Interdisziplinäre Initiative „Archäometrie“


(Prof. Dr. Albrecht Jockenhövel / Martin Hohlbein M. A.)


An der Initiative beteiligte Institute und Forschungsgruppen
Veranstaltungsvorschläge der einzelnen Fächer
Links zur Archäometrie
Einführende Literatur zur Archäometrie
 

Was ist Archäometrie?

Archäometrie beschäftigt sich mit der Anwendung und der Entwicklung von naturwissenschaftlichen Methoden zur Lösung kulturhistorischer Fragestellungen. Als interdisziplinäre Forschungsrichtung führt sie naturwissenschaftliche Fächer (Bio- und Geowissenschaften, Chemie, Physik u. a.) mit denen der Altertums- und Kulturwissenschaften (Archäologie, Geschichte, Ethnologie u. a.) zusammen.
 

Archäometrische Aufgabenfelder

Die Hauptaufgabenfelder der Archäometrie bestehen in der Prospektion, Datierung und Materialanalyse. Die Fragestellungen reichen dabei von der Analyse einzelner Befunde und Funde bis zum umfassenden Forschungsansatz einer Landschaftsarchäologie.


Die Initiative und ihr Ziel

Ziel der von der Abteilung für Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie des Historischen Seminars (ehemals Seminar für Ur- und Frühgeschichte) angeregten Initiative „Archäometrie“ ist es, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Naturwissenschaften einerseits und den Altertums- und Kulturwissenschaften andererseits, an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) weiter zu fördern. Eine solche Zusammenarbeit lässt sich in verschiedenen Stufen realisieren:

1) (Internet-) Informationsforum zum Austausch schon bestehender, relevanter
 Veranstaltungen aus allen beteiligten Fächern.
2) Gemeinsame Vortragsreihen über archäometrische Themenkomplexe.
3) Gemeinsame Projekte (Ausgrabungen und Auswertungen etc.)

Nicht zuletzt soll diese Initiative allen Studierenden zu Gute kommen und ihnen die Möglichkeit aufzeigen, ihr Studium interdisziplinär zu bereichern.
 

Aktuelles (Stand März 2007)

In der Abteilung für Ur- und Frühgeschichtiche Archäologie besteht schon seit 1990 mit verschiedenen Projekten zur Archäometallurgie ein archäometrischer Arbeitsschwerpunkt.(Dietzhölzetal / Märkisches Sauerland / Luxemburg) Hinzu kommen in jüngster Vergangenheit geophysikalische Prospektionen innerhalb verschiedener Grabungsprojekte (Nottuln / Haiger)

Unter dem Motto "Menschen - Artefakte - Alte Kulturen" wurden im Rahmen zweier Ringvorlesungen (SS2004 und WS2004/2005) unter der Mitwirkung zahlreicher KollegenInnen aus den verschiedensten kulturhistorischen und naturwissenschaftlichen Fächern der WWU Anwendungen und Grundlagen aus dem Bereich der Archäometrie in Beiträgen vorgestellt.

Aktuell arbeitet die Abteilung für Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie (Prof. Dr. Jockenhövel; Dr. B. Knoche, L. Loerper) zusammen mit dem Labor für Biophysik (Priv.-Doz. Dr. D. Dirksen) der Westfälischen Wilhelms-Universität an einer fotogrammetrischen/profilmetrischen Neuaufnahme des wegen seines Bildprogrammes überregional bedeutenden Galeriegrabes
"Züschen I" (Schwalm-Eder-Kreis).

Im Rahmen einer neuerlichen Aufarbeitung der merowingischen Gräberfelder von Beckum, Kr. Warendorf (Dr. Vera Brieske) wurden archäometrische Untersuchungen am "Fürstengrab" (Grab 13, Beckum II) und an den diese Grablege überlagernden, karolingischen Bestattungen durchgeführt. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Rechtsmedizin der WWU (Dr. Carsten Hohoff) wurde mittels aDNA-Analyse versucht das Verwandschaftsverhältnis zu klären. Anhand einer Isotopenanalyse (Strontium und Sauerstoff) konnten die "fürstlichen Zähne" am Biozentrum der LMU, München (Mike Schweissing) zur Klärung der Herkunftsfrage herangezogen werden. Weitere metallurgische Analysen von Grabbeigaben erfolgten in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetologie der WWU (Dr. Thorsten Grund).

Seit dem WS 2006/2007 wird von der Abteilung für Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie der interdisziplinäre
BA-Studiengang  "Archäologie-Geschichte-Landschaft" angeboten.