Herzlich Willkommen!

Auf unseren Seiten erhalten Sie einen umfassenden Einblick in die Arbeit der Forschungsstelle Origenes. Unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Alfons Fürst entstehen hier eine zweisprachige Edition der Werke des Origenes, Publikationen zu diversen Themen rundum des Denkens und Wirkens des alexandrinischen Theologen und Philosophen, werden Tagungen zur Wirkungsgeschichte des Origenes organisiert sowie diverse Forschungsprojekte betreut.

Die Forschungsstelle ist montags bis mittwochs von 09.30-11.00 Uhr geöffnet. Am Mittwoch, 15.08.2018, bleibt die Forschungsstelle geschlossen.

Im Jahr 2018 finden zahlreiche Tagungen und Workshops zu Origenes und seinem Nachleben statt. Hier gelangen Sie zu einem Überblick über die Termine und Orte.

© Origenes

ORIGENES UND SEINE BEDEUTUNG

Origenes (185–253/54) ist der erste christliche Theologe, der sich auf intellektuell höchstem Niveau an den theologischen, philosophischen, religiösen und gesellschaftlich-politischen Debatten seiner Zeit beteiligte. Mit seinem akademischen Denkstil und mit seinen originellen Gedanken zu so zentralen Themen wie Freiheit, Geschichte und Gerechtigkeit hat er Maßstäbe gesetzt, die – ungeachtet der postumen kirchlich-offiziellen Verketzerung seines Denkens – die christliche Theologie und über diese hinaus die Geistesgeschichte späterer Jahrhunderte umfassend und tiefgreifend geprägt haben. Die Geschichte des Christentums in der Spätantike und damit einhergehend der kulturelle Wandel dieser Epoche, der die östliche wie die westliche Welt des mediterranen und europäischen Raumes bis heute nachhaltig prägt, sind ohne die Impulse aus dem Denken des Universalgelehrten Origenes nicht zu verstehen. Mit seinem Ethos dialogischer Wahrheitsfindung, das auffällig dem kommunikativ-diskursiven Stil gegenwärtigen wissenschaftlichen Forschens und Lehrens entspricht, und mit einem prinzipiell und konsequent gewaltfreien Konzept christlicher Universalität und einer damit kombinierten Staats- und Gesellschaftstheorie gehört Origenes zu den attraktivsten historischen Gesprächspartnern für aktuelle religiös-kulturelle und theologische Probleme.

Aktuelles

Call for Papers

Beierwaltes-Seminare zu Origenes und Christlichem Platonismus

Kingscollegechapelwest
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Unter der Leitung von Dr. Christian Hengstermann finden in Cambridge am 07. Juli und 20. Oktober 2018 zwei Seminare statt, die sich zentralen Gedanken des Platonismus und dessen Adaption in der christlichen Philosophie, ausgehend von den Alexandrinern Clemens und Origenes bis in die heutige Zeit, widmen. Textgrundlage bilden Auszüge aus dem Werk des bedeutenden Philosophen Werner Beierwaltes. Promovierende und Habilitierende haben die Möglichkeit, ihre aktuelle Forschungsarbeit in dem Seminar zu präsentieren. Alle, die an Origenes und dem Christlichen Platonismus interessiert sind oder dazu forschen, sind herzlich eingeladen, an dem Seminar teilzunehmen. Senden Sie eine E-Mail an Dr. Christian Hengstermann: hengstec@uni-muenster.de. Weitere Informationen finden Sie hier.

Workshop

Kolloquien zum Nachleben des Origenes VIII

Meister Von San Vitale In Ravenna
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Am 29./30. November 2018 findet das achte "Kolloquium zum Nachleben des Origenes" statt. Es behandelt eine erste Station des Origenismus in der Spätantike und ist dem Thema "Verurteilung des Origenes - Kaiser Justinian und das Konzil von Konstantinopel 553" gewidmet. Das Kolloquium, das von Alfons Fürst (Münster) im Rahmen des EU-Projekts "The History of Human Freedom and Dignity in Western Civilization" in Kooperation mit Thomas Karmann (Innsbruck) organisiert wird, findet in Österreich an der Universität Innsbruck statt. Den Programm-Flyer mit näheren Informationen finden Sie hier.

Tagung

3. Beierwaltes-Seminar in Cambridge

III Beierwaltes
© Cambridge Centre for the Study of Platonisme

Am 7. Juli findet das dritte Beierwaltes-Seminar an der University of Cambridge statt, das unter anderem von Dr. Christan Hengstermann organisiert wird. Das Seminar stellt die Auslegungsgeschichte von Ex. 3,14 in der Theologie- und Philosophiegeschichte in seinen Mittelpunkt. Referieren wird neben Christian Hengstermann auch Markus Wagner, wissenschaftliche Hilfskraft am Studienbüro. Wer Interesse hat an dem Seminar teilzunehmen, kann sich bei der Mitarbeiterin der Forschungsstelle, Anne Achternkamp, melden. Das Tagungsprogramm finden Sie hier.

Tagung

Contours and Expressions of the Self in Ancient Mediterranean Cultures - Tagung in Jerusalem

Construction Of The Self
© Hebrew University

Vom 27. Mai bis zum 31. Mai 2018 findet in Jerusalem eine Tagung mit dem Titel Contours and Expressions of the Self in Ancient Mediterranean Cultures statt, die von dem Leiter der Forschungsstelle Origenes, Prof. Dr. Dr. Alfons Fürst, der derzeitig als Fellow an der Hebrew-Universität in Jerusalem tätig ist, mit organisiert wird. Referentinnen und Referenten mit internationalem Renommee blicken aus ihrer jeweiligen Forschungssperspektive auf die Entwicklung des Selbst-Bewusstseins und Identitätsdenkens in der Antike und untersuchen die Einflüsse des paganen, jüdischen und christlichen Denkens auf diese Entwicklungsströme. Interessierte sind herzlich eingeladen, an dieser Tagung, die u.a. von dem EU-Projekt The History of Human Freedom and Dignity in Western Civilization gefördert wird, teilzunehmen. Weitere Informationen zu dem Programm und Ziel der Tagung finden sie hier.

Tagung

Origenes und die Wurzeln der menschlichen Freiheit und Menschenwürde in der westlichen Philosophie

Aar Logo
© AAR

Vom 17. bis zum 19. November 2018 findet in Denver, Co, das jährliche Treffen der American Academy of Religion statt, das, organisiert von Anders-Christian Jacobson, nach den theologischen und philosphischen Quellen hinter dem westlich-modernen Verständnis des Menschen als freies und würdevolles Wesen fragt. Die Tagung widmet sich vor allem der Rezeptionsgeschichte des Origenes und fokussiert dabei die Begriffe der menschlichen Freiheit und Menschenwürde. Weitere Informationen finden Sie hier.

Tagung

Re-Thinking Origen - Tagung in Cambridge

Cambridge
© pixabay

Am 25. April 2018 findet eine Tagung in Cambridge statt, die sich aus verschiedenen Perspektiven dem origeneischen Denken in der Spätantike und der Neuzeit/Moderne widmet. Der Lehrstuhlvertreter des Seminars für Alte Kirchengeschichte, Dr. Christian Hengstermann, wird auf der Tagung eine Antwort auf den Vortrag Re-Thinking Origen in the 17th century West: Anne Conway and the Cambridge Platonists von Douglas Hedley geben. Das genaue Programm mit Abstracts zu den einzelnen Vorträgen finden Sie hier.

Neuerscheinung

Fundierte Biographie zu Origenes von Alfons Fürst

Fürst Origenes
© Hiersemann

Der frühchristliche Theologe Origenes aus Alexandria (185-253/4) stellte als Grieche mit hervorragender Bildung und zugleich als überzeugter Christ seine umfassende Gelehrsamkeit in den Dienst der Auslegung der Bibel. Origenes zwischen Gnosis und Judentum, Exegese und Philosophie -  Fürst spürt diesem herausragenden Denker in verschiedenen Kristallisationspunkten nach und hebt dabei seine Bedeutung als einen der Gründerväter der christlichen Philosophie hervor. Ein Kapitel zur Wirkungsgeschichte schließt diese systematische Biographie zu Origenes ab.

Workshop

Origen's Philosophy of Freedom in 17th-Century England

Origenes

Im Rahmen des EU-Projekts "The History of Human Freedom and Dignity in Western Civilization" findet vom 19. - 21. Oktober 2017 der Workshop "Origen's Philosophy of Freedom in 17th-Century England" in Münster statt. Besonders eingeladen sind Interessierte zu dem öffentlichen Abendvortrag von Prof.'in Saskia Wendel (Köln), die am 19. Oktober 2017 von 20–22 Uhr zu dem Thema "Embodied Freedom" sprechen wird.

Neuerscheinung

Neuer Band in der Reihe "Adamantia" erschienen

Adamantiana
© AsV

Dieser Band widmet sich aus verschiedenen Facetten der im Jahre 1668 publizierten Origeniana von Pierre-Daniel Huet (1630–1721), die als ein Meilenstein der Wissenschaftsgeschichte und der Origenesforschung gelten können. Sie enthalten nämlich die erste wissenschaftliche Analyse des Lebens, der Lehre und der Schriften des Origenes. Der französische Gelehrte Huet stand der Vernunfttheologie des christlichen Philosophen Origenes allerdings kritisch gegenüber. Aus dieser Einstellung heraus kritisierte Huet das Bemühen des Origenes um eine rationale Durchdringung des christlichen Glaubens: Mit seiner übermäßigen Betonung der Vernunft und der in ihr gründenden Freiheit habe der Alexandriner die Theologie auf falsche Wege gewiesen. Ungeachtet dieser ablehnenden Haltung hat Huet Origenes dennoch gegen ungerechtfertigte und überzogene Vorwürfe, wie sie in der Geschichte des Origenismus immer wieder vorgebracht worden sind, verteidigt und seine Gedanken auf der Basis einer wissenschaftlichen Methodik objektiv und kritisch dargestellt.