Aktuelles

  • © Privat

    Die Universität Münster trauert um ihren Angehörigen

    Prof. a. D. Dr. Wolfgang F. Bender,

    der am 28. Dezember 2025 nach längerer schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie in Sprendlingen verstarb. Wolfgang F. Bender wurde am 18. August 1935 in Neuss geboren. Nach dem Abitur am Naturwissenschaftlichen Humboldtgymnasium in Köln studierte er von 1957 bis 1964 an den Universitäten zu Köln und in Wien Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. In Köln promovierte er 1964 zum Dr. phil. Berichterstatter zu seiner Dissertation mit dem Titel Verwirrung und Entwirrung in der „Octavia/Römische Geschichte“ Herzog Anton-Ulrichs von Braunschweig waren Wolfgang Binder und Paul Böckmann. Die wegweisende Dissertation ist eine grundlegende Publikation über die komplexen Erzählstrukturen des höfisch-histo­ri­schen Barockromans.

    Von 1964 bis 1966 war Wolfgang F. Bender Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität zu Köln. Es folgte die mehrjährige universitäre Tätigkeit in den USA, von 1966 bis 1969 als Assistant Professor of German Literature an der University of California/Davis Campus, dann bis 1972 als Associate Professor. 1972 wurde er zum Wissenschaftlichen Rat und Professor am Germanistischen Institut der Universität Münster ernannt. Von 1987 bis 1989 war er Dekan des Fachbereichs Germanistik.

    Gastprofessuren nahm er in Johannesburg (1970), Kairo (1985 und 1989) und Vilnius (2001) wahr. Seit dem Wintersemester 2000/2001 im Ruhestand, lehrte er gleichwohl weiterhin einige Jahre in Blockseminaren im Germanistischen Institut der Universität Münster. 2001 wurde er mit einer 25 Beiträge enthaltenden Festschrift von Kollegen, Schülern und Freunden geehrt: „Das Schöne soll sein“–  ,Aisthesis‘ in der deutschen Literatur.

    Seine zahlreichen Publikationen zur deutschsprachigen Literatur vom 17. bis zum 20. Jahrhundert dokumentieren die vielfältigen Forschungsinteressen und umfassen ein auch in inhaltlicher Hinsicht breites Spektrum. Er edierte zusammen mit Paul Böckmann und Friedrich Sengle Texte von Johann Jacob Bodmer und Johann Jacob Breitinger (1965, 1966), Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen (1967, 1968, 1970, 1975) und Gotthold Ephraim Lessing (1972). Die perspektiveneröffnende Monographie zu Johann Jacob Bodmer und Johann Jacob Breitinger (1973) bildet nach wie vor die Basis für jegliche Beschäftigung mit beiden Schweizer Autoren. Auch alle Aufsätze zeichnen sich durch vorausgegangene präzise Recherchen und philologische Genauigkeit aus. Neben profunden Studien zur Tradition der Rhetorik im 18. Jahrhundert und über Herzog Anton Ulrich, Daniel Casper von Lohenstein, Johann Jacob Bodmer, Johann Jacob Breitinger sowie Gotthold Ephraim Lessing bilden Autoren der österreichischen Literatur einen Schwerpunkt seiner Forschungen: Mit Werken von Ferdinand Raimund, Franz Grillparzer, Adalbert Stifter, Ingeborg Bachmann und Thomas Bernhard hat er sich intensiv auseinandergesetzt.

    Mehrfach richtete er seine besondere Aufmerksamkeit auf Themenfelder des Theaters und der Schauspielkunst im 18. Jahrhundert. Über seine sich diesen Sujets widmenden Aufsätze hinaus warf der von ihm herausgegebene Sammelband Schauspielkunst im 18. Jahrhundert: Grundlagen – Praxis – Autoren (1992) neues Licht auf dieses Forschungsterrain im Grenzbereich von Literatur- und Theaterwissenschaft. Besonders hervorzuheben ist das zusammen mit Siegfried Bushuven und Michael Huesmann publizierte achtbändige opus magnum Theaterperi­odika des 18. Jahrhun­derts – Bibliographie und inhaltliche Erschließung deutschspra­chiger Thea­terzeitschrif­ten, Theaterkalender und Theaterta­schen­bücher (1994–2005). Über Jahre gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Fritz Thyssen Stiftung und der Fördergesellschaft der Universität Münster, ist ein vorzügliches Hilfsmittel entstanden, mit dem weitgehend unbekanntes Quellenmaterial zur Theatertheorie und -praxis im 18. Jahrhundert erschlossen wird.

    Eine 2019 vorgelegte Monographie mit dem Titel Hauptweg und Nebenwege – Studien zu Lessings „Hamburgischer Dramaturgie“ lenkte den erhellenden Blick auf die Verflechtung sozialgeschichtlicher, anthropologischer und poetologischer Aspekte von Lessings europäisch orientiertem Theaterpanorama.

    Indes war der Beruf des Literaturwissenschaftlers nur zweite Wahl: Schon in jungen Jahren hatte er den Wunsch Pianist zu werden. Sein Herz schlug für klassische Musik und Bühnenkunst und so liebte er besonders die Musik- und Theatermetropole Wien. Wenn Gäste kamen, setzte er sich noch im hohen Alter an seinen Flügel und gab Konzerte – vorzugweise Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Johannes Brahms.

    Wolfgang F. Bender hinterlässt seine Ehefrau, einen Sohn und eine Schwiegertochter sowie zwei Enkelkinder. Ihnen gilt unser tiefes Mitgefühl.

    Der Dekan
    des Fachbereichs Philologie
    Prof. Dr. Eric Achermann

    Die Geschäftsführende Direktorin
    des Germanistischen Instituts
    Prof. Dr. Juliane Stude

    apl. Prof. Dr. Peter Heßelmann
    Germanistisches Institut
    Abteilung Neuere deutsche Literatur

  • Termine mündliche Prüfungen Master of Education

    Die Termine für die mündlichen Prüfungen im Master of Education (Fachdidaktik) stehen nun fest. Weitere Informationen finden Sie hier . 

  • Filme für den Studiengang Sprachliche Grundbildung

    Wir präsentieren Ihnen hier drei Filme, die von Studierenden des Studiengangs „Sprachliche Grundbildung“ im Rahmen eines Projektseminars (M.Ed.) produziert und gedreht worden sind.

     

    Sprachliche Grundbildung an der Uni Münster

    Was macht den Studiengang in Münster aus? Studierende und Dozierende stellen Ihnen den Studiengang vor.

     

     

    Dein Tag in Münster

    Warum Münster? Wie sieht das Leben nach den Lehrveranstaltungen aus? Sie begleiten eine Studierende auf ihrem Weg durch die Stadt.

     

     

     

    Grundschullehrer:in werden

    Warum wollen wir Grundschullehrer:innen werden? Die Interviews mit Lehrkräften und Kindern zeigen Ihnen, warum es sich lohnt!  

     

     

     

    Weitere Informationen zum Studiengang Grundschullehramt finden Sie auf der Seite der Studiengänge.

Veranstaltungen

  • Literaturwissenschaftliches Kolloquium

    © Germanistisches Institut
  • ISI-Deutsch – Vortragsreihe

    © Uni MS

    Die pdf-Datei zum Plakat kann hier abgerufen werden.

  • © CEMES

    CEMES-Vortrag: "Schulaufgaben" 

    Der Flyer als pdf-Dokument findet sich hier

  • Mirrianne Mahn und ihr Roman Issa (Lesung und Gespräch)

    Issa ist schwanger. Doch die Rituale, die sie vor ihrer ersten Geburt durchlaufen soll, stehen ihr noch bevor. Ihre Mutter glaubt, es gehe um Leben und Tod. Issa hingegen weiß, dass sich ihre Mutter nur beruhigen wird, wenn sie den Weg von Frankfurt am Main nach Buea auf sich nimmt. Zunächst lässt Issa die Prozeduren über sich ergehen, kommentiert sie mit ironischer Distanz. Die Reise in ihr Geburtsland Kamerun, zu ihren Omas, wird aber zunehmend zu einer sehr persönlichen Geschichte: Sie lernt, was es für sie bedeutet, mit ihren Ahnen verbunden zu sein. 

    Es sind mehr als 100 Jahre, die zwischen der deutschen Kolonialisierung Kameruns und der Gegenwart liegen. Wie wenig Zeit das eigentlich ist, wird in Mirrianne Mahns Roman deutlich. Als Hintergrund ist die Geschichte immer präsent. Im Vordergrund stehen jedoch die individuellen Erfahrungen und der unbedingte Wille der Frauen. Ihre Schicksale und ihre Stärke wirken immer auch auf die Generationen ein, die ihnen folgen. In größter Einfühlsamkeit und nicht ohne Humor macht Mahn aus Geschichte Literatur.

    • Do, 29.01., 18 Uhr im Stadtmuseum, Treffpunkt im Museumsfoyer (Eintritt frei)
    • Eine Veranstaltung im Begleitprogramm des „Themenraum Kolonialismus“ der Stadt Münster und der Universität Münster im Stadtmuseum Münster
    • Veranstalterinnen: Rita Maricocchi (Englisches Seminar, PTTS), Eva Tanita Kraaz (Germanistisches Institut)
    • In Kooperation mit Afrikanische Perspektiven e.V.
    • Gefördert von: Universitätsgesellschaft e.V.

Neue Veröffentlichungen aus dem Institut

  • © Frank&Timme

    Sebastian Bernhardt (Hg.): Literaturunterricht in den Sekundarstufen zwischen Themenorientierung und Ästhetik. Berlin: Frank&Timme 2025 (=Literatur–Medien–Didaktik, Band 19). 

    Literatur beruht auf eigenen Prinzipien und Normen. Sie ist fiktional, hat aber trotzdem immer einen Bezug zur Wirklichkeit. Deshalb verhandeln literarische Texte und fiktionale Medien auch regelmäßig Schlüsselprobleme ihrer Gegenwart. Dabei eröffnen sie Konfliktfelder und ermutigen zur philosophischen Reflexion. Mithilfe ästhetischer Verfremdung laden Literatur und Medien so zu einem differenzierten Blick auf die Welt ein. Entsprechend bietet sich der Einsatz literarischer Medien im Unterricht der Sekundarstufen an, um auf ungewohnten Wegen an Themen heranzuführen. Die Beiträge in diesem Band demonstrieren anschaulich, wie Literatur erfolgreich in der Schule genutzt werden kann. Sie beweisen zudem, dass Literatur und Medien im Schulunterricht verwendet werden können, ohne ihren Zauber zu verlieren oder zu bloßen Impulsgeber:innen zu werden.

    Weitere Informationen zur Veröfentlichung finden Sie hier.

    Zu den Veröffentlichungen des Instituts. 

  • © Frank&Timme

    Sebastian Bernhardt (Hg.): Literaturunterricht in der Primarstufe zwischen Themenorientierung und Ästhetik. Berlin: Frank&Timme 2025 (=Literatur–Medien–Didaktik, Band 18).

    Wenn Kinderliteratur in der Grundschule zum Einsatz kommt, steht die Leseförderung in der Regel an erster Stelle. Oft geht es aber auch darum, Kinder an Themen heranzuführen, ihre Neugierde zu wecken und sie zum Nachdenken anzuregen. Wie das gelingen kann, steht im Mittelpunkt dieses Bandes. Die Autor:innen greifen dabei durchaus „heikle“ Themen auf, darunter Tod und Trauer, Vorurteile, Missbrauch, Umweltbewusstsein oder den Kampf für Kinderrechte. Anhand von konkreten Textbeispielen aus der Kinderliteratur entwickeln sie Perspektiven für einen themenorientierten Literaturunterricht in der Grundschule. Dabei kommt die Literatur trotz aller didaktischen Kniffe sehr wohl in ihrer ganzen Vielfalt und Strahlkraft zur Geltung.

    Weitere Informationen zur Veröffentlichungen finden sich hier.

    Zu den Veröffentlichungen des Instituts. 

Stellen, Praktika, Austauschprogramme

  • "TEXTPRAXIS" sucht Redakteur*innen

    Das Online-Journal "Textpraxis", das seit seiner Gründung 2010 inzwischen zu einem
    renommierten Publikationsorgan für den wissenschaftlichen Nachwuchs und etablierte Stimmen
    avanciert ist, sucht Redakteur*innen.

    Promovierende haben die Möglichkeit, im Rahmen der Mitarbeit redaktionelle sowie
    editionstechnische Kenntnisse bei der Herausgabe einer wissenschaftlichen Publikation zu
    erwerben. Das Journal bietet die Gelegenheit, als Herausgeber*in sowie Redakteur*in ein
    wissenschaftliches Journal zu betreuen. Dieses organisiert sich in flachen Hierarchien und
    ermöglicht den Redaktionsmitgliedern, eigene thematische Akzente zu setzen. Die
    Redaktionsmitglieder begleiten alle Schritte der Online-Publikation, vom Lancieren der CfP
    und der Auswahl von Artikeln über die Suche nach adäquaten Gutachter*innen, die
    wissenschaftliche Betreuung der Artikel bis hin zum Layout und Satz sowie der
    internen/externen Kommunikation der Zeitschrift. Damit besteht die Chance, Erfahrungen im
    digitalen Publizieren und in der Open Access Distribution zu sammeln und sich dabei auch
    auf potenzielle Themen- und Aufgabenfelder beruflicher Tätigkeit vorzubereiten.

    Die Zeitschrift ist im Sinne von Open Access frei zugänglich unter
    https://www.textpraxis.net/ und veröffentlicht Beiträge aus allen
    literaturwissenschaftlichen Fächern in den Rubriken "Literatur und Gesellschaft",
    "Theorien der Literaturwissenschaft" und "Literaturwissenschaft und Praxis". Hinzu kommen
    in unregelmäßigen Abständen Sonderausgaben zu bestimmten, enger gefassten Themenbereichen.

    Gesucht sind Promovierende sowohl strukturierter Programme (Kollegs, Graduiertenschulen
    etc.) als auch individueller Verfahren und Mitarbeiter*innenstellen. "Textpraxis" ist eine
    interphilologische Zeitschrift und freut sich deshalb über Promovierende aus allen
    Philologien. Interessierte können sich hier melden:
    textpraxis@uni-muenster.de.