Adamantiana

Texte und Studien zu Origenes und seinem Erbe

Herausgegeben von Alfons Fürst

Wissenschaftlicher Beirat:
Samuel Fernández (Santiago de Chile), Peter Gemeinhardt (Göttingen), Sarah Hutton (York), Anders-Christian Jacobsen (Aarhus), Peter W. Martens (Saint Louis), Olivier Munnich (Paris), Marco Rizzi (Mailand), Martin Wallraff (München)

Adamantiana ist eine Peer-Review Reihe, die dem Werk und Nachleben des Origenes gewidmet ist und seit 2011 im Aschendorff Verlag erscheint.

Adamantiana 26
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Origenes im koptischen Ägypten

Der Traktat des Schenute von Atripe gegen die Origenisten

Der Traktat gegen die Origenisten (I Am Amazed / Ich wundere mich), den Schenute von Atripe, der Abt des Weißen Klosters in Oberägypten, wohl um 445 verfasst hat, ist ein für die ägyptische Kirchen- und Theologiegeschichte des 5. Jahrhunderts höchst aufschlussreiches Dokument. Im Rückgriff auf den antiorigenistischen Osterfestbrief des Patriarchen Theophilus von Alexandria aus dem Jahr 401, der in einer lateinischen Übersetzung des Hieronymus überliefert ist (Brief 96 in seinem Briefcorpus), wandte Schenute sich gegen die Verbreitung apokrypher Schriften, mit denen möglicherweise die gnostischen Codices von Nag Hammadi gemeint waren, und gegen verschiedene Häresien, zu seiner Zeit besonders gegen den Nestorianismus. Insbesondere kritisierte er origenistische Vorstellungen in der Christologie, Anthropologie und Eschatologie bezüglich der Seelenlehre und der leiblichen Auferstehung. Sein Traktat ist ein einzigartiges Zeugnis für die Wirkungsgeschichte des Origenes im spätantiken koptischen Ägypten.
Alfons Fürst (Hg.), Origenes im koptischen Ägypten. Der Traktat des Schenute von Atripe gegen die Origenisten (Adamantiana 26), Münster: Aschendorff Verlag, 2022, 275 Seiten, 52€. ISBN 978-3-402-13764-2

Adamantiana 25
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Philosophische Schriftauslegung

Geschichte eines ungewöhnlichen Programms

Der inhaltliche Einfluss des biblischen Glaubens auf die abendländische Philosophie ist ein unleugbares und allgemein bekanntes Faktum. Weniger bekannt ist jedoch der Umstand, dass sich die Philosophie ihrerseits von der Spätantike bis in unsere Zeit mit dem Text der Heiligen Schrift auseinandergesetzt hat, um die darin enthaltenen Einsichten über Gott, Welt und Mensch auf ihren Wahrheitsanspruch hin zu prüfen und mit dem natürlichen Vernunftdenken in Einklang zu bringen. Der vorliegende Band zeichnet die vielstimmige und komplexe Geschichte dieses Modells einer philosophischen Schriftauslegung anhand von zehn Autoren aus dem 3.-20. Jahrhundert nach, die sich gegenüber der These einer grundsätzlichen Harmonie von biblischer Offenbarung und philosophischer Vernunft teils positiv, teils kritisch positioniert haben. Daran wird erkennbar, dass ein inhaltlicher, an der Wahrheitsfrage orientierter Dialog zwischen diesen beiden Formen der Wirklichkeitsdeutung nach wie vor unverzichtbar ist und nicht vorschnell einer Re-Mythisierung der Welt und des Göttlichen unter „nachmetaphysischen“ Vorzeichen geopfert werden sollte.
Martina Roesner (Hg.), Philosophische Schriftauslegung. Geschichte eines ungewöhnlichen Programms (Adamantiana 25), Münster: Aschendorff Verlag, 2022, 228 Seiten, 42€. ISBN 978-3-402-13762-8

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Das Erbe des Origenes bei Gregor von Nyssa

Protologie und Eschatologie im Kontext des Origenismus

Die Studie befasst sich mit dem Verhältnis Gregors von Nyssa zu Origenes und stellt die theologische Position beider frühchristlichen Autoren dar. Dass Gregor innerhalb seiner Lehrentwicklung dem berühmten alexandrinischen Gelehrten viel verdankt, ist in der Forschung zwar bekannt, dabei wird jedoch seine Beziehung zu Origenes äußerst widersprüchlich bestimmt. Die vorliegende Untersuchung widmet sich dem möglichen Einfluss des origeneischen Lehrsystems auf Gregor von Nyssa. Dessen Verhältnis zum Alexandriner wird an entscheidenden Eckpunkten bestimmt. Dazu eignen sich insbesondere die Protologie und die Eschatologie, deren lehrmäßige Ausgestaltung bereits vor der Zeit Gregors zwischen den frühchristlichen Theologen des dritten Jahrhunderts umstritten war. Hierbei zeigt sich, dass Gregor von Nyssa fest in der „origenistischen“ Tradition verwurzelt ist. Deutlich wird dies auch durch einen Vergleich mit den beiden typischen zeitgenössischen „Origenisten“ Didymus von Alexandrien und Evagrius Ponticus. In wesentlichen Punkten seiner Origenesrezeption stimmt Gregor mit den führenden Vertretern des Origenismus seiner Zeit überein, setzt aber auch entscheidende eigene Akzente. Die Studie wirft somit ein neues Licht auf Gregors Theologie, indem diese den Nyssener als einen bedeutsamen Anhänger des Origenes vor dem Ausbruch des ersten origenistischen Streits erweist.
Nikolai Kiel, Das Erbe des Origenes bei Gregor von Nyssa. Protologie und Eschatologie im Kontext des Origenismus (Adamantiana 24), Münster: Aschendorff Verlag, 2022, 653 Seiten, 94€. ISBN 978-3-402-13760-4

  • Weitere Bände

     

    • Adamantiana 23

      Negotiating Heresy

      The Reception of Origen in Jerome's Eschatalogical Thought

      Adamantiana 23

      Jerome of Stridon has gone down in the history of Christianity as a fierce defender of what he considered to be orthodox teaching, and, in particular, as a convinced opponent of Origenism. However, this champion of orthodoxy often found himself suspected of relying on heretical writers, and a main purpose of his heresiological efforts was to defend himself against such accusations. The present study argues that this was the case with his production of anti-Origenist polemics in the context of the Origenist controversy. It aims at contributing to a nuanced description of Jerome’s way of relating to Origen’s thought, which implied acceptance as well as resistance. It is suggested that as a result of Jerome’s anti-Origenist rhetoric, important aspects of his reception of the Alexandrian writer have been overlooked by modern scholarship. Taking account of the rhetorical strategies that Jerome used both in his presentation of Origen and in his orthodox self-presentation, the great complexity of his reception of Origen is revealed.
      Katarina Pålsson, Negotiating Heresy. The Reception of Origen in Jerome's Eschatalogical Thought (Adamantiana 23), Münster: Aschendorff Verlag, 2021, 249 Seiten, 54€. ISBN 978-3-402-13745-1

      Adamantiana 22

      Für alle verborgen

      Der biblisch-alexandrinische Mysterienbegriff bei Origenes

      Adamantiana 22

      Gegenstand dieser Untersuchung ist der Begriff μυστήριον (lateinisch mysterium bzw. sacramentum) bei dem Kirchenschriftsteller Origenes. Der Mysterienbegriff des Alexandriners setzt sich aus biblischen und platonischen, jüdisch-christlichen und paganen Vorstellungen zusammen. Auf der Grundlage der Schriften der Alexandriner Clemens und Origenes wird die Vielschichtigkeit des Mysterienbegriffs und seine Entwicklung im alexandrinischen Denken dargestellt. Begleitend stellt sich die Frage, inwiefern der Mysterienbegriff bei Origenes esoterisch oder elitär ist – dazu bietet die Untersuchung eine differenzierte Einschätzung. Aus der Perspektive des Menschen, der sich auf einen geistig-geistlichen Weg begibt, stellt sich die Beobachtung ein, dass die christlichen Mysterien in die Weite und in die tiefere Begegnung mit Gott führen wollen. Im Sinne einer pädagogischen Esoterik sind sie „für alle verborgen“: Sie tragen für jeden Menschen den Aspekt des Unverfügbaren in sich, ebenso aber die Zusage, für jeden, der sich bemüht, mit Gottes Hilfe das Ersehnte zu finden.
      Fabian Tilling, Für alle verborgen. Der biblisch-alexandrinische Mysterienbegriff bei Origenes (Adamantiana 22), Münster: Aschendorff Verlag, 2021, 412 Seiten, 61€. ISBN 978-3-402-13755-0

      Adamantiana 21

      Perspectives on Origen and the History of his Reception

      Adamantiana 21The present volume contains papers on Origen and the history of his reception which were presented at a series of workshops at the Eighteenth International Conference on Patristic Studies held at Oxford in August 2019. They provide multifarious insights into various aspects of Origen’s thought and his impact on different topics of theology, exegesis and philosophy from Late Antiquity to Early Modern Times. By connecting the Alexandrian’s legacy with recent developments in Patristics and Classics, they open up new perspectives for Origen scholarship in the new millenium. Research on Origen can be connected with studies, e.g., on rhetoric and power, on individuality and diversity, on gender and equality issues, on determinism and freedom and on questions of cultural transfer and transformation. The contributions to this volume can thus be taken as starting points for future studies on Origen within the broader context of contemporary research in science and the humanities.
      Alfons Fürst (Hg.), Perspectives on Origen and the History of his Reception (Adamantiana 21), Münster: Aschendorff Verlag, 2021, 368 Seiten, 56€. ISBN 978-3-402-13752-9
      Adamantiana 20

      "Meine Zunge ist mein Ruhm"

      Studien zu den neuen Psalmenhomilien des Origenes

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      Seit der überraschenden Entdeckung des Originaltextes einiger Psalmenhomilien des Origenes (185–253/54) durch Marina Molin Pradel im April 2012 hat sich Lorenzo Perrone (Universität Bologna) intensiv mit dem Münchner Codex Graecus 314 befasst. Die Handschrift aus dem 12. Jahrhundert enthält Predigten über die Psalmen 15, 36, 67, 73–77, 80 und 81 (Septuaginta-Zählung). Die Echtheit der 29 Predigten, die alle dem Alexandriner zuzuweisen sind, ergibt sich sowohl aus äußeren (besonders aus dem Vergleich mit den Exzerpten in den Katenen-Handschriften) als auch aus inneren Kriterien der Sprache, des Stil und des Inhalts. Die Homilien sind ein einzigartiges Zeugnis für die vielfältige Psalmenauslegung des Origenes sowohl in Kommentaren als auch in Predigten. Der Aufsatzband erläutert das außerordentliche Interesse der Sammlung unter verschiedenen exegetischen, spirituellen und theologischen Aspekten und eröffnet einen neuen Zugang zu Origenes als „Mann der Bibel“.
      Lorenzo Perrone, "Meine Zunge ist mein Ruhm". Studien zu den neuen Psalmenhomilien des Origenes (Adamantiana 20), Münster: Aschendorff Verlag, 2021, 416 Seiten, 62€. ISBN 978-3-402-13750-5

      Anzeige von Adamantiana 20 auf der Homepage des Biblindex [fr] (05. Oktober 2021).

      Adamantiana 19

      Die Frau am Jakobsbrunnen in altkirchlicher Johannesexegese

      Erkenntnis, Pädagogik und Spiritualität bei Origenes, Johannes Chrysostomus und Augustinus

      Adamantiana 19Die Studie untersucht die altkirchlichen Auslegungen der Begegnung Jesu mit der Samaritanerin am Jakobsbrunnen (Joh. 4,1–42) im Johanneskommentar des Origenes sowie in den Homilien des Johannes Chrysostomos und des Augustinus. Diese Begegnung steht für die Kirchenväter für die Begegnung zwischen Gott und Mensch und ist damit paradigmatisch für die Beschäftigung mit der altkirchlichen Exegese, da auch in der Bibel und in der Exegese der Mensch dem Wort Gottes und mittelbar Gott begegnen kann.
      Die Dissertation fragt: „Wie lesen die drei Exegeten die Perikope?“ und „Warum lesen sie die Perikope so?“ Für die Beantwortung dieser Fragen ordnet sie die Auslegungen in die Biographien der drei Autoren, in den historischen Kontext sowie schließlich in die altkirchliche Bibelhermeneutik ein. Damit leistet sie einen Beitrag zur altkirchlichen Auslegungsgeschichte des Johannesevangeliums.
      Monnica Klöckener, Die Frau am Jakobsbrunnen in altkirchlicher Johannesexegese. Erkenntnis, Pädagogik und Spiritualität bei Origenes, Johannes Chrysostomus und Augustinus (Adamantiana 19), Münster: Aschendorff Verlag, 2021, 324 Seiten, 58€. ISBN 978-3-402-13747-5

      Adamantiana 18

      A Complex Relation

      Reading Anne Conway from a Process Theological Perspective

      Adamantiana 18How does spirit relate to body? In this book, Karen Felter Vaucanson presents two adverse answers to this fundamental question, and she gives a detailed description and evaluation of the philosophies from which they stem. Whether we conceive of being in terms of static and isolated units or as processual and inherently relational, the answer to the spirit-body problem has implications for how we understand God, the universe, and ourselves. The work of seventeenth-century philosopher Anne Conway is the fulcrum of Karen Felter Vaucanson’s analysis of the intellectual struggle between these competing world-views. She shows how these two philosophical paradigms have existed side by side through centuries, from Platonism until present day process philosophy. In this systematic theological analysis, she traces the implications of Conway’s thought for the question of the God-world relation, and that of personal identity. This book offers a combination of detailed analyses of concrete texts and general perspectives on intellectual history. It wrestles with major problems, which no theologian or philosopher can avoid, and is therefore of general interest for all who study theology and philosophy.
      Karen Felter Vaucanson, A Complex Relation. Reading Anne Conway from a Process Theological Perspective (Adamantiana 18), Münster: Aschendorff Verlag, 2021, 267 Seiten, 52 €. ISBN 978-3-402-13743-7

      Adamantiana 17

      Heterodoxy and Rational Theology

      Jean Le Clerc and Origen

      Adamantiana 17Despite his controversial reputation, Origen of Alexandria (185–253) was very much present in 17th- century religious debates. His official condemnation by the Church was a stain on his theological and exegetical reputation, yet his work remained a source of inspiration for some. For others, he was a heretic to be refuted. In Jean Le Clerc (1657–1736), a Swiss born Dutch Biblical scholar and literary journalist, we find elements from both camps although their opinions are not given equal weight, and he made a clear-cut assessment of Origen’s condemnation. As a member of the Arminian Church, Le Clerc had to defend his religious affiliation throughout his life, especially rejecting the predominating Reformed views on such hotly debated topics such as human freedom, divine agency and predestination. He also had to protect his theological reputation from other accusations of heterodoxy, especially Socinianism. Surprisingly, Origen became a key ally in Le Clerc’s struggle, despite the fact that he had to utilise the Alexandrian’s thought in nuanced ways and to communicate it with great care in order to discourage frontal attacks on himself based on Origen’s reputation and work.
      Andrea Bianchi, Heterodoxy and Rational Theology. Jean Le Clerc and Origen (Adamantiana 17), Münster: Aschendorff Verlag, 2021, 320 Seiten, 46 €. ISBN 978-3-402-13733-8

      Adamantiana 16

      The Sacramentality of the World and the Mystery of Freedom

      Hans Urs von Balthasar, Reader of Origen

      Adamantiana 16Hans Urs von Balthasar’s interest for Origen can be placed within the movement of Ressourcement: until the very end of his life, the Swiss theologian declares his preference for the Alexandrian, among the Church Fathers. This book offers the first in-depth study of the Alexandrian’s presence in the life of Balthasar. This is achieved not only considering his two specific books on Origen, Spirit and Fire and Le Mysterion d'Origène, but also analyzing specific Origenian ideas that played a decisive role in shaping Balthasar’s own theological building.
      The book starts from a reconstruction of the context that brought Balthasar to study the Fathers and of the main polemical references in his interpretation, specifically facing the challenges posed by such movements as Neo-Scholasticism and the Idealistic interpretation of Neoplatonism. Balthasar’s study of Origen emerges not as a disinterested, ahistorical reading, but rather as connected to the main issues facing 20th-century Catholic theology. The task of a historical reconstruction is accomplished also through to the analysis of theologians who played a fundamental role in Balthasar’s interpretation of Origen: Henri de Lubac, Karl Rahner, and Karl Barth. The book moves then to analyzing the main theological elements traceable in the relationship between Origen and Balthasar: Eros, spiritual senses, freedom, and universal salvation. Throughout these ideas, Balthasar’s attitude towards Origen emerges as dynamic and multifaceted. Against the charge of uncritical retrieval, his approach can be schematically understood with the help of five categories: silence, critique, enthusiasm, appreciation, and inspiration. Each category is approached and explained in correspondence with certain works within Balthasar’s corpus. This dynamic approach to Origen, united to a familiarity with the Fathers that Lubac called “connaturality”, makes Balthasar an example of the possibility of rethinking the role of the Church Fathers today.
      Elisa Zocchi, The Sacramentality of the World and the Mystery of Freedom. Hans Urs von Balthasar, Reader of Origen (Adamantiana 16), Münster: Aschendorff Verlag, 2021, 365 Seiten, 62,- €. ISBN 978-3-402-13741-3
      Adamantiana 15

      Verurteilung des Origenes

      Kaiser Justinian und das Konzil von Konstantinopel 553

      Adamantiana 15

      Auf Betreiben des byzantinischen Kaisers Justinian I. wurde Origenes von Alexandria (185–253 / 54) im Umfeld des Ökumenischen Konzils von Konstantinopel 553 als Häretiker verurteilt. Diese Verketzerung hatte weitreichende Folgen für die weitere Rezeption seiner Werke und seiner Theologie sowie für das Bild, das künftige Generationen sich von ihm machten. Die Beiträge des vorliegenden Bandes analysieren die kirchenpolitischen, monastischen und theologischen Hintergründe dieser Debatten über Origenes und die ihm zugeschriebenen Lehren auf der Basis der dafür vorhandenen Quellen. Diese werden in einem Anhang mit (meist ersten) deutschen Übersetzungen und ausführlichen Kommentierungen als Arbeitshilfen für die weitere Forschung dieser Vorgänge vorgelegt.
      Alfons Fürst/Thomas R. Karmann (Hg.), Verurteilung des Origenes. Kaiser Justinian und das Konzil von Konstantinopel 553 (Adamantiana 15), Münster: Aschendorff Verlag, 2020, 396 Seiten, 65,- €. ISBN 978-3-402-13739-0

       

       

      Adamantiana 14

      Freedom as a Key Category in Origen and in Modern Philosophy and Theology

      Adamantiana 14 Freedom is a key category of concepts of God and men in modern philosophy and theology. In German idealism of the 17th and 18th centuries as well in 20th-century theologies, different concepts of libertarianism between determinism and compatilism were presented. The first to forge a libertarian concept of freedom was Origen of Alexandria. The volume aims at discussing modern ideas of freedom against the backdrop of the paths of thinking which were opened up by Origen in late antiquity.
      Alfons Fürst (Hg.), Freedom as a Key Category in Origen and in Modern Philosophy and Theology (Adamantiana 14), Münster: Aschendorff Verlag, 2019, 295 Seiten, 49,- €. ISBN 978-3-402-13731-4

      Adamantiana 13

      Origen's Philosophy of Freedom in Early Modern Times

      Debates about Free Will and Apokatastasis in 17th-Century England and Europe

      Adamantiana 13 The articles of this volume shed new light on the reception of Origen’s concepts of free will and universal salvation in 17th-century England and Europe. The Cambridge Platonists took up the Alexandrian’s libertarian concept of freedom and discussed his core ideas within the new philosophical developments of their own time. In continental Europe, the Dutch Arminians, Jean Le Clerc and the Pietist couple Johanna Eleonora and Johann Wilhelm Petersen dealt with questions related to Origenism.
      Alfons Fürst (Hg.), Origen's Philosophy of Freedom in Early Modern Times. Debates about Free Will and Apokatastasis in 17th-Century England and Europe (Adamantiana 13), Münster: Aschendorff Verlag, 2019, 304 Seiten, 54,- €. ISBN 978-3-402-13729-1

      Adamantiana 12

      That Miracle of the Christian World

      Origenism and Christian Platonism in Henry More

      Adamantiana 12

      The present collection of essays is devoted to the Christian philosophy of the most prolific and most speculatively ambitious of the Cambridge Origenists, Henry More. Not only did More revere Origen, whom he extolled as a “holy sage” and “that miracle of the Christian world”, but he also developed a philosophical system which hinged upon the Origenian notions of universal divine goodness and libertarian human freedom. Throughout his life, More subscribed to the ancient theology of the pre-existence of souls and took issue with the early modern philosophies of Thomas Hobbes, René Descartes and Baruch de Spinoza. His vision of God’s goodness, experienced in his early school years at Eton, became the cornerstone of an Origenist rationalism which envisaged an extended world animated by divine thought and inhabited by self-moving rational agents. More’s philosophy is the crowning attainment of the early modern rediscovery of Origen as well as a neglected major rationalist system in its own right which went on to exert decisive influence upon all subsequent western metaphysics.
      The essays collected in the first part provide a detailed introduction to More’s voluminous writings. After a comprehensive general overview of his metaphysical and ethical system, the essays expound More’s historical context and his philosophical development from his early poetry in the 1640s to his mature philosophical and theological prose works of the 50s, 60s and 70s. In addition, the reception of More and Origen in the later Cambridge Origenists and in Isaac Newton is outlined. The second part contains several excerpts from More’s influential Latin works first translated into English by the editor.
      Christian Hengstermann (Hg.), That Miracle of the Christian World. Origenism and Christian Platonism in Henry More (Adamantiana 12), Münster: Aschendorff Verlag, 2020, 352 Seiten, 56,- €. ISBN 978-3-402-13727-7

      Adamantiana 11

      Origenes Cantabrigiensis

      Ralph Cudworth, Predigt vor dem Unterhaus und andere Schriften

      Adamantiana 10
       

      Ralph Cudworths Predigt vor dem ehrwürdigen Unterhaus von 1647 enthält im Geiste des philosophischen Denkens des Origenes einen entschlossenen Appell zu doktrinärer Weite und religiöser Toleranz. Die Beiträge des vorliegenden Bandes interpretieren dieses wegweisende Dokument des Cambridger Origenismus im Kontext der politischen und kirchlichen Wirren des Englischen Bürgerkriegs. Neben dem behutsam modernisierten englischen Text und der ersten deutschen Übersetzung bietet der Band weitere Briefe und Gedichte des jungen Cudworth sowie eine Predigt aus dem Jahre 1664. Diese Texte sind eindringliche Dokumente seiner platonisch-origeneischen "Philosophie der Religion" und des von ihm propagierten irenischen Christentums der Innerlichkeit in einem praktischen Ethos universaler Liebe.
      Alfons Fürst/Christian Hengstermann (Hg.), Origenes Cantabrigiensis. Ralph Cudworth, Predigt vor dem Unterhaus und anderen Schriften (Adamantiana 11), Münster: Aschendorff Verlag, 2018, 311 Seiten, gebunden, 54,- €. ISBN 978-3-402-13725-3

      Adamantiana 10

      Origenes in Frankreich

      Adamantiana 10
       

      Die im Jahre 1668 publizierten Origeniana von Pierre-Daniel Huet (1630–1721) sind ein Meilenstein der Wissenschaftsgeschichte und der Origenesforschung. Sie enthalten die erste wissenschaftliche Analyse des Lebens, der Lehre und der Schriften des Origenes. Der französische Gelehrte Huet stand der Vernunfttheologie des christlichen Philosophen Origenes allerdings kritisch gegenüber. Gegen den Rationalismus von René Descartes’ Cogito ergo sum vertrat Huet einen radikalen Skeptizismus, dessen Misstrauen in die Vernunft in einen ebenso radikalen Fideismus mündete, in dem der Glaube der Vernunft übergeordnet ist. Aus dieser Einstellung heraus kritisierte Huet das Bemühen des Origenes um eine rationale Durchdringung des christlichen Glaubens: Mit seiner übermäßigen Betonung der Vernunft und der in ihr gründenden Freiheit habe der Alexandriner die Theologie auf falsche Wege gewiesen. Ungeachtet dieser ablehnenden Haltung hat Huet Origenes dennoch gegen ungerechtfertigte und überzogene Vorwürfe, wie sie in der Geschichte des Origenismus immer wieder vorgebracht worden sind, verteidigt und seine Gedanken auf der Basis einer wissenschaftlichen Methodik objektiv und kritisch dargestellt.
      Alfons Fürst (Hg.), Origenes in Frankreich. Die Origeniana Pierre-Daniel Huets (Adamantiana 10), Münster: Aschendorff Verlag, 2017, 390 Seiten, gebunden, 59,- €. ISBN 978-3-402-13723-9

      Adamantiana 9

      Schriftsinn und Theologisches Verstehen

      Adamantiana 9
       

      Es waren vor allem außertheologische, hermeneutische Forschungen, Entwicklungen in den Literaturwissenschaften, kanongeschichtliche Studien, Forschungen zu geistlichen Rezeptionen des Christentums und jüdisch-christliche Arbeiten, die der biblischen Exegese und der Theologie ihre eigenen Voraussetzungen nahebrachten und zu einer christusbezogenen Gesamtschau verhalfen. Schon Origenes (* 185 n. Chr.) wusste von ihr. Sie kann auch heute bedeutungsvoll und gewichtig entdeckt werden.
      Markus Zimmermann, Schriftsinn und Theologisches Verstehen (Adamantiana 9), Münster: Aschendorff Verlag, 2017, 347 Seiten, gebunden, ca. 59,- €, ISBN 978-3-402-13721-5

      Adamantiana 8

      Origenes und der Ursprung der Freiheitsmetaphysik

      Adamantiana 8
       

      Origenes und der Ursprung der Freiheitsmetaphysik bietet eine Gesamtdarstellung der vom größten griechischen Kirchenvater geschaffenen ersten christlichen Philosophie. Die Wirklichkeit erscheint darin insgesamt als in sich gestufte Freiheit. Zum einen verteidigt Origenes in Auseinandersetzung mit den Determinismen der Philosophen, insbesondere der Stoiker, und der Gnostiker, vor allem der Valentinianer, mit großer Entschlossenheit die Wahlfreiheit des Menschen. So entstammt seiner Feder die erste christliche Untersuchung über das Wesen der Freiheit überhaupt. Zum anderen denkt der Alexandriner auch Gott selbst und die Welt als dynamische Freiheitswirklichkeit und Heilsgeschichte, die in der Einheit eines glückseligen „Gott alles in allem“ zu ihrer Vollendung kommt.
      Christian Hengstermann, Origenes und der Ursprung der Freiheitsmetaphysik (Adamantiana 8), Münster: Aschendorff Verlag, 2016, 386 Seiten, gebunden, ca. 48,- €, ISBN 978-3-402-13719-2

      Adamantiana 7

      Logic and Argumentation in Origen

      Adamantiana 7 Verkleinert

      The activity of Origen of Alexandria (185–253), one of the most prolific early Christian scholars, encompassed different branches of theology. His enormous exegetical achievement is grounded on solid philological and hermeneutical foundations. With his De principiis, the Alexandrian thinker was the creator of systematic theology, and in his Contra Celsum, he composed the most intellectual piece of Greek patristic apology. A common element of these different segments of activity is that they are based on scientific and logical principles and were developed with methodological consciousness. The main topic of this book is what Origen said in his writings about logic, rationality in its broadest sense, dialectic, and theory of science, and what the characteristics of his strategy of argumentation are.
      Robert Somos, Logic and Argumentation in Origen (Adamantiana 7), Münster: Aschendorff Verlag, 2015, 238 Seiten, gebunden, ca. 45,- €, ISBN
      978-3-402-13717-8

      Adamantiana 6

      Christ - The Teacher of Salvation

      Adamantiana 6

      Christ, his nature, and his works are the most central elements of Christian theology. Origen of Alexandria (185-254) plays an important role in the history of Christology and soteriology. He wrote his many biblical commentaries, theological treatises, and homilies before the Councils of Nicaea (325) and Chalcedon (451) issued their Christological doctrines, which were to set the agenda for Christological thinking for many centuries. In many respects Origen’s work paved the way for the decisions made in Nicaea and Chalcedon, yet Origen’s Christology is much more multifaceted than these creeds. His Christology is characterized by his understanding of Christ as God’s Wisdom and Word who includes and creates cosmos as a whole. His soteriology is characterized by his pedagogic and universalist thinking, which portrays Christ as a physician and a teacher who leads all human beings and the whole cosmos to completion in God. The present book provides a detailed analysis and interpretation of Origen’s Christology and soteriology as it is expounded in a number of his most important writings thus providing a comprehensive and coherent picture of Origen’s multifaceted Christology and soteriology.
      Anders-Christian Jacobsen, Christ - The Teacher of Salvation. A Study on Origen's Christology and Soteriology (Adamantiana 6), Münster: Aschendorff Verlag, 2015, 372 Seiten, gebunden, ca. 52,- €, ISBN 978-3-402-13718-5

      Adamantiana 5

      Origenes Humanista

      Adamantiana 5

      Die Schriften des Origenes waren eine wichtige Inspirationsquelle für die geistigen Aufbrüche der Renaissance und des Humanismus. Ein Schlüsseltext hierfür ist die 1496 postum veröffentlichte Rede des Giovanni Pico della Mirandola (1463–1494) Über die Würde des Menschen von 1486, in der Freiheit als Konstituens des menschlichen Seins gedacht wird: Der Mensch bestimmt kraft seiner Freiheit selbst seine Stellung im Kosmos. Diese Fähigkeit zur Selbstbestimmung begründet die Verantwortung für sein Tun und macht seine Würde aus. Auch in seinen berühmten Neunhundert Thesen von 1486 äußerte sich Pico über Origenes: Es sei vernünftiger anzunehmen, Origenes sei erlöst, als anzunehmen, er sei verdammt. Unter anderem dafür der Häresie bezichtigt, verteidigte er sich und Origenes 1487 in einer Abhandlung Über das Heil des Origenes, der ersten ausführlichen Apologie des Genies aus Alexandria seit der Antike.
      Alfons Fürst/Christian Hengstermann (Hg.), Origenes Humanista. Pico della Mirandolas Traktat De salute Origenis disputatio (Adamantiana 5), Münster: Aschendorff Verlag, 2015, 464 Seiten, gebunden, 62,- €. ISBN 978-3-402-13715-4

      Adamantiana 4

      Die Cambridge Origenists - George Rusts Letter of Resolution Concerning Origen and the Chief of His Opinions

      Bild Adamantiana Band 4

      Die Jahre 1658–1662 stellen so etwas wie einen origenistischen Moment innerhalb der englischen Theologie dar, der neben Übersetzungen und Werkeditionen ganze im Geiste des Origenes entworfene philosophische Systementwürfe hervorbringt. Die 1661 anonym erscheinende Schrift des anglikanischen Bischofs George Rust ist ein Manifest des neuzeitlichen Origenismus: In kritischer Auseinandersetzung mit den neuen Philosophien eines Hobbes oder Descartes einerseits und der calvinistischen Theologie andererseits schreibt der Autor darin auf originelle Weise grundlegende Einsichten des Origenes fort.
      Alfons Fürst/Christian Hengstermann (Hg.), Die Cambridge Origenists. George Rusts Letter of Resolution Concerning Origen and the Chief of His Opinions (Adamantiana 4), Münster: Aschendorff Verlag, 2013, 384 Seiten, gebunden, 52,- €. ISBN 978-3-402-13714-7

      Adamantiana 3

      Trinität und Kosmos

      Bild Adamantiana Band 3

      Der Glaube an den dreifaltigen Gott und seinen universalen Heilswillen bildet den Kern des christlichen Bekenntnisses. In der Geschichte seiner systematischen Entfaltung kommt dem Werk Origenes von Alexandrien (185-254) bahnbrechende Bedeutung zu. Die vorliegende Studie unternimmt erstmals den Versuch, das Trinitätsdenken dieses wohl bedeutendsten und einflussreichsten Theologen des frühen Christentums zu rekonstruieren und historisch wie theologisch zu würdigen. Sie vermag verständlich zu machen, warum der trinitätstheologische Entwurf des großen Alexandriners in den dogmatischen Auseinandersetzungen des vierten Jahrhunderts zum Gegenstand heftiger Kontorversen werden konnte.
      Christoph Bruns, Trinität und Kosmos. Zur Gotteslehre des Origenes (Adamantiana 3), Münster: Aschendorff Verlag, 2013, 357 Seiten, gebunden, ca. 48,- €. ISBN 978-3-402-13713-0

      Adamantiana 2

      Autonomie und Menschenwürde

       
      Bild Adamantiana Band 2

      Mit ihrer Betonung der moralischen Autonomie des Menschen und seiner unveräußerlichen Würde als Abbild Gottes und ihrer universalen Hoffnungsperspektive hat die Theologie des Origenes (185-253/54) nachhaltig Einfluss auf das neuzeitliche Denken ausgeübt: Im europäischen Humanismus, im Platonismus der Schule von Cambridge und in der klassischen deutschen Philosophie wird das origeneische Freiheitsdenken auf vielfältige Weise rezipiert und weiter entfaltet. Anhand exemplarischer Schlaglichter aus der neuzeitlichen Philosophie- und Theologiegeschichte zeichnet der zweite  Band der Reihe "Adamantiana" das Nachleben des Alexandriners bis zur Gegenwart nach. Origenes selbst erweist sich so als ein bedeutender geistiger Stammvater des neuzeitlichen Gedankens der Autonomie und Menschenwürde.
      Alfons Fürst/Christian Hengstermann (Hg.), Autonomie und Menschenwürde. Origenes in der Philosophie der Neuzeit (Adamantiana 2), Münster: Aschendorff Verlag, 2012, 307 Seiten, gebunden, 42,- €. ISBN 978-3-402-13711-6

      Adamantiana 1

      Origenes und sein Erbe in Orient und Okzident

      Adamantiana Bd 1

      Der Alexandriner Origenes (185-253/54) hat mit seinem Wirken als Lehrer, Exeget und Philosoph die Grundlagen für eine christliche Kultur gelegt. Als erster christlicher Theologe beteiligte er sich auf intellektuell höchstem Niveau an den philosophischen und religiösen Debatten seiner Zeit. Mit der Weite und Kühnheit seines Denkens prägte er nicht nur maßgeblich das christliche Denken in allen von der Spätantike ausgehenden kirchlichen Traditionen, sondern übte auch einen tiefgehenden Einfluss auf die Philosphiegeschichte aus. Die neue Reihe "Adamantiana", die mit diesem Band eröffnet wird, ist sowohl dem Denken als auch der Wirkungsgeschichte des Origenes in Orient und Okzident gewidmet und will beides für die wissenschaftliche Forschung in verschiedenen Disziplinen erschließen.
      Alfons Fürst (Hg.), Origenes und sein Erbe in Orient und Okzident (Adamantiana 1), Münster: Aschendorff Verlag, 2011, 266 Seiten, gebunden, 39,- €, ISBN 978-3-402-13710-9

       

       

    • Inhaltliche Ausrichtung der Reihe

      Die Reihe „Adamantiana. Texte und Studien zu Origenes und seinem Erbe“, die von der „Forschungsstelle Origenes“ in Münster herausgegeben wird und im dortigen Aschendorff-Verlag erscheint, ist die erste, die ausschließlich dem Denken des großen alexandrinischen Theologen und seinem wechselvollen Nachleben gewidmet ist. Neben Monographien, die Origenes selbst und die von ihm begründete Tradition behandeln, und Sammelbänden, in denen die Beiträge der von der Forschungsstelle organisierten Kolloquien und Symposien zusammengestellt werden, sollen auch Sammlungen von (ggf. übersetzten und kommentierten) Texten aus verschiedenen Epochen die Theologie des Origenes, ihren geistesgeschichtlichen Kontext und insbesondere ihre Rezeption bis zur Gegenwart erschließen.

      Obwohl Origenes unbestritten der größte unter den griechischen Kirchenvätern ist, sind viele Aspekte seiner kühnen theologischen Synthese noch weitgehend unerforscht oder noch immer Gegenstand rezeptionsgeschichtlich bedingter Vorurteile und Missverständnisse. Insbesondere gilt dies für den Philosophen Origenes, dessen origineller Beitrag zur Ethik, Metaphysik und Religionsphilosophie ebenso noch einer umfassenden Würdigung harrt wie sein Entwurf einer ersten Philosophie der Geschichte. Auch der Exeget Origenes, dessen innovative Paulus-Auslegung weit weniger bekannt ist als etwa die im Westen traditionsbildende augustinische, verdiente eine eingehendere Darstellung. In Einzeluntersuchungen aus verschiedenen Disziplinen wie der Theologie, der Philosophie, der Klassischen Philologie oder der Geschichts- und Religionswissenschaft sollen diese und andere bislang vernachlässigte Aspekte des origeneischen Denkens ausführlich dargestellt und gewürdigt werden.

      Die Geschichte des Origenismus ist so vielschichtig wie das Denken des Alexandriners selbst. Seit den großen origenistischen Streitigkeiten der Spätantike, die ein bzw. drei Jahrhunderte nach seinem Tod ausbrechen und an deren Ende seine offizielle kirchliche Verketzerung steht, gestaltet sich die Rezeption dieser ersten christlichen Philosophie ausgesprochen kontrovers. Die Auseinandersetzung mit seinem Werk steht darüber hinaus am Anfang zahlreicher bedeutender Umbrüche in der abendländischen Geistesgeschichte, die von seinem Freiheitsdenken allgemein maßgeblich geprägt worden ist. So atmen die großen spätantiken und mittelalterlichen christlichen Metaphysiken eines Pseudo-Dionysios Areopagita oder Johannes Scottus Eriugena unverkennbar origeneischen Geist. Desgleichen geht der Gedanke einer inkommensurablen menschlichen Würde, vermittelt über die neuzeitliche Dogmengeschichtsschreibung und die Werke italienischer und englischer Humanisten und Philosophen, nachweislich auf den Alexandriner zurück, dessen Werk zentrale Motive neuzeitlichen Denkens vorwegnimmt. Schließlich steht, wie die intensive Origenes-Rezeption eines Karl Rahner, Hans Urs von Balthasar oder Joseph Ratzinger zeigt, nicht zuletzt die Theologie der Gegenwart in der Schuld des Alexandriners.

      Gerade im Bereich des Nachlebens des Origenes sind Spezialstudien und Textsammlungen, die bislang kaum oder gar nicht bekannte geistesgeschichtliche Bezüge herausarbeiten, ein Desiderat der Forschung. Mit entsprechenden interdisziplinären Pilotprojekten will die Reihe „Adamantiana. Texte und Studien zu Origenes und seinem Erbe“ das Denken des Alexandriners als maßgeblichen Faktor in der europäischen Ideen- und Geistesgeschichte erweisen.