Call for Abstracts

© Dr. Azza Osman Bakr/ZIT

Internationale Online-Konferenz

Religiöse und kulturelle Transformationen zwischen Theorie und Praxis

Religiöse Institutionen in Krisenzeiten – Vom Arabischen Frühling bis zum Covid-19

Münster/Tübingen, Deutschland und Kairo, Ägypten
01.–03.07.2021

Organisiert vom
Zentrum für Islamische Theologie der Universität Münster (ZIT), Deutschland und vom
Zentrum für Islamische Theologie der Universität Tübingen (ZITh), Deutschland
in Zusammenarbeit mit
der Fakultät Dar-al-Ulum der Universität Kairo, Ägypten
der Arabischen Gesellschaft für Islamische Zivilisation und Kunst in Kairo, Ägypten
und der APTEES-Stiftung in Straßburg, Frankreich
Unter der Schirmherrschaft
des Präsidenten der Universität Kairo
Prof. Dr. Mohammed Othman El-Khosht

Information in English              معلومات عن المؤتمر باللغة العربية


Präambel:

Die Untersuchung sozialer und religiöser Transformationen bedeutet, die Umstände des gesellschaftlichen Wandels zu erforschen, auch wenn sich diese Veränderungen zu einem bestimmten Zeitpunkt nur auf eine Dimension erstrecken sollten. Das Ziel besteht darin, sich auf Veränderungen zu konzentrieren, die umfassende Umstrukturierungen oder qualitative Entwicklungen hervorrufen. Zentral dabei ist, Wandel nicht nur im Bereich sozialer Normen und moralischer und religiöser Werte aufzeigen zu können, sondern auch im Rahmen der Wissensproduktion, die sich aus der Veränderung des Konzepts der öffentlichen Sphäre und der Rolle der Technologie ergibt.
Die Aufstände, die den Arabischen Frühling angestoßen hatten, haben ihre Ursachen in politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten, wie etwa niedrige Lebensstandards, zunehmende Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen und erschwerte Teilhabe vieler Bevölkerungsgruppen am politischen Geschehen. Die religiösen Institutionen waren dieser Bewegung keineswegs ferngeblieben, sondern sind in kurzer Zeit zu einem der Hauptakteure geworden. Sie moderierten den Dialog zwischen den gesellschaftlichen Akteuren. Andererseits gab es zunehmende Vorwürfe gegen sie, die sie zurückweisen mussten. Zudem versuchten sie neues Vertrauen in der Bevölkerung zu gewinnen und bestehendes Vertrauen auszubauen.
Die Covid-19-Pandemie ist wie alle Epidemien grundsätzlich eine Herausforderung für Politik, Wirtschaft und insbesondere für das Gesundheitssystem. Aber COVID-19 hat auch die religiösen Institutionen auf eine neue Probe gestellt. Die Pandemie zwang sie, sich Kontexten anzupassen, die von ihnen in anderen Zeiten nicht akzeptiert worden wären. Die religiösen Institutionen mussten mit Maßnahmen reagieren, die bislang nicht in Frage kamen, wie etwa die Schließung der Gebetshäuser und die Aufforderung zur sozialen Distanz als legitimer Routine anstelle des bisher obligatorischen gegenseitigen Besuchs und Kontakts. Darüber hinaus verlangte die neue Situation, den moralischen Wert bestimmter religiöser Praktiken zu prüfen und neue innovative Kommunikationskanäle zu schaffen. Die Umstrukturierung von religiösen Institutionen und das Neudenken ihrer Rolle in der Gesellschaft sowie die Suche nach alternativen, nicht-traditionellen Kommunikationsmethoden gehören somit zu den dringlichen Fragen, die auf verschiedenen gesellschaftlichen, politischen und religiös-institutionellen Ebenen gestellt wurden und werden. Andererseits hob und hebt die Pandemie die Rolle des religiösen Establishments in der geistigen und seelischen Versorgung der Menschen in den Krisenzeiten hervor.

Ziele der Konferenz:

All dies erfordert fundierte, tiefgründige, interdisziplinäre, facettenreiche und vielschichtige Untersuchungen dieser Entwicklungen und Reaktionen der religiösen und gesellschaftlichen Institutionen. Solche Untersuchungen sollen die Bemühungen religiöser Institutionen in Krisenzeiten beleuchten und kreative Lesarten fördern, die religiösen Institutionen helfen, ihre Verantwortung zukunftsorientiert wahrzunehmen und auf neue Herausforderungen zeitgemäße Antworten liefern zu können.
Hierfür gilt es, eine Gruppe von internationalen und interdisziplinären Forscherinnen und Forschern zusammen zu bringen. Sie sollen in diesem Kontext auf der Konferenz, eine Reihe von Fragen diskutieren, die sich mit den sozialen und religiösen Veränderungen in arabischen Gesellschaften im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts befassen. Ziel der Konferenz ist es auch die Rolle religiöser und kultureller Institutionen zu untersuchen und mögliche Ansätze für deren weitere Entwicklung aufzuzeigen.
So stellt die Konferenz u. a. folgende Fragen auf:

  1. Welche Rollen kommen religiösen Institutionen in Krisenzeiten zu?
  2. Welche Rolle haben religiöse Werte und Referenzen in Bezug auf nationale/transnationale Identitäten?
  3. Wie kann ein Dialog, der den gesellschaftlichen Pluralismus wahrnimmt und erörtert, zwischen Religionswissenschaftlern, Theologen und Akademikern weiterer Fachbereiche gefördert werden?

Panel:

A- Der religiöse Diskurs und die Diskurserneuerung:

  1. Erneuerung des religiösen Diskurses: Konzept und Kontrollmechanismen.
  2. Rolle und Bedeutung des religiösen Diskurses bei der Formulierung der Konzepte gesellschaftlicher Transformationen.
  3. Herausforderungen für die nationale und kulturelle Identität.
  4. Erneuerung im religiösen Diskurs zwischen Theorie und Praxis.
  5. Erneuerung der Verständigung zwischen Individuum und der Institution.
  6. Revolution im religiösen Diskurs und die Religion im Diskurs der Revolution.
  7. Theologie des Zusammenlebens – Konzept und Perspektive.

B- Religiöse Institutionen in Krisenzeiten:

  1. Rolle religiöser Institutionen bei der Bewältigung von Herausforderungen.
  2. Rolle der Medien bei der Etablierung religiöser Identität und der Bewusstseinsbildung.
  3. Religiöse Institutionen und Krisenmanagement zwischen Revolution und Epidemie.
  4. Dokumente religiöser Institutionen zu Krisenzeiten.
  5. Rolle religiöser Institutionen in der arabischen und islamischen Welt.
  6. Religiöse Institutionen und die Bekämpfung des Phänomens der Islamophobie.
  7. Religiöse Institutionen und ihre Rolle bei gesellschaftlichen Transformationen.
  8. Das religiöse Establishment und das politische Establishment im islamischen Denken.
  9. Die religiöse Institution: Von der gesellschaftlichen Regelmäßigkeit zur politischen Regelmäßigkeit.

C- Die Soziologie religiöser Transformationen:

  1. Die Wissensrevolution und ihre Auswirkungen auf Produktion und Reproduktion religiöser Werte.
  2. Wissensproduktion und der Strukturwandel der Öffentlichkeit nach Habermas und die Rolle der Technologie.
  3. Veränderungen in intellektuellen und politischen Visionen.
  4. Religiosität unter Muslimen in modernen Kontexten.
  5. Religion und Medien in der Soziologie religiöser Transformationen.
  6. Religiöse Poesie im Kampf zwischen Wahrheit und Illusion.
  7. Digitale Fatwas und die ständige Verschiebung religiöser Referenzen.
  8. Geistliche Führer in Krisenmanagement – Aufgaben und Ansprüche.
  9. Kunst, Architektur und Gesellschaft im Diskurswandel – zwischen Modernisierung und Kulturerbe.

D- Religion und Religiosität in Zeiten von Covid-19:

  1. Die Pandemie und der religiöse Ansatz.
  2. Post-Corona: Staat, Institutionen und Zahlenangaben.
  3. Revolution, Epidemien und religiöse Maxime zwischen Humanismus und Universalität.
  4. Corona-Krise und die Möglichkeit des Wandels.
  5. Covid-19 zwischen Krisenkommunikation und Gemeinschaftsverantwortung.

Bemerkung:

Konferenzsprachen sind Arabisch und Englisch.

Regeln für die Annahme des Forschungspapiers:

  1. Die eingereichten Forschungsarbeiten müssen originell und neu sein und dürfen bislang weder bei einer Konferenz noch bei einer anderen Veranstaltung eingereicht oder veröffentlicht worden sein. Sie müssen nach wissenschaftlichen Standards erstellt worden sein. Die Arbeit muss eine genaue Definition des Themas sowie der wissenschaftlichen Originalität enthalten. Die Referenzen und Quellen sollen im Text angegeben werden, eine bibliografische Liste ist nicht erwünscht.
  2. Die Konferenz findet online statt. Die Beiträge werden online präsentiert und diskutiert über das Programm Zoom.

  3. Der/die Teilnehmer/in muss sowohl auf Arabisch als auch auf Englisch eine Haupttitelseite mit dem Titel der Studie, dem Namen des Autors/der Autorin und seiner/ihrer vollständigen Adresse sowie einer kurzen Biografie einreichen. Diese soll Namen, Qualifikationen, den akademischen Grad, den Arbeitgeber und Hauptwohnsitz sowie eine E-Mail-Adresse beinhalten.

  4. Der/die Forscher/in reicht bis spätestens 01.03.2021 zwei Zusammenfassungen als Word-Datei ein, eine in Arabisch und eine in Englisch, Französisch oder Deutsch, mit einem Umfang von 250 Wörtern und in einer Seitengröße (210 cm x 297 cm/A4). Die Seitenränder betragen auf allen Seiten 2,5 cm.

  5.  Beim Schreiben gilt Folgendes:

    a. Für den Titel der Studienschrift soll bei Arabischer Sprache die Schriftart Arial, Schrittgröße 16 fett zentriert verwendet werden,

    b. Für den Namen des Autors/der Autorin: Schriftgröße 14, rechtsbündig,

    c. Schlüsselwörter: Schriftgröße 14,

    d. Fließtext: Schriftgröße 12,

    e. Nebentitel müssen kurz und klar sein, und fett gedruckt werden und

    f. Die Schriftart Times New Roman muss für Forschungsarbeiten in Englisch, Französisch oder Deutsch verwendet werden

  6. Die schriftlichen Beiträge müssen bis spätestens 01.05.2021 per E-Mail an cract2021@gmail.com gesendet werden.

  7. Die Beiträge der Tagung werden veröffentlicht, zur Wahl steht:

a. Peer-Review-Artikel in der wissenschaftlichen Zeitschrift der Arabischen Gesellschaft für islamische Zivilisation und Kunst in Kairo oder die Zeitschrift Heritage and Design,

b. in einem Sammelband, herausgegeben von der französischen Stiftung APTEES mit französischer ISBN oder

c. in einem Sammelband, herausgegeben von Dr. Ahmed Abd-Elsalam (Zentrum für Islamische Theologie Münster) und Dr. Mahmoud Abdallah (Zentrum für Islamische Theologie Tübingen) in der Reihe Theologie des Zusammenlebens des Grünewald-Verlags mit deutscher ISBN. Die Reihe wird von Prof. Bernd Jochen Hilberath und Dr. Mahmoud Abdallah herausgegeben.

Konferenzpräsident:
Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie Münster, Universität Münster
Prof. Dr. Erdal Toprakyaran, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie, Universität Tübingen
Prof. Dr. Abdelrady Abdelmohsen, Dekan der Dar-al-Ulum Fakultät, Universität Kairo

Ehrenpräsident der Konferenz:
Prof. Dr. Hoda Darwish, Leiter der Abteilung für Komparative Theologie an der Universität Zaqaziq,
Prof. Dr. Yusuf Amer, Mitglied des ägyptischen Senats und Prorektor a. D. der Universität Al-Azhar,
Prof. Dr. Mohammed Zenhom, Vorsitzender der Arabischen Gesellschaft für islamische Zivilisation und Kunst

Wissenschaftliche Koordination:
Dr. Amna Pamoun, Geschäftsführerin, APTEES, Straßburg
Dr. Ahmed Abd-Elsalam, wissenschaftlicher Mitarbeiter, ZIT Münster
Dr. Mahmoud Abdallah, wissenschaftlicher Mitarbeiter, ZITh Tübingen

Organisatorische Koordination:
Prof. Dr. Rasha Mohamed Ali, Fakultät für Angewandte Kunst, Universität Helwan
Dr. Ibrahim Badawy, Geschäftsführer der Arabischen Gesellschaft für Islamische Zivilisation und Kunst und Dozent an der Kunsthochschule


Anmeldung und Information:
Dr. Ahmed Abd-Elsalam
E-Mail: abdelsalam@uni-muenster.de
Telefon: +49 251 83- 26095

Abstrakte sind bis 01.03.2020 und die Artikel bis 01.05.2021 an folgende E-Mail einzureichen:
cract2021@gmail.com

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