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Schülerinnen und Schüler erforschen die Rechtsgeschichte Münsters

Mit der Geschichte des Rechts in Münster setzten sich im Schuljahr 2025/26 die Schüler:innen des Zusatzkurses Geschichte der Q2 der Gesamtschule Münster Mitte auseinander. Unter Leitung der Lehrkräfte Julia Börger und Dirk Männicke befassten sie sich dabei mit zahlreichen spannenden Themen und gewannen neue Einblicke in die Münsteraner Rechtsgeschichte. Der Kurs fand in Kooperation mit dem Käte Hamburger Kolleg „Einheit und Vielfalt im Recht“ statt.

Ausgangspunkte der Projektarbeit der Schüler:innen war ein Input von Lennart Pieper und Kathrin Schulte, dem Team der Wissenschaftskommunikation des Kollegs, zu Beginn des Schuljahres. Sie stellten dem Kurs das Kollegprojekt „Orte des Rechts“ vor, das verschiedene historische Münsteraner Rechtsorte über eine interaktive Karte zugänglich macht. Bei einem Termin im Stadtarchiv bekam der Kurs außerdem Einblick in die Bestände und die Arbeit mit historischen Quellen.

Die folgenden Monate nutzen die einzelnen Projektgruppen, um Erfahrungen im wissenschaftlichen und projektbasierten Arbeiten zu gewinnen. Mit Unterstützung der Lehrkräfte formulierten sie Forschungsfragen, schnitten ihre Themen zu und recherchierten. Sie tauschten sich mit vom Kolleg vermittelten Expert:innen aus, kontaktierten Archive und arbeiteten dort mit den historischen Quellen. Doch nicht nur die Recherche zu den rechtshistorischen Themen beschäftigte die Gruppen, sondern auch die Aufbereitung und Vermittlung der erarbeiteten Inhalte: Sie produzierten Podcasts oder Hörspiele, schufen Websites, Videos und Broschüren, empfanden historische Zeitungen nach und kreierten Stadtführungen und Audioguides.

Die Präsentation der Ergebnisse fand schließlich am 13. März 2026 im Käte Hamburger Kolleg in Form eines Workshops statt, an dem neben den Schüler:innen und Lehrkräften auch zahlreiche Mitglieder des Kollegs teilnahmen. Nach einer schlaglichtartigen Präsentation der einzelnen Projekte konnten sich Schüler:innen, Lehrer:innen und Kollegsangehörige zu den einzelnen Projekten austauschen. Das Spektrum der Themen aus der Münsteraner Rechtsgeschichte war dabei breit gefächert: es reichte von den Wiedertäufern, der Geschichte einer Räuberbande und Aspekten der Hexenverfolgungen über Bauwerke wie den Zwinger und die JVA. In einem Hörspiel wurden neue Perspektiven auf Annette Droste-Hülshoffs Judenbuche entwickelt, andere Projekte befassten sich mit „Euthanasie“ und Zwangsarbeit während des Nationalsozialismus, Fragen des Kirchenasyls, der Geschichte der Hanse in Münster und weiteren historischen Rechtsfällen, darunter auch die Strafvollstreckung in historischer Perspektive.

Gemeinsam blickte man abschließend auf die Arbeit der vergangenen Monate zurück. „Mir hat am meisten Spaß gemacht, dass man selbstständig arbeiten konnte und auch mal auf eine andere Art und Weise recherchieren konnte. […] Wir sind [..] zum Stadtarchiv gefahren, haben dort in Akten herumgewühlt und haben uns so die Informationen zusammengesucht. Das war eine Erfahrung, die ich echt interessant fand“, erzählt Erik Lutherer während des Workshops. „Hier kann man viel freier arbeiten und so, wie es später [im Berufsleben] wirklich ist: Selber Informationen herausfinden und gucken, wie wahr sind die überhaupt“, ergänzt Elisabeth Czajka. Auch Julia Börger, eine der beiden betreuenden Lehrkräfte, ist begeistert von der Projektarbeit und deren Ergebnissen: „Was ich richtig interessant finde, ist diese Anfangsphase, wenn man merkt, die Schülerinnen und Schüler haben Feuer gefangen und jetzt fangen sie an zu Forschen und zu gucken und man kriegt mit, dass sie in ihrem Thema angekommen sind.“

Und Ulrike Ludwig, eine der beiden Direktorinnen des Kollegs, erklärt: „Ich bin beeindruckt von der Arbeit der Schülerinnen und Schüler – sowohl von den entwickelten Frageperspektiven und der inhaltlichen Erschließung der Quellen als auch von den vielfältigen, sehr kreativen Aufbereitungen. Was hier entstanden ist, ist unterhaltsam und klug. Die Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Münster Mitte ist für uns wirklich bereichernd und zudem lehrreich. Denn sie zeigt, wie gut die Auseinandersetzung mit rechtshistorischen Fragestellungen in der Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schüler gelingen kann.“  

Workshop zu "Orten des Rechts"

Im Anschluss an die "Projektbörse" diskutierten die Teilnehmenden des Workshops ihre Erfahrungen.
Im Anschluss an die "Projektbörse" diskutierten die Teilnehmenden des Workshops ihre Erfahrungen.
© KHK EViR
  • Ulrike Ludwig, eine der Direktorinnen des Kollegs, begrüßte die Teilnehmenden des Workshops im Namen des Kollegs.
    © KHK EViR
  • Die Schüler:innen des Projektkurses stellten ihre Projekte kurz vor, ehe es im Ramen der "Projektbörse" die Möglichkeit gab, sich tiefergehend mit den einzelnen Inhalten zu befassen.
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  • Die Teilnehmenden des Workshops konnten die Projektergebnisse über QR-Codes aufrufen und so beispielsweise Podcasts bzw. Hörspiele hören, an Stadtführungen teilnehmen, Websits besuchen und ähnliches.
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  • Die Schüler:innen präsentierten ihre Projektergebnisse im Rahmen einer "Projektbörse".
    © KHK EViR