Archiv der Kategorie: Fakultät

Zu wenig Arbeitsplätze und Schließfächer! Was macht die Bibliothek?

 

Die Bibliothek hat gemessen an ihrer Attraktivität schlicht zu wenig Arbeitsplätze. Insbesondere in der Klausurenphase ist jeder Platz belegt, wie die obigen Bilder anschaulich zeigen.

 

Abgestellte Taschen und Rucksäcke unmittelbar vor der Leihtheke haben gestern die Eingangstüre für einen Rollstuhlfahrer blockiert. In Folge ging die Glastüre zu Bruch, die Reparatur wird kostspielig.

Was macht die Bibliothek?
Wie berichtet hat die Bibliothek die – berechtigte – Kritik der Medizinstudierenden an fehlenden Arbeitsplätzen (sowohl für Einzelpersonen als auch Gruppen) ernst genommen und einen Lösungsvorschlag erarbeitet: Das Projekt 100plus (PDF). Die beantragten Qualitätsverbesserungsmittel wurden leider nicht in voller Höhe bewilligt, so dass nun eine „Stückellösung“ kommt. Zuerst kommen zusätzliche Schließfächer, im Laufe des Jahres dann aber auch mehr Arbeitsplätze.

Natürlich wird die Bibliothek auch ab sofort darauf achten, dass keine Gegenstände mehr den Behinderteneingang blockieren. Wir sind dabei auf Ihre Aufmerksamkeit und Hilfe angewiesen.

ZB Med unterstützt Begehung durch Wissenschaftsrat mit iPads


Am Tage der Begehung dienten die Bibliothek-iPads dem Wissenschaftsrat u.a. als Namensschilder

Das easystudium-Projekt der Bibliothek ermöglicht es auch, externe iPads zu verwalten und für fakultäre Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen, wie z.B. für den Bildgebungskurs von Frau Dr. Schober. Ein besonderer Wunsch kam dieser Tage aus dem Dekanat: Im Zuge der Vorbereitung des Wissenschaftratsbesuchs und der eigentlichen Begehung wurden 25 iPads für die interne Information und Kommunikation benötigt. Diese konnten schnell und unbürokratisch von der Bibliothek installiert, konfiguriert und an das Dekanat ausgeliefert werden, so dass sie rechtzeitig zur Verfügung standen. Wie zu hören war, kamen die originellen Namensschilder gut bei den Wissenschaftlern an…


Alle acht universitären Medizin-Standorte in Nordrhein-Westfalen sowie die geplanten neuen Standorte Bielefeld und Siegen werden derzeit auf Bitte der Landesregierung beleuchtet. Der Grund: Das Land erwartet Hinweise für eine Stärkung und Profilierung der einzelnen Standorte, verbunden mit entsprechenden Empfehlungen zu ihrer weiteren Entwicklung. Die intensiv vorbereitete Begutachtung bestand vor Ort im Wesentlichen aus einem Frage-Austausch zwischen der aus erfahrenen Wissenschaftlern sowie Experten der Hochschulmedizin bestehenden Wissenschaftsrats-Arbeitsgruppe und ausgewählten Vertretern der Medizinischen Fakultät einschließlich ihrer Studierenden, dem Vorstand und Aufsichtsrat des UKM, dem Rektorat und externen Kooperationspartnern. Die Vor-Ort-Begutachtung umfasste dabei auch mehrere Führungen über den Campus. Jetzt folgen mehrstufige Beratungen innerhalb der Gremien des Wissenschaftsrats. Die Veröffentlichung des Abschlussbe-
richts wird für Oktober 2019 erwartet. (aus dem PulsSchlag)

Wie kommunizieren und publizieren die Forscher der Medizinischen Fakultät?

Eine Umfrage zusammen mit der Universität Utrecht hat nun einen Einblick auf die Art und Weise gegeben, wie Forscher wissenschaftlich kommunizieren und publizieren. Es ging um Fragen à la: „Nutzen Sie Google Drive anstatt Word? Papers anstatt Endnote? Google Scholar anstatt Scopus? Megajournals anstatt Fachzeitschriften? ResearchGate anstatt Archiven?“

Im folgenden werden drei exemplarische Möglichkeiten vorgestellt, wissenschaftlich zu kommunizieren und zu publizieren. Dazu werden die Workflow grafisch charakterisiert:


Traditionell: Literatur wird mit dem Web of Science gefunden, die eigenen Daten mit SPSS analysiert, mit Word das Manuskript geschrieben, in Fachzeitschriften wie Nature veröffentlicht, es mit einer ResearcherID „publik“ gemacht und über den Impact Faktor evaluiert.


Follow the crowd: Bei diesem Workflow verlässt man sich auf neuere, massentaugliche Dienste wie Google Scholar, Excel, Mendeley, Plos One, Researchgate und h-index.


Innovativ: Hier verläßt man die eingefahrenen und bekannten Wege, um mit innovativen Programmen und Methoden zu experimentieren. Man sucht Literatur in den Mendeley-Sammlungen anderer Forscher, analysiert seine Daten mit Hivebench, schreibt mit kollaborativen Tools wie Authorea, publiziert in Open Access-Protalen wie FigShare oder PeerJ, macht sich über ResearchGate und ORCID bekannt und misst seinen Wert per Altmetric-Meldungen in Social Media.

Wie hält es nun der Forscher aus der Medizin?


Der Münsteraner Mediziner kommuniziert und publiziert gerne traditionell.

Der Workflow im Fachbereich 5 ist noch stark durch traditionelle Werkzeuge geprägt wie PubMed, Excel, Word usw. (s.o.). Nach einer Analyse von 88 Rückmeldungen ergibt sich folgendes differenzierte Bild:

  • Search: An 1. Stelle bei der Literatursuche steht PubMed, gefolgt von 2. Google Scholar und 3. Web of Science.
  • Access: An 1. Stelle erfolgt der Zugang zu der Literatur über Institutional Access, gefolgt von 2. Email an den Author und 3. ResearchGate
  • Alerts: An 1. Stelle werden automatisierte Nachrichten via ResearchGate empfangen, bzw. via 2. GoogleScholar
  • Read: An 1. Stelle werden die Paper mit Adobe Reader gelesen, dann mit 2. HTML
  • Analyse: Analysiert wird mit 1. Excel und 2. SPSS
  • Write: Geschrieben wird mit 1. Word und 2. LaTeX
  • Reference: Nr. 1. der Literaturverwaltung ist immer noch EndNote, dan folgen 2. RefWorks und 3. Papers
  • Archive: An 1. Stelle werden die eigenen Paper mit ResearchGate archiviert, dann mit 2. PubMedCentral
  • Journal: Beim Journal wird zunächst auf den 1. Impact Faktor geschaut, dann auf 2. Scopus
  • Publish: Publiziert wird gerne in 1. traditionellen Journals (wie Nature), dann in 2. trad. Open Access Journals (wie die BMC Journals) oder auch 3. Open Access MegaJournals (wie Plos One)
  • Profile: Man hat sein eigenes Profil bei 1. ResearchGate, 2. GoogleScholar Citations oder 3. ORCID
  • Impact: Es wird evaluiert über 1. Impact Faktor, 2. Web of Science und 3. Scopus

„Paper of the Month“ November 2018: Prof. Frank Rutsch aus der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Die Medizinische Fakultät der WWU vergibt eine Auszeichnung für das Paper of the Month.

Für den Monat November 2018 wurde Prof. Frank Rutsch aus der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin für die Publikation: ENPP1-Fc prevents neointima formation in generalized arterial calcification of infancy through the generation of AMP in der Zeitschrift Experimental and Molecular Medicine 50(10).2018: 139 [Volltext]  ausgezeichnet.

Die generalisierte infantile Arterienkalzifikation (GACI) ist eine seltene angeborene Erkrankung, bei der es bereits bei Säuglingen zu ausgedehnten arteriellen Kalzifikationen und Gefäßstenosen kommt. Die Erkrankung wird durch Mutationen im ENPP1-Gen hervorgerufen. ENPP1 codiert für ein Enyzm, das ATP zu AMP und anorganischem Pyrophosphat, einem Kalzifikationshemmer, umwandelt. Bisher existiert keine effektive Therapie für die GACI-Erkrankung.

Es konnte zunächst gezeigt werden, dass arterielle Stenosen wesentlich zur hohen Mortalität der GACI-Erkrankung beitragen. In der Studie wurde der Effekt von rekombinantem Fc-gekoppeltem ENPP1-Protein auf die Proliferation von glatten Gefäßmuskelzellen und auf durch Carotis-Ligatur induzierte Gefäßstenosen im GACI-Mausmodell untersucht. ENPP1-defiziente Gefäßmuskelzellen wiesen eine im Vergleich zu Kontrollzellen zehnfach erhöhte Proliferationsrate auf. Diese erhöhte Proliferation konnte durch das rekombinante ENPP1-Enzym und auch durch Zugabe von Adenosinmonophosphat (AMP) oder Adenosin erfolgreich inhibiert werden. Die subcutane Applikation von rekombinantem ENPP1-Protein im Mausmodell führte zu einem erfolgreichen Rückgang der durch die Ligatur hervorgerufenen Gefäßstenosierung.

Die Forschungsergebnisse belegen eine neue Rolle des ENPP1-Enzyms als Generator von Adenosinmonophosphat in der Gefäßwand zur Hemmung der Proliferation von glatten Gefäßmuskelzellen. Rekombinantes ENPP1-Enzym hat ein hohes Potential für die erfolgreiche Behandlung der GACI-Erkrankung.

Eine Liste aller bisherigen Gewinner der Paper of the Month – Auszeichnung finden Sie hier.

Der Paper of the Month – Aufsteller in der Zweigbibliothek Medizin bietet den Besuchern die Lektüre der Studie vor Ort an.

Foto: MFM/Christian Albiker

Öffnungszeiten: Weihnachten und Jahreswechsel 2018/19

Bis einschließlich Donnerstag, 20.12.2018 und ab Mittwoch, 2.1.2019 gelten die normalen Öffnungszeiten. Von Freitag, 21.12.2018 bis Dienstag, 1.1.2019 gelten die folgenden eingeschränkten Öffnungszeiten:

21.12.:                  8-19 Uhr

22.-23-12.:          10-19 Uhr

24.-26.12.:          geschlossen

27.-28.12.:          8-19 Uhr

29.12.-1.1.:         geschlossen

Die abweichenden Öffnungszeiten von Zentralbibliothek, Handschriften-Lesesaal, Zeitungs- und Pressearchiv, Zweigbibliothek Sozialwissenschaft, Haus der Niederlande und Erziehungswissenschaften finden Sie hier.

Grafik: ZB Medizin

 

25 Jahre ZB Med: Eröffnungsfeier


v.l.n.r. P.teBoekhorst, R.Poll, B.Mersmann, B.Marschall, T.Honka, K.Wiebker, B.Diekmann, N.N., K.Emilius, R.Koch, O.Obst


Bibliotheksdirektor Dr. Peter teBoekhorst von der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) Münster bei seinem Grußwort

Auf der Eröffnungsfeier des ZB Med-Jubiläums am 14. November begrüßte Bibliotheksdirektor Dr. Peter teBoekhorst von der „ZB Med-Mutter“ Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) Münster stellvertretend für die Leitende Bibliotheksdirektorin Frau Dr. Beate Tröger die eingeladenen Ehrengäste, darunter auch die ehemalige Direktorin der ULB, Frau Dr. Roswitha Poll. Frau Poll hatte seit den späten 80er Jahren zusammen mit dem ersten ZB Med-Leiter, Dr. Manfred Wagner, unermüdlich an der Umsetzung der Idee einer zentralen Fachbibliothek Medizin gearbeitet. Unter dem Motto „Zentralisierung und Digitalisierung“ wies teBoekhorst darauf hin, dass mit der Gründung der Zweigbibliothek Medizin vor 25 Jahren ein umwälzender Prozess der Zentralisierung im Bibliothekssystem der Universität Münster begann:

An die Stelle Dutzender Klinikbibliotheken unterschiedlichster Größe, trat ein zentraler Lernort im Herzen des Universitätsklinikums – in den Räumen der ehemaligen Wäscherei. Boten die meisten der kleinen Klinikbibliotheken unattraktive Öffnungszeiten, steht die Zweigbibliothek Medizin ihren Benutzern an 7 Tagen die Woche offen. Wurde das Gros der Kleinbibliotheken quasi im Nebenamt geführt, arbeitet in der Zweigbibliothek Medizin ausschließlich bibliothekarisches Fachpersonal. Verfügten die Kleinbibliotheken über ein begrenztes Angebot an Büchern und Zeitschriften, erobert die Zweigbibliothek Medizin in vielen Rankings vorderste Plätze durch ihr umfassendes Literaturangebot. Dank ihres technikaffinen Leiters hat die Zweigbibliothek Medizin im Bibliothekssystem der WWU immer eine Vorreiterrolle in diesem Innovationsprozess eingenommen. Das kann nur gelingen mit einem engagierten, innovationsfreudigen, den Anliegen der Nutzerinnen und Nutzer verpflichteten Bibliotheksteam. Ich bin sehr froh, dass wir ein solches Team haben.


Für die Medizinische Fakultät war Studiendekan Herr Prof. Marschall gekommen, der stellvertretend für Dekan Herrmann die Zweigbibliothek und das Bibliotheksteam würdigte.

Anschliessend bedankte sich Dr. Oliver Obst, der Leiter der Zweigbibliothek, in bewegten Worten für die gesprochenen Lob- und Grußworte. Obst liess es sich im Weiteren nicht nehmen, dem Geschäftsbereich Infrastrukturmanagement – in Person von Dipl.Ing. Stephan Triphaus und Markus Mücke – für die seit Jahren hervorragende Betreuung des Hauses zu danken, die über eine reine Instandhaltung weit hinausgeht. Die präzise Neugestaltung des Aufzugschachts war dem engagierten Grafiker- und Malerteam mit Christian Kemper und Oliver Boeing geschuldet. Obst bedankte sich darüber hinaus bei den Referenten der Coffee Lectures und den Sponsoren Thieme, Elsevier, UpToDate, Ovid und Miamed. Schliesslich gebührte den Mitarbeiter*innen der Bibliothek Dank für die geleistete Arbeit der letzten 25 Jahre, darunter:

  • 1.298.753 ausgeliehende Bücher,
  • 147.332 bestellte Fernleihen,
  • 4.386.056 Benutzer,
  • 477.044 Auskünfte, davon 45.778 per Email,
  • 8.441.515 Papierkopien,
  • 225.732.853 heruntergeladene Seiten aus Büchern und Zeitschriften,
  • 2.736 Schulungen mit 28.332 Teilnehmern
  • und 200.374 als App ausgegebene Bücher.

Mit einer Fotopräsentation durch die Geschichte der Zweigbibliothek Medizin startete Obst die Serie der hochrangingen Coffee Lectures.

   
   
Während der Feier gab es viele Gelegenheiten für anregende Gespräche.

Startschuss für eine Nationale Forschungsdateninfrastruktur

In einer Pressemitteilung teilt die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) mit, sich darauf geeinigt zu haben, eine Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) aufzubauen und gemeinsam zu fördern. Dieses Programm ist Teil eines für Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wichtigen Förderpakets, auf das sich die GWK geeinigt hat. Hierzu gehören außerdem:

  • Gewinnung und Entwicklung von professoralem Personal an Fachhochschulen
  • Förderung der angewandten Forschung und Entwicklung an Fachhochschulen
  • Förderung von Forschungsbauten, Großgeräten und Nationalem  Hochleistungsrechnen an Hochschulen

Für Aufbau und Förderung der NFDI wollen Bund und Länder bis 2028 jährlich bis zu 90 Mio. Euro im Endausbau bereitstellen, hiervon bringt der Bund 90 Prozent auf, 10 Prozent der Kosten tragen die Länder. Das Programm startet am 1. Januar 2019.

Derzeit oft dezentral, projektförmig und temporär gelagerte Datenbestände von Wissenschaft und Forschung sollen im Rahmen der NFDI für das gesamte deutsche Wissenschaftssystem systematisch erschlossen werden. Die NFDI soll Standards im Datenmanagement setzen und als digitaler, regional verteilter und vernetzter Wissensspeicher Forschungsdaten nachhaltig sichern und nutzbar machen. Auf diese Weise wird eine unverzichtbare Voraussetzung dafür geschaffen, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen und Innovationen in Forschung und Gesellschaft zu ermöglichen.

Die NFDI soll von Nutzern und von Anbietern von Forschungsdaten im Zusammenwirken mit Einrichtungen der wissenschaftlichen Infrastruktur – wie z.B. Fachinformationszentren – ausgestaltet werden. Sie werden zu diesem Zweck in Konsortien zusammenarbeiten, die im Rahmen des Programms eine finanzielle Förderung erhalten können. Der Förderbeginn der Konsortien ist für Sommer 2020 vorgesehen. Das wissenschaftsgeleitete Verfahren zur Begutachtung der Förderanträge von Konsortien führt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) durch; die Entscheidungen über die Förderung trifft die GWK auf der Grundlage der Begutachtungsergebnisse der DFG.

Die GWK-Vorsitzende, Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, sagte: „Mit der NFDI etablieren wir ein übergreifendes Forschungsdatenmanagement im deutschen Wissenschaftssystem. Wenn wir von Daten als dem Rohstoff der Zukunft sprechen, dann ist die NFDI quasi eine Raffinerie, in der Daten aufbereitet, für alle zugänglich und damit nutzbar werden. Dabei hat die NFDI einen entscheidenden Vorteil: Die Daten werden nicht verbraucht – sie sind auch weiterhin in ihrem Rohzustand vorhanden, können von anderen Wissenschaftlern nachgenutzt und für eigene, auch völlig andere Forschungsfragen herangezogen werden. Der Datenschatz in der NFDI wird durch seinen Gebrauch nicht verringert, er wächst dadurch vielmehr immer weiter.“

Die stellvertretende GWK-Vorsitzende, die Bremer Wissenschaftssenatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt betonte: „Mit der NFDI werden aus Forschungsdaten breit nutzbare Datenschätze. Hiervon profitieren nicht zuletzt unsere Hochschulen und außerhochschulischen Forschungsorganisationen, die wir einladen, sich an der Ausgestaltung der NFDI aktiv zu beteiligen. Dieser Wissensspeicher schafft zudem für Wissenschaft und Forschung in Deutschland einen Standortvorteil. Er macht es möglich, die weltweit besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu gewinnen.“

Grafik © GWK

 

 

„Paper of the Month“ Oktober 2018: Dr. Maja Matis aus dem Institut für Zellbiologie

Die Medizinische Fakultät der WWU vergibt eine Auszeichnung für das Paper of the Month.

Für den Monat Oktober 2018 wurde Dr. Maja Matis aus dem Institut für Zellbiologie für die Publikation: Polarized Microtubule Dynamics Directs Cell Mechanics and Coordinates Forces during Epithelial Morphogenesis in der Zeitschrift Nature Cell Biology 20(10).2018: 1126-33 [Volltext]  ausgezeichnet.

Die genaue Ausformung eines Gewebes erfordert die Anwendung von mechanischen Kräften. Diese Kräfte werden innerhalb von Zellen durch das Zytoskelett erzeugt, und durch Adhäsionsmoleküle zwischen benachbarten Zellen übertragen. Obwohl bereits viele daran beteiligte Proteine und chemische Signalstoffe identifiziert worden sind, ist über die Rolle von Mikrotubuli während der Gewebeentwicklung bisher nur wenig bekannt.

Diese Studie beschreibt ein neues Prinzip zur Kopplung von Einzelzell- und Gewebemechanik. Gezeigt wurde, dass einzelne Zellen im Gewebe während der Entwicklung mechanisch autonom agieren. Hierfür richtet jede Zelle das nicht-zentrosomale Mikrotubuli-Zytoskelett entlang einer Achse aus. Diese Struktur ist dann in der Lage Druckkräfte entlang der Polarisationsachse aufzunehmen, wobei ein Verlust dieser Stützfunktion zur Zellverkürzung führt. Um diese auf Mikrotubuli basierenden Kräfte zellübergreifend zu koppeln, verwendet das Gewebe den Ft-PCP Signalweg. Gemeinsam decken diese Ergebnisse auf, wie globale Ft-PCP Signale via Mikrotubuli die Zell- und Gewebemechanik steuern.

Da der Ft-PCP-Signalweg bei vielen Entwicklungsprozessen eine zentrale Rolle spielt, liefern diese Ergebnisse neue Ansätze um solche Erkrankungen in Zukunft besser zu verstehen – zum Beispiel Defekte im Neuralrohrverschluss, sowie gewisse Nierenerkrankungen, und Formen der Taubheit oder Skelettanomalien.

Ausführlich wird diese Studie auf der Webseite desExzellenzclusters „Cells in Motion“ vorgestellt.

Eine Liste aller bisherigen Gewinner der Paper of the Month – Auszeichnung finden Sie hier.

Der Paper of the Month – Aufsteller in der Zweigbibliothek Medizin bietet den Besuchern die Lektüre der Studie vor Ort an.

Foto: MFM/Christian Albiker

25 Jahre ZB Med: Coffee Lectures


Programm von Eröffnungsfeier und Coffee Lectures

Nach der Eröffnungsfeier startete der Leiter der Zweigbibliothek Medizin, Dr. Oliver Obst, die Coffee Lectures mit einem Gang durch die Geschichte der Bibliothek. Die Lectures standen unter dem Motto „Informationen kurz und knackig“ und richteten sich hauptsächlich an die Studierenden und Doktoranden der Fakultät. Sie fanden im Foyer der Bibliothek statt, damit jeder Besucher die Möglichkeit hatte, bei einem interessanten Thema auch einmal spontan stehen bleiben und zuhören zu können .


Prof. Ulrich Musshoff vom IfAS stellt das SerWis-Institut vor.


Prof. Albrecht Schwab von Institut für Physiologie berichtet über die Arbeit des Promotionsausschusses.


Dr. Ulrich Kathöfer zeigt, wie man Plagiate findet.

Weitere Vorträge waren:

  • Heike König-Böhlke, Julia Spenke: Hochschulschriftenstelle und Literaturverwaltung mit Citavi: Services der ULB für Doktorand*innen
  • Amelie König, Judith Everding: Improvisationstalent gefragt – ein Erlebnisbericht über Famulaturen in Ghana und Uganda
  • Burkhard Diekmann, Thieme-Verlag: Thieme Toujours – von via medici zu eRef
  • 1Katrin Emilius, Elsevier Germany: Vernetztes Lernen am Beispiel des Sobotta-Atlas der Anatomie
  • Meike Schmidt, Miamed: Medizin lernen leicht gemacht. Neue Features in Amboss
  • Tessa Horka, Wolters Kluwer Health: Interaktive 3D-Visuals verwandeln jeden Raum in ein Anatomielabor – Der Human Anatomy Atlas von Visible Body
  • Klaus Berding, UpToDate Inc.: UpToDate: Antworten auf klinische Fragen – aufbereitet, evidenzbasiert und jederzeit verfügbar
  • Nicole Roloff, ZB Med: easystudium-Projekt: Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft.
  • Miroslav Yonchev: Wie lasse ich mich als Zahnarzt nieder und eröffne eine eigene Praxis?
  • Annika Moser, Carolin Fotschki: Humanitärer Einsatz als Zahnärztin in Tansania

[sic!] Jülich 2018: „Was tun, wenn der DEAL mit Elsevier scheitert?“

In dem am 9. Oktober stattgefundenen Workshop der Reihe „[sic!] Jülich“ der Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich ging es um die Literaturversorgung ohne Elsevier-Zugang (s. hier).

Mehrere Impulsvorträge zur Situation von DEAL, der Situation einer zentralen Fachbibliothek, die zugleich SUBITO-Lieferbibliothek ist, zur aktiven Fernleihe einer außeruniversitären Forschungseinrichtung mit Elsevier-Zugang sowie zur passiven Fernleihe einer Universitätsbibliothek ohne Elsevier-Zugang, bildeten den Einstieg in den moderierten Fachaustausch.

Die einzelnen Vorträge im Folgenden:

  • Jochen Johannsen, Direktor der UB Siegen: Dokumentlieferung an der Uni Siegen [pdf]
  • Ursula Zängl, Gabriele Wollnik-Korn, ZB Medizin Köln: ZB MED-Informationszentrum Lebenswissenschaften – Literaturversorgung aus Sicht einer subito-Bibliothek [pdf]
  • Bernhard Mittermaier, Forschungszentrum Jülich: Das Projekt DEAL: Bundesweite Lizenzierung von Angeboten großer Wissenschaftsverlage [pdf]
  • Marina Kleikamp, Zentralbibliothek Jülich: Aktive Fernleihe – Zentralbibliothek Jülich [pdf]
  • Thomas Arndt, Zentralbibliothek Jülich: Workshopbericht [pdf]

Der Workshopbericht von Thomas Arndt fasst nicht nur die Impulsvorträge zusammen, sondern schildert den Umgang der Wissenschaft und Bibliotheken mit dem Wegfall von lizenzierten Artikeln und Zeitschriften. Überraschenderweise stellt Dr. Ursula Zängl fest: „Seit dem Wegfall des Elsevier-Zugangs im Juli sind bei der ZB MED weder Zunahmen von Fernleihen noch von Subito-Bestellungen zu verzeichnen.“ Für Dr. Jochen Johannsen besteht für den Fall, dass DEAL nicht erfolgreich ist, „keine Notwendigkeit einen eigenen Vertrag mit Elsevier abzuschließen.“

Vor dem Hintergrund des DEAL-Projektes wurden die Selbstorganisation der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als auch die möglichen Bezugswege von Artikeln thematisiert. Dr. Bernhard Mittermaier entwirft anhand der Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich mehrere Szenarien „Was tun, wenn der DEAL mit Elsevier scheitert?“ [pdf].

Als Ergebnis wird skizziert:
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops [sic!] Jülich 2018: Literaturversorgung ohne Elsevier-Zugang unterstützen das Projekt DEAL. Sie stimmen mit seinen Argumenten und Zielen überein. Der Abschluss von DEAL-Verträgen bleibt nach wie vor die erste Priorität. Sollte mit einem der Verlage kein Vertrag abgeschlossen werden, wurden zwei alternative Modelle der Literaturversorgung diskutiert. Im „Modell Siegen“ wird die Literaturversorgung ausschließlich per Dokumentlieferung sichergestellt. Im „Modell Jülich“ wird die Dokumentlieferung um die Subskription der Zeitschriften mit dem besten Kosten/Download-Verhältnis ergänzt. Von keinem Teilnehmenden wurde die Fortsetzung der bisherigen Subskriptionsverträge als Alternative erachtet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wünschen sich jedoch eine Empfehlung der DEAL-Projektgruppe, falls keine Verträge mit den Verlagen abgeschlossen werden können.

Logo © Forschungszentrum Jülich

Serviceunterbrechnung 12.11.: Online-Fernleihe

Die Universität- und Landesbibliothek Münster meldet:

Aufgrund von Wartungsarbeiten am hbz-Verbundsystem (Hochschulbibliothekszentrum NRW) steht am Montag, den 12.11.2018, 17–18 Uhr die gesamte Online-Fernleihe nicht zur Verfügung.

Wir bitten um Ihr Verständnis.

„Paper of the Month“ September 2018: Prof. Rainer Dziewas aus der Klinik für Neurologie mit Institut für Translationale Neurologie

Die Medizinische Fakultät der WWU vergibt eine Auszeichnung für das Paper of the Month.

Für den Monat September 2018 wurde Prof. Rainer Dziewas aus der Klinik für Neurologie mit Institut für Translationale Neurologie für die Publikation: Pharyngeal electrical stimulation for early decannulation in tracheotomised patients with neurogenic dysphagia after stroke (PHAST-TRAC): a prospective, single-blinded, randomised trial in der Zeitschrift Lancet Neurology 17(10).2018: 849-59 [PubMed] ausgezeichnet.

1-2% aller Schlaganfallpatienten und 25% aller auf ICUs behandelten Schlaganfallpatienten werden im Behandlungsverlauf tracheotomiert. Zur Zeit gibt es kaum Behandlungsoptionen, um diese Patienten von der Trachealkanüle zu entwöhnen. Die Pharyngeale Elektrische Stimulation (PES) regt die Reorganisation des Schlucknetzwerkes an, aktiviert kortikobulbäre Bahnen und führt zu einer verstärkten Ausschüttung spezifischer Neurotransmitter.

In der multizentrischen, randomisierten Studie an tracheotomierten Schlaganfallpatienten mit persistenter schwerer Dysphagie (PHAST-TRAC) konnten 17 (49%) von 35 Patienten der PES-Gruppe gegenüber 3 (9%) von 34 Patienten der Scheinbehandlungsgruppe nach der Intervention (10 Minuten PES an drei aufeinanderfolgenden Tagen) dekanüliert werden (OR 7,00 [95% CI 2,41–19,88]; p=0·0008). Eine Subgruppenanalyse zeigte, dass ein Ansprechen auf die PES mit einer kürzeren Latenz zum Therapiebeginn und einer kürzeren Beatmungsepisode assoziiert war. Darüber hinaus war der Krankenhausaufenthalt der Patienten, die auf die PES-Behandlung ansprachen, durchschnittlich 22 Tage kürzer als bei Patienten, die kein Therapieansprechen zeigten. Es traten keine schwerwiegenden PES-assoziierten Nebenwirkungen auf.

Im Kollektiv der schwerbetroffenen, tracheotomierten Schlaganfallpatienten unterstützt die PES die Rehabilitation der Dysphagie und ermöglicht so eine raschere Entwöhnung von der Trachealkanüle. Die in PHAST-TRAC gefundene Effektstärke dieser Therapie lässt erwarten, dass die PES auch außerhalb von Studien im klinischen Alltag Anwendung findet.

Eine Liste aller bisherigen Gewinner der Paper of the Month – Auszeichnung finden Sie hier.

Der Paper of the Month – Aufsteller in der Zweigbibliothek Medizin bietet den Besuchern die Lektüre der Studie vor Ort an.

Foto: MFM/Christian Albiker