Herzlich Willkommen an der Arbeitsstelle für Christliche Bildtheorie, Theologische Ästhetik und Bilddidaktik!

Skulptur „Anna Selbdritt“, 1451-1475, Holz, 72 x 37 x 24 cm, St. Dionysius, Rheine
© Universität Münster | ACHRIBI | Michael Langer | CC-BY-SA 4.0

Die Arbeitsstelle für Christliche Bildtheorie, theologische Ästhetik und Bilddidaktik wurde im Jahr 1998 von Prof. Dr. Reinhard Hoeps gegründet. Aus ihr gingen zahlreiche Forschungsarbeiten zum Feld der Bildtheologie hervor, vor allem das vierbändige Handbuch der Bildtheologie.

Die Bildtheologie beschäftigt sich mit der theologischen Relevanz von Bildern. Sie geht davon aus, dass in Bildern theologisch gedacht wird, und fragt danach, was Bilder im Blick auf theologische Vorstellungen zeigen möchten, welche theologischen Denkprozesse sie anregen und wie sie Unsagbares ins Bild bringen.

Der Schwerpunkt der Arbeit besteht in der Erschließung bildtheologischer Gehalte von Architektur und Kunstgegenständen in Kirchen und Klöstern. Für viele Besucher*innen sakraler Bauten sind christliche Architektur und Kunst nicht mehr verständlich. Eine ikonographische und ikonologische Erschließung der Bilder hilft ihnen nicht, an diesem Kulturerbe teilzuhaben. Hierzu bedarf es einer bildtheologischen Erschließung historischer Kunstwerke. Dies bedeutet, Kunstwerke auf anthropologische Grundfragen hin zu befragen. Welchen Aspekt der Bewältigung des Lebens hat das Kunstwerk im Blick? Welche Rolle spielt dabei die Religiosität? Ein konkretes Beispiel wäre z. B. die Frage, wie eine spätmittelalterliche Darstellung der Anna Selbdritt Familie versteht: Wie interpretiert sie das Miteinander der Generationen? Was zeigt sie zur Bewältigung von Generationskonflikten? Wie sieht die Darstellung die Lebenswirklichkeit und das Selbstverständnis von Frauen?

Eine bildtheologische Erschließung in Kirchen braucht Medien, die vor Ort eine Beziehung zwischen Besucher*innen und dem Kunstwerk herstellen. Dieser Arbeit dient das an der ACHRIBI verortete Projekt Digitalisierung christlichen Kulturerbes im Bistum Münster (DCK), das den Kunst- und Kulturbesitz der 600 Kirchen und Kapellen des Bistums Münster digitalisiert und der Öffentlichkeit in einem virtuellen Diözesanmuseum zur Verfügung stellen wird.

Die ACHRIBI beschäftigt sich zudem mit moderner und zeitgenössischer Kunst. Sie bietet Lehrveranstaltungen an, in denen die theologische Auseinandersetzung mit aktueller Kunst und den die Kunst präsentierenden Museen im Mittelpunkt stehen. In Kooperation mit dem Verein bildtheologie e.V. organisiert die ACHRIBI Besuche von Ausstellungen und Gespräche mit Künstler*innen.