Anlässlich der Ausstellung „Wer ist der Mann auf dem Tuch? Eine Spurensuche“ in Ratingen referierte Johanna Dierschke über die theoretischen und praktischen Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit dem Turiner Grabtuch. Unter Bezugnahme soziologischer Überlegungen zur Selbstwirksamkeit von Objekten wurde die Frage diskutiert, was daraus folgt, das Grabtuch als christliches Kulturerbe zu verstehen.
Der Vortrag beleuchtete neben der kulturellen Bedeutung des Grabtuchs auch die Architektur der Grabtuchkapelle in Turin. Im Zentrum stand die Frage, wie theologische Konzepte von Tod und Auferstehung in anthropologische Fragestellungen zu Leid, Endlichkeit und menschlicher Existenz übersetzt werden können.
Anlässlich der Kunstinstallation "The Cast-Whale-Project" erläutert Norbert Köster in einem Vortrag im Xantener Dom, dass Kirchen in der Antike und im Mittelalter weit mehr als reine Gebetsstätten waren. Sie dienten als soziale Zentren, Schutzräume vor Kriegen, Herbergen für Pilger:innen sowie Anlaufstellen für Kranke und Bedürftige. Erst im 19. Jahrhundert wandelten sie sich zu exklusiven Orten für Gottesdienste, da soziale Aufgaben an staatliche Institutionen ausgelagert wurden.
Vom 16. bis 18. September 2025 veranstaltete die Arbeitsstelle für Christliche Bildtheorie, theologische Ästhetik und Bilddidaktik (ACHRIBI) einen mehrtägigen, interdisziplinären Workshop mit internationalen europäischen Expert*innen im Bereich der modernen Glasmalerei, der automatisierten Metadatenerkennung und -auswertung sowie der Einsatzmöglichkeiten von KI.
Den ausführlichen Tagungsbericht mit einer Zusammenfassung der Vorträge finden Sie hier zum Download.
Vom 7. bis 14. September begeben sich Studierende der katholisch-theologischen Fakultät und weitere Reiseteilnehmer mit Prof. Dr. Köster und Prof. Dr. Dr. Fürst auf eine Exkursion entlang der Adriaküste. Auf dise Exkursion werden herausragende Orte der Spätantike und des Frühmittelalters besucht, an denen sich die Entwicklung des Christentums und insbesondere auch der christlichen Kunst verfolgen lässt.
Im neuen Semester werden unter anderem in Kooperation mit Kolleg:innen der Katholisch-Theologischen Fakultät spannende Lehrveranstaltungen zu christlicher Kunst und Kultur angeboten. Eine Übersicht der Veranstaltungen in den Bereichen christliche Bildtheorie, theologische Ästhetik und Bilddidaktik im Sommersemester 2025 finden Sie hier.
Wir bedanken uns herzlich bei den Kooperationspartner:innen in verschiedenen Forschungsprojekten, allen Mitarbeiter:innen und der Arbeitsstelle verbundenen Kolleg:innen für die Zusammenarbeit und das Interesse im Jahr 2024.
Wir wünschen fröhliche Weihnachten und ein gutes neues Jahr!
Der Studientag „Kunst KREUZt Kultur. Zugänge zu Bildnissen der Kreuzigung Jesu“ am Samstag, 12. Oktober 2024 im Museum Abtei Liesborn stellt sich der Herausforderung, wie Museumsbesucher heute an christliche Kunst herangeführt werden können. Dazu werden verschiedene Ansätze zur musealen Vermittlung christlicher Kunst, insbesondere der Passionsbilder, vorgestellt und diskutiert.
Immer wieder erreichten die ACHRIBI Anfragen, ob die Datenbank zur Gregrosmesse noch zugänglich sei. In monatelanger Arbeit hat die studentische Hilfskraft der ACHRIBI, Miriam Görtz, die Daten jetzt in eine litw3 - Datenbank händisch übertragen. Ab sofort ist die Datenbank unter der Adresse https://www.uni-muenster.de/FB2/gregorsmesse/ abrufbar. Auf der Homepage der Datenbank finden sich ausführliche Hinweise zur Datenbank und ihrer Nutzung.
Die Datenbank wurde von dem am 4. Mai 2020 verstorbenen rennomierten Forscher Dr. Thomas Lentes erstellt. Dass wir sie zu seinem 4. Todestag wieder zugänglich machen können, freut uns sehr. Ihre Bereitstellung soll auch dem Andenken ihres früh verstorbenen Urhebers dienen.
Im Magazin UniKunstKultur der Universität - in diesem Sommersemester mit dem Leitthema "Blickwechsel" - ist gerade ein Text von Carolin Hemsing zum Projekt erschienen:
Materielles Kulturerbe im digitalen Blick. Forschungsdatensammlung zu 150.000 christlichen Kunstschätzen.
Die Zeitung der Universität wissen|leben erzählt in einer großen Reportage über die Arbeit des Inventarisierens der Kunstschätze, die das Team des ACHRIBI-Projekts DCK in den Kirchen und Kapellen im ganzen Bistum leistet.
Redakteurin Brigitte Heeke hat Mitarbeiterin Claudia Hüffer während ihres Einsatzes in St. Mariä-Himmelfahrt in Appelhülsen besucht - wir freuen uns über den schönen Text!
ACHIBI-Mitarbeiterin Johanna Döller gestaltete in diesem Jahr das Programm der Weihnachtsfeier unserer Arbeitsstelle: Sie präsentierte die Ergebnisse ihres Forschungsprojekts in St. Lambertus in Ascheberg. Norbert Köster leitete den Nachmittag mit einem Blick in die Geschichte des Bistums Münster ein. Es folgte eine Turmbesteigung bis über die Glocken und das Gewölbe auf 73 Metern Höhe.
Nicht nur den Kooperationspartner:innen in verschiedenen Forschungsprojekten, auch allen Mitarbeiter:innen und der Arbeitsstelle verbundenen Kolleg:innen sei für ihr Engagement in 2023 herzlich gedankt.
Wir wünschen fröhliche Weihnachten und ein gutes neues Jahr!
Norbert Köster und Carolin Hemsing präsentieren einen Werkstattbericht im Rahmen der Ringvorlesung des Exzellenzclusters "Religion und Politik"
Im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung "Werkstattberichte aus den Digital Humanities" werden spezifische digitale Zugänge in verschiedenen Projekten vorgestellt und deren Möglichkeiten und Ergebnisse präsentiert. Carolin Hemsing und Norbert Köster berichten unter dem Titel "Digital Religion? Theorie und Praxis der Inventarisierung von christlichem Kulturerbe" am 21.11.2023 ab 18.15 Uhr aus dem Projekt Digitalisierung Christlichen Kulturerbes im Bistums Münster.
Gastvortrag von Dr. Johannes Rauchenberger in der ehem. Dominikanerkirche
Die Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster lädt zum öffentlichen Gastvortrag von Dr. Johannes Rauchenberger ein. Zur Feier des 25-jährigen Jubiläums der Arbeitsstelle für Christliche Bildtheorie sowie des 5-jährigen Jubiläums von bildtheologie e. V. wird im Anschluss an den Vortrag zu einem Empfang in der Dominikanerkirche eingeladen.
Frühes christliches Leben für jeden erfahrbar zu machen: Das ist das Ziel des Projekts „Lambertuskirche digital“, das ab sofort in der St. Lambertus-Kirche in Ascheberg besucht werden kann. Das Konzept zur digitalen Vermittlung christlichen Kulturerbes hat Johanna Döller, wissenschaftliche Mitarbeiterin der ACHRIBI, 2021 in ihrer Masterarbeit entwickelt.
Nähere Informationen zum Projekt sind im Artikel des Seminars für Historische Theologie und ihre Didaktik zu finden.
Ist der Umgang mit christlichem Kulturerbe von gesamtgesellschaftlicher Relevanz? Wie kann Teilhabe an kulturellem Erbe funktionieren? Diese und weitere Fragen diskutierten Wissenschaftler:innen verschiedener Disziplinen vom 12.09.-13.09.2023 auf der Tagung „Christliches Kulturerbe in der säkularen Gesellschaft“ der Arbeitsstelle für Christliche Bildtheorie unter der Leitung von Prof. Dr. Norbert Köster in Sonsbeck bei Xanten.
Das Bistum Münster und die Arbeitsstelle für Christliche Bildtheorie (WWU) haben eine Vereinbarung zur Förderung des Forschungsprojekts zur Digitalisierung Christlichen Kulturerbes im Bistum Münster unterzeichnet. Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp von Seiten des Bistums und Prof. Dr. Norbert Köster auf Seiten der ACHRIBI unterzeichneten die Vereinbarung mit einer Förderung von 2,36 Millionen Euro. Das Projekt startet in diesem Herbst und läuft bis zum Jahr 2029.
Im Rahmen einer Projektwoche durften Schüler:innen der 8. Klasse des Stiftsgymnasiums Xanten den St. Viktor Dom in Xanten und das angrenzende Stiftsmuseum auf ganz neue Art und Weise erkunden. Zwei Tage lang arbeiteten sie im Rahmen eines Storytelling Workshops daran, spannende Geschichten rund um Dom und Museum für die Social-Media-Plattform Instagram aufzubereiten. Unterstützt wurden sie dabei von Sarah Stöber, Social-Media Redakteurin beim Bistum Münster und Johanna Döller, Promovendin an der ACHRIBI.
Am 8. Juli 2022 hielt der Gründer der ACHRIBI, Prof. Dr. Reinhard Hoeps, im Audi Max seine Abschiedsvorlesung zum Thema "Aufbruch zum Abbruch. Über letzte Bilder".
Der Gründer und ehemalige Leiter der Arbeitsstelle für Christliche Bildtheorie, Theologische Ästhetik und Bilddidaktik, Prof. Dr. Reinhard Hoeps, hält am Freitag, dem 08. Juli 2022, um 14 Uhr c.t. im Hörsaal Audi Max seine Abschiedsvorlesung zum Thema: "Aufbruch zum Abbruch. Über letzte Bilder".
Am 21. Internationalen Barocksommerkurs der Stiftung Bibliothek Werner Oechslin in Einsiedeln in der Schweiz zum Thema Il bel composto: Medialität im Barock vom 26. bis 30. Juni 2022 hat Carolin Hemsing teilgenommen.
Aus den Farben der Erde und Meteoritenstaub entstehen in der Wüste und an entlegenen heiligen Stätten unter schwierigsten Bedingungen beeindruckende großformatige Kunstwerke, die im November 2021 von der ACHRIBI ins Münsterland geholt werden: In Zusammenarbeit mit dem Institut für Biblische Exegese und Theologie (IBET) organisiert die ACHRIBI im Wintersemester 2021/2022 eine Ausstellung mit der Düsseldorfer Künstlerin Ulrike Arnold [de].
Digitale Vermittlung christlichen Kulturerbes am Beispiel des Stiftes Xanten –Hauptseminar in Xanten
Vom 22.10. bis 24.10. fand das Hauptseminar zum Thema „Ein untergegangenes Kloster mit Instagram-Account? Digitale Vermittlung christlichen Kulturerbes am Beispiel des Stiftes Xanten“ unter der Leitung von Prof. Köster, Lukas Boch und Johanna Döller in Xanten statt. Ab dem 08.11.2020 werden die erarbeiteten Instagram Posts und Storys der Studierenden wöchentlich auf dem Instagram-Account präsentiert werden.
Am vergangenen Dienstag, den 10.08.2021, machten Carolin Hemsing und Johanna Döller, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen der ACHRIBI, eine erste Exkursion nach Xanten, bei der die Besichtigung des Xantener Doms im Vordergrund stand. Im Xantener Dom soll die Idee der digitalen Vermittlung christlichen Kulturerbes erstmalig in die Praxis umgesetzt werden.
Im Sommersemester 2021 hat das Hauptseminar "Kunst im sakralen Raum verstehen. Objektbiografien zwischen Bildästhetik und Bildtheologie" der ACHRIBI in Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte, vertreten von Dr. Martina Dlugaiczyk von der Gruppe Kunstpflege des Bistums Münster, stattgefunden.
Die Mitarbeiterinnen der ACHRIBI, Carolin Hemsing und Kristin Riepenhoff, beteiligen sich bei dem Symposium am 12.03.2021 anlässlich der aktuellen Ausstellung von Anselm Kiefers Werken in der Kunsthalle Mannheim mit einem Vortrag zum Thema Résurrection à La Tourette - Bildtheologische Perspektiven. Der Beitrag beleuchtet Kiefers Schaffen und sein Raumverständnis im Zusammenhang mit der sakralen Architektur von Le Corbusier.
In einer neuen Folge des TheoPodcast (23.12.2020) sprechen Reinhard Hoeps und Carolin Hemsing über "Das Kunstwerk vor der Tür" - den Verkürzten Himmel (1987), ein skulptur projekt des italienischen Bildhauers Giovanni Anselmo. Direkt neben der Fakultät findet sich das unscheinbare Objekt, das mit seiner Rätselhaftigkeit nicht nur den TheologInnen der ACHRIBI, sondern der ganzen Fakultät kleine und große Fragen der Vermessung zwischen Himmel und Erde, Mensch und Gott aufgibt.
Prof. Dr. Norbert Köster übernimmt ab dem 01.10.2020 die Leitung der Arbeitsstelle für Christliche Bildtheorie, Theologische Ästhetik und Bilddidaktik (ACHRIBI). Er übernimmt damit die Leitung von Herrn Prof. Dr. Reinhard Hoeps, der sich am 01.10.2020 in den Ruhestand verabschiedet.
Lange Zeit spielten Diözesanmuseen im Konzert moderner Museumskonzepte nur eine untergeordnete Rolle. Meist erwartete man von diesen Museen in kirchlicher Hand kaum mehr als die Verwahrung und konservatorische Betreuung von Bildwerken, die in den Kirchen eines Bistums nicht mehr erwünscht waren oder sachgerecht präsentiert werden konnten. Solche Vorurteile sind spätestens seit der Neueröffnung des erzbischöflichen Kunstmuseums in Köln (2007) gründlich widerlegt: Neue Bauten werden für die Sammlungen geschaffen, nach neuen Präsentationsformen im Unterschied zu profanen Ausstellungshäusern wird gesucht. Damit tritt ins öffentliche Bewusstsein, dass viele der kirchlichen Museen nicht nur Kirchenschätze behüten, sondern auch Werke zeitgenössischer Kunst sammeln. Wie werden solche Sammlungen gezeigt? Wie zeigt sich Gott im Museum? Das eigenständige Profil der Diözesanmuseen mit seinen ganz eigenen Herausforderungen in der immer differenzierter werdenden Museumslandschaft zeigt sich in den kürzlich eröffneten Häusern in Wien und Graz, welche die Fragen nach den spezifischen Aufgaben solcher Museen in kirchlicher Trägerschaft neu zur Debatte stellen. Das Seminar der Arbeitsstelle für Christliche Bildtheorie befasste sich in diesem Wintersemester auf exemplarische Weise mit diesen Auseinandersetzungen.
Ab dem Sommersemester 2015 stellt die ACHRIBI nach langjähriger Revision erstmals in vollem Umfang ihre Diathek mit rund 10.000 Bilder der christlichen Ikonographie, der Kunst der Moderne sowie aus der Geschichte des christlichen Kirchbaus für Studien zur Verfügung. Alle Dias sind nun digital katalogisiert in dem von der WWU entwickelten System litw3. Darüber hinaus ist die Diathek der ACHRIBI ab sofort eine von derzeit 80 Instituts-, Forschungs- und Museumsdatenbanken, die unter der gemeinsamen Oberfläche des verteilten digitalen Bildarchivs prometheus verbunden sind.
Studierende der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster erhalten in den Lehrveranstaltungen der ACHRIBI einen kostenlosen Semesterzugang zur litw3-Datenbank und können so Bilder und Informationen für ihr Studium nutzen. Das Passwort für diesen Zugang wird für die Veranstaltungen in jedem Semester neu vergeben. Ein Login kann darüber hinaus für das Studium und Abschlussarbeiten an der Westfälischen Wilhelms-Universität per E-Mail bei Carolin Stadtbäumer beantragt werden.
Externe können als Gäste auf die Datenbank zugreifen und alle relevanten Informationen zu den Bildern recherchieren. Aus rechtlichen Gründen können die Bilder selbst jedoch nur mit Wasserzeichen angezeigt werden. Gerne stellen wir Ihnen unsere Digitalisate bei Bedarf auch in höherer Auflösung zur Verfügung. Bitte beachten Sie, dass die ACHRIBI keine Bildrechte und Lizenzen zur Reproduktion der Bildwerke vergeben kann. Dies ist gesondert über die RechteinhaberInnen zu klären.
Deine Wunden
Passionsimaginationen in christlicher Bildtradition und Bildkonzepte in der Kunst der Moderne
25. April bis 31. August 2014
Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum
Situation Kunst (für Max Imdahl)
Mit der Darstellung der Leidensgeschichte Jesu sind Wunde, körperlicher Schmerz und Verletzung in der abendländischen Kulturgeschichte bildwürdig geworden. Die interessantesten Bilder um die Passion Jesu sind darauf ausgerichtet, das Dargestellte in höchster Intensität zu vergegenwärtigen. Aus dieser Absicht ist eine eigene, komplexe Bildsprache hervorgegangen, um dem bildlichen Ausdruck Eindringlichkeit zu verleihen und den Betrachter in das Bildgeschehen hineinzuziehen. Die Wunde selbst wird so zum Bildprinzip.
In Moderne und Gegenwart ist die Darstellung von Verletzung und Schmerz mehr denn je zum Anliegen der Kunst geworden. Angesichts der Unvorstellbarkeit des Leidens im 20. und 21. Jahrhundert stoßen die künstlerischen Verfahren eines naturalistisch orientierten Realismus an ihre Grenzen, weil sie der Realität der Gräuel nicht gerecht zu werden vermögen. Auch hier wird die Wunde zum Prinzip eigenständiger Bildkonzepte, und dies schließlich sogar über den Darstellungsbereich ausgeübter und erlittener Gewalt hinaus. weiter ...
Weitere Informationen zur Ausstellung, zu Begleitveranstaltungen und zum Museum finden Sie hier.
Handbuch der Bildtheologie erschienen
Der dritte Band "Zwischen Zeichen und Präsenz" des Handbuchs für Bildtheologie ist am 20. Februar 2014 erschienen.
Bilder sind aus der Vorstellungswelt des Christentums nicht wegzudenken. Die Bilderfrage reicht tief in die historischen, aber auch in die systematischen Wurzeln des christlichen Bekenntnisses hinab. Sie markiert zugleich eine brisante Nahtstelle zwischen christlicher Religion und europäischer Kultur. Die Bildtheologie geht den Valenzen des Bildes im Christentum nach, entwickelt sie als durchgängige theologische Perspektive und bringt sie in den Diskurs mit Kunst- und Kulturwissenschaften ein.
Das Handbuch der Bildtheologie gibt in vier Bänden eine gründliche Einführung in Phänomene, Begriffe und Geschichte des Bildes unter theologischen Gesichtspunkten. Wissenschaftler aus Theologie, Kunstgeschichte, Philosophischer Ästhetik, Kultur- und Medienwissenschaften entfalten die zentralen Fragestellungen, die das Bild in theologischer Perspektive aufwirft, und umreißen die Schnittstellen zwischen theologischen, kunstwissenschaftlichen und philosophisch-ästhetischen Bild-Diskursen.
Der dritte Band versammelt die systematischen Eckpunkte, die eine theologische Theorie der Medialität des Bildes auszeichnen. Im Zentrum steht zunächst der Widerstreit zwischen der Sichtbarkeit als dem wesentlichen Medium der Bildsprache und der grundsätzlichen Unsichtbarkeit Gottes, die mittels der Sichtbarkeit des Bildes zur Sprache gebracht werden soll. Zudem findet sich das Bild als Medium der Verkündigung, aber auch der Offenbarung, in einer spannungsvollen Wechselbeziehung mit dem Medium des Wortes. Schließlich wird vom Bild mehr als die bloße Repräsentation der christlichen Botschaft, nämlich der gesteigerte Ausdruck wirklicher Präsenz erwartet. Das Spektrum der medialen Beanspruchung des Bildes im Christentum reicht vom zeichenhaften Verweis bis zur realen Vergegenwärtigung.
Weitere Informationen zum Handbuch der Bildtheologie und den bereits erschienenen Bänden finden Sie hier.