Fellow-Lecture: „The Revolution Will Not Be Televised. Bild und Soziale Gerechtigkeit in digitalisierten Konsumgesellschaften“

Dr. Christopher Nixon

1970 veröffentlichte Gil Scott-Heron sein Gedicht The Revolution Will Not Be Televised vertont auf seinem Debütalbum Small Talk at 125th and Lenox. Die im Text geäußerte Kritik am US-amerikanischen Konsum und dem Massenmedium Fernsehen, die sich leicht an Sozialen Medien und ihren Plattformökonomien aktualisieren ließe, diskutiert auch das Verhältnis zwischen Sozialen Bewegungen und audiovisuellem Bild, das etwa die Schwarze Bürger:innenrechtsbewegung mit ihren Protestbildern und Bildprotesten in den USA prägte. Ihrem Ringen um Soziale Gerechtigkeit kam allerdings die zeitgenössische Theoriebildung nicht bei, wie die Kritik an John Rawls’ Gerechtigkeitstheorie durch den jamaikanischen Philosophen Charles W. Mills zeigt. Diese wird im Vortrag zunächst nachgezeichnet. Im Anschluss daran ist die These zu diskutieren, ob die proprietären Märkte des digitalen Kapitalismus heute defizitäre Vergesellschaftungsformen und Subjektivierungsweisen fördern, die den Erfolg von sozialen Transformationsbewegungen, wie sie seit den 2010er-Jahren beispielsweise die Black-Lives-Matter-Bewegung darstellt, verunmöglichen. Westliche Gesellschaften sind in eine globale Krise geraten, und die digitalisierten Konsumgesellschaften erweisen sich, gerade in Zeiten von KI, Microtargeting und Klicktivismus, als eine für die Zukunft der Demokratie große Herausforderung, die die Politische Theorie und Sozialphilosophie beschäftigen muss. Das konstitutive Verhältnis von Bild und Gerechtigkeit wird dabei erneut auf die Probe gestellt.

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Rubrik
Vorträge, Vorlesungen
Zeitraum
Mo 14.07.2025, 16:15 Uhr - 18:30 Uhr
Reihe
Fellow-Lecture der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“
Ort
Raum 201, Philosophikum, Domplatz 23, 48143 Münster (barrierefreier Zugang)
Eintritt
Anmeldung