Abteilung für Westfälische Landesgeschichte am Historischen Seminar

Die landesgeschichtliche Forschung ist am Historischen Seminar der Universität Münster seit 1961 mit einer Professur vertreten, die 1965 zu einer eigenen Abteilung für Westfälische Landesgeschichte mit einem Lehrstuhl ausgebaut wurde. Lehrstuhlinhaber ist seit 2004 Werner Freitag, seine Vorgänger waren Peter Johanek (1985-2002), Heinz Stoob (1964-1985) sowie Albert K. Hömberg (1961-1963). Neben den traditionellen Schwerpunkten der Abteilung in der mittelalterlichen Geschichte Westfalens widmen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Westfalen und anderen Regionen in der Frühen Neuzeit und der Moderne.

Eng verbunden ist die Abteilung mit dem Institut für vergleichende Städtegeschichte, das seit 1970 der europäischen Städteforschung innerhalb des deutschsprachigen Raums einen institutionellen Rahmen bietet. Da Landesgeschichte als Teildisziplin der Geschichtswissenschaft seit jeher eine Servicefunktion für die außeruniversitäre Öffentlichkeit einnimmt, verbindet die Schnittstelle Geschichte & Beruf an der Abteilung eine landeshistorisch ausgerichtete Public History mit der Berufsorientierung für Studierende.

Tagung der Historischen Kommission

Herbsttagung: Die Reformation in Westfalen am 27./28. Oktober

Hiko Tagung Lemgo
© LWL

Auf dem Höhepunkt des Reformationsjubiläumsjahres 2017 veranstaltet die Historische Kommission für Westfalen (LWL) ihre Herbsttagung unter dem Titel "Die Reformation in Westfalen. Langzeitreformation, Konfessionskultur und Ambiguität in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts".
Neben Tagungsleiter Prof. Dr. Werner Freitag sind aus der Abteilung für Westfälische Landesgeschichte auch Dr. Lena Krull, Sebastian Schröder sowie Anna-Lena Schumacher mit einschlägigen Fachvorträgen beteiligt. Die Tagung findet am 27. und 28. Oktober im Gemeindehaus St. Nicolai in Lemgo statt. Weitere Informationen sowie das Tagungsprogramm finden Sie hier.

Ausstellung und Neuerscheinung

Projekt zum Reformationsjubiläum in Lippe

Plakat Grf
© Hexenbürgermeisterhaus

Anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 widmen sich drei Ausstellungen in der Region Lippe der Reformation und ihren Folgen. Für die Abteilung für westfälische Landesgeschichte war Dr. Lena Krull an der Konzeption und Umsetzung der Ausstellung „Glaube, Recht & Freiheit. Lutheraner und Reformierte in Lippe“ beteiligt, die vom 27. August 2017 bis 7. Januar 2018 im Museum Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo zu sehen ist.

Im Fokus stehen gleich zwei Daten: Der Beginn der Reformation 1517, besonders aber der 1617 abgeschlossene Vertrag von Röhrentrup. Er legte fest, wie Lutheraner und Reformierte in Lippe zusammenlebten und wirkte bis ins 19. Jahrhundert. Parallel erscheint ein Aufsatzband mit 23 Beiträgen zum Thema. Flyer zur Ausstellung.

Landesgeschichtliche Tagung

Herbsttagung zur Frühneuzeitlichen Friedensstiftung an der Uni Bonn

Tagung Friedensstiftung
© Universität Bonn/LVR

Die Bonner Herbsttagung „Frühneuzeitliche Friedensstiftung in landesgeschichtlicher Perspektive“ findet in diesem Jahr vom 18. bis 19. September statt. Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Werner Freitag ist in der II. Sektion mit dem Vortrag „Reformation und innerstädtischer Frieden am Beispiel Westfalens“ beteiligt.

Gastgeber sind das Institut für Geschichtswissenschaft der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn sowie das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte. Den Tagungsflyer finden Sie hier.

Neuerscheinung

Studie zum nationalsozialistischen Märtyrerkult veröffentlicht

Thieme Cover
© campus Verlag

Unter dem Titel „Nationalsozialistischer Märtyrerkult. Sakralisierte Politik und Christentum im westfälischen Ruhrgebiet (1929-1939)“ veröffentlicht Sarah Thieme ihre Dissertationsschrift. Die Autorin ist der Abteilung für Westfälische Landesgeschichte lange verbunden und erarbeitete das vorliegende Werk im Rahmen des Exzellenzclusters „Religion und Politik“. Heute ist sie als Postdoktorandin am Exzellenzcluster tätig.

Das Ruhrgebiet war für die Nationalsozialisten in den Jahren vor 1933 ein schwieriges Terrain. Um den zahlreichen Toten in den Auseinandersetzungen mit den Kommunisten scheinbar Sinn zu verleihen, wurden jene zu Märtyrern gemacht. Sarah Thieme zeigt eindrücklich auf, wie sich die regionale NS-Bewegung im Märtyrerkult als eigenständiger Glaubensanbieter positionierte und die Aktivisten mit Formen „sakralisierter Politik“ ansprach. Zugleich belegt die Studie, dass die NS-Bewegung im Ruhrgebiet christlich geprägt blieb.

Landesgeschichte läuft

Erfolgreiche Teilnahme am Leonardo-Campus-Run

Campusrun 2017 Milang
© Ria Hänisch

Beim diesjährigen Leonardo-Campus-Run starteten auch sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Abteilung sowie dem Institut für vergleichende Städtegeschichte. Organisiert wurde der 5km-Lauf vom Hochschulsport der WWU Münster.  Den tropischen Temperaturen zum Trotz konnte ein souveräner 31. Platz in der Teamwertung erzielt werden und die beste Einzelzeit im Team betrug 27:36 Minuten. Ein Dank gilt den Organisatoren sowie den landesgeschichtlichen Motivationsexperten am Streckenrand.

Exkursion nach Bad Sassendorf

Studierende in den Westfälischen Salzwelten

Dsc 0900
© Lena Krull

Im Rahmen eines Praxisseminars zur „Kulturgeschichte des Badens (in Westfalen)“ besuchten am 17. Mai Studierende der WWU die Westfälischen Salzwelten in Bad Sassendorf. In der von Dr. Lena Krull und Museumsleiter Dr. Oliver Schmidt angebotenen Veranstaltung geht es darum, Bad Sassendorfs Geschichte als Badeort anhand exemplarischer Quellen und Objekte aufzuarbeiten. Passend dazu zeigt das Museum derzeit die Ausstellung „Jungbrunnen Sole - 200 Jahre Baden in Westfalen“. Ergänzt wurde der Museumsbesuch duch einen Rundgang durch den Ort, u.a. zum Gradierwerk im Kurpark. Geplant sind weitere Besuche in Bad Sassendorf sowie im Stadtarchiv Soest.

Besuch im Kreisarchiv Warendorf
Studierende im Kreisarchiv Warendorf. Mit dabei: Constanze Sieger (hinten, 4. v.l.), Werner Freitag (hinten 5. v.l.) und Gastgeberin Victoria Wegener (hinten 6. v.l.).
Kreisarchiv Waf Gruppe
© Westf. Landesgeschichte - Leonhard Plitt

Master-Studierende der Westfälischen Landesgeschichte besuchten am 10. Mai das Kreisarchiv Warendorf unter Begleitung von Prof. Dr. Werner Freitag und Constanze Sieger. Im Rahmen des Oberseminars „Staatliche Vorgaben und dörfliches Entscheiden - Modernisierungsprozesse in den westfälischen Landgemeinden um 1900“ erhielten die Gäste durch Archivarin Victoria Wegener einen Einblick in die Arbeit des Kreisarchivs, welches die Bestände beinahe aller Kommunen des Kreises Warendorf bündelt und der Öffentlichkeit zugänglich macht. Für die angehenden Forscherinnen und Forscher bildete der Besuch den Auftakt für eigene Archivrecherchen, da im Verlauf des Seminars zahlreiche Fallstudien die Entscheidungsprozesse dörflicher Verwaltungen beleuchten sollen. Das Stöbern in den durch das Kreisarchiv exemplarisch bereitgelegten Akten förderte bereits spannende Lesefrüchte zutage.

Neuerscheinung

Bachelorarbeit zur Westfälischen Landesgeschichte publiziert

Neumann Sd Klein
© Klartext Verlag

Der Aufsatz „Das katholische Gesellenhaus in Dortmund um 1900: Herberge, Versammlungsort und Zentrum der Gemeinde“ von Michael Neumann ist in den Beiträgen zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark 2016 neu erschienen. Der Beitrag beleuchtet die polyfunktionale Nutzung des Gebäudes von seinem Bau 1893 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges als Beispiel für die Konstitution von sozialen Räumen in der Zeit der Industrialisierung. Hierbei handelt es sich um die gekürzte Fassung einer Bachelorarbeit, die 2014 aus einem Projektseminar bei Prof Dr. Werner Freitag entstand. Der Autor war zudem bis 2015 mit der Abteilung für Westfälische Landesgeschichte als Hilfskraft verbunden.

Neuerscheinung

„Westfälische Erinnerungsorte“ der Öffentlichkeit präsentiert

Buchcover Erinnerungsorte Neu
© LWL

Was haben Pumpernickel, Porta Westfalica und Ruhrbergbau gemeinsam? Was verbindet den Sachsenherzog Widukind, Fürstin Pauline und Clemens August Graf von Galen? Sie alle gelten als westfälische Erinnerungsorte. Die gleichnamige Publikation gibt anhand von 42 Erinnerungsorten Einblicke in die Geschichte der Region. Auf diese Weise entsteht ein facettenreiches und eng verwobenes, aber auch widersprüchliches Bild dessen, was Westfalen ausmacht. Der Band entstand aus zwei Projektseminaren unter der Leitung von Lena Krull und wurde mit dem LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte realisiert; im Dezember 2016 wurde er öffentlich vorgestellt. Ein Twitterprojekt @WestfErinn_orte stellte ausgewählte Beiträge vor. Weitere Informationen zur Projektkonzeption.

Praxisseminar in Dessau
Gruppenbild Dessau
© Michael Hecht

Im Archiv der Evangelischen Landeskirche Anhalts in Dessau fand vom 11.-14. Oktober 2016 ein Praxisseminar unter Leitung von Jun.-Prof. Dr. Michael Hecht und Dr. Lena Krull statt. Die Master-Studierenden halfen bei der Verzeichnung eines Aktenbestandes und erforschten selbstständig Aspekte der anhaltischen Kirchengeschichte des 17.-20. Jahrhunderts. Ein Bericht über das Praxisseminar findet sich hier (Foto: Seminarteilnehmer mit Kirchenarchivar Günter Preckel).

Neuerscheinung

Neue Reformationsgeschichte Westfalens veröffentlicht

Buchcover Reformation in Westfalen
© Aschendorff Verlag

Unter dem Titel „Die Reformation in Westfalen. Regionale Vielfalt, Bekenntniskonflikt und Koexistenz“ legt Werner Freitag eine neue Reformationsgeschichte Westfalens vor. Die Darstellung zeichnet die verschiedenen Verläufe der Reformation im territorialen Flickenteppich Westfalens nach und berücksichtigt zentrale Ereignisse ebenso wie den ganz normalen Alltag in den westfälischen Pfarreien um 1550. Wurden das neue Bekenntnis, die Deutsche Messe Martin Luthers und die neue Kirchenorganisation tatsächlich überall eingeführt? Leser, die an westfälischer Landesgeschichte interessiert sind, werden in diesem allgemeinverständlichen Buch die Reformationsgeschichte ihrer Heimatregion entdecken können. Für Reformationshistoriker stellt der Band viele Informationen bereit, die für Überblicksdarstellungen wichtig sind und die zudem zeigen: Das Reformationsjubiläum 2017 hat auch in Westfalen seine Berechtigung. Das Buch ist im Aschendorff Verlag erschienen und kostet 29,80 Euro. Inhaltsverzeichnis