Arbeitsstelle für Christliche Bildtheorie, Theologische Ästhetik und Bilddidaktik

Giovanni Anselmo: Verkürzter Himmel, skulptur projekte, 1987, rostfreier Stahl und eingravierte Schrift, 140 x 10 x 10 cm, Münster.
© Stephan Kube | Courtesy Archivio Anselmo

Willkommen bei der ACHRIBI!

Für die Entfaltung und die Entwicklung des Glaubens haben Bilder und ästhetische Vorstellungen wenigstens ebenso große Bedeutung wie theologische Abhandlungen. Aus einer christlich geprägten Kulturgeschichte sind sie nicht wegzudenken. Als Quellen und auch als methodische Leitlinien kann deshalb die theologische Reflexion nicht auf sie verzichten.

Fragen nach Bildern und ästhetischen Vorstellungen sind in allen theologischen Disziplinen zu Hause. Die Auseinandersetzung mit ihnen bildet einen Querschnittbereich innerhalb der Theologie. Darüber hinaus steht sie im interdisziplinären Austausch mit Kunst- und Kulturwissenschaften.

An der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität widmet sich die im April 1998 gegründete Arbeitsstelle für christliche Bildtheorie, theologische Ästhetik und Bilddidaktik den Aufgaben dieses Themenfeldes in Lehre und Forschung.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Gebiet der digitalen Vermittlung christlichen Kulturerbes, sakralen Architekturen und zeitgenössischer Kunst. An der Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Gegenwart vermisst die ACHRIBI ganz im Sinne von Giovanni Anselmos Plastik "Verkürzter Himmel" (skulptur projekt 1987 im TheoPodcast [de]) vor dem Fakultätsgebäude interdisziplinäre Fragen der Bildtheologie: Was bleibt vom Himmel, wenn man ihn kürzt? Das Werk und sein Titel implizieren eine Aufgabe und Herausforderung, indem der Künstler demonstrativ die Trennlinie zwischen Begrenztem und Unbegrenztem markiert, an der sich grundlegende theologische und anthropologische Fragestellungen kristallisieren.


© U. Arnold | V. v. Keuren | L. Hiepel

Aus den Farben der Erde und Meteoritenstaub entstehen in der Wüste und an entlegenen heiligen Stätten unter schwierigsten Bedingungen beeindruckende großformatige Kunstwerke, die im November 2021 von der ACHRIBI ins Münsterland geholt werden: In Zusammenarbeit mit dem Institut für Biblische Exegese und Theologie (IBET) organisiert die ACHRIBI im Wintersemester 2021/2022 eine Ausstellung mit der Düsseldorfer Künstlerin Ulrike Arnold [de]. Unter dem Titel transformation: desert space laden die beiden Kurator*innen Carolin Hemsing und Ludger Hiepel vom 7. bis 30. November 2021 dazu ein, im Bunker 2 im Bioenergiepark Saerbeck die Wüste als locus theologicus in den Blick zu nehmen.

Beim zugehörigen Blockseminar können sich fortgeschrittene Studierende anhand der ausgewählten Arbeiten mit der Bedeutung der Wüste im Alten Testament und der Spiritualität der Wüstenväter beschäftigen und vor Ort in der Ausstellung im Dialog mit der Künstlerin eigene theologische Fragestellungen entwickeln.

Link zur Lehrveranstaltung [de]

Homepage zur Ausstellung [de]

Flyer zur Ausstellung [de]

© ACHRIBI
© V. Schatz
© ACHRIBI

Ein untergegangenes Kloster mit Instagram-Account? Digitale Vermittlung christlichen Kulturerbes am Beispiel des Stiftes Xanten –Hauptseminar in Xanten


Vom 22.10. bis 24.10. fand das Hauptseminar zum Thema „Ein untergegangenes Kloster mit Instagram-Account? Digitale Vermittlung christlichen Kulturerbes am Beispiel des Stiftes Xanten“ unter der Leitung von Prof. Köster, Lukas Boch und Johanna Döller in Xanten statt. Das Seminar begann mit umfangreichen Führungen durch das Stiftsmuseum Xanten, den Xantener Dom und die historische Stiftsbibliothek, die von den Mitarbeiterinnen Frau Metzner und Frau Peters des Stiftsmuseums angeleitet wurden. Im Anschluss wählten die neun Studierenden ein Objekt ihrer Wahl, dass Sie auf unserem Instagram-Account @christliches_kulturerbe_xanten digital präsentieren möchten. Es folgten intensive Arbeitsphasen der Recherche in dem Lesesaal des Stiftsmuseum mit tatkräftiger Unterstützung durch Frau Metzner, Frau Peters und den Dozierenden. Ziel ist es, den Zuschauer*innen auf Instagram einen ersten Zugang zu christlichem Kulturerbe in Xanten zu ermöglichen und sie an diesem teilhaben zu lassen. Die Ideen, wie ein solcher Zugang gelingen kann, waren dabei vielfältig. Zudem ist es eine Herausforderung, die kunsthistorischen und theologischen Informationen in wenige, auf Zeichen begrenzte Instagram Posts einzuarbeiten und für Zuschauer*innen spannend und informativ zu gestalten.
Ab dem 08.11.2020 werden die erarbeiteten Instagram Posts und Storys der Studierenden wöchentlich auf dem Instagram-Account präsentiert werden.

© C. Hemsing

Exkursion nach Xanten

Am vergangenen Dienstag, den 10.08.2021, machten Carolin Hemsing und Johanna Döller, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen der ACHRIBI, eine erste Exkursion nach Xanten, bei der die Besichtigung des Xantener Doms im Vordergrund stand. Im Xantener Dom soll die Idee der digitalen Vermittlung christlichen Kulturerbes erstmalig in die Praxis umgesetzt werden, sodass dieser als Pilotprojekt der Forschungen zur Vermittlung christlichen Kulturerbes nach dem Konzept Sharing Heritage funktioniert. Mithilfe der Exkursion nach Xanten konnte sich Johanna Döller, die seit dem 01.08.2021 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der ACHRIBI arbeitet, einen genauen Eindruck vom Dom vor Ort verschaffen. Auf Grundlage der gemachten Eindrücke konnten Ideen und weiterführende Überlegungen zum Forschungsprojekt gemacht werden.

© Bistum Münster

Eine Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte und der Gruppe Kunstpflege des Bistums Münster

Im Sommersemester 2021 hat das Hauptseminar "Kunst im sakralen Raum verstehen. Objektbiografien zwischen Bildästhetik und Bildtheologie" der ACHRIBI in Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte, vertreten von Dr. Martina Dlugaiczyk von der Gruppe Kunstpflege des Bistums Münster, stattgefunden. Die Westfälischen Nachrichten und das Bistum Münster berichteten darüber. Studierende der Kunstgeschichte sowie der Theologie beschäftigten sich mit Kunstwerken im sakralen Raum und was ihre Betrachtung ausmacht. Gegenstand der Untersuchungen und Diskussionen waren Objekte der Stadtkirchen Münsters. Insgesamt nahmen zwanzig Studierende an der Veranstaltung teil und bildeten interdisziplinäre Tandems. Aufgrund der corona-bedingten Einschränkungen fand das Seminar online statt, wobei sich die Kleingruppen zur Vorbereitung auch durchaus in den Kirchen vor Ort ein Eindruck von den Objekten machen konnten. Ziel des Seminars war, Kunst in sakralen Räumen zu erleben, theologisch zu deuten und zu erkennen, dass sakrale Kunst christliche Lebens- und Glaubenswelten zugänglich machen kann.

© Stephan Kube

Beitrag der ACHRIBI zum Symposium
Kosmos Kiefer: Material, Begriffe, Rezeption

Die Mitarbeiterinnen der ACHRIBI, Carolin Hemsing und Kristin Riepenhoff, beteiligen sich bei dem Symposium am 12.03.2021 anlässlich der aktuellen Ausstellung von Anselm Kiefers Werken in der Kunsthalle Mannheim mit einem Vortrag zum Thema Résurrection à La Tourette - Bildtheologische Perspektiven. Der Beitrag beleuchtet Kiefers Schaffen und sein Raumverständnis im Zusammenhang mit der sakralen Architektur von Le Corbusier.

Im Rahmen der Veranstaltung stellen internationale Expert*innen verschiedener Fachrichtungen ihre aktuellen Forschungsansätze vor. Die Beiträge werden anschließend publiziert. Der Zugang zum Symposium kann über das Ticket-System des Museums gebucht werden. Das Programm und weitere Informationen stehen hier [de] zur Verfügung.

Giovanni Anselmo: Verkürzter Himmel, skulptur projekte, 1987, rostfreier Stahl und eingravierte Schrift, 140 x 10 x 10 cm, Münster.
© © Stephan Kube | Courtesy Archivio Anselmo

Das Kunstwerk vor der Tür – Ein „verkürzter Himmel“ für die Katholisch-Theologische Fakultät

In einer neuen Folge des TheoPodcast [de] (23.12.2020) sprechen Reinhard Hoeps und Carolin Hemsing über "Das Kunstwerk vor der Tür" - den Verkürzten Himmel (1987), ein skulptur projekt des italienischen Bildhauers Giovanni Anselmo. Direkt neben der Fakultät findet sich das unscheinbare Objekt, das mit seiner Rätselhaftigkeit nicht nur den TheologInnen der ACHRIBI, sondern der ganzen Fakultät kleine und große Fragen der Vermessung zwischen Himmel und Erde, Mensch und Gott aufgibt.

Link zum Podcast

© C. Stadtbäumer

In eigener Sache: Abschied der ACHRIBI von ihrem Gründer Reinhard Hoeps

Die Arbeitsstelle für Christliche Bildtheorie, Theologische Ästhetik und Bilddidaktik (ACHRIBI) verabschiedet zum 01.10.2020 ihren aktuellen Leiter und Gründer Prof. Dr. Reinhard Hoeps in den Ruhestand. Seit 1994 hat er an der offiziell 1998 eingerichteten Arbeitsstelle zahlreiche Forschungsprojekte betreut, unter anderem die Herausgabe des Handbuchs der Bildtheologie (gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung), Ausstellungsprojekte wie „Arnulf Rainer. Auslöschung und Inkarnation“ (gefördert durch den „Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst“, 2003-2004) und „Bilder der Wunde – die Wunde als Bild“ (Projekt des Exzellenzclusters „Religion und Politik“, 2011-2014) sowie die die bildtheologische Begleitung von „Meine Schulbibel. Für 7- bis 12-Jährige“ im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz (2000-2003). Reinhard Hoeps lehrte auf der Professur für Systematische Theologie und ihre Didaktik an der Katholisch-Theologischen Fakultät zu christlichen Bildkonzepten und ihrer Geschichte, zur Theorie des Kirchenraums und Kirchenraumpädagogik, zur Theologie in ihren Beziehungen zur Kunst der Moderne, zur Ästhetik und Kunsttheorie sowie zu theologischer Bilddidaktik. Das Team der ACHRIBI verabschiedete ihren Gründer bei einem gemeinsamen Ausflug zum Museum Insel Hombroich.

Die Leitung der Arbeitsstelle wird übernommen von Prof. Dr. Norbert Köster. Damit ist die ACHRIBI zukünftig am Seminar für Historische Theologie und ihre Didaktik angesiedelt. Prof. Dr. Norbert Köster war von 2010 bis 2016 Mitarbeiter des Seminars für Mittlere und neuere Kirchengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät und von 2016 bis 2018 Generalvikar des Bistums Münster (2016-2018). Seit 2019 forscht und lehrt er auf der neu eingerichteten Professur für Historische Theologie und ihre Didaktik. Ein neuer Schwerpunkt der ACHRIBI wird auf der digitalen Erfassung und Vermittlung Christlichen Kulturerbes liegen, im Rahmen dessen mit einem Forschungsprojekt zu Objekten in Westfalen konkrete Wege der Umsetzung erarbeitet werden sollen.

© WWU

Museen Gottes? Kirchliche Kunstsammlungen und ihre Präsentationskonzepte - Ein Exkursionsbericht zum Hauptseminar der ACHRIBI im Wintersemester 2019/2020

Lange Zeit spielten Diözesanmuseen im Konzert moderner Museumskonzepte nur eine untergeordnete Rolle. Meist erwartete man von diesen Museen in kirchlicher Hand kaum mehr als die Verwahrung und konservatorische Betreuung von Bildwerken, die in den Kirchen eines Bistums nicht mehr erwünscht waren oder sachgerecht präsentiert werden konnten. Solche Vorurteile sind spätestens seit der Neueröffnung des erzbischöflichen Kunstmuseums in Köln (2007) gründlich widerlegt: Neue Bauten werden für die Sammlungen geschaffen, nach neuen Präsentationsformen im Unterschied zu profanen Ausstellungshäusern wird gesucht. Damit tritt ins öffentliche Bewusstsein, dass viele der kirchlichen Museen nicht nur Kirchenschätze behüten, sondern auch Werke zeitgenössischer Kunst sammeln. Wie werden solche Sammlungen gezeigt? Wie zeigt sich Gott im Museum? Das eigenständige Profil der Diözesanmuseen mit seinen ganz eigenen Herausforderungen in der immer differenzierter werdenden Museumslandschaft zeigt sich in den kürzlich eröffneten Häusern in Wien und Graz, welche die Fragen nach den spezifischen Aufgaben solcher Museen in kirchlicher Trägerschaft neu zur Debatte stellen. Das Seminar der Arbeitsstelle für Christliche Bildtheorie befasste sich in diesem Wintersemester auf exemplarische Weise mit diesen Auseinandersetzungen. Zum Bericht [de]

© Achribi