Katharina Lammers
Katharina Lammers

Lebenswerke. Zur Berufsautobiographie in der Gegenwart.

Bild der Publikation
© Königshausen & Neumann

Der Beruf ist konstitutiv für die Selbst- und Autobiographie-Konstruktion. Dieser Beobachtung nachgehend untersucht die Arbeit populäre Autobiographien, die ein erhebliches Segment des Genres darstellen, bislang literaturwissenschaftlich aber eher vernachlässigt worden sind. Darin wird geprüft, was es für die autobiographische Textkonstruktion bedeutet, wenn der Beruf des Verfassers nicht – wie in literarischen Autobiographien – Autor, sondern Manager, Politiker, Künstler oder Wissenschaftler lautet. Das Projekt geht der These nach, dass sich das berufliche Selbstverständnis des Autobiographen/der Autobiographin in medialen, rhetorischen und narrativen Textverfahren widerspiegelt und damit sein/ihr Beruf konstitutiv für die Selbst- und Autobiographie-Konstruktion ist. Dazu werden zeitgenössische Autobiographien aus je vier Berufszweigen vergleichend untersucht. Zum Textkorpus gehören u.a. die Auto. Biographie des Unternehmers Ferdinand Piëch, die Selbstbiographie Winter im Sommer – Frühling im Herbst. Erinnerungen des Bürgerrechtlers Joachim Gauck, die Bekenntnisse der Künstlerin Nina Hagen und die Autobiographie Mit dem anderen Auge des Mediävisten Peter Wapnewski. Das Projekt zielt darauf ab, einen Genrebegriff für diese berufsspezifischen Ich-Konstruktionen zu entwickeln, die ‚populäre Autobiographie‘ zu konzeptualisieren und den Ghostwriter in die Autobiographiedebatte einzubinden.

Die Dissertation wurde 2019 bei Königshausen & Neumann veröffentlicht.

Fach: Germanistik
Betreuerinnen: Prof. Dr. Martina Wagner-Egelhaaf, Prof. Dr. Lut Missinne

  • Aktuelles

    Mitarbeiterin in der Abteilung Literatur- und Mediendidaktik, Germanistisches Institut, WWU Münster

  • Akademischer Werdegang

    2018 Disputation
    2017 Promotion, Graduate School Practices of Literature, Münster
    2012 - 2015 Stipendiatin in der Promotionsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung
    2011 - 2012 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Germanistischen Institut, Abteilung Literaturdidaktik, WWU Münster
    2010

    Master of Education & Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien

    2009 - 2011 Wissenschaftliche Hilfskraft der Arbeitsgruppe "Autorschaft" am Exzellenzcluster "Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und Moderne" der WWU Münster
    2007 - 2009 Studentische Hilfskraft für Prof. Dr. Johannes Hahn am Institut Epigraphik, WWU Münster
    2005 - 2010 Studium der Fächer Germanistik und Geschichte, WWU Münster
  • Publikationen

    Voraussichtlich 2019

    Gemeinsam mit Marion Bönnighausen und Dirk Reimann: Auf dem Weg zur "Leseschule NRW". Implementation und Evaluation eines systematischen Leseförderprogramms - Erste Befunde [Arbeitstitel]. In: Praxiserfahrungen: Arbeiten mit Konzepten der Sprach- und Schriftsprachförderung. Hrsg. von Cora Titz [u.a.]. Stuttgart: Kohlhammer [Publikationsdatum noch unbekannt] (= Bildung durch Sprache und Schrift 3).
    2019 Lebenswerke. Zur Berufsautobiographie in der Gegenwart. Würzburg: Hönigshausen & Neumann 2ß19 (=Film - Medium - Diskurs 95) [zugl. Münster, Univ., Diss. 2017].
    2018 Gemeinsam mit Iuditha Balint, Kerstin Wilhelms und Thomas Wortmann: Opus und labor. Arbeit in autobiographischen und biographischen Erzählungen. Essen: Klartext 2018 (= Schriften des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt 31).
    2018 Worklife - lifework. Zur autobiographischen Lebensbilanz als Berufsbilanz in Ferdinand Piéchs "Auto.Biographie" und Wolfgang Niedeckens "Für 'ne Moment". In: Opus und labor. Arbeit in autobiographischen und biographischen Erzählungen. Hrsg. v. Iuditha Balint [u.a.]. Essen: Klartext 2018. S. 107-129 (= Schriften des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt 31).
    2017 Vitry, Philippe de. In: Lexikon der Kirchenmusik. Hrsg. v. Günther Massenkeil [u.a.]. Bd. 2. Laaber: Laaber Verl. 2013. S. 1352-1353