Literaturwissenschaft


Wichtige Forschungsschwerpunkte im Bereich der niederländischen Literaturwissenschaft am INP sind die Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts, (narratologische) Textanalyse und Gattungsforschung (insbes. Autobiographie und Autofiktion, historische Romane und Reiseliteraturforschung), Kulturtransferstudien (intra- und interkulturelle Prozesse; Niederlande, Flandern und Deutschland), Reiseliteratur des 19. Jahrhunderts und Übersetzungswissenschaft (rezeptions- und übersetzungsanalytische Forschung deutscher Übersetzungen niederländischsprachiger Literatur).


Die Graduate Schools/Graduiertenkollegs bieten strukturierte Promotionsprogramme für alle literaturwissenschaftlichen Fächer. In der Graduate School Practices of Literature steht das Verhältnis von Literatur/Literaturwissenschaft und Gesellschaft in Zentrum. Im Graduiertenkolleg Literarische Form. Geschichte und Kultur ästhetischer Modellbildung liegt der Fokus auf literarische Formfragen und den Modellbegriff.

  • Mitarbeiter


    Prof. Dr. Lut Missinne

    Dr. Beatrix van Dam

    Nele Demedts

  • laufende Projekte

    50 Jahre IVN: Eine Geschichte der „Internationale Vereniging voor Neerlandistiek“

    Seit 1970 ist die IVN (Internationale Vereinigung für Niederlandistik) eine Plattform für die Niederlandistik. Sie ist sowohl für NiederlandistInnen, die ihr Fach außerhalb des niederländischen Sprachgebiets unterrichten und erforschen, als auch für NiederlandistInnen innerhalb des niederländischen Sprachgebiets unentbehrlich und ermöglicht eine intensive Zusammenarbeit dieser beiden Gruppen.
    Die IVN hat mehrere Aufgaben: Sie organisiert alle drei Jahre für etwa 300 internationale Teilnehmer ein Kolloquium in den Niederlanden oder Flandern, sie bietet eine Plattform für internationale Fachdiskussionen und sie ist für die Herausgabe/Publizierung der Peer-Review-Zeitschrift Internationale Neerlandistiek und der Reihe Lage Landen Studies (Amsterdam U.P.) verantwortlich.
    Während die Geschichte vergleichbarer Organisationen, wie beispielsweise die des DAAD, bereits geschrieben wurde, wird die fünfzigjährige Geschichte der IVN im Rahmen dieses Projektes erstmals dokumentiert. Ziel des vorliegenden Projekts ist die Publikation einer Monographie für ein breites Publikum, die 2021 erscheinen soll.

    Beteiligte WissenschaftlerInnen: Prof. Dr. Lut Missinne, Dr. Jaap Grave

    ‚Wege nach Translantis‘. Handbuch mit Tipps für Anfänger und erfahrene literarische Übersetzer Niederländisch – Deutsch

    In dem Masterstudiengang Interdisziplinäre Niederlandistik mit Schwerpunkt “Literarisches Übersetzen und Kulturtransfer Niederländisch-Deutsch” haben WorkshopleiterInnen und DozentInnen über die Jahre hinweg festgestellt, dass Masterstudierende systematisch die gleichen Übersetzungsfehler machen. Aus diesem Grund wird ein Handbuch zusammengestellt, das Grundregeln und Tipps für das Übersetzen aus dem Niederländischen ins Deutsche bereitstellt.

    Ziel des Projektes ist es, das Wissen erfahrener Übersetzer und die verstreuten Informationen in Bezug auf Übersetzungsprobleme und Lösungsstrategien für das Sprachenpaar NL-DE zu bündeln und auf diese Art und Weise das Fachwissen der Studierenden auszubauen. So können sie die Anfangsphase des literarischen Übersetzens schneller und effizienter durchlaufen, während zusätzlich die Qualität der Übersetzungen verbessert und ein Grundstein für das erfolgreiche Übersetzen gelegt wird. Darüber hinaus können auch erfahrene ÜbersetzerInnen von den präsentierten Lösungsansätzen für typische Übersetzungsprobleme profitieren.

    Beteiligte WissenschaftlerInnen: Prof. Dr. Lut Missinne, Lisa Mensing, M.A.

    Projekt ‚Fiktionalität‘. Interdisziplinär

    Fiktionalität ist ein zentrales und viel diskutiertes Konzept innerhalb der Literaturwissenschaft. Auch in vielen anderen Fachdisziplinen spielt die Frage nach Faktizität vs. Fiktionalität implizit oder explizit eine bedeutende Rolle. Ziel dieses Projektes ist es, einerseits Fiktionalität aus spezifisch literaturwissenschaftlicher Sicht systematisch, umfassend und zugänglich zu erläutern. Andererseits soll der literaturwissenschaftliche Fiktionalitätsbegriff zu Fiktionalitätskonzepten anderer Fachrichtungen in Beziehung gesetzt werden, um spezifische Fiktionalitätskonzepte in diversen Disziplinen zu erschließen. Fiktionalität ist kein einzigartiger Modus von literarischen oder ästhetischen Werken, sondern spielt eine Rolle in der religiösen Praxis, in Moraldiskussionen, in juristischen und wissenschaftlichen Diskursen und im Alltag. Es geht also gleichermaßen um die Frage nach den Spezifika von literarischer Fiktion, wie darum, das Potential des Fiktionalitätskonzepts in anderen Disziplinen auszuloten, die Gemeinsamkeiten mit und die konstituierenden Unterschiede zu den Phänomenen literarischer Fiktionalität zu untersuchen.

    Beteiligte WissenschaftlerInnen: Prof. Lut Missinne, Prof. Ralf Schneider (Uni Bielefeld), Dr. Beatrix van Dam

    Geplante Publikation: Band Fiktionalität in der Reihe ‚Grundthemen der Literaturwissenschaft‘ (2018). Walter de Gruyter Verlag, Berlin & Boston.

    Projekt ‚Autobiographical Literature / Autofiktion‘

    Autobiographical narratives embody central questions of literature and literary studies as well as fundamental issues of human self-relations. As a distinct and differentiated literary genre, life writing encompasses not only autobiography and biography, but also autofiction, letters, journals, illness-narratives, testimonials, memoirs, travel narratives essays, interviews, autographics and various other kinds of text. Film, art and photography, and social networks are prominent autobiographical media as well.
    The forum creates a space for intensive investigations and explorations of concrete texts and materials, as well as for systematic theoretical reflections on the genre itself. It engages in current academic discussions, takes up impulses from other disciplines, and participates actively in the development of new directions of (interdisciplinary) inquiry. The activities of the forum include lectures, workshops, and conferences, as well as co-taught seminars and cross-disciplinary publications.

    Beteiligte WissenschaftlerInnen: Prof. Lut Missinne, Prof. Katja Sarkowsky, Prof. Martina Wagner-Egelhaaf, Kerstin Wilhelms, Nele Demedts (Autobiographieforum)

    Publikation: Oprecht gelogen. Autobiografische romans en autofictie in de Nederlandse literatuur. Vantilt 2013.

    Projekt: ‘Travel writing and travel encounters’

    For many travellers, encounters and conversations with fellow-travellers and local population may not be the main aim of their journey, but they are important side effects of travelling.
    This project investigates where and how Belgian and Dutch travellers between 1860 and 1940 entered into contact with compatriots and with the people of the travelled country, and what their conversations were about. A first question concerns the linguistic dimension of this communication, the foreknowledge and attitudes towards the other language, tensions between nationalistic and multilingual attitudes, and the use of translations and/or intermediaries as translators, interpreters or guides. Secondly, the social homo- or heterogeneity and the circumstances of these encounters, which are preconditioned by the spatial setting and material travel conditions, are being investigated. Thirdly, the contents of their communication and topics of conversation are being examined, i. e. what the conversations are about and which imagological, political, religious or ideological themes and preconceptions characterize this communication.

    Beteiligte WissenschaftlerInnen: Prof. Lut Missinne


    Laufende Promotionsprojekte

    Mataabe Schick, Chimamanda Ngozi Adichie in German(y): A Study of the Translation and Reception of Adichie’s Fiction (working title) (L. Missinne, Zweitbetreuerin)

    Nele DemedtsObjektivität und Objekte in den Romanen der niederländischen Nieuwe Zakelijkheid (Erstbetreuerin L. Missinne)

    Eva-Maria Esseling, Europa erfahren. Literarische Annäherungen im Modus der Bewegung. (Zweitbetreuerin L. Missinne)

    Nicole Pilz, Ein Vergleich der sozialen Rollen von Autoren während der Zwischenkriegszeit anhand von Autorenselbstorganisationen in den Niederlanden, Flandern und Deutschland aus ethnologischer Perspektive (Zweitbetreuerin L. Missinne)

    Simon Scharf, Dissonanz erzählen. Figurenidentität und Romanprofil in der Gegenwartsliteratur. (Zweitbetreuerin L. Missinne)

  • abgeschlossene Projekte

    Abgeschlossene Promotionsprojekte

    Sarah Maass, Leben ohne Eigenschaften - das Ethos des Neutrums bei Robert Musil und Robert Walser (Zweitbetreuerin L. Missinne)

    Katharina Lammers, Lebenswerke. Spezifika der Berufsautobiographie in der Gegenwart (2017, Zweitbetreuerin L. Missinne)

    Frederike Zindler, Der Emigrant und ‚Holländer‘ H. Wielek als Mittler. Beobachtungen und Engagement Wilhelm Kweksilbers (1912-1988) im deutsch-niederländischen Kontext. (2016, Erstbetreurin L. Missinne)

    Beatrix van Dam, Geschichte erzählen. Repräsentation von Vergangenheit in deutschen und niederländischen Texten der Gegenwart. (2015, Erstbetreuerin L. Missinne)

    Tobias Temming, Widerstand im deutschen und niederländischen Spielfilm. Geschichtsbilder und Erinnerungskultur (1943-1963). (2014, Zweitbetreuerin L. Missinne)

    Roos Beerkens, Receptive Multilingualism in the frontier area between the Netherlands and Germany. A Comparison between Civil and Governemental Intercultural Discourse. (2010, Erstbetreuerin L. Missinne)