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Herzliche Einladung zum Ethik-Vortrag

Am Dienstag, den 28.01.2020 um 18 Uhr c.t.

wird Frau Prof. Dr. Elisa Klaphek, die auch als Rabbinerin in Frankfurt a.M. wirkt, einen Vortrag zum Thema

"Judentum und Demokratie – Die talmudischen Grundlagen für Rechtsstaatlichkeit, Pluralismus und Religionstoleranz" halten.

Bundestagsbeschluss zur Neuregelung der Organspende

Münster, den 16.01.2020

„In der Perspektive der Evangelischen Theologie ist die heutige Entscheidung des Deutschen Bundestages zu begrüßen“, sagt Prof. Dr. Arnulf von Scheliha, Professor für Theologische Ethik und Direktor des Instituts für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften an der WWU Münster. „Die Einführung der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn favorisierten sog. doppelten Widerspruchslösung hätte die menschlichen Körper faktisch verstaatlicht. Das widerspricht der reformatorischen Lehre von den zwei Regierweisen Gottes, nach der staatliche Macht den Menschen nur zwingen oder Gewalt antun darf, um akute Bedrohungen abzuwehren oder Unrecht zu bestrafen. Überdies hätte man sich über ernst zu nehmende Bedenken vieler Menschen gegen den sog. Hirntod hinweggesetzt, der in der Regel Voraussetzung für eine Organtransplantation ist. Mit Blick auf die berechtigten Sorgen und dringenden Nöte derjenigen Menschen, die schwer erkrankt sind und auf eines der wenigen gespendeten Organe warten, hat der Bundestag wichtige Schritte in Richtung Aufklärung und Werbung beschlossen, um die allgemeine Bereitschaft zur Organspende in der Bevölkerung zu erhöhen. Ethisch gesehen kann dies nur auf der der Basis einer freien Entscheidung auf informierter Grundlage geschehen. Dem wird nun Rechnung getragen. In dieser Richtung können noch weitere Schritte getan werden, an denen sich auch die Religionsgemeinschaften und ihre Mitglieder beteiligen können. Denn Organspende-Bereitschaft ist Teil christlichen Nächstenliebe und Fürsorge“.

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Studierendenpreis des Instituts für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften

Anbei findet sich die aktuelle Ausschreibung des IfES-Preises für Studierende. Der Preis für die beste bei einem der Lehrenden des Instituts geschriebene Hausarbeit ist mit 250 EUR dotiert. Vorschläge können in der Zeit vom 01.12.2019 bis 31.12.2019 digital oder in Papierform beim Vorstand des Vereins eingereicht werden. Vorschlagsberechtigt sind die Lehrenden des Instituts für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften; Eigenbewerbungen von Studierenden sind ebenfalls willkommen.

IfES-Preis 2019

Podiumsdiskussion: „Potenziale gegen Antisemitismus im Islam und Christentum“

Am Mittwoch, den 18.12.2019 nimmt Herr Prof. von Scheliha an der vom Verein „begegnen e.V. – Für Toleranz in NRW“ in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Religion und Politik“ sowie dem Zentrum für Islamische Theologie der WWU Münster organisierten Podiumsdiskussion zum o.g. Thema teil.
Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Erbdrostenhof, Salzstr. 38, 48143 Münster.

Nähere Informationen, etwa zu den weiteren Diskussionsteilnehmenden, finden sich hier.
Um Anmeldung wird bis zum 11.12.2019 unter anmeldung@begegnen.nrw gebeten.

© IfES/freigegeben von Gerd Neuhold, Graz

Gössmann-Preis 2019 am Tag der Menschenrechte an Privatdozentin Plonz überreicht

In einer Feierstunde in der Aula der Karl-Franzens-Universität Graz überreichte der Dekan der katholisch-theologischen Fakultät, Prof. Dr. Christoph Heil, am 10.12. den diesjährigen „Elisabeth-Gössmann-Preis für hervorragende Arbeiten zur Frauen- und Geschlechterforschung“ an die evangelische Theologin Dr. habil. Sabine Plonz (Coesfeld/Westf.). Sie ist Privatdozentin für Ethik im FB 01 der WWU Münster.
Ausgezeichnet wurde ihre Untersuchung „Wirklichkeit der Familie und protestantischer Diskurs. Ethik im Kontext von Re-Produktionsverhältnissen, Geschlechterkultur und Moralregime“ (2018).

Die Laudatio hielt die Religionswissenschaftlerin und Juryvorsitzende Professorin Dr. Ulrike Bechmann. Plonz habe mit ihrer Untersuchung zur „Dekonstruktion patriarchalischer und restaurativer Politik“ beigetragen.
Sie setze sich kritisch mit den normativen Auffassungen zu Ehe, Familie und Geschlecht im deutschen Protestantismus auseinander. Darin sei es seit Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem um die männliche Selbstbehauptung gegangen. Diese Vorstellungen hätten auch das Profil des Wohlfahrtsstaats beeinflusst, der seinerseits die Familien und ihre Lebensbedingungen lange vernachlässigt oder für patriarchalische und nationale Zwecke instrumentalisiert habe.
Die Analysen zur Wirklichkeit der Familie in Geschichte und Gegenwart der jetzt ausgezeichneten Ethikerin sprächen zudem heute kontrovers diskutierte sozialpolitische Fragen an.

In ihrem Festvortrag unterstrich Sabine Plonz den Bezug ihrer Forschungsarbeit zur UN-Menschenrechtserklärung vom 10.12.1948, zu ihren Vorläufern und Weiterentwicklungen.
Die historische Frauenbewegung habe in Deutschland gegen die Menschenrechtsdistanz der Protestanten angehen müssen.
Verwirklichung und Überzeugungskraft der allgemeinen Menschenrechte hingen auch heute daran, dass sie konkret ausgegrenzte oder vernachlässigte Gruppen stärken. So gehe es z.B. um menschenwürdige Arbeitsverhältnisse in der häuslichen Pflege, um die Menschenrechte von Kindern, die in Armut aufwachsen oder unter familialer Gewalt leiden und um das Recht auf Familie der bei uns lebenden Geflüchteten.

Protestantisches Familienbild?! – Tagung vom 27.-28.9.2019 an der Evangelisch-Theologischen Fakultät Münster

Vom 27. bis zum 28. September 2019 fand an der Evangelisch-Theologischen Fakultät Münster eine Tagung zum Thema "Protestantisches Familienbild ?! – Grundlegungsfragen im Gespräch mit aktuellen sozialphilosophischen und -wissenschaftlichen Theorien" statt. Weitere Informationen zu dieser Tagung finden Sie hier.

Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste nimmt Prof. Dr. Arnulf von Scheliha auf

Prof. Dr. Arnulf von Scheliha ist am 15. Mai 2019 in Düsseldorf in die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste (AWK) aufgenommen worden. Neben dem Direktor des Instituts für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften wurden sieben weitere Wissenschaftler und zwei Künstler als neue ordentliche Mitglieder sowie zwei neue sogenannte korrespondierende Mitglieder aufgenommen. 

Arnulf von Scheliha ist seit 2014 an der WWU, sein Lehrgebiet ist die theologische Ethik. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen politische sowie Friedens- und Umweltethik, Religionspolitik und die Theologiegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Die Aufnahme in die NRW-Akademie sieht der 58-Jährige "als große Ehre und Herausforderung". In Zeiten globaler Probleme würden von den Wissenschaften mehr denn je gemeinsame Anstrengungen und interdisziplinäre Ansätze erwartet, um Bedrohungen abzuwenden und neue Wege zu finden. "Diese Gelehrtengesellschaft bietet dafür eine vorzügliche Plattform", sagte der Theologe. Bei der Feierstunde in Düsseldorf, an der auch WWU-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels teilnahm, überreichte Akademiepräsident Prof. Dr. Wolfgang Löwer den neuen Mitgliedern die Aufnahmeurkunden.

Die AWK ist eine Vereinigung der führenden Forscherinnen und Forscher in NRW. Es gehört zu den Aufgaben der Akademie, die Landesregierung in Fragen der Forschungsförderung zu beraten und wissenschaftliche Forschung anzuregen, aber auch in gesellschaftlich relevanten Fragen wissenschaftlich gestützte Argumente und Entscheidungshilfen anzubieten.

Studierendenpreis des Instituts für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften (IfES-Preis)

Den IfES-Studienpreis 2018 erhielt Frau Nadja Heuermann für ihre hervorragende Proseminararbeit „Die Mitleidsethik von Arthur Schopenhauer“. Der Preis ist mit 250 EUR dotiert und wurde im Rahmen der Studienabschlussfeier der Fakultät am 14. April 2019 feierlich überreicht.

Aktuelle Neuerscheinungen des Instituts für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften

Scherf, David. Gesetz und Evangelium im Nachkriegsprotestantismus. Eine Untersuchung am Beispiel von Ernst Wolf, Helmut Thielicke und Carl Heinz Ratschow. Tübingen 2019 [Religion in der Bundesrepublik Deutschland, Bd. 5].

Weitere Informationen finden Sie hier.

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Das Buch "Religionspolitik heute. Problemfelder und Perspektiven in Deutschland", herausgegeben von Daniel Gerster, Viola van Melis und Ulrichem Willems, zu dem auch Arnulf von Scheliha einen Beitrag beigesteuert hat, ist nun im Repositorium der ULB Münster als Open-Access-Datei hier verfügbar. Abbildung von Gerster / Melis / Willems | Religionspolitik heute | 2018 | Problemfelder und Perspektiven...
Emanuel Hirsch, Leitfaden zur christlichen Lehre. Kritische Neuausgabe, herausgegeben, eingeleitet und mit Registern versehen von Arnulf von Scheliha und Justus Bernhard, Kamen 2019 [Emanuel Hirsch: Gesammelte Werke, Bd. 17]. https://www.uni-muenster.de/imperia/md/images/evtheol/ifes/hirsch_leitfaden.jpeg

von Scheliha, Arnulf. Religionspolitik. Beiträge zur politischen Ethik und zur politischen Dimension des religiösen Pluralismus. Tübingen 2018.

Weitere Informationen zur Publikation finden Sie hier sowie hier auf den Seiten des Exzellenzclusters Religion und Politik.

https://www.uni-muenster.de/imperia/md/images/evtheol/ifes/religionspolitikjpg.jpeg

Jäger, Sarah; von Scheliha, Arnulf (Hg.). Recht in der Bibel und in kirchlichen Traditionen. Wiesbaden 2018.

Weitere Informationen zur Publikation finden Sie hier.

Plonz, Sabine. Wirklichkeit der Familie und protestantischer Diskurs. Ethik im Kontext von Re-Produktionsverhältnissen,
Geschlechterkultur und Moralregime. Baden-Baden 2018.

Weitere Informationen zur Publikation finden Sie hier sowie in der Kurzvorstellung.

Wirklichkeit der Familie und protestantischer Diskurs - Ethik im Kontext von Re-Produktionsverhältnissen, Geschlechterkultur und Moralregime

Gabriel, Karl; Reuter, Hans-Richard (Hg.). Religion und Wohlfahrtsstaatlichkeit in Deutschland. Konfessionen Semantiken - Diskurse. Tübingen 2017.

Weitere Informationen zur Publikation finden Sie hier.

Cover

Lappenküper, Ulrich; Ritter, André; von Scheliha, Arnulf (Hrsg.). Europäische Kulturkämpfe und ihre gegenwärtige Bedeutung. Paderborn 2017.

Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier.

Rinderspacher, Jürgen. Mehr Zeitwohlstand. Für den besseren Umgang mit einem knappen Gut. Freiburg 2017.

Weitere Neuerscheinungen finden Sie hier.