten Philosophie der Geschichte. Auch der Exeget Origenes, dessen innovative Paulus-Auslegung weit weniger bekannt ist als etwa die im Westen traditionsbildende augustinische, verdiente eine eingehendere Darstellung. In Einzeluntersuchungen aus verschiedenen Disziplinen wie der Theologie, der Philosophie, der Klassischen Philologie oder der Geschichts- und Religionswissenschaft sollen diese und andere bislang vernachlässigte Aspekte des origeneischen Denkens ausführlich dargestellt und gewürdigt werden.

    Die Geschichte des Origenismus ist so vielschichtig wie das Denken des Alexandriners selbst. Seit den großen origenistischen Streitigkeiten der Spätantike, die ein bzw. drei Jahrhunderte nach seinem Tod ausbrechen und an deren Ende seine offizielle kirchliche Verketzerung steht, gestaltet sich die Rezeption dieser ersten christlichen Philosophie ausgesprochen kontrovers. Die Auseinandersetzung mit seinem Werk steht darüber hinaus am Anfang zahlreicher bedeutender Umbrüche in der abendländischen Geistesgeschichte, die von seinem Freiheitsdenken allgemein maßgeblich geprägt worden ist. So atmen die großen spätantiken und mittelalterlichen christlichen Metaphysiken eines Pseudo-Dionysios Areopagita oder Johannes Scottus Eriugena unverkennbar origeneischen Geist. Desgleichen geht der Gedanke einer inkommensurablen menschlichen Würde, vermittelt über die neuzeitliche Dogmengeschichtsschreibung und die Werke italienischer und englischer Humanisten und Philosophen, nachweislich auf den Alexandriner zurück, dessen Werk zentrale Motive neuzeitlichen Denkens vorwegnimmt. Schließlich steht, wie die intensive Origenes-Rezeption eines Karl Rahner, Hans Urs von Balthasar oder Joseph Ratzinger zeigt, nicht zuletzt die Theologie der Gegenwart in der Schuld des Alexandriners.

    Gerade im Bereich des Nachlebens des Origenes sind Spezialstudien und Textsammlungen, die bislang kaum oder gar nicht bekannte geistesgeschichtliche Bezüge herausarbeiten, ein Desiderat der Forschung. Mit entsprechenden interdisziplinären Pilotprojekten will die Reihe „Adamantiana. Texte und Studien zu Origenes und seinem Erbe“ das Denken des Alexandriners als maßgeblichen Faktor in der europäischen Ideen- und Geistesgeschichte erweisen.

Forschungsprojekte

Unter der Betreuung von Prof. Dr. Dr. Alfons Fürst sind an der Forschungsstelle Origenes einige Promotionen angesiedelt. Hier erhalten Sie einen Überblick über abgeschlossene und laufende Arbeiten.

  • Abgeschlossene Arbeiten

    Hengstermann, Christian: Origenes und der Ursprung der Freiheitsmetaphysik (2015) (Adamantiana 8)

  • Laufende Arbeiten


    Achternkamp, Anne: Die politische Philosophie des Origenes

    Felter, Karen: A Complex Relation. Reading Anne Conway from a Process Theological Perspective

    Klöckener, Monnica: Die Frau am Jakobsbrunnen in altkirchlicher Johannesexegese. Erkenntnis, Pädagogik und Spiritualität bei Origenes, Johannes Chrysostomos und Augustinus

    Tilling, Fabian: Der Geheimnis-Begriff bei Origenes

    Zocchi, Elisa: The Sacramentality of the World and the Mystery of Freedom. Hans Urs von Balthasar, Reader of Origen.

The History of Freedom and Dignity in Western Civilization - HHFCWC

Bei dem ITN “The History of Human Freedom and Dignity in Western Civilization” handelt es sich um eine europaweite Forschungskooperation von sechs Universitäten und neun nicht-akademischen Instituten. Das Projekt soll die historischen Wurzeln und Entwicklungen des modernen Konzepts des Menschen als würdevolles und freies Wesen aufdecken und berücksichtigt dabei vor allem theologische und philosophische Traditionen. In Münster halten sich zu Forschungszwecken vier europäische Wissenschaftler_innen auf.