Meldungen 2016-2020
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Weihnachten Institut 2020Weihnachten Institut 2020
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Frohe Weihnachten!

Wir wünschen allen besinnliche Weihnachtstage und einen guten Start ins neue Jahr!

Freitags-Kolloquium am 18. Dezember 2020

Am Freitag, 18. Dezember spricht Dr. Lena Krull (Münster) zum Thema:

Inszenierung der Region in der Stadt. „Trachtenfeste“ in Münster und Straßburg um 1900

„Trachtenfeste“ waren um 1900 ein beliebtes Medium der sich formierenden Heimat- und Trachtenbewegung. Sie folgten dem Narrativ vom drohenden Verlust der überkommenen „Volkskultur“ und wollten die Menschen auf dem Land dazu animieren, ihre vermeintlich hergebrachte „Tracht“ ebenso wie ihre Lebensweise beizubehalten. Der Vortrag untersucht die Feste in Münster 1909 und in Straßburg 1907, die beide in einem städtisch-musealen Kontext stattfanden, und fragt danach, auf welche Weise Konzeptionen der Regionen Westfalen und Elsass in den Festen inszeniert wurden.

Das Freitags-Kolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte wird im digitalen Format per Zoom mit anschließender Diskussion stattfinden und nicht, wie noch auf dem Programm angegeben, im Fürstenberghaus.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an der Zoom-Sitzung um 16 Uhr c.t. teilzunehmen. Das Meeting-Kennwort erfragen Sie bitte bis 14 Uhr am Vortragstag per E-Mail oder telefonisch unter 0251-83 27514.
 

Disputatio von Anna Krabbe am 17. Dezember 2020

Die Disputatio von Anna Krabbe zum Thema „Inseln in der evangelischen Stadt? – Religiöse Gemeinschaften in Soest und Herford 1520–1609“ findet am 17. Dezember 2020 statt.

Klöster und Stifte waren mit der Einführung der Reformation in einer Stadt theologisch delegitimiert und – so die langläufige Forschungsmeinung – wurden aufgelöst oder evangelisch. Blieben sie in der konfessionalisierten Stadt bestehen, so nur als von ihrem Umfeld isolierte Inseln. Die Dissertation von Anna Krabbe kann diese Annahmen modifizieren. Sie zeigt, dass die religiösen Gemeinschaften nicht nur weiter existierten, sondern sogar noch sozial und funktional mit der Stadtgesellschaft verbunden blieben. Spätmittelalterliche Aufgaben und Beziehungen wurden adaptiert, Koexistenz statt Exklusion prägte das Verhältnis zueinander.

Alle Interessierten sind eingeladen, an der Zoom-Übertragung der Disputatio ab 10 Uhr c.t. teilzunehmen.
Die Zugangsdaten erfragen Sie bitte per E-Mail  istg@uni-muenster.de.
 

Auswirkungen des "Lockdowns" auf den Bibliotheksbetrieb

Nutzung der Arbeitsplätze nicht möglich

Aufgrund des wegen der Corona-Pandemie verhängten "Lockdowns" dürfen die Arbeitsplätze der Bibliothek zunächst bis zum 10. Januar 2021 nicht genutzt werden. Bitte erledigen Sie Ihr Anliegen möglichst zügig und beachten Sie Maskenpflicht und Abstandsregeln - besonders auch im Bereich des Kopierers.

Vielen Dank und bleiben Sie gesund!

Bibliotheksschließung über Weihnachten und Neujahr

Bibliothek vom 21.12.2020 bis zum 01.01.2021 geschlossen

Die Bibliothek des IStG schließt ihre Türen zwischen dem 21. Dezember 2020 und dem 01. Januar 2021. Ab dem 04. Januar 2021 können die Bestände wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten genutzt werden.
Allen NutzerInnen wünschen wir trotz coronabedingter Einschränkungen fröhliche Weihnachtstage und einen guten Jahreswechsel.
 

Freitags-Kolloquium am 4. Dezember 2020

Das Freitags-Kolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte wird im digitalen Format per Zoom mit anschließender Diskussion stattfinden und nicht, wie noch auf dem Programm angegeben, im Fürstenberghaus.

Am 4. Dezember spricht Dr. Ansgar Schanbacher, Göttingen zum Thema:
Zwischen Hochwasser, Stürmen und tollwütigen Hunden. Naturgefahren in der frühneuzeitlichen Stadt im deutsch-niederländischen Vergleich


Frühneuzeitliche Städte mussten sich nicht nur mit Kriegen, inneren Unruhen und Wirtschaftskrisen auseinander setzen, auch die Natur konnte für die städtischen Obrigkeiten und die Einwohnerschaft zu einer Herausforderung werden. Am Beispiel der Städte Braunschweig, Würzburg und Utrecht im späten 17. und 18. Jahrhundert wird dargestellt, wie nahe und ferne Naturgefahren wahrgenommen wurden, inwiefern sie überhaupt rein natürliche Phänomene waren und wie unterschiedliche Akteure – von Gelehrten und Monarchen bis zum einfachen Handwerken – darauf reagierten. Das Themenspektrum reicht dabei vom Großen zum Kleinen und umfasst die religiöse oder naturwissenschaftliche Bewältigung von Stürmen, aber auch den alltäglichen Umgang mit tollwütigen Hunden.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an der Zoom-Sitzung um 16 Uhr c.t.teilzunehmen. Das Meeting-Kennwort erfragen Sie bitte bis 14 Uhr am Vortragstag per E-Mail oder telefonisch unter 0251-83 27514.
 

| Vortrag entfällt!

Freitags-Kolloquium am 20. November 2020

Der Vortrag von PD Dr. Ralf Dorn, Wiesbaden „Von Ebenezer Howard zu Jane Jacobs. Die städtebaulichen Leitbilder des hannoverschen Stadtplaners Rudolf Hillebrecht“ fällt am 20. November leider aus.

Der nächste Vortrag wird am 4. Dezember per Zoom stattfinden. Das Meeting-Kennwort erfragen Sie bitte bis 14 Uhr am Vortragstag per E-Mail oder telefonisch unter 0251-83 27514.

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Pressekonferenz Städteatlas Mühlhausen/Th.
© Stadtarchiv Mühlhausen

Pressekonferenz: Deutscher Historischer Städteatlas 6 - Mühlhausen/Th.

Am 16.11.2020 wurde der neuerschienene sechste Band des Deutschen Historischen Städteatlas: Mühlhausen/Th. bei einer hybriden Pressekonferenz in Münster und Mühlhausen vorgestellt. Neben Prof. Werner Freitag und Dr. Daniel Stracke, die stellvertretend für das Autoren- und Herausgeber-Team die Bedeutung historischer Städteatlanten und insbesondere die Situation in Mühlhausen skizzierten, waren auch Dr. Angelika Lampen und Dr. Thomas Tippach digital aus Münster zugeschaltet.
In Mühlhausen stellten Oberbürgermeister Dr. Johannes Bruns und Dr. Helge Wittmann, Leiter des Stadtarchivs Mühlhausen und Co-Autor, den Atlas vor.

Bibliographische Angaben
Antje Schloms/Daniel Stracke/Helge Wittmann: Mühlhausen/Th. – Deutscher Historischer Städteatlas Nr. 6, hg. v. Peter Johanek/Jürgen Lafrenz/Thomas Tippach am Institut für vergleichende Städtegeschichte in Kooperation mit dem Stadtarchiv Mühlhausen/Th., Münster (Ardey-Verlag) 2020, 39,90 €.
Kartographie: Tobias Kniep

Artikel in der Thüringer Allgemeinen vom 17.11.2020 (pdf)
 

Teil der Stadtmauer von Ávila
Teil der Stadtmauer von Ávila
© Frank Engel

Digitaler Studientag: Stadtgeschichte des iberischen Mittelalters – Forschungsstand und Perspektiven

Programm

Digitaler Studientag: Stadtgeschichte des iberischen Mittelalters – Forschungsstand und Perspektiven
Digital colloquium: Urban history of the Iberian Middle Ages – current state of research and perspectives / Coloquio digital: Historia urbana de la Península Ibérica en la Edad Media – estado actual de la investigación y perspectivas


10. Dezember 2020, Videokonferenz


Organisatoren: Thomas Czerner & Frank Engel
(Akademie der Wissenschaften zu Göttingen)

in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bonn – Abteilung für Geschichte der Frühen Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte
(Prof. Dr. Manfred Groten)
und dem
Institut für vergleichende Städtegeschichte Münster

zum Programm
 

Atlas Muehlhausen CoverAtlas Muehlhausen/Th.
Mühlhausen/Th. - Deutscher Historischer Städteatlas 6
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Neuerscheinung: Deutscher Historischer Städteatlas 6 - Mühlhausen/Th.

Im November 2020 erscheint mit Mühlhausen/Th. der sechste Band des Deutschen Historischen Städteatlas. In dem umfangreich illustriertem Textheft mit zahlreichen Abbildungen und Karten sowie Tafeln mit topographischen und thematischen Karten wird die historische und räumliche Entwicklung der ehemaligen Reichsstadt Mühlhausen in Thüringen von ihren Anfängen bis heute nachgezeichnet. Der Atlas setzt thematische Akzente auf die archäologischen Befunde, den mittelalterlichen Stadtraum, die industrielle Überformung sowie den Umbau nach 1989 und bietet damit Stadtgeschichte auf dem neuesten Forschungsstand.

Aus gegebenem Anlass musste die geplante Präsentation des Städteatlas in Mühlhausen abgesagt werden. Sie wird nachgeholt werden, sobald die Situation es erlaubt.

Bibliographische Angaben
Antje Schloms/Daniel Stracke/Helge Wittmann: Mühlhausen/Th. – Deutscher Historischer Städteatlas Nr. 6, hg. v. Peter Johanek/Jürgen Lafrenz/Thomas Tippach am Institut für vergleichende Städtegeschichte in Kooperation mit dem Stadtarchiv Mühlhausen/Th., Münster (Ardey-Verlag) 2020, 39,90 €.
Kartographie: Tobias Kniep


 

Nachruf auf Paul-Günter Schulte

Paul-Günter Schulte
(1944 – 2020)

In der Nacht zum 8.11.2020 ist der pensionierte Krefelder Stadtarchivar Paul-Günter Schulte im Alter von 76 Jahren verstorben. Mit Gründung des Instituts 1970 übernahm er die erste Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters, bevor er 1974 als Wissenschaftlicher Assistent in die Abteilung für Westfälische Landesgeschichte der WWU wechselte. Daran schloss sich 1977 seine Ausbildung als Archivar in Marburg, das Archiv in Viersen (ab 1979) und schließlich ab 1988 die Leitung des Krefelder Archivs an. In den schwierigen Anfangsjahren des Städteinstituts kümmerte er sich um die beiden Bände des Bayrischen Städtebuchs und so um den Abschluss der ersten Bearbeitung des Deutschen Städtebuchs. Unvergessen sollten aber ebenso seine weiterführenden Ideen bei der Konzeption des Deutschen und Westfälischen Städteatlas sein, die er bis zum Antritt des Archivdienstes redaktionell betreute.
Wilfried Ehbrecht
 

Nachruf auf Ehrenmitglied Prof. Dr. Karl Heinrich Kaufhold

Karl Heinrich Kaufhold
(1932 – 2020)

Am 16. Juli 2020 ist kurz vor seinem 88. Geburtstag Karl Heinrich Kaufhold gestorben, der dem Kuratorium für vergleichende Städtegeschichte über lange Zeit hin eng verbunden gewesen ist.
Karl Heinrich Kaufhold wurde am 16. Juli 1932 in Hildesheim als Sohn eines Kunstschmieds geboren. Diese Herkunft aus dem städtischen Handwerk hat sicherlich zur Ausbildung seiner späteren wissenschaftlichen Interessen entscheidend beigetragen. Allerdings verlief der Weg in die akademische Laufbahn nicht geradlinig. Er trat nach dem Abitur zunächst in den städtischen Verwaltungsdienst in Hildesheim ein und stieg dort bis zum Stadtoberinspektor auf. 1960 jedoch begann er ein Studium der Volkswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule Hannover, das er 1964 an der Universität Göttingen fortsetzte.
Dort legte er 1965 das Examen zum Diplomvolkswirt ab und wurde anschließend wissenschaftlicher Assistent bei Wilhelm Abel, einem der bedeutendsten deutschen Wirtschaftshistoriker seiner Zeit, dem vor allem die Agrargeschichte entscheidende Impulse verdankt. Bei ihm wurde Kaufhold 1968 mit einer Arbeit zur Gewerbegeschichte Hildesheims im 18. Jahrhundert zum Dr. rer. pol. promoviert und 1973 habilitierte er sich mit der Schrift "Das Gewerbe in Preußen im 18. Jahrhundert" Anschließend vertrat er 1973/74 den Lehrstuhl Wilhelm Abels, auf den er 1974 berufen wurde und den er bis zu seiner Emeritierung 1999 innehatte.
... zum vollständigen Nachruf von Prof. Peter Johanek

Nachruf auf Prof. Dr. Rolf Kießling

Rolf Kießling
(1941 – 2020)

Mit Rolf Kießling ist am 22. Juni 2020 im Alter von 78 Jahren einer der profiliertesten deutschen Landeshistoriker gestorben. In Augsburg am 25. Juli 1941 geboren, studierte er in München und Erlangen die klassische Fächerkombination Geschichte, Germanistik und Geographie. Im Jahr 1966 legte er das Staatsexamen für das höhere Lehramt ab, war anschließend im Schuldienst tätig und wurde 1969 bei Karl Bosl mit der Arbeit "Bürgerliche Gesellschaft und Kirche im spätmittelalterlichen Augsburg" zum Dr. phil. promoviert. Er wählte damit ein Themenfeld, das in jener Zeit in den Mittelpunkt des Interesses der Stadtgeschichtsforschung und der mittelalterlichen Sozialgeschichte zu rücken begann. Der Stadtgeschichte ist er fortan treu geblieben und ebenso der Kirchengeschichte seiner Geburtsstadt.
... zum vollständigen Nachruf von Prof. Peter Johanek
 

Programm Freitags-Kolloquium WiSe 2020/2021
Programm Freitags-Kolloquium WiSe 2020/2021
© IStG

Freitags-Kolloquium am 6. November 2020

im digitalem Format!

Nachdem das Freitags-Kolloquium im Sommersemester aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, startet das Wintersemester nun auch in digitaler Form.

Das Freitags-Kolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte wird daher erstmalig im digitalen Format per Zoom mit anschließender Diskussion stattfinden und nicht, wie noch auf dem Programm angegeben, im Fürstenberghaus.

Den Auftakt macht am kommenden Freitag, 6. November Jessica Back (Halle) zum Thema: 
Das älteste sogenannte Ratsprotokollbuch der Stadt Soest als Zeugnis administrativer Schriftlichkeit im Spätmittelalter

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an der Zoom-Sitzung um 16 Uhr c.t. teilzunehmen. Das Meeting-Kennwort erfragen Sie bitte bis 14 Uhr am Vortragstag per E-Mail oder telefonisch.



 

Teil der Stadtmauer von Ávila
Teil der Stadtmauer von Ávila
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Digitaler Studientag: Stadtgeschichte des iberischen Mittelalters – Forschungsstand und Perspektiven

Ankündigung und Call for Papers

Digitaler Studientag: Stadtgeschichte des iberischen Mittelalters – Forschungsstand und Perspektiven
Digital colloquium: Urban history of the Iberian Middle Ages – current state of research and perspectives / Coloquio digital: Historia urbana de la Península Ibérica en la Edad Media – estado actual de la investigación y perspectivas


10. Dezember 2020, Videokonferenz


Organisatoren: Thomas Czerner & Frank Engel
(Akademie der Wissenschaften zu Göttingen)

in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bonn – Abteilung für Geschichte der Frühen Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte
(Prof. Dr. Manfred Groten)
und dem
Institut für vergleichende Städtegeschichte Münster


zum Call for Papers auf H/Soz/Kult

 

Geseke Geschichte Einer Westfaelischen Stadt Band 2
© Ria Hänisch

Erschienen! – Band 2 der Stadtgeschichte Geseke

Drei Jahre nach dem Jubiläum „800 Jahre Geseke“ und der damit verbundenen Veröffentlichung des ersten Bandes der Stadtgeschichte Geseke ist nun auch Band 2 auf dem Markt, der die Gesamtdarstellung zur Geseker Vergangenheit abschließt.
Herausgegeben wurde auch der zweite Teil von dem Paderborner Historiker Dr. Detlef Grothmann und der Stadtarchivarin Evelyn Richter M.A. Die Stadt- und Kunsthistorikerin Ria Hänisch M.A. vom IStG hat mit ihrem umfangreichen Beitrag „Veränderungen des Geseker Stadtbildes im Spiegel historischer Quellen“ (Seite 209–250) ebenfalls einen wertvollen Beitrag zur Entstehung des Werks geleistet.

Detlef Grothmann / Evelyn Richter (Hgg.): Geseke. Geschichte einer westfälischen Stadt, Band II
Münster: Aschendorff Verlag, 2020
ISBN 978-3-402-13241-8

Detlef Grothmann / Evelyn Richter (Hgg.): Geseke. Geschichte einer westfälischen Stadt, Band I
Ndr. 1. Auflage
Münster: Aschendorff Verlag, 2017
ISBN 978-3-402-13199-2

INFO Kontakt:
Evelyn Richter Stadt Geseke, Stadtarchiv Geseke An der Abtei 1 59590 Geseke Tel.: 02942500793, evelyn.richter@geseke.de
Stadtarchiv Geseke

Öffnungsregelung des Instituts und der Institutsbibliothek ab dem 4. Juni

Das Institut bleibt vorerst weiterhin für die Öffentlichkeit geschlossen.
Ab Donnerstag, dem 4. Juni ist die Institutsbibliothek aber zu den normalen Öffnungszeiten wieder zugänglich. Das Einhalten der gängigen Abstands- und Hygieneregeln und das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Kontakt zu andern Benutzern oder Mitarbeitern werden vorausgesetzt.

Stellenausschreibung Kartograph*in/Geomatiker*in

Das Institut für vergleichende Städtegeschichte (IStG) an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/einen

Kartograph*in/Geomatiker*in

in Vollzeit. Wir bieten Ihnen eine abwechslungsreiche Tätigkeit im interdisziplinären Umfeld eines renommierten Forschungsinstituts. Das IStG fördert die Erforschung der Städtegeschichte mit der Erarbeitung historischer Städteatlanten, der Betreuung städtegeschichtlicher Forschungsprojekte, Handbücher und Quelleneditionen sowie regelmäßigen Tagungen und Kolloquien. Die Visualisierung historischer Erkenntnisse in Karten und die Arbeit mit archivalischer Kartenüberlieferung sind zentrale Aspekte der Institutsarbeit.

Die vollständige Stellenausschreibung finden Sie im  PDF zur Ausschreibung

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann richten Sie Ihre aussagekräftige Bewerbung mit den üblichen Unterlagen bis zum 31.07.2020 an: istg@uni-muenster.de

Institut für vergleichende Städtegeschichte, Geschäftsführung, Königsstr. 46, 48143 Münster, Tel: 0251/83 27514,
www. uni-muenster.de/staedtegeschichte
 

Freitagskolloquium Ss 2020 Verschoben
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Freitags-Kolloquium verschoben!

Aufgrund der aktuellen Situation ist leider immer noch unklar, ab wann Präsenzveranstaltungen mit externen Gästen wieder stattfinden können. Aus diesem Grund wird das Freitags-Kolloquium im Sommersemester 2020 ausgesetzt und auf das Wintersemester 2020/2021 verschoben. Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

Ausschnit aus Akzisekarte
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Neues Projekt am IStG: Sebastian Schröder untersucht „Akzisestädte“ im preußischen Westfalen

Am 1. April 2020 startete das von der DFG geförderte Projekt „Des Königs neue Steuer. Praktiken preußischer Herrschaftsorganisation am Beispiel der westfälischen Akzisestädte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts (ca. 1700–1756)“. Das von Prof. Dr. Werner Freitag geleitete Projekt wird von  Sebastian Schröder M. A. bearbeitet, der seit 2014 in verschiedenen Funktionen am IStG tätig ist. In den Blick genommen werden die preußischen Stadt- und Akzisereformen, um Erkenntnisse der neueren Herrschafts- und Verwaltungsgeschichte empirisch und vergleichend fruchtbar zu machen.

Weitere Informationen sind auf der Projekthomepage zu finden.

Hacking Mühlhausen – Digitale Sozialtopographie einer spätmittelalterlichen Stadt: Summer School im Oktober 2020 (mit Exkursion)

+++ ES SIND NOCH PLÄTZE FREI! +++

Module: Übung zur Mittelalterlichen Geschichte (BA/MA), Übung Historische Grundwissenschaften
Dozenten: Colin Arnaud, Daniel Stracke

Die Lehrveranstaltung stellt Fragen nach der Sozialtopographie der Stadt der spätmittelalterlichen Reichsstadt Mühlhausen in Thüringen und verbindet dabei ‚klassische‘ und computergestützte Forschungsmethoden. Die Veranstaltung eröffnet interessierten Studierenden dieses städtegeschichtliche Arbeitsfeld und führt in Grundprobleme der Digital Humanities ein – die Möglichkeiten und Voraussetzungen digitaler Datenanalyse, Datenstrukturierung und vor allem die Benutzung des Geoinformationssystems QGIS.

Wichtiger Hinweis:
Planmäßig startet die Summer School mit einer bezuschussten Exkursion nach Mühlhausen zur Besichtigung des historischen Stadtkerns (zweitgrößtes Flächendenkmal in Thüringen) und der bemerkenswerten Bestände des Stadtarchivs. Die Durchführung der Exkursion ist derzeit aufgrund der mit der Coronakrise verbundenen Einschränkungen nicht gesichert. Die Lehrveranstaltung an sich wird – je nach Bedarf – gegebenenfalls auf entsprechende Online-Formate umgestellt.

Näheres dazu wird so bald wie möglich bekannt gegeben.

Termine 2020

10. Juli Vorbesprechung der Veranstaltung
11. Sept. Vortreffen zur Exkursion
13.-15. Sept. Exkursion nach Mühlhausen
1. Okt. Vortreffen zur Summer School
5.-7. Okt. Summer School

Teilnehmerzahl begrenzt!
Anmeldung per Mail: stracked@uni-muenster.de

Eine gemeinsame Lehrveranstaltung des Historischen Seminars und des Instituts für vergleichende Städtegeschichte.

Forschungsbericht 2019 Cover
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Forschungsbericht 2019 und Auswahlbibliographie 2019 online verfügbar

Der neue Forschungsbericht des IStG für das Jahr 2019 bietet einen Überblick über Publikationen, Veranstaltungen sowie die wissenschaftliche Arbeit des Instituts und seiner Mitarbeiter im vergangenen Jahr. Ab sofort ist der Forschungsbericht hier zum Download bereit. Im Archiv unserer Homepage finden Sie auch die Forschungsberichte der vergangenen Jahre.
Ebenfalls fertiggestellt ist die jährlich vom Institut herausgegebene "Auswahlbibliographie von Neuerscheinungen zur Städtegeschichte". Hierfür wurden 1846 Einträge zusammengestellt, die, nach einzelnen Themengebieten geordnet, einen Überblick über die städtegeschichtlichen Neuerscheinungen des Jahres 2019 sowie einige Nachträge bieten.
Die Bibliographie kann auf der Homepage unter der Rubrik "Wissenschaftsservice/Bibliographie/Aktuelle städtegeschichtliche Literatur" eingesehen und heruntergeladen werden. Dort befinden sich auch weitere Jahrgänge der Auswahbibliographie.

IStG und Corona-Virus

Ab einschließlich Donnerstag, 19.3.2020, bleibt das Institut für vergleichende Städtegeschichte ebenso wie alle anderen Gebäude der WWU für die Öffentlichkeit geschlossen.

Telefonisch oder per Mail sind unsere Mitarbeiter weiterhin erreichbar.

Wir bitten um Ihr Verständnis und wünschen Ihnen alles Gute!
 

2020 Karton Horstmar
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Neuerscheinung - Historischer Atlas westfälischer Städte Bd. 13: Horstmar

Band 13 des "Historischen Atlas westfälischer Städte" liegt nun gedruckt vor. Das Werk umfasst ein 40-seitiges Textheft mit zahlreichen Karten und historischen Abbildungen sowie – neben dem gängigen Kanon von Kataster, Topographischen Karten verschiedener Zeitschnitte und einer modernen Stadtkarte – 5 weitere thematische Tafeln, u.a. zum Amt Horstmar, zum fürstbischöflichen Besitz in der Hovesaat sowie zur Sozialtopographie der Stadt um 1805/1828.

Das von der gleichnamigen Burg geprägte Horstmar war bis zur Zerstörung der Burg im 17. Jahrhundert bevorzugter Aufenthaltsort der Münsteraner Fürstbischöfe und Sitz der Verwaltung des Amtes Horstmar. Seit dem 19. Jh. entwickelte sich die bis heute von den Burgmannssitzen geprägte Stadt zu einem bedeutenden Standort der Textilindustrie.

Bibliographische Angaben
Peter Ilisch, Horstmar (Historischer Atlas westfälischer Städte, Band 13), hg. v. d. Historischen Kommission für Westfalen und d. Institut für vergleichende Städtegeschichte durch Thomas Tippach, Ardey-Verlag Münster 2020.
 

Einladungskarte Horstmar 004 Klein
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Neuerscheinung - Atlas "Horstmar"

Am 10. März 2020, um 18 Uhr, findet die Präsentation des "Historischen Atlas westfälischer Städte. Bd. 13: Horstmar" im Kaminraum des Borchorster Hofs (Südring 2, 48612 Horstmar) statt.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Aufgrund der aktuellen Corona-Virus Situation musste die Stadtverwaltung Horstmar die Veranstaltung leider kurzfristig absagen.
Ein Ersatztermin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

 

Historischer Atlas der Städte und Gemeinden des Kreises Warendorf

Erste interaktive Karte freigeschaltet

Seit Anfang des Jahres wird am Institut für vergleichende Städtegeschichte (IStG) ein neues Atlasprojekt erarbeitet, das den Kreis Warendorf an der Schwelle zur Moderne in den Jahren zwischen 1850 und 1930 zum Gegenstand hat. Das Vorhaben will die Geschichte der Gemeinden und Städte im Bereich des heutigen Kreises in diesem Zeitabschnitt sowohl in gedruckter Form als auch mittels einer ergänzenden Internetpräsentation kartographisch darstellen. Eine erste interaktive Karte zur historischen Verwaltungsstruktur der Region ist jetzt online gestellt.

Weitere geschichtliche Themen werden sukzessive folgen, die mittels zuschaltbaren „Layern“ angezeigt werden können.

Die Ergebnisse des Atlasprojektes richten sich vor allem an heimat- und regionalgeschichtlich Interessierte, aber auch an Verwaltungsbehörden, die immer wieder mit historischen Anfragen zu tun haben. Sinnvoll können die Karten zudem im Unterricht der Schulen im Kreis Warendorf genutzt und eingesetzt werden.

Zur Karte

Workshop _savethedata 2020 Cancelled
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Konferenz und Workshop verschoben!

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Rektorates der Westfälischen Wilhelms-Universität werden die Konferenz "Historical Ontology of Urban Spaces: State of the Art" (in Kooperation mit dem Project HOUSe in Warschau) am 10./11. März 2020 und der Workshop "Save the Data! Building a Common Infrastructure for Sustainability and Re-use of Historic Towns Atlas Project Geodata as a Basis for Future Research" am 11.-13. März 2020 verschoben.

Die neuen Termine werden so bald wie möglich bekannt gegeben.


In accordance with guidelines set out by the University of Münster Rectorate, the conference "Historical Ontology of Urban Spaces: State of the Art" (in cooperation with the HOUSe project in Warsaw) on 10-11 March 2020 and the workshop "Save the Data! Building a Common Infrastructure for Sustainability and Re-use of Historic Towns Atlas Project Geodata as a Basis for Future Research" on 11-13 March 2020 are being postponed.

New dates for the events will be published asap.

Institut und Bibliothek am 28.2.2020 geschlossen

Am Freitag, 28. Februar, wird der Innenstadtbereich um den Domplatz wegen möglicher Blindgängerfunde aus dem 2. Weltkrieg und deren Entschärfung evakuiert. Um Lehrende, Studierende und Beschäftigte bestmöglich zu schützen, hat die WWU sich dafür entschieden, einen Evakuierungsradius von 500 Metern um den Fundort am Domplatz zu ziehen und sämtliche Universitätsgebäude innerhalb dieser Zone zu schließen.
Auch das IStG liegt innerhalb dieser Evakuierungszone. Aus diesem Grund müssen Institut und Institutsbibliothek am 28. Februar ausnahmsweise geschlossen bleiben.
Wir bitten, etwaige Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.

Preisauslobung der Stiftung „Kleines Bürgerhaus“

Alle zwei Jahre verleiht die Stiftung „Kleines Bürgerhaus“ den Preis scheinbar unscheinbar. Mit einem Preisgeld von € 10.000,– ist er einer der höchstdotierten Preise in der deutschen Denkmallandschaft. Das Besondere an dem Preis ist zudem, dass er ausdrücklich wegweisende Nutzungs- und Vermittlungskonzepte für ein Denkmal prämiert.
Sie besitzen ein historisches kleines Bürgerhaus und haben eine innovative Strategie entwickelt, um es zu erhalten? Vielleicht dient es jetzt als Café, Begegnungsstätte, außerschulischer Lernort, Museums- oder Heimathaus, oder Sie haben die Instandsetzung zum Anlass für historische Forschungen genommen?
Bis zum 15. März 2020 können Sie sich – als Privatperson, Verein oder Bürgerinitiative – um den Preis scheinbar unscheinbar bewerben. Die Preisverleihung erfolgt am 17. Mai 2020 im Rahmen des Internationalen Museumstages im LWL-Freilichtmuseum Detmold.
Prämiert werden herausragende Konzepte in den Bereichen Grundlagenforschung, Dokumentation und Vermittlung, mit denen die Bedeutung der „Buden“, „Gademe“, „Kotten“, „Speicher“ oder „Häusgen“ in der Öffentlichkeit sichtbar gemacht wird. Denn obwohl diese Kleinbauten einen wesentlichen Teil des historischen Baubestandes ausmachen und wichtige Zeugen der Alltagskultur unserer Vorfahren darstellen, sind sie trotz
Denkmalschutz vielfach von Abriss, Verfall und undokumentiertem Verschwinden bedroht. Dieser Entwicklung will die Stiftung „Kleines Bürgerhaus“ mit dem Preis scheinbar unscheinbar entgegenwirken.

Informationen zur Preisauslobung und Teilnahme finden Sie hier

Weitere Informationen zur Stiftung „Kleines Bürgerhaus“ und den bisherigen Preisträgern erhalten Sie auf
www.stiftung-kleines-buergerhaus.de.

Freitags-Kolloquium am 24.01.2020

Den letzten Vortrag im Freitags-Kolloquium im Wintersemester 2019/2020 hält am 24. Januar 2020 Johanna Müser M. A. (Gießen) zum Thema:
Basel und die Eidgenossenschaft. Städtische Bedrohungsszenarien und ihre Bewältigung in einem System kollektiver Sicherheit (1501-1656)
Die Alte Eidgenossenschaft als Bündnissystem auf Basis des Landfriedens betrachtete die Herstellung von Sicherheit als kollektive Aufgabe. Der Vortrag geht den Fragen nach, welche Ereignisse in der Stadt Basel durch die städtische Obrigkeit und die Eidgenossenschaft als Sicherheitsbedrohung wahrgenommen wurden und welchen Stellenwert Sicherheit als Argument und Wert in der politischen Kommunikation zwischen den Eidgenossen einnahm. Die Wahrnehmung von Sicherheit und Bedrohung wird dabei als Produkt politischer Aushandlungsprozesse verstanden.
Alle Interessierten sind herzlich um 16 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.
 

Interaktiv Juedische Gemeinden
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Interaktive Karte zu den Jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe freigeschaltet

In den Jahren 2008 bis 2016 wurde am Institut für vergleichende Städtegeschichte in Kooperation mit der Historischen Kommission für Westfalen das vierbändige „Historische Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe“ erarbeitet. Das gedruckte Werk bietet einen fundierten Überblick über die Geschichte und das Wirken der Juden in den heutigen Regierungsbezirken Arnsberg, Detmold und Münster.

Pünktlich zum Jahresende sind nun die Forschungsergebnisse digital aufbereitet worden und können in einer interaktiven Karte abgerufen werden. Dabei wurden die Informationen der den Einzelbänden beiliegenden Karten in eine gesamt-westfälische Verbreitungskarte übertragen. Per Mauseover sind zu den einzelnen Orten Informationen zum frühesten überlieferten Nachweis jüdischen Lebens, die Anzahl der Juden im 19. und 20. Jahrhundert, die erhaltenen Kultusstätten sowie der Beleg im Handbuch abrufbar.

zur interaktiven Karte

Weihnachten Institut 2019
© Thomas Kaling

Öffnungszeiten Weihnachten und Jahreswechsel - Frohe Weihnachten!

Das Institut und die Bibliothek sind vom 23. Dezember 2019 bis zum 1. Januar 2020 geschlossen. Ab dem 2. Januar können Sie die Bibliothek wieder zu den normalen Semesteröffnungszeiten nutzen. Wir wünschen allen besinnliche Weihnachtstage und einen guten Start ins neue Jahr!

Freitags-Kolloquium am 6.12.2019

Im Freitags-Kolloquium am 6. Dezember spricht PD Dr. Christoph Volkmar vom Stadtarchiv Magdeburg über das Projekt

Magdeburger Spuren. Virtuelle Rekonstruktion des verlorenen Stadtarchivs.

Magdeburg bestand bereits mehr als 800 Jahre, als die Stadt am 10. Mai 1631 ihre dunkelste Stunde erlebte. Die vollständige Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg brachte nicht nur tausendfachen Tod, sondern nahm der Stadt auch ihre Geschichte. Der vollständige Verlust des mittelalterlich-frühneuzeitlichen Archivs, das im Rathaus verbrannte, war eine kulturelle Katastrophe ohne Beispiel. Seither leidet Magdeburg unter schwerstem Gedächtnisverlust. Das Projekt „Magdeburger Spuren“ will dieser Amnesie mit den modernen Möglichkeiten der Digital Humanities entgegenwirken, um die facettenreiche Vergangenheit der Stadt wiederzuentdecken.

Alle Interessierten sind herzlich um 16 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Zusätzliche Informationen zum Projekt des Stadtarchivs Magdeburg finden sie hier
 

Kreisarchiv Warendorf
© Kreis Warendorf

Institut für vergleichende Städtegeschichte bietet Kooperationsveranstaltung mit dem Kreisarchiv Warendorf an

Am 1. Januar 2020 startet ein neues Forschungsprojekt am IStG: Der „Historische Atlas der Städte und Gemeinden des Kreises Warendorf und der Stadt Münster im 19. und 20. Jahrhundert“. In Verbindung damit findet im Wintersemester 2019/2020 auch ein Praxis-Seminar „Die Ämter und Städte der Altkreise Beckum und Warendorf im 19. Jahrhundert“ statt, das von Prof. Dr. Werner Freitag und Dr. Christof Spannhoff, dem Projektbearbeiter, betreut wird. Mit im Boot ist auch Dr. Knut Langewand, Leiter des Kreisarchivs Warendorf, denn die Studierenden sollen in der Veranstaltung auch den Umgang mit Verwaltungsschriftgut des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts erlernen. Dazu ist allerdings der Weg ins Archiv unumgänglich. Hier erfahren die Teilnehmer des Seminars etwas über Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft um 1900. Das Seminar soll vermitteln, wie sich der wirtschaftliche und soziale Wandel für die Städte und Landgemeinden der Altkreise vollzog und die preußische Verwaltung vor Ort funktionierte. Aus dieser Beschäftigung sollen später auch Bachelor- oder Masterarbeit entstehen, die wieder in das Forschungsprojekt eingehen werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Tagung Bueren Hiko 2019
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Tagungsbericht "Westfälische Kleinstädte um 1900" veröffentlicht

Am 4. und 5. Oktober fand in Büren die Herbsttagung der Historischen Kommission für Westfalen, veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Institut für vergleichende Städtegeschichte zum Thema „Westfälische Kleinstädte um 1900. Typologische Vielfalt, Daseinsvorsorge und urbanes Selbstverständnis“ statt. Sebastian Schröder (IStG / WWU) hat hierzu einen ausführlichen Tagungsbericht geschrieben, der auf den Seiten von H-Soz-Kult einzusehen ist.

Schroder Und Redner
Foto v.l.n.r.: Prof. Dr. Werner Freitag, Sebastian Schröder, Peter Kock, Ulrike Grannemann
© Lena Krull

Sebastian Schröder erhält den Mindener Geschichtspreis

Der Historiker Sebastian Schröder M.A. vom Institut für vergleichende Städtegeschichte an der WWU Münster wurde am 19.11.2019 mit dem Geschichtspreis des Mindener Geschichtsvereins ausgezeichnet. Er erhält den Preis für seine Masterarbeit „Die Lübbecker Mark. Die Organisation städtischer Markenherrschaft im Minden-Ravensberger Land (1570–1800)“, die im Jahr 2018 als Band 29 der Reihe „Westfalen in der Vormoderne“ beim Münsteraner Aschendorff-Verlag veröffentlicht wurde. In seinem Werk untersucht Schröder Verfahren und Medien städtischer Herrschaftsausübung der westfälischen Kleinstadt Lübbecke im Fürstentum Minden und greift damit ein empfindliches Desiderat der historischen Forschung auf. Gleichzeitig zeigt er dabei die gesellschaftliche, soziale und sozioökonomische Bedeutung vormoderner Markennutzung auf. Der Geschichtspreis wird alle drei Jahre verliehen für „herausragende wissenschaftliche Forschungen zur Geschichte aller Epochen auf dem Gebiet des ehemaligen Fürstentums Minden bzw. des heutigen Kreises Minden-Lübbecke“.
Zurzeit promoviert Sebastian Schröder über die preußischen Steuerreformen und die Entstehung der „Akzisestädte“ im preußischen Westfalen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das IStG gratuliert ihm herzlich zu der erhaltenen Auszeichnung!
 

Freitags-Kolloquium am 8.11.2019

im Freitags-Kolloquium am 8. November spricht Dr. Luise Czajkowski aus Leipzig zum Thema:

Stadtbücher als Zeugnis spätmittelalterlichen Sprachwandels

Stadtgeschichtliche Quellen sind für die Erforschung der historischen deutschen Sprache, insbesondere für die Erforschung von Sprachwandel sehr bedeutsam. So sind beispielsweise Stadtbücher bereits seit dem 13. Jahrhundert volkssprachlich überliefert und wurden über viele Jahrhunderte hinweg geführt. Sie legen Zeugnis ab über den Wandel der Sprache in einer Stadt oder auch in einer Region. Im Vortrag stehen ostmitteldeutsche Quellen aus der Zeit von 1265 bis 1490 im Mittelpunkt, in denen das Niederdeutsche allmählich von den ostmitteldeutschen Dialekten verdrängt wurde.

Alle Interessierten sind herzlich um 16 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.
 

Stellenausschreibung für eine studentische Hilfskraft (EDV) am IStG


Im Institut für vergleichende Städtegeschichte – IStG GmbH – an der Universität Münster ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Stelle zu besetzen als

studentische Hilfskraft im Bereich EDV / Projektarbeit Digital Humanities

im Umfang von 8 Wochenstunden.
 
Tätigkeitsbereiche und Anforderungen:

  • Erstellung und Pflege von Forschungsdatenbanken (Datenmodellierung und Datenbankentwicklung, MySQL-Kenntnisse)
  • First-Level-Support (EDV-Betreuung) in Zusammenarbeit mit IVV und ZIV der WWU
  • Unterstützung bei der Pflege der Webseiten des Instituts (Imperia, HTML)
  • Interesse an Themen der Digital Humanities
  • Grundlegende Programmierkenntnisse sind von Vorteil (JavaScript, PHP)


Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen richten Sie bitte ab sofort an:

Dr. Angelika Lampen
Institut für vergleichende Städtegeschichte – IStG – gGmbH
Königsstraße 46
48143 Münster
E-Mail: istg@uni-muenster.de

  PDF zur Ausschreibung

 

A 100 Materielle Kultur
© Böhlau

Band A 100 der Reihe Städteforschung erschienen

Der Tagungsband der Frühjahrstagung 2017 "Materielle Kultur der Stadt in Spätmittelalter und Früher Neuzeit" ist nun als Band A 100 der Reihe Städteforschung erschienen:

Der „material turn“ hat inzwischen auch die Forschung zur Vormoderne erreicht. Im vorliegenden Sammelband untersuchen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen der Geschichte und Kunstgeschichte die materielle Kultur der Stadt.
Dieser neue methodische Ansatz führt zu ganz neuen Ergebnissen in Bezug auf so traditionelle Quellen wie Chroniken, Rödel, Rechnungs- und Eidbücher. Er lenkt das Augenmerk auf Artefakte im Besitz von Bürgern und Rat, seien sie als Objekte erhalten oder nur schriftlich dokumentiert. So werfen die Beiträge ein neues Licht auf Aspekte der städtischen Kultur: Sie untersuchen die Rolle von Harnischen und Totenschilden, fragen nach der Bedeutung von Stoffqualitäten der Kleidung, erörtern Polster, Wandmalereien und Glasfenstern in Ratssälen als Medien der städtischen Kommunikation.

Bibliographische Angaben:
Sabine von Heusinger/Susanne Wittekind (Hg.), Die Materielle Kultur der Stadt in Spätmittelalter und Früher Neuzeit (Reihe Städteforschung A 100, Wien/Köln/Weimar 2019.
 

Lehrveranstaltung von Dr. Karsten Igel

Die Übung von Dr. Karsten Igel „Bäuerliches Wirtschaften im spätmittelalterlichen Westfalen im Spiegel der Gertrudenberger Überlieferung“ (Fr., 12-14 Uhr) beginnt am 25. Oktober 2019.
 

Corpus Contest Tropha _e
© SCDH

Melanie Althage (SCDH) und Philipp Schneider (IStG) gewinnen Interdisziplinären Corpus Contest

Beim ersten Interdisziplinären Corpus Contest von InFoDiTex (Universität Heidelberg) und Discourse Lab (Technische Universität Darmstadt), der am 27. September 2019 in Heidelberg stattfand, belegten Melanie Althage (Servive Center for Digital Humanities, Münster) und Philipp Schneider (Institut für vergleichende Städtegeschichte) den ersten Platz. Zweck des Wettbewerbs war es, Nachwuchswissenschaftler*innen aus unterschiedlichen, mit Texten arbeitenden Disziplinen zusammenzubringen. Die Bewerberteams hatten die Aufgabe, anhand des digitalisierten Deutschen Novellenschatzes eigene Forschungsprojekte auszuarbeiten und sich dabei an Methoden aus dem Spektrum der Digital Humanities zu bedienen. Die Studierenden der WWU Münster konnten sich hierbei mit Ihrem Projekt "Topic Modeling und Soziale Netzwerkanalyse zur Kartierung der diskursiven Struktur deutschsprachiger Novellen des 19. Jahrhunderts – Methodische Ansätze des Distant Reading am Beispiel des Deutschen Novellenschatzes" gegen ihre Mitbewerberteams durchsetzen. Der von Melanie Althage und Philipp Schneider beschriebene Ansatz einer Vereinigung von Topic Modeling und Sozialer Netzwerkanalyse zur Untersuchung gesellschaftlicher Diskurse wurde von der interdisziplinär besetzten Jury begeistert aufgenommen. Eine Veröffentlichung des methodischen Ansatzes sowie erster Ergebnisse wird demnächst erfolgen.
 

Nachruf - Prof. Dr. Thomas Schilp

Am 28. September 2019 verstarb im Alter von 65 Jahren unser geschätzter Kollege und Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Thomas Schilp.  Die vergleichende Städtegeschichte hat ihm viel zu verdanken. Er war 1981 bei Walter Heinemeyer mit einer Arbeit über die Reichsburg Friedberg im Mittelalter promoviert worden. Ab 1987 war Schilp Mitarbeiter des Stadtarchivs Dortmund, von 2011 bis zum Eintritt in den Ruhestand 2014 Direktor des Archivs. In dieser Funktion hat er eine Vielzahl grundlegender Beiträge zur Dortmunder Stadtgeschichte vorgelegt, zuletzt 2017 gemeinsam mit Stefan Mühlhofer und dem IStG den "Deutschen Historischen Städteatlas: Dortmund". Wir werden ihn in guter Erinnerung behalten – er fehlt.

Ausschreibung für eine Promotionsstelle an der Christian-Albrechts Universität Kiel

An der Christian-Albrechts Universität Kiel ist eine Promotionsstelle für ein stadtgeschichtliches Thema ausgeschrieben (Urban Agency and Perception / Geschichte des Mittelalters).
Nähere Informationen hierzu können abgerufen werden unter H/SOZ/KULT
 

Bibliothek des IStG

Am Freitag, dem 4. Oktober 2019, bleibt die Bibliothek des IStG geschlossen. Ab 7. Oktober stehen wir Ihnen wieder wie gewohnt mit unserem Wissenschaftsservice zur Verfügung.

Gastwissenschaftlerin Prof. Dr. Gabriela Wąs am IStG

Am 1. Oktober 2019 wird Prof. Dr. Gabriela  Wąs von der Universität Wrocław für zwei Monate als DAAD-Stipendiatin ans Institut für vergleichende Städtegeschichte kommen, um das Thema "Frauen in den narrativen und visuellen Quellen der Frühen Neuzeit in Schlesien" zu erforschen.   

20190923
Bericht Awg Convenor Foto
Foto v.l.n.r.: Ferdinand Opll, Anngret Simms, Daniels Stracke, Katalin Szende, Keith Lilley
© Andras Vadas

IStG-Mitarbeiter in der Leitung der internationalen Atlasarbeitsgruppe

Der langjährige Institutsmitarbeiter Daniel Stracke ist am 18. September 2019 anlässlich des diesjährigen Treffens der Atlas Working Group der Internationalen Kommission für Städtegeschichte in Budapest von Ferdinand Opll als dessen Nachfolger in die Leitung der Atlasgruppe berufen worden. Als neuer ‚Convenor‘ wird er gemeinsam mit Katalin Szende (Budapest) und Keith Lilley (Belfast) die Arbeit an den Städteatlanten in zwanzig europäischen Staaten koordinieren. Die Arbeitsgruppe ist auf Initiative von Anngret Simms auch für jene aktiven Mitarbeiter in Atlasprojekten geöffnet worden, die nicht selbst Mitglieder der Internationalen Kommission sind. In Anerkennung seiner Arbeit für den gemeinsamen Europäischen Städteatlas wird nun mit Stracke erstmals ein Nicht-Kommissionsmitglied ins Leitungsgremium berufen.

Die Ernennung von Daniel Stracke unterstreicht die zentrale Position, die das Institut für die in der Atlas Working Group organisierten Städteatlasprojekte einnimmt. Dabei spielt nicht nur eine Rolle, dass die Forschungsbibliothek fast den vollständigen Bestand der seit 1969 publizierten Städteatlanten besitzt, die in vergleichbarer Fülle lediglich in London, Oxford, Berlin, München und Chicago vorliegen. Seit langem prägt das Institut auch mit seinen Tagungen und Workshops die Atlasarbeit und heißt Gastwissenschaftler aus den Partnerprojekten willkommen. Mit seinen Initiativen in den Bereichen digitale Arbeitsmethoden, Interaktive Kartografie und Internetpublikation wird es als wegweisend für die digitale Zukunft der Atlasarbeit wahrgenommen.

Istg Plakat Freitagskolloquium Ws 2019-20 Neu
© IStG

Freitags-Kolloquium im Wintersemester 2019/20 - erster Vortrag am 18.10.2019

Den ersten Vortrag im Winter-Semester 2019/20 hält Prof. Dr. Holger Thomas Gräf aus Marburg am 18. Oktober 2019 zum Thema:

Das Arbeitsbuch des Frankfurter Kupferstechers Johann Philipp Thelott (1632-1671) - eine bislang unbekannte Quelle zu den städtischen Netzwerken im Buch- und Verlagswesen nach dem Dreißigjährigen Krieg

Rechnungs- und Arbeitsbücher von Künstlern des 17. Jahrhunderts sind rar; in der Regel war ihnen der Überlieferungszufall selten gnädig. Anders ist dies im vorliegenden Fall: Es handelt sich zwar um ein anonymes Fragment, doch konnte sein Verfasser mittlerweile identifiziert werden. Das sich aus der Analyse dieser Quelle ergebende Personennetzwerk aus Auftraggebern, Geschäftspartnern, Autoren und anderen Künstlern wirft nicht nur Licht auf das Buch- und Verlagswesen nach dem Dreißigjährigen Krieg, sondern es gewährt auch Einblicke in das von Multikonfessionalität und Heterodoxie geprägte geistige und kulturelle Leben in der Mainmetropole während des 17. Jahrhunderts.

Alle Interessierten sind herzlich um 16 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.
 

Versmold Erstauflage
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Städteatlas Versmold

Der "Historische Atlas westfälischer Städte. Bd. 12: Versmold", der am 15. Mai 2019 erstmals in Versmold präsentiert worden war, ist bereits 4 Monate nach Erscheinen des Werkes ausverkauft. Dank zahlreicher Veranstaltungen rund um das Stadtjubiläum "300 Jahre Stadtrechte" wurde diese Publikation einem breiten Publikum vorgestellt. In der Bevölkerung ist das Interesse an der eigenen Stadtgeschichte groß, und auch der Ankauf einiger Exemplare durch die städtische Schule für Lehrzwecke trug dazu bei, dass dieser Atlas bereits nach kurzer Zeit vergriffen ist.

Ob es eine Neuauflage geben wird, steht derzeit noch nicht fest. Informationen hierzu geben wir auf diesen Seiten bekannt, sobald wir Genaueres wissen.

Sollten Sie keinen Atlas der Erstauflage erworben haben, aber gerne ein Exemplar der Neuauflage bestellen wollen, dann senden Sie uns eine Mail an: istg@uni-muenster.de!

Freitags-Kolloquium am 12. Juli 2019

Zum Abschluss des Freitags-Kolloquiums im Sommersemester 2019 spricht Prof. Dr. Clemens Zimmermann aus Saarbrücken zum Thema:
Land-Stadt-Beziehungen und die Debatte über "Rurbanität"

Stadt und Land, Urbanität und Ruralität - Die Beziehungen zwischen Stadt und Land sowie Land und Stadt unterliegen starken historischen Wandlungen, die im Vortrag für das 20. Jahrhundert beleuchtet werden sollen. Verschiedene historische Faktoren wirkten auf diese Beziehungen ein: Fortschreitende Urbanisierung und Industrialisierung, der Rückgang der agrarischen Bevölkerung, die Transformation der alten Landgemeinden in suburbane Wohnorte sowie die mediale Durchdringung auch des Landes. Die allgemeine Geschichtswissenschaft hat sich mit dem Thema bislang nur wenig beschäftigt, jedoch stehen Erkenntnisse und Konzepte aus den Nachbardisziplinen zur Verfügung, insbesondere aus der Soziologie und Geographie. Auch das Fach der Mediengeschichte hat sich neuerdings dörflicher Kommunikation, der Bedeutung moderner Massenmedien und den Eigenarten des Mediengebrauchs in ländlichen Räumen zugewandt. In dem Vortrag wird auf diese Prozesse eingegangen und es werden zwei Konzepte vorgestellt, die aus der US-amerikanischen Rural Sociology stammen: Auf „Rurbanität" als Mischtypus, der fast schon zum Regelfall von Siedlungsentwicklung wurde, und auf „Ruralität“, - das, was als „ländlich“ gilt und was in den Medien ständig aktualisiert und inszeniert wird.

Alle Interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.
 

Eröffnung der Ausstellung "300 Jahre Stadtrechte in Ravensberg" (30.06.2019 - 09.08.2019)

Vortrag von Sebastian Schröder über Borgholzhausen im 18. Jahrhundert

Am 30. Juni 2019 eröffnet die Stadt Borgholzhausen eine Ausstellung mit dem Titel "300 Jahre Stadtrechte in Ravensberg" - 300 Jahre gemeinsame Geschichte.

1719 wurden die früheren Dörfer, Flecken oder Weichbilder Borgholzhausen, Bünde, Enger, Halle (Westf.), Preußisch Oldendorf, Versmold, Vlotho und Werther (Westf.) durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I. zu Städten erhoben. Die Ausstellung schildert die Ausgangslage und beschreibt die Auswirkungen und Folgen der Stadtrechtsverleihungen und der gleichzeitig durchgeführten Steuerreform. Sie skizziert auch die unterschiedlichen Entwicklungen, die die neuen Städte fortan nahmen. Erstmals widmet sich eine Ausstellung dieser Zeit, der gemeinsamen Geschichte der Orte im Ravensberger Land und den unterschiedlichen historischen Profilen der heutigen Städte in den Kreisen Gütersloh, Herford und Minden-Lübbecke.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Sonntag, 30. Juni 2019, um 11:15 Uhr in der Rathausgalerie, Schulstraße 5, statt. Der Eintritt ist frei.

Begrüßung: Bürgermeister Dirk Speckmann
Einführung in die Ausstellung: Dr. Rolf Westheider
Vortrag von Sebastian Schröder M. A., Institut für vergleichende Städtegeschichte in Münster: "Des Königs neue Stadt: Borgholzhausen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts"

Black-veldtrup Antrittsvorlesung
Prof. Dr. Mechthild Black-Veldtrup mit Prof. Dr. Thomas Großbölting
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Dr. Mechthild Black-Veldtrup erhält den Titel einer Honorarprofessorin im Fachbereich 8 Geschichte/Philosophie

Am 24. Juni 2019 wurde Dr. Mechthild Black-Veldtrup vom Dekan des Fachbereichs 8 Geschichte/Philosophie an der WWU, Prof. Dr. Thomas Großbölting, der Titel einer Honorarprofessorin verliehen. Prof. Dr. Werner Freitag würdigte als Laudator die Arbeit von Mechthild Black-Veldtrup, die als Leiterin des Landesarchivs NRW, Abteilung Westfalen, schon seit vielen Jahren durch Seminare und Quellenübungen den intensiven Austausch zwischen Studierenden und dem Landesarchiv pflegt und fördert. In ihrer Antrittsvorlesung zeigte Black-Veldtrup am Beispiel der Urkunden zum Besuch Kaiser Heinrichs III. in Münster im Jahr 1040 eindrucksvoll, welchen Erkenntnisgewinn eine quellenkritische Urkundenanalyse bietet.
Dank des Engagements von Mechthild Black-Veldtrup, die Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des IStG sowie Direktorin des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster, und Vorsitzende der Historischen Kommission für Westfalen ist, werden Studierende der Geschichtswissenschaft an der WWU in den sogenannten Hilfswissenschaften geschult und an die Arbeit mit historischen Quellen herangeführt. Mit dem richtigen Werkzeug in den Bereichen Diplomatik, Paläographie, Kodikologie u.v.m. lassen sich kulturwissenschaftliche Überlegungen anstellen und neue stadtgeschichtliche wie auch landesgeschichtliche Erkenntnisse gewinnen. Das Wissen um die reichen Bestände des Landesarchivs NRW und deren adäquate Interpretation gibt Mechthild Black-Veldtrup an die Studierenden des Historischen Seminars weiter – von nun an als Honorarprofessorin. Die Mitarbeiter des IStG gratulieren ihr zu dieser Auszeichnung.
 

Freitags-Kolloquium am 28. Juni 2019

Im Freitags-Kolloquium am 28. Juni spricht Frau apl. Prof. Dr. Michaela Schmölz-Häberlein aus Bamberg zum Thema:

Judentum und Urbanität im frühneuzeitlichen Franken – ein Widerspruch? Beobachtungen zu den jüdischen Gemeinden im Hochstift Bamberg

Forschungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass sich Existenzbedingungen und Selbstverständnis mitteleuropäischer Juden nicht mit einheitlichen Raum- und Regionsbegriffen fassen lassen. Bis vor kurzem hat sich die Diskussion vor allem auf die Dichotomie von Stadt- und Landjuden beschränkt. Ausgehend von der These Ernst Schuberts, dass es „keine Urbanität in der Welt des fränkischen Judentums im 18. Jahrhundert“ gegeben habe, soll am Beispiel der Residenzstadt Bamberg, zweier Festungsstädte (Kronach und Forchheim), der Amtsstadt Lichtenfels sowie der Landgemeinde Zeckendorf der Frage nachgegangen werden, welche Rolle „Urbanität“ in der Lebenswelt fränkischer Juden des 17. und 18. Jahrhunderts gespielt haben könnte.

Alle Interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.
 

A 91 Extra Muros
© Böhlau

Neuerscheinung in der Reihe Städteforschung - A 91 Extra Muros


Stadt und Umland sind auf vielfältige Weise miteinander vernetzt. Die durch den „Spatial Turn“ in den Sozial- und Geisteswissenschaften eingebrachten Impulse, Geschichte wieder verstärkt in räumlichen Bedingungen zu denken und Veränderungen der Raumwahrnehmung intensiver in den Blick zu nehmen, sind das Anliegen des vorliegenden Bandes. Im Fokus der 24 Beiträge stehen u.a. Fragen zur kartographischen Repräsentation, zur Sozialtopographie vorstädtischer Räume, zu Inklusions- und Exklusionsprozessen sowie zur unterschiedlich starken Ausprägung von Zonen städtischen Einflusses. Beleuchtet werden ausgewählte Städte aus Mittel-, Süd- und Osteuropa und besonders auch Festungsstädte sowie die in diesem Kontext oft wenig beachteten „Kleinen Städte“.

Bibliographische Angaben
Guy Thewes/Martin Uhrmacher (Hg.), Extra muros. Vorstädtische Räume in Spätmittelalter und Früher Neuzeit / Espaces suburbains au bas Moyen Âge et à l’époque moderne (Reihe Städteforschung A 91), Wien/Köln/Weimar 2019.
 

Preisverleihung Christof Spannhoff Doerenthe 5juni2019
v.l.n.r. vorne: Prof. Werner Freitag, Dr. Christof Spannhoff, Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger; Mitte: Karl-Heinz Dingerdissen, Anneli Hegerfeld-Reckert, Gisela Köster; hinten: Dr. Mechthild Black-Veldtrup, Prof. Elisabeth Timm; Arne Strietelmeier
© R. Hänisch / IStG

LWL-Preis für westfälische Landeskunde an Dr. Christof Spannhoff verliehen

Am Abend des 5. Juni 2019 ist im Kulturspeicher in Dörenthe der LWL-Preis für westfälische Landeskunde an Dr. Christof Spannhoff verliehen worden.

Zur Begrüßung sprachen Gisela Köster, stellvertretende Landrätin des Kreises Steinfurt, sowie LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Prof. Dr. Werner Freitag, wissenschaftlicher Vorstand des IStG sowie Doktorvater des Preisträgers, übernahm die Würdigung. Freitag betonte, dass Christof Spannhoffs langjähriges berufliches wie ehrenamtliches Engagement stets darauf ausgerichtet war, die Geschichte Westfalens – insbesondere die des Nordmünsterlandes – zu erforschen und seine Ergebnisse sowohl für das Fachpublikum wie auch für die interessierte Öffentlichkeit vor Ort zugänglich zu machen. Christof Spannhoff hat neben seiner Tätigkeit in verschiedenen Projekten am IStG (Die deutschen Königspfalzen; Reformation in Westfalen; Bibliographie) ein umfangreiches Spektrum an historischen, sprach- sowie volkskundlichen Schwerpunkten entfaltet, das sich sowohl in seiner eigenen Publikationsreihe (Nordmünsterland. Forschungen und Funde) wie auch in Vorträgen, Ausstellungen und Zeitungsartikeln spiegelt. Erst vor kurzem konnte in dem Kooperationsprojekt von IStG und Historischer Kommission für Westfalen der „Historische Atlas westfälischer Städte. Bd. 11: Lengerich“ erscheinen, für den Christof Spannhoff seine Fachkompetenz und zahlreiche Stunden wissenschaftlicher Forschung im Ehrenamt zur Verfügung gestellt hat, ohne die dieses Werk so nicht zustande gekommen wäre. Um all diese Projekte zu würdigen, hat der Kulturausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe im Februar 2019 auf Vorschlag des Rates für westfälische Landeskunde beschlossen, den Preis an Dr. Christof Spannhoff zu verleihen. Der Preisträger rundete den offiziellen Teil des Festaktes mit einem wissenschaftlich fundierten Vortrag über frühneuzeitliche Herrschaftslegitimation in Tecklenburg ab.

Die Mitarbeiter des IStG gratulieren Christof Spannhoff zu dieser Auszeichnung und danken ihm für seine Arbeit.
 

Das Freitagskolloquium am 7. Juni 2019 fällt aus!

Das Freitags-Kolloquium am 7. Juni zum Thema:

Basel und die Eidgenossenschaft. Städtische Bedrohungsszenarien und ihre Bewältigung in einem System kollektiver Sicherheit.

fällt leider krankheitsbedingt aus. Ein Nachholtermin wird im Wintersemester stattfinden.


 

Tatort Domplatz Cover
© IStG

Publikation "Tatort Domplatz" jetzt wieder erhältlich

Die sehr schnell nach ihrer Veröffentlichung vergriffene Publikation "Tatort Domplatz. Der Münster-Plan von 1609 und seine Geschichte(n) - Dokumentation und Faksimile" ist nun - dank der Unterstützung des Stadtarchivs Münster sowie der NRW.BANK -  in zweiter, korrigierter Auflage erhältlich.

Die Präsentation des Bandes findet am 23. Mai 2019, um 18 Uhr, im Stadtarchiv Münster (An den Speichern 8, 48157) im Seminarraum im EG statt.

Nach Grußworten von Dr. Peter Worm (Stadtarchiv) und Dr. Angelika Lampen (IStG) wird Dr. Mechthild Siekmann einen Vortrag halten über eben diese Geschichte(n) um den ältesten erhaltenen Plan der Stadt Münster, die sie 2009 zusammen mit einem interdisziplinär ausgerichteten Team von Wissenschaftlern erforscht hat.

Freitagskolloquium am 24. Mai 2019

Im Freitags-Kolloquium am 24. Mai sprechen Simon Schneider M.A. und Dr. Martin Uhrmacher aus Luxemburg zum Thema:

Die Sozialtopographische Entwicklung der Stadt Luxemburg im 19. und 20. Jahrhundert. Vorstellung erster Forschungsergebnisse und Einbindung in den digitalen historischen Stadtatlas Luxemburgs.

Luxemburg war als Festungsstadt jahrhundertelang in ein militärisches Korsett eingeschlossen. Erst nach 1867 setzte mit der Schleifung der Festung ein Wachstum ein, das die Entwicklung zu einer modernen Hauptstadt ermöglichte. Vor diesem Hintergrund nimmt Simon Schneider Veränderungen in der Sozialtopographie der städtischen Gesellschaft in den Blick. Auf Grundlage sozioökonomischer Quellen untersucht er, wie sich die Sozialstruktur aufschlüsseln und in langer Dauer vergleichen lässt.
Martin Uhrmacher geht im zweiten Teil des Vortrags auf die Einbindung der Forschungsergebnisse in den historischen Stadtatlas Luxemburgs ein, der sich gerade im Aufbau befindet. Dieser wird die städtische Entwicklung seit Beginn des 19. Jahrhunderts in Form von digitalen und interaktiven Karten im Internet darstellen. Fünf Zeitschnitte sind vorgesehen, um die tiefgreifenden Wandlungsprozesse Luxemburgs zu analysieren und zugleich auch spannend und anschaulich zu präsentieren.

Alle Interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.
 

Praesentation Versmold
v.l.n.r.: Prof. Dr. W. Freitag (IStG), Dr. M. Black-Verldtrup (Historische Kommission für Westfalen), Dr. R. Westheider, M. Meyer-Hermann (Stadt Versmold), Th. Kaling (Hiko/IStG), Dr. Th. Tippach (WWU Münster)
© IStG

Präsentation des „Historischen Atlas westfälischer Städte. Bd. 12: Versmold“

Am Abend des 15. Mai 2019 wurde im Rathaus der Stadt Versmold der 12. Band des „Historischen Atlas westfälischer Städte“ zur ravensbergischen Stadt Versmold feierlich präsentiert.

Michael Meyer-Hermann, Bürgermeister der Stadt Versmold, begrüßte die zahlreich erschienenen Besucher mit Verweis auf eine Reihe von Veranstaltungen, die derzeit anlässlich „300 Jahre Stadtrechte“ in der Region gefeiert werden. Bereits am 17. April war in Halle (Westfalen) der Verleihung der Akzise an verschiedene Städte der ehemaligen Grafschaft Ravensberg und die damit einhergehende Stadtrechtsverleihung gedacht worden. Dieses Jubiläum bot auch für Versmold die Gelegenheit, sich intensiv mit der eigenen Stadtgeschichte auseinanderzusetzen und sie von Dr. Rolf Westheider, der sich bereits in seiner Dissertation mit dem ‚Aufstieg Versmolds vom Dorf zur Stadt‘ beschäftigt hatte, wissenschaftlich bearbeiten zu lassen. Eine Wanderausstellung zu diesem Thema, die u.a. auch von Sebastian Schröder (IStG) miterarbeitet worden ist, kann aktuell im Rathaus Versmold besichtigt werden.

Prof. Dr. Werner Freitag, der als wissenschaftlicher Vorstand des IStG und als zweiter Vorsitzender der Historischen Kommission für Westfalen das Kooperationsprojekt „Historischer Atlas westfälischer Städte“ repräsentierte, sprach seinerseits Grußworte an die Besucher aus der Versmolder Stadtgesellschaft. Dabei verwies er auf das übergeordnete Projekt der „Europäischen Städteatlanten“, das einen Städtevergleich anhand des einheitlichen Kartenkanons – jeweils basierend auf dem Urkataster des 19. Jahrhunderts – im überregionalen Kontext möglich macht.

Dr. Wolf Westheider, Autor des ‚Städteatlas Versmold‘, präsentierte anschließend die Atlasmappe, die aus einem 27-seitigen, reich bebilderten Textheft und – neben den vier zum gängigen Kanon gehörigen topographischen und administrativen Tafeln – sechs weitere thematische Tafeln zu „Grafschaft Ravensberg“, „Amt Ravensberg“, „Akzise im preußischen Westfalen“, ferner ‚Siedlungsentwicklung und Grundbesitzer in Kirchspiel bzw. Dorfkern Bockhorst‘ sowie „ausgewählte Industriebranchen“ behandeln. Bei seiner Vorstellung der verschiedenen Inhalte des Atlaswerkes ging R. Westheider einerseits auf Besonderheiten der Stadtgeschichte ein (Stichwort: „Vom Leinen zum Fleisch“) und hob immer wieder den Charakter des Kooperationsprojektes hervor, für dessen Gelingen verschiedene Wissenschaftler von IStG, Historischer Kommission für Westfalen und Universität Münster einen Beitrag geleistet haben. Allen Beteiligten sei auch hier noch einmal ein herzlicher Dank ausgesprochen.
Unter dem Motto einer Postkarte vom Anfang des 20. Jahrhunderts, die das Cover des Atlas ziert, durften sich alle Besucher im Anschluss an den Vortragsteil des Abends von der Richtigkeit des Ausspruches überzeugen:
„Pumpernickel, Mettwurst, Bier,
Gibt’s in großen Mengen hier.
Leckeren Schinken nicht vergessen[.]
Kraft gibt solch Westfalenessen“
 

Versmold
© Hiko/IStG

Neuerscheinung - Atlas "Versmold"

Die Präsentation des "Historischen Atlas westfälischer Städte. Bd. 12: Versmold" findet am 15. Mai 2019, um 18 Uhr, im Rathaussaal Versmold (Münsterstraße 16, 33775 Versmold) statt.

2nd Urbanhist Conference Stockholm Poster
© urbanHIST

Conference: Interpreting 20th Century European Urbanism

21-23 October 2019, Stockholm

urbanHIST welcomes abstracts on the main theme of its second conference: Interpreting 20th Century
European Urbanism. As an explicitly interdisciplinary project, we encourage submissions from urbanism,
planning, and architectural historians; preservationists; geographers; museum curators; and independent
scholars. Abstracts should be related to the following suggested tracks:

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Freitagskolloquium am 3. Mai 2019

Im Freitags-Kolloquium am 3. Mai spricht Dr. Norbert Fasse vom Stadtarchiv Borken zum Thema:
Systemwechsel für Herzensmonarchisten - Die revolutionäre Demokratisierung 1918-1919 in Borken, Bocholt und Coesfeld

Alle interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. ins Sitzungszimmer des IStG eingeladen.
 

Bibliothek des IStG bleibt am 31.5.2019 geschlossen

Am 31. Mai 2019 bleiben die Bibliothek wie auch das Institut für vergleichende Städtegeschichte geschlossen. Ab 3. Juni 2019 stehen wir Ihnen mit unserem Wissenschaftsservice wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten zur Verfügung.

Freitagskolloquium am 26. April 2019

Im Rahmen des Freitag-Kolloquiums am 26. April 2019 spricht Nadja Thiessen aus Darmstadt zum Thema:

Hochwasser und die Gefährdung städtischer Infrastruktur im besetzten Deutschland. Mannheim und Dresden im Vergleich

Hochwasserschutz ist bis heute eine herausfordernde Aufgabe für Städte. Besonders jedoch in der direkten Nachkriegszeit (1945-49) gestaltete sich seine Organisation äußerst schwierig. In den Untersuchungsstädten Dresden und Mannheim wurden die Stadtverwaltungen unter den Augen der Besatzungskräfte re-organisiert oder gänzlich neu aufgebaut. Zugleich waren die Innenstädte noch deutlich vom Krieg gezeichnet und Debatten rund um Wiederaufbau- und Enttrümmerungsmethoden dominierten. Der Vortrag geht der Frage nach, wie sich der Hochwasserschutz vor dem Hintergrund dieser außergewöhnlichen Situation vollziehen ließ.

Alle Interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.
 

Freitagskolloquium am 12. April 2019

Das Freitags-Kolloquium im Sommersemester 2019 beginnt am 12. April mit einem Vortrag von Sebastian Schröder, M.A. aus Münster zum Thema:

Des Königs neue Steuer: Die preußischen Akzisereformen in Minden-Ravensberg am Beginn des 18. Jahrhunderts

Der preußische König Friedrich Wilhelm I. (1688-1740) verkündete zu Beginn seiner Amtszeit ehrgeizige Pläne. Insbesondere wollte er die staatlichen Einnahmen erhöhen. Die Einführung der Akzise (einer indirekten Steuer, die bei Kauf- und Eigentumsübertragungen entrichtet werden musste) versprach ein Erfolgskonzept zu sein. Bemerkenswert war in diesem Zusammenhang die Erhebung einiger Orte zu Städten - eigens zu dem Zweck, um dort die Akzise einführen zu können. Diese neuen Städte wurden als "Akzisestädte" bekannt. In dem Vortrag sollen die preußischen Stadt- und Akzisereformen und ihre Auswirkungen in der Grafschaft Ravensberg sowie im Fürstentum Minden vorgestellt werden.

Alle Interessierten sind um 15 Uhr c.t. herzlich ins Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Banner Von Peronne
© D. Stracke

Mitarbeiter des IStG identifiziert das seit über 100 Jahren verschollene „Banner von Péronne“

Als ein Bibliotheksbenutzer im IStG das Foto von einer gestickten Belagerungsszene vorlegte und um Rat fragte, war für Dr. Daniel Stracke klar, dass es sich dabei um ein außergewöhnliches Stück handelte. Doch war ungewiss, welche Stadt und welches Ereignis hier in Seide mit Gold- und Silberfäden dargestellt waren. Dies war der Anfang von langwierigen Recherchen in die Geschichte und Überlieferung der faszinierenden Vogelschauansicht mit ihren detailreichen Szenen, die schließlich zur Identifizierung der Stadt führten: Es handelt sich um Péronne in der Picardie. Die Stadt mit ihrer strategischen Lage an der Somme wurde im Jahr 1536 von Kaiser Karl V. im Konflikt mit seinem Rivalen, dem französischen König Franz I., belagert.

Das „Banner“ war nach dem Sieg von 1536 angefertigt worden, um bei einer Dankprozession getragen zu werden. Mit der Darstellung des bedeutenden Ereignisses und der heldenhaften Bürgerin Marie Fouré, die dabei eine wichtige Rolle gespielt hatte, war das Stück für das kollektive Gedächtnis Péronnes stets ein wichtiger Markstein. Im Ersten Weltkrieg aber wurde das Musée Alfred-Danicourt, in dem es verwahrt war, während der Somme-Schlacht von 1916 beschädigt, und nach der Evakuierung der Zivilbevölkerung aus dem von deutschen Truppen besetzten Ort verloren sich die Spuren dieses einzigartigen Dokuments der Stadtgeschichte.

Mit der öffentlichen Vorstellung der historischen Stickerei in Maastricht auf der TEFAF (The European Fine Arts Fair) 2019 durch die Franses Gallery London, die es auf einer Auktion aus Privatbesitz erworben hatte, haben die Forschungen Strackes, der die Identifizierung vornahm und den Nachweis zur Provenienz der Stickerei erbrachte, ein erstes wichtiges Ergebnis gezeitigt.

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Istg Fruehjahrstagung 2019
© IStG

Frühjahrstagung 2019

Am 11. und 12. März 2019 findet am IStG das 46. Frühjahrskolloquium statt zum Thema:

Geschichtsbilder in Residenzstädten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit. Präsentationen – Räume – Argumente – Praktiken

Die diesjährige Tagung des Instituts für vergleichende Städtegeschichte fragt nach den Bildern, die von Städten und ihrer jeweiligen Vergangenheit, insbesondere auch innerhalb der Städte selbst, zwischen dem 14. und dem 18. Jahrhundert entstanden. Diese ‚Bilder‘ sind nie statisch, sondern sie werden, das hat die Geschichtswissenschaft in den letzten Jahrzehnten gezeigt, ‘gemacht‘. Sie werden von bestimmten Gruppen erschaffen, immer wieder verändert, angepasst und schließlich innerhalb wie außerhalb der Stadt in Texten, Bildern, Denkmälern sowie Bau- und Kunstwerken verbreitet und rezipiert.
Die Tagung der Städtehistoriker widmet sich diesem Prozess und nimmt dabei den Typus der Residenzstadt in den Blick. Bisher wurden in der Forschung vor allem die in den Quellen besser dokumentierten Reichsstädte und Metropolen betrachtet. Residenzstädte, die sich zunehmend seit dem späten Mittelalter ausbildeten, blieben zumeist kleinere urbane Formationen. Die in Münster versammelten Wissenschaftler werden anhand so unterschiedlicher Städte wie Budapest, Halle, Berlin oder den niederländischen und flandrischen Residenzstädten die Prozesse der Historisierung, die Herausbildung von Geschichtskonzepten sowie die Konstruktion, mediale Vermittlung und Wirkung von Geschichtsdeutungen analysieren.
Die als „46. Frühjahrskolloquium des IStG“ ausgewiesene Tagung wird in Verbindung mit dem Projekt „Residenzstädte im Alten Reich (1300–1800)“ der Göttinger Akademie der Wissenschaften veranstaltet.

... zum Programm
 

Nachruf auf Prof. Dr. Wilhelm Rausch

Wilhelm Rausch
(1927 – 2019)

Am 14. Februar ist in Groß Gerungs im niederösterreichischen Waldviertel Wilhelm Rausch gestorben, ein Ehrenmitglied des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte.

Er wurde am 14. Jänner 1927 in Wien geboren. Dort wuchs er auf, besuchte die Volksschule, wechselte 1939 auf das Gymnasium, bis er 1944 zum Reichsarbeitsdienst und dann zur Luftwaffe eingezogen wurde. Nach der Matura begann er 1946 ein Studium der Rechtswissenschaften und der Geschichte an der Universität, das ihn schließlich in den 46. Ausbildungskurs des Instituts für österreichische Geschichtsforschung, der Ausbildungsstätte für Archivare in Österreich, führte (1951–1953). Das war eine entscheidende Station. Dort begann seine Mitarbeit an dem großen Quellenwerk der Linzer Regesten, das damals vom Institut mitgetragen wurde. Damit begründete er eine Basis für seine Berufung an das Stadtarchiv Linz 1954. Dort ist er dann geblieben bis zu seiner Pensionierung 1987.

In dieser Zeit hat er die Grundlagen für die Erforschung der Geschichte der Landeshauptstadt Oberösterreichs auf neue Grundlagen gestellt und ihr vielfältige neue Möglichkeiten eröffnet. Dabei blieb es nicht. Er blickte über Linz hinaus, er wurde zu einem der bewegenden Kräfte in der Geschichtswissenschaft Österreichs und man darf mit Fug und Recht behaupten, dass er es war, der die moderne Stadtgeschichtsforschung in Österreich etabliert hat. Das geschah in verschiedenen Anläufen.

... zum vollständigen Nachruf von Prof. Peter Johanek

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© IfEU

Boden. Wirtschaft. Gesellschaft - Anmeldung bis 15.04.2019 möglich

Abschlusskonferenz der Nachwuchsforscherinnengruppe „Soziale Wohnraumversorgung in wachsenden Metropolregionen“, gefördert durch die Hans Böckler Stiftung

Städte und Regionen sind mit einer Vielzahl an Wohnungsfragen konfrontiert: In wachsenden Metropolregionen und Mittelstädten steigen stetig Mieten und Bodenpreise. Andernorts fehlt es vor allem an bedarfsgerechtem Wohnraum – und das nicht selten trotz erheblichen Leerstands. In Stadt und Land wird es für weite Teile der Bevölkerung immer schwieriger bezahlbaren und angemessenen Wohnraum zu finden. Dabei ständen durchaus geeignete Politiken und Instrumente für eine sozial gerechte Wohnraumversorgung zur Verfügung. Die Tagung beleuchtet drei mögliche Interventionsfelder als Ressourcen für ein Recht auf Wohnen: die Nutzung städtischen Bodens, die Wohnungswirtschaft und gemeinschaftlichen Wohnungsbau.

Die Abschlusstagung der Nachwuchsforscherinnengruppe „Soziale Wohnraumversorgung in wachsenden Metropolregionen“ des IfEU, gefördert durch die Hans Böckler Stiftung, bringt Wissenschaftler/innen aus Planungs-, Stadt- und Wohnungsforschung sowie Praktiker/innen aus Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammen, um in vier Foren die Möglichkeiten sozialer Wohnungsversorgung auszuloten. In einem öffentlichen Abendvortrag werden am Abend des 23. Mai zudem architektonische Perspektiven und Ansätze auf soziale Wohnraumversorgung eröffnet. An den Abendvortrag schließt ein Empfang an.

Hier geht es zum Programm .

Die verbindliche Anmeldung ist bis zum 15. April möglich.

Hier finden Sie Informationen zur Kinderbetreuung.
 

Ausschreibung des Wiener Preises für Stadtgeschichtsforschung

Die Stadt Wien hat am 31. Mai 2010 aus Anlass der Pensionierung von Herrn Archivdirektor Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Opll im Wege des Österreichischen Arbeitskreises für Stadtgeschichtsforschung (siehe: www.stadtgeschichtsforschung.at) den „Wiener Preis für Stadtgeschichtsforschung“ (WPS) eingerichtet, der in den Jahren 2011, 2013, 2015 und 2017 vergeben wurde und für 2019 von neuem zur Ausschreibung gelangt. Der Preis ist auf der Grundlage einer Förderung durch die Kulturabteilung der Stadt Wien mit € 5.000,- dotiert.

Bis zum 30. April 2019 können von den jeweiligen Autor/innen Veröffentlichungen bzw. Dissertationen sowie Habilitationsschriften auf dem Gebiet der vergleichenden Stadtgeschichtsforschung des europäischen Raumes in deutscher Sprache eingereicht werden, die in den Jahren 2016 bis 2018, gegebenenfalls auch noch 2019, erschienen sind.
Die eingereichten Arbeiten sind nach Möglichkeit (auch) in elektronischer Form zu übermitteln. Beizufügen sind ein Lebenslauf sowie ein Verzeichnis der bisher publizierten Arbeiten der Autorin/des Autors.
Arbeiten, die jeweils im Jahr vor der Preisvergabe des WPS für den Preis der Stiftung „Pro civitate Austriae“ (siehe: www.stadtgeschichtsforschung.at) eingereicht wurden, können bei der Preisvergabe des WPS nicht berücksichtigt werden.

Die Einreichungen sind zu richten an:

Institut für österreichische Geschichtsforschung
Universität Wien
z. H. von Archivdirektor i. R. ao. Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Opll
Universitätsring 1
A-1010 Wien

PDFs per Email an:  ferdinand.opll@hotmail.com

Die Entscheidung über die Zuerkennung des Preises erfolgt durch eine Jury und wird den Einreicher/innen im Sommer 2019 bekanntgegeben werden.

Nach der Entscheidung der Jury werden sämtliche eingereichten Arbeiten der Bibliothek des Instituts für österreichische Geschichtsforschung übergeben, um damit für die Forschung zur Verfügung zu stehen.
 

Doktorandenworkshop A4 Flyer
© LWL

Dritter Workshop für Doktoranden zur Geschichte Westfalens

Historische Kommission für Westfalen

Am 28. und 29. März 2019 veranstaltet die Historische Kommission für Westfalen zum dritten Mal den Workshop für Doktorandinnen und Doktoranden zur Geschichte Westfalens. Der Workshop richtet sich nicht nur an Studierende des Faches Geschichte, auch an Forscher aus verwandten Disziplinen wie Kunstgeschichte, Kirchengeschichte, Volkskunde aber auch Rechtsgeschichte, Musikwissenschaft oder Architektur sowie weitere Interessierte sind herzlich eingeladen an der Veranstaltung teilzunehmen.
Im Rahmen des Workshops erhalten zwölf Doktorandinnen und Doktoranden die Gelegenheit, ihre Projekte zu verschiedensten Epochen und Themenfeldern zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. Da landesgeschichtliche Themen an vielen Universitäten eher zu den randständigen Forschungsfeldern gehören, ist der überuniversitäre Erfahrungsaustausch für Nachwuchsforscher umso wichtiger.
Die Vernetzung von Forschungsprojekten zur westfälischen Geschichte gehört – neben der Herausgabe grundlegender Werke zur Landesgeschichte und der Ausrichtung von Tagungen – zu den zentralen Aufgaben der Historischen Kommission für Westfalen. Dieses Netzwerk soll nicht nur bereits etablierten Forschern zur Verfügung stehen. Ausdrücklich sollen auch Nachwuchskräfte angesprochen und ihnen die Möglichkeit zum wissenschaftlichen Austausch geboten werden. Hierfür wurde das „Doktorandennetzwerk“ der Historischen Kommission eingerichtet. Mit dem Doktorandennetzwerk und den Workshops für Doktoranden möchte die Kommission den Kontakt zu Nachwuchswissenschaftlern herstellen und auf ihre landesgeschichtliche Arbeit aufmerksam machen.
Der dritte Doktoranden-Workshop zur Geschichte Westfalens findet am 28. März 2019 im Saal I der Bezirksregierung (Domplatz 1–3) und am 29. März 2019 im Freiherr-vom-Stein Saal der Bezirksregierung (Domplatz 36) in Münster statt. Die Veranstaltung wird öffentlich sein, zur Teilnahme an der Diskussion sind alle interessierten Forscherinnen und Forscher herzlich willkommen. Wir bitten um eine Anmeldung bis zum 11. März 2019 formlos per Mail an Katrin.Jaspers@lwl.org. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine Anmeldebestätigung. Getränke und Mittagessen sind für angemeldete Gäste kostenfrei. Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben.

Der Einladungsflyer steht hier als PDF-Datei zum Download bereit
 

Redaktionsrichtlinien - Reihe Städteforschung

Die Richtlinien der Redaktion zur Gestaltung von Texten in der Reihe Städteforschung sind geringfügig angepasst worden und können hier von Autoren und Herausgebern abgerufen werden:

Redaktionsrichtlinien - Reihe Städteforschung

Freitagskolloquium am 25. Januar 2019

Den nächsten Vortrag im Freitagskolloquium hält am 25. Januar 2019 Anne Südbeck M.A. (Osnabrück) zum Thema:

Die weltliche Elite im hochmittelalterlichen Hildesheim

Die weltliche Elite Hildesheims des 13. Jahrhunderts setzte sich aus bischöflichen Ministerialen und (Rats-)Familien zusammen. Neben geschäftlichen Beziehungen bestanden zwischen ihnen auch verwandtschaftliche Verbindungen, die bis ins Hildesheimer Kanonikat hinein nachzuvollziehen sind. Das Selbstverständnis der Hildesheimer Elite sowie ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten lassen sich insbesondere durch Stiftungen an geistliche Institutionen in Hildesheim ablesen, wie an ausgewählten Beispielen verdeutlicht werden wird.

Alle Interessierten sind zu diesem Vortrag herzlich um 16 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

London
© R. Hänisch (2014)

Freitagskolloquium am 11. Januar 2019

Den nächsten Vortrag im Freitagskolloquium hält Charlotte Neubert (Regensburg) am 11. Januar 2019 zum Thema:

Konstruktion einer metropolitanen Identität. London im späten Mittelalter

Alle Interessierten sind dazu herzlich um 16 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Freitags-Kolloquium am 22.11.2019

Im Freitags-Kolloquium am 22. November spricht Dr. Niels Petersen aus Göttingen zum Thema:

Zwischen Stadt und Land: Gestalt und Nutzen vorstädtischer Gartenanlagen (14.-16. Jh.)

Historische Stadtansichten zeigen oft Gartengrundstücke, die sich unmittelbar vor den Toren und unterhalb der Mauern erstrecken. Ihre Nutzung vom Spätmittelalter bis in das frühe 17. Jahrhundert hinein war vielfältig und reichte von der Selbstversorgung über den Anbau von Spezialpflanzen bis zur Nutzung als repräsentativer Freizeitort. Anhand verschiedener Beispiele aus dem Reich sollen die Gestalt, die Lage und das Recht der Gärten ebenso diskutiert werden, wie die Personen, die mit ihnen verbunden waren und welche ökonomische Bedeutung diese Gärten als Teil der Stadt besaßen.

Alle Interessierten sind herzlich um 16 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.
 

Topographien Des Alltags
© De Gruyter

Neuerscheinung zur Städtegeschichte

Colin Arnaud, Topographien des Alltags – Bologna und Straßburg um 1400 (Europa im Mittelalter 28 ), Berlin/Boston 2018.
ISBN 978-3-11-054520-3
Link zur Verlagsseite

Die an der Humboldt-Universität zu Berlin vorgelegte Dissertation vergleicht mit einem sozialtopographischen Ansatz die europäischen Städte Bologna und Straßburg. Anhand der Indikatoren Bude, Markt und Haus untersucht die Studie die Verschmelzung bzw. Trennung der privaten und wirtschaftlichen Lebensbereiche in den beiden spätmittelalterlichen Städten.

Der Band sticht durch die starke kartographische Darstellung der Ergebnisse hervor; der ausführliche Anhang zu den Belegstellen des Autors ergänzt den Band und stellte eine wertvolle Grundlage für weitere Forschungen dar.

Colin Arnaud ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
 

Frohe Weihnachten
© IStG

Lengerich
© HiKo/IStG

Neuerscheinung - Atlas "Lengerich"

In der Reihe "Historischer Atlas westfälischer Städte" ist der von Dr. Christof Spannhoff verfasste Band 11 über die Geschichte der Stadt Lengerich erschienen. Dieser Atlas enthält ein 35-seitiges, reich bebildertes Textheft sowie 14 Tafeln, die die Entwicklung des Ortes von seinen Anfängen bis in die Gegenwart nachzeichnen, u.a. mit Fokus auf die Grafschaft Tecklenburg im 18. Jahrhundert, das Kirchspiel Lengerich oder - in die neuere Stadtgeschichte blickend - Industrie- und Gewerbebetriebe sowie die Entwicklung der Zementindustrie .

Die Entwicklung der Stadt Lengerich war und ist eng mit ihrer günstigen Verkehrslage verknüpft: An der Kreuzung zweier Fernwege entstand im Mittelalter ein blühender Wallfahrtsort, der nach der Reformation zunächst an Bedeutung verlor. Wegen der guten Anbindung an das Post- und Handelswegenetz wurde der Ort 1727 im Zuge der Einführung der preußischen Akzise im Tecklenburger Land zur Stadt erhoben. Der Anschluss an die Bahnstrecke Köln-Hamburg 1871 leitete schließlich die Industrialisierung der Stadt ein, wodurch Lengerich bis heute zu einem Zentrum der Kalk- und Zementindustrie, der Verpackungsherstellung und des Maschinenbaus wurde. Auch der Bau der  A1 zwischen 1963 bis 1968 trug zur wirtschaftlichen und topographischen Entfaltung der Stadt bei.

Bibliographische Angaben
Christof Spannhoff, Lengerich (Historischer Atlas westfälischer Städte. Band 11), hg. von der Historischen Kommission für Westfalen und dem Institut für vergleichende Städtegeschichte durch Thomas Tippach, Münster 2018.
 

Freitagskolloquium am 7. Dezember 2018

Dr. Fred Kaspar aus Telgte hält den nächsten Vortrag im Freitags-Kolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte am 7. Dezember zum Thema:

„Lebensraum der Unterschichten westfälischer Städte in vorindustrieller Zeit – aus Gebäuden und Archiven“

Der Anteil der Einwohner, Armer und Mieter an der Gesamtbevölkerung einer Stadt und ihre soziale Zusammensetzung als Nutzer der Mietwohnungen dürfte deutlicher Indikator für die Situation der Stadtwirtschaft sein. In den Städten, in denen ein differenziertes Gewerbe bestand, nahm der Umfang der Unterschichten zu, was sich insbesondere in der zunehmenden Zahl von Mietwohnungen spiegelte. Der Bestand an Mietwohnungen war daher weniger von der Größe einer Stadt, sondern von ihrer wirtschaftlichen Struktur abhängig.

Es gab eine breite Abstufung in Größe und Qualität städtischer Wohnhäuser und / oder Wohnungen in Nordwestdeutschland: „Haus“ blieb hierbei der Begriff, der dem Bürger als Besitzer eines eigenen Anwesens zugeordnet wurde. Bürgerhaus ist damit im eigentlichen Sinn des Wortes ein rechtlich definierter Begriff. Daneben gab es als deutlich reduzierte Form des Bürgerhauses nicht nur das "Kleine (Bürger-) haus" (auch Häuslein oder halbes Haus), sondern auch das Miethaus, als Gadem, Bude oder Speicher bezeichnet.
Das „normale“ Bürgerhaus ist zumindest bis in das 18. Jahrhundert ein großes giebelständiges Haus. Es befand sich im Besitz eines Bürgers und ist die Bauform, die bis heute unsere allgemeine Vorstellung von Altstadt prägt. Daneben gab es aber auch deutlich kleinere, ebenfalls giebelständige Häuser der Handwerker, die wirtschaftlich in bescheidenem Rahmen lebten, aber ebenfalls Bürgerrecht besaßen. Als Privatbesitz konnten sie eine wesentliche Voraussetzung zur Erlangung des Bürgerrechtes erfüllen, so dass der Gestalt dieser Bauten in Giebelstellung wohl auch Symbolcharakter zukommt.

Eine Sonderform des Kleinen Bürgerhauses wurde in der Neuzeit zunehmend das Mauerhaus (im Unterschied zu den anderen Quellen entnommenen Bezeichnungen ein wissenschaftlicher Begriff), das allerdings in der Regel trotzdem traufenständig war. Mietwohnungen wurden nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen in Nordwestdeutschland hingegen stets so konzipiert, dass eine eigenständige Wohneinheit mit einem eigenen Zugang vom öffentlichen Verkehrsraum bestand. Wurden – was das Normale war – mehrere Mietwohnungen im Verbund errichtet, geschah dies daher fast ohne Ausnahme in der Form von Reihenhäusern und nicht in der Form von Etagenwohnungen mit gemeinsamer Erschließung. Da die gängige Bauform also über Jahrhunderte das Reihenhaus mit mehreren nebeneinander geschaffenen Wohnungen unter einem Dach blieb, muss auch von der „Mietwohnung“ und nicht vom „Miethaus“ gesprochen werden.

Alle Interessierten sind herzlich um 16 Uhr c.t. ins Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

 

Stellenausschreibung / Call for Applications

The Max Weber Centre for Advanced Cultural and Social Studies (Max-Weber-Kolleg) at the University of Erfurt is an Institute for Advanced Studies and permanent graduate school. Within its Weberian research programme, it hosts several interdisciplinary research projects. It currently invites applications for up to

2 doctoral positions for Ph.D. projects in the fields of History and History of Religion
Pay category E 13 TV-L (65 %)

and

1 post-doctoral position for a habilitation project in the field of History of Urbanisation or Religion of South Asia
Pay category E 13 TV-L (100 %)

within the framework of the research project “Religion and Urbanity: reciprocal formations”, directed by Prof. Dr. Susanne Rau and Prof. Dr. Jörg Rüpke.
Positions are to be filled by 1 April 2019 for a period of 36 months (further extension possible, depending on personal requirements and institutional settings.).
The project examines the long-term relationships between urbanity and religion in cities of very different types from the first millennium BC onwards. Successful candidates will work on a project that connects problems of the history of urbanisation and urbanity with problems of the history of religion for cities or regions in Europe, the circum-Mediterranean area, West or South Asia from Antiquity onwards.
Successful candidates will participate in the project’s research programme, engage in joint research and (in the case of the postdoctoral positions) take over administrative duties related to the project.

Requirements
• Excellent degree (MA for doctoral, Doctorate/PhD for postdoctoral positions) in History or History of Religion, Anthropology or a closely related discipline
• Knowledge of English, German (at least reading skills; candidates without knowledge of German are requested to take courses), and other languages relevant for the research planned
• Willingness to cooperate within the research project and to take part in the study programme within the interdisciplinary research environment of the Max-Weber-Kolleg
• Willingness to pursue a doctorate or habilitation at the University of Erfurt, preferentially in History or History of Religion/Religious Studies

The research programme is outlined on the project’s website https://www.uni-erfurt.de/go/urbrel. For more information about the Max-Weber-Kolleg see: https://www.uni-erfurt.de/max-weber-kolleg/. The call for applications is directed at applicants who fulfil the requirements of the Act of Academic Fixed-Term Contract (Wissenschaftszeitvertragsgesetzes, WissZeitVG). The general conditions of employment of the Thuringian University Act (Thüringer Hochschulgesetz, ThürHG) §91 pass. 5 apply.

Comments/Remarks
The University of Erfurt is an equal opportunity employer in compliance with the Thuringian Equal Opportunities Act (Thüringer Gleichstellungsgesetz). Equal opportunity issues are addressed throughout the application and selection process. Handicapped applicants are given preference in cases of equal qualification.
Please address informal enquiries to Dr. Asuman Lätzer-Lasar (asuman.laetzer-lasar@uni-erfurt.de).

Application Deadline
Please submit your application with CV, copies of your final school and university degrees, a copy of your MA or diploma resp. dissertation thesis, one recent letter of recommendation and an outline of the project you would like to pursue (2,500-5,000 words) with a stringent discussion of your research questions, the state of research on the topic, your methodological approach and the leading hypotheses as well as a working schedule and projected date of completion as pdf-files (maximum of 10 MB) and up to five publications (if applicable) by 06 January 2019 to:
University of Erfurt • Max-Weber-Kolleg • mwk.bewerbungen@uni-erfurt.de
Data Protection
For the electronic submission of your application, please find the necessary encrypting certificate with the public key for secure transmissions to the e-mail address given below under https://www.uni-erfurt.de/personal-und-recht/ausschreibungen, listed under the respective Call for Applications. Secure transmission of your data cannot be warranted if you do not make use of this encrypting method.
In sending your application files in electronic form, you agree to having your e-mail scanned for harmful coding, viruses and spam, to the temporary saving of the necessary data of your correspondence and to the conducting of further correspondence via e-mail without further encryption.
By submitting your application, you also agree to the further processing of the submitted personal data within the application process. This agreement can be withdrawn at any point in written or electronic form, without specifying your reasons. Please note that withdrawal of your agreement may lead to your application not being further considered for the position applied for.
All further regulations regarding data protection according to §13 of the General Data Protection Regulation (EU) 2016/679 may be found under https://www.uni-erfurt.de/personal-und-recht/ausschreibungen/ (download Data Protection Information for Applicants).
Notice
The University of Erfurt does not refund any costs incurred in the application process.

Ausfall des Proseminars

Das Proseminar von Prof. Dr. Werner Freitag zum Thema "Die Stadt in der Frühen Neuzeit" fällt am Montag, dem 26.11.2018 (14–18 Uhr), aus!
 

Meyer-preis 2018 - Gruppenfoto
v.l.n.r.: Dr. Stefan Mühlhofer (Stadtarchiv Dortmund); Prof. Dr. Werner Freitag (WWU); Dipl.-Ing. Adolf Miksch (Historischer Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark e. V.); Dr. André Biederbeck (TU Dortmund); Dr. Andreas Neuwöhner (Altertumsverein Paderborn); Dr. Karl Lauschke (Hoesch-Museum Dortmund)
© IStG

Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis für André Biederbeck

Am Abend des 18. November 2018 wurde im Hoesch-Museum in Dortmund der Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis an Dr. André Biederbeck verliehen. Dieser Preis wird durch den Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Paderborn e.V. für Arbeiten junger Historiker zur Geschichte Ost- und Südwestfalens ausgelobt, wobei André Biederbeck für seine jüngst in der Reihe Städteforschung (A99) erschienene Arbeit zum Thema „Das Dortmunder Arbeitermilieu 1890–1914. Zur Bedeutung von Räumen und Orten für die Konstituierung einer sozialistischen Identität“ geehrt wurde.

Die zahlreich erschienenen Besucher wurden, nach einer Führung durch das Hoesch-Museum, von Dr. Andreas Neuwöhner (Altertumsverein Paderborn), Dr. Karl Lauschke (Hoesch-Museum) sowie von Dipl.-Ing. Adolf Miksch (Historischer Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark e. V.) begrüßt. Nach der feierlichen Preisverleihung hielt Prof. Dr. Werner Freitag (Westfälische Landesgeschichte der WWU / IStG), der die Arbeit wissenschaftlich betreut hat, die Laudatio auf das Werk von André Biederbeck. Letzter stellte anschließend selbst einige markante (Knoten-)Punkte aus seiner Arbeit vor, die um 1900 als Versammlungs-, Fest- und Kommunikationsorte der Dortmunder Arbeiterschaft zur Entstehung eines sozialistischen Milieus beitrugen und als identitätsstiftende Marker im Stadtraum sichtbar wurden. Die festliche musikalische Umrahmung für den Festakt bot René Madrid mit beschwingten Akkordeonklängen.

Die 426-seitige, reich bebilderte Dissertationsschrift von André Biederbeck kann bei böhlau bestellt werden.

A 99 Biederbeck
© Böhlau

Neuerscheinung in der Reihe Städteforschung: Band A99

Soeben ist die Dissertation von André Biederbeck als Band A99 in der Reihe Städteforschung erschienen. Für diese Arbeit wird Dr. André Biederbeck am 18.11.2018 in Dortmund mit dem Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis ausgezeichnet werden.

André Biederbeck
Das Dortmunder Arbeitermilieu 1890-1914. Zur Bedeutung von Räumen und Orten für die Konstituierung einer sozialistischen Identität (Reihe Städteforschung A99), Böhlau:Wien/Köln/Weimar 2018.

Im Wilhelminischen Kaiserreich bildete sich mit der sozialistischen Arbeiterschaft ein Milieu heraus, dessen Existenz einer permanenten Selbstdeutung bedurfte. Großes Gewicht kam dabei den Vereinsorten zu, an denen bei Versammlungen und Festen gesellschaftliche Konflikte wachgehalten und Zukunftsvisionen beschworen wurden. Vereinslokale waren Orte, an denen sich die auf verschiedene Arbeits- und Wohnstätten verteilten Arbeiter(-familien) einer Stadt bzw. Region begegnen und einander bewusst werden konnten. Am Beispiel Dortmunds und seines Umlandes spürt der Band die Knotenpunkte des Vereinslebens auf - u.a. Vereinsgaststätten, Gewerkschaftshaus, Verlagsgebäude - und untersucht deren Relevanz für die Herausbildung einer sozialistischen Identität.

Freitagskolloquium am 16. November 2018

Dr. Colin Arnaud aus Münster hält den nächsten Vortrag im Freitags-Kolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte zum Thema:

„Markt – Dom – Rat. Konstituierung und Erfahrung zentraler Räume in den spätmittelalterlichen Städten am Beispiel von Bologna und Straßburg“

Das Stadtzentrum ist heute wie damals von zwei konträren Dynamiken geprägt: Einerseits ist es der Treff- und Sammelpunkt für eine breite Bevölkerung, anderseits ist es so gefragt und umkämpft, dass nur die Reichsten und die Mächtigsten dort ein Gebäude besitzen konnten. Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, ob in den spätmittelalterlichen Städten die horizontale oder die vertikale Zentralität überwog. Anhand der Fallbeispiele Bologna und Straßburg werden drei Arten von Zentren berücksichtigt: das wirtschaftliche (zentraler Marktplatz), das religiöse (Kathedral- oder Hauptkirche) und das politische Zentrum (Rathäuser).
Alle Interessierten sind am 16.11.2018 herzlich um 16 Uhr c.t. ins Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

 

Bibliothek des IStG an Allerheiligen geschlossen

Die Bibliothek des IStG bleibt an Allerheiligen, dem 01.11.2018, geschlossen.
Vielen Dank für Ihr Verständnis!
 

Vortragsreihe über Architekten und Entwürfe für Münster

Am Mittwoch, dem 24.10.2018, beginnt in Münster eine dreiteilige Vortragsreihe über Architekten, die das Stadtbild Münsters im 20. Jahrhundert - durch realisierte Projekte wie durch ihre Entwürfe - maßgeblich geprägt haben. So werden u.a. Carl Schirmeyer und die Anlage des Aasees (1920er Jahre), Peter Poelzig und Pläne für den Ausbau Münsters zur Gauhauptstadt in den 1930er/40er Jahren sowie Dieter und Ulrike Kälberer mit dem Bau des Aegidiimarktes (1976-1979) thematisiert.
Weitere Informationen zu den Vorträgen über Stadtbauräte/Architekten und deren Projekte finden Sie in der Münsterischen Zeitung vom 22. Oktober 2018.

THEMEN & TERMINE

Regierungsbaumeister Carl Schirmeyer (1869-1956)

Mittwoch, 24.10.2018
19 Uhr, A2, Aaseeterrassen

Stadtbaurat Peter Poelzig (1906-1981)
Mittwoch, 14.11.2018
19 Uhr, Villa ten Hompel

Dieter und Ulrike Kälberer (*1935/*1936)
Mittwoch, 5.12.2018
19 Uhr, VHS-Forum, Aegidiimarkt



 

Freitagskolloquium am 26. Oktober 2018

Den nächsten Vortrag im Freitags-Kolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte hält PD Dr. Lars Behrisch aus Utrecht am 26.10.2018 zum Thema:

„Städtische Verfassungen im Europa des 17. und 18. Jahrhunderts - Überlegungen im Rahmen einer allgemeinen Geschichte der Demokratie“

Im Vortrag soll zum einen ein aktuelles Buchprojekt und die ihm zugrunde liegenden Thesen zu den Wurzeln der Demokratie im frühneuzeitlichen Europa vorgestellt werden. Die städtische Verfassungsgeschichte spielt hierbei naturgemäß eine wichtige Rolle; daher werden zum zweiten einige vergleichende Überlegungen zu korporativer Machtteilhabe in Städten des 17. und 18. Jahrhunderts angestellt, wobei es neben der deutschen um die englische, französische und niederländische Stadtgeschichte gehen wird. Drittens setzt sich PD Dr. Lars Behrisch in diesem Zusammenhang mit der eben erschienenen vergleichenden Geschichte des vormodernen Bürgertums von Maarten Prak kritisch auseinander ('Citizens without nations. Urban Citizenship in Europe and the World, c.1000-1789', Cambridge University Press 2018).

Alle Interessierten sind herzlich um 16 Uhr c.t. ins Sitzungszimmer des IStG eingeladen.
 

Freitagskolloquium am 12. Oktober 2018

Den Auftakt des Freitags-Kolloquiums zu Problemen vergleichender Städtegeschichte im Wintersemester 2018/2019 macht Dr. Rolf Westheider, Stadtarchivar der Stadt Versmold, am Freitag, 12. Oktober 2018.

Dr. Westheider spricht in seinem Vortrag zum Thema:
Grenzfall Versmold. Der mühsame Weg vom Dorf zur Stadt

Versmolds extreme Grenzlage im äußersten Westen der Grafschaft Ravensberg hat sich für die Entwicklung des Ortes vom Dorf zur Stadt über Jahrhunderte hinweg entwicklungshemmend ausgewirkt. Der Vortrag zeichnet die mühsame Stadtwerdung nach und richtet den Blick auf einzelne Stationen dieses Weges. Wichtig dabei ist auch der Übergang vom wirtschaftlichen Leitsektor Leinen und Segeltuch zum bis heute dominanten Sektor der Fleischverarbeitung am Übergang zum 20. Jahrhundert. Heute ist Versmold mit mehr als 20.000 Einwohnern das ostwestfälische Tor zum Münsterland.

Alle Interessierten sind herzlich zum Vortrag um 16 Uhr c.t.(!!!) ins Sitzungszimmer des Instituts für vergleichende Städtegeschichte eingeladen.
 

STELLENAUSSCHREIBUNG - Promotionsstelle an der MLU in Halle (Saale)

An der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale) ist ab dem 1.2.2019 die Stelle für eine(n) wissenschaftliche(n) Mitarbeiter/in im DFG-Projekt "Index Librorum Civitatum. Verzeichnis der Stadtbücher des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, ein Instrument der historischen Grundlagenforschung" in Teilzeitbeschäftigung (65%) zu besetzen.

Weitere Informationen zur Ausschreibung, auf die sich Interessierte bis zum 30.11.2018 bewerben können, finden Sie unter folgendem Link:

Stellenausschreibung - „Index Librorum Civitatum. Verzeichnis der Stadtbücher des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, ein Instrument der historischen Grundlagenforschung“

Bibliotheksschließung am Tag der Deutschen Einheit

Am Tag der Deutschen Einheit, 03.10.2018, bleibt die Bibliothek des IStG geschlossen. Vielen Dank für Ihr Verständnis

Cover Handbuch Lg
© De Gruyter

Neuerscheinung: Handbuch Landesgeschichte

Handbuch Landesgeschichte, hg. v. Werner Freitag, Michael Kißener, Christine Reinle, Sabine Ullmann, Berlin/Boston 2018.

ISBN 978-3-11-035411-9

Das „Handbuch Landesgeschichte“ ist als erstes regionenübergreifendes Handbuch zur deutschen Landesgeschichte neu erschienen. Das Handbuch, das von Ria Hänisch (IStG) redaktionell betreut wurde, stellt Erkenntnisinteressen, Methodologie, Themenfelder und Raumbegriffe landesgeschichtlicher Forschung vor. Dabei werden in einem ersten Schritt übergreifende Fragestellungen sowie die Geschichte des Fachs thematisiert. Im zweiten Teil des Handbuchs richtet sich der Blick auf die verschiedenen methodischen Zugriffe und Gegenstandsbereiche der Landesgeschichte, die an ausgesuchten historischen Räumen in vergleichender Perspektive beschrieben werden.

Das Handbuch wird im Rahmen des 58. Historikertages auf dem „Abend der Landesgeschichte“, der von der Arbeitsgruppe Landesgeschichte des VHD und der Historischen Kommission für Westfalen ausgerichtet wird, am 26.09.2018 im Erbdrostenhof in Münster präsentiert.
 

Kommunale Selbsinszenierung
© Chronos Verlag

Neuerscheinung zur Städtegeschichte

Kommunale Selbstinszenierung. Städtische Konstellationen zwischen Mittelalter und Neuzeit, hg. v. Martina Stercken und Christian Hesse (Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen 40), Chronos Verlag Zürich 2018.

ISBN 978-3-0340-1435-9

Der von Martina Stercken, Mitglied des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte, mitherausgegebene Band befasst sich in zeitlich langer und geografisch breiter Perspektive mit kommunalen Selbstinszenierungen, also mit Momenten, in denen die Stadtgemeinde für unterschiedliche Öffentlichkeiten sichtbar gemacht wird. Vorgestellt werden Konstellationen der Zurschaustellung des bürgerlichen Gemeinwesens, die sich auf je eigene Art und Weise der Schriftlichkeit, Bildlichkeit sowie Performativität bedienen und dabei ältere Muster der Vermittlung variieren. Damit nimmt der Band, der Beiträge einer Tagung der Internationalen Kommission für Städtegeschichte 2015 in Zürich versammelt, Formen der Kommunikation in der Stadt und mit ihnen Objekte und Praktiken ins Blickfeld. Werner Freitag hat in diesem Werk einen Beitrag zur „ Inszenierten Stadtwirtschaftspolitik im Spätmittelalter. Marktplatz, Kaufhaus, Straße“ publiziert.
 

Summerschool 2018
© IStG

Summerschool: „Urbanität und Industrialisierung in Kleinstädten in Westfalen in Topographie und Kartographie“ - 6.-8. September 2018

Vom 6.-8. September 2018 veranstaltete das IStG eine Summerschool zu „Urbanität und Industrialisierung in Kleinstädten in Westfalen in Topographie und Kartographie“. Organisiert und betreut wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Werner Freitag, Dr. Thomas Tippach, Dr. Daniel Stracke und Tobias Kniep, B. Eng. Die Summerschool vereinte den Themenkomplex „Urbanität in der Industrialisierung in Kleinstädten“ mit der Vermittlung methodischer und technischer Kompetenzen zur historischen Kartografie im Kontext der Digital Humanities.
Insbesondere am Beispiel der sauerländischen Kleinstadt Menden wurde eine definitorische Abgrenzung des Kleinstadtbegriffs im 19. Jahrhundert an Hand verschiedener Aspekte, wie Verwaltung, struktureller ökonomischer Wandel, urbaner Topografie und bürgerlichem Selbstverständnis diskutiert. Eine Einführung in die Geschichte der Uraufnahmen und frühen Flurkarten des 19. Jahrhunderts im Hinblick auf Entstehungszweck, kartografische Präzision und Rezeption, vermittelte Kompetenzen zu einer Quellenkritik historischer Karten. Ergänzt wurde diese Einheit durch einen Überblick über allgemeine Grundbegriffe, Prinzipien und Visualisierungsprobleme der thematischen Kartografie. Eine Einführung in das Potential digitaler Kartografie durch die Verwendung von Geoinformationssystemen (GIS) schloss den theoretischen Teil des Seminars ab.
Ausgestattet mit diesem Handwerkszeug erprobten die Teilnehmer der Summerschool auch selbst die Anwendungsmöglichkeiten von GIS in der historischen Kartografie. Mit Hilfe der Software QuantumGIS wurde die Georeferenzierung und Georektifizierung historischer Karten eingeübt. Die darauf folgende Kartierung metallverarbeitender Industriestandorte in Menden legte die Grundlage für die Erstellung eigener thematischer Karten zur Industrialisierung einer westfälischen Kleinstadt. Hierbei konnte auf die Arbeiten von Wilfried Reininghaus für den Band „Menden (Sauerland)“ des Historischen Atlas westfälischer Städte 8, Münster 2017, zurückgegriffen werden. Abschließend wurden die Teilnehmer angehalten, eigene geschichtswissenschaftliche Fragestellungen zur kleinstädtischen Industrialisierung Mendens zu entwickeln und diese, gestützt durch QGIS, mit Hilfe des zuvor aufbereiteten kartografischen Materials zu beantworten. Diese Verbindung der Vermittlung praktischer Kompetenzen in der digitalen historischen Kartografie mit einem geschichtswissenschaftlichen Thema bot den Teilnehmern nicht nur einen vertiefenden Einblick in einen Teilbereich der Digital Humanities, sondern ermöglichte es ihnen zugleich dessen Potential für die historische Forschung unmittelbar zu erproben.
 

© Aschendorff-Verlag

Neuerscheinung zur Stadtgeschichte

Constanze Sieger, Kleinstädtische Öffentlichkeit - Billerbeck auf dem Weg zur Ludgerusstadt im 19. Jahrhundert, Münster 2018
ISBN 978-3-402-13266-1
Aschendorff-Verlag

Die im Rahmen des Projekts „Geschichte der Stadt Billerbeck“ entstandene Dissertation beschäftigt sich mit der Entwicklung der katholischen Kleinstadt Billerbeck in Westfalen zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs (1870–1914). Als Sterbeort des ersten Bischofs von Münster erlangt der Ort für die Ludgerusverehrung im Kulturkampf für das gesamte Bistum Bedeutung. Neben der Bezugnahme zum Bistumsheiligen prägen Agrarmodernisierung und Naherholung die Ortsentwicklung. Ziel dieser Studie ist es, die Aneignung, Gestaltung und Herstellung des städtischen Raumes zu dekonstruieren und dadurch Akteure, Motive und Strategien der Stadtentwicklung nachzuzeichnen. Mithilfe der Betrachtung verschiedener Öffentlichkeitsebenen gelingt es, den Einfluss der Lokalzeitung auf die „städtische und kirchliche Versammlungsöffentlichkeit“ und umgekehrt aufzuzeigen. Durch die zusätzliche Einbeziehung von Bildpostkarten und katholischen Massenmedien als gezielte Eigenwerbung nach außen („massenmediale Außenkommunikation“) wird sichtbar, auf welch mannigfaltige Weise die Medien bereits um 1900 die Ortsentwicklung in Kleinstädten durch Rezeption und Aneignung prägten. Das Forschungsdesign der Arbeit offenbart einen ganz neuen Blick auf die Entscheidungsstrukturen, informellen Aushandlungen und Reflexionsprozesse in einer Kleinstadt um 1900 und führt zu neuen Erkenntnissen über Katholizismus und Kleinstadtentwicklung in der Moderne.
Constanze Sieger wurde nach dem Studium der Fächer Geschichte, katholische Theologie und Philosophie in Freiburg und Münster an der WWU Münster im Fach Geschichte promoviert. Sie war am Institut für vergleichende Städtegeschichte Münster im Projekt „Stadtgeschichte Billerbeck“ beschäftigt und ist seit 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Sonderforschungsbereich 1150 „Kulturen des Entscheidens“ im Projekt C05 „Preußische Amtmannbürokratie und lokale Selbstverwaltung“.

 

„Blick in die Allee am Kochbrunnen, um 1845“, in: Historische Ortsansichten <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/oa/id/3490> (Stand: 10.7.2007)
© Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde

LAGIS-Hessen - Tagungsankündigung

Am 14. September 2018 findet im Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden die Tagung „Die Taunusbäder: Orte der Heiligung und Geselligkeit (17. Bis 20. Jahrhundert)“ statt.
Die von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und dem Hessischen Hauptstaatsarchiv organisierte Tagung zeigt neue Ansätze zur Sozialgeschichte in europäischen Kurbädern auf und stellt bislang wenig beachtete soziale Aspekte der Entwicklung der Bade- und Kulturlandschaft im Taunus in den Vordergrund.
Dr. Andrea Pühringer, Mitglied des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte und Mitorganisatorin der IStG-Frühjahrstagung 2021 „Kurstadt als urbanes Phänomen“ hält den abschließenden Vortrag „Der Taunus – Konjunkturen einer traditionsreichen Bäderlandschaft“.

Informationen zur Tagung und zum Programm finden Sie hier

Das älteste Görlitzer Stadtbuch - Teil 1
© Verlag Gunter Oettel

Neuer Band zur Stadtbuchforschung - Tagungsankündigung

Krzysztof Fokt / Christian Speer / Maciej Mikula (Hg.), Liber Vetustissimus Gorlicensis. Das älteste Görlitzer Stadtbuch 1305-1416 (1423), Bd. 1, Görlitz/Kraków 2018.
ISBN 978-3-944560-75-5488

Der erste Band der Edition des ältesten Görlitzer Stadtbuchs konnte im Juli präsentiert werden und zeigt die ersten 1.768 Einträge des sog. Roten Buches von 1305 bis zum Jahr 1343.
Das deutsch-polnische Projekt gilt bereits jetzt als Referenzwerk im Rahmen der Erforschung der Quellengattung „Stadtbücher“ und wurde auf deutscher Seite vom DFG-Langzeitprojekt „Index Librorum Civitatum“ an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Ranft und der Mitarbeit von Dr. Christian Speer betreut. Krzysztof Fokt und Maciej Mikula von der Jagiellonen Universität Kraków erarbeiteten die Edition auf polnischer Seite.

Begleitend zur Buchvorstellung findet in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec vom 6. bis 8. September 2018 die internationale Tagung „Stadtbücher – Die Erforschung kommunalen Handelns im Spiegel administrativer Schriftlichkeit“ statt. Die Tagung wird organisiert von der Jagiellonen-Universität Kraków und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Während sich der erste Tag der Veranstaltung vor allem dem Görlitzer Stadtbuch von 1305 widmet, werden am Freitag und Samstag das Thema Stadtbücher in internationaler Perspektive behandelt sowie Aspekte digitaler Methoden der Stadtbuchforschung und -erschließung thematisiert.

Informationen zur Tagung finden Sie hier

Um Voranmeldung wird gebeten.

 

Freitagskolloquium

Zum Abschluss der Reihe Freitags-Kolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte im Sommersemester 2018 spricht Prof. Dr. Werner Freitag (Münster) am 20.07.2018 zum Thema:

Entscheidungsgesellschaften? Dörfer und Kleinstädte um 1900 in Westfalen

Dörfer und Kleinstädte standen um 1900 vor ähnlich großen Herausforderungen wie die großen Städte. Der Vortrag beleuchtet, wie in den Gemeindeversammlungen über Krankenhausbauten, E-Werke, Parkanlagen, Schulneubau und Gemeindegrenzen beraten und entschieden wurde. Welche Mittel nutzten die Gemeindeverordneten, um den „Graben der Ungewissheit“ zu überspringen? Hielten sie sich an das von der Landgemeindeordnung von 1856 vorgegebene Verfahren? Welche Rolle spielten Informationen? Kam es zu Vertagungen oder zur Verlagerung von Entscheidungen in Kommissionen? Diese Fragen, die im Kontext des münsterischen SFB „Kulturen des Entscheidens“ stehen, werden am Beispiel westfälischer Landgemeinden und Titularstädte (Eickel, Liesborn, Neubeckum, Versmold, Wanne) thematisiert.
Alle Interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. ins Sitzungszimmer des IStG eingeladen.
 

Städtegeschichte auf dem Historikertag

Vom 25. bis 28. September 2018 findet in Münster der 52. Deutsche Historikertag statt. Unter dem Thema ‚Gespaltene Gesellschaften‘ gibt es auch dieses Mal wieder viele Sektionen, Vorträge, Veranstaltungen und Exkursionen, die für Städtehistoriker interessant sind. Das IStG (Werner Freitag) und die Internationale Kommission für Städtegeschichte (Martin Scheutz) organisieren am Mittwoch, dem 26.09.2018, die Sektion „Ein bürgerliches Pulverfass? Waffenbesitz und Waffenkontrolle in der alteuropäischen Stadt“. Regula Schmid (Bern), Holger Gräfe (Marburg), Jean-Dominique Delle Luche (Paris) und Enno Bünz (Leipzig) behandeln die Themen, Waffengebrauch und Waffenbesitz sowie die Orte der Aufbewahrung in Mittelalter und früher Neuzeit. Werner Freitag (IStG) referiert in der Sektion „Man kennt sich“ – Verflechtungen und Verwerfungen zwischen Niederländern und Westfalen im 19. und 20. Jahrhundert anhand des jüngsten Historischen Atlas westfälischer Städte zu Gronau über Niederländische Unternehmer und Arbeiter in der westmünsterländischen Baumwollindustrie um 1900.

Besonders hinweisen möchten wir Sie zudem auf den „Abend der Landesgeschichte“ am 26.09.2018 im Erbdrostenhof, auf dem das neue „Handbuch Landesgeschichte“ präsentiert werden wird.

Weitere Veranstaltungen mit städtegeschichtlichem Bezug
 

Summer School: „Urbanität und Industrialisierung in Kleinstädten in Westfalen in Topographie und Kartographie“ - 6.-8. September 2018

Das dreitägige Blockseminar führt anhand des Forschungsthemas ‚Urbanität und Industrialisierung in Kleinstädten‘ in die historische Geographie/Kartographie ein. In dem Seminar werden digitale Techniken zur Aufbereitung und Präsentation raumbezogener, wissenschaftlicher Befunde und Daten vermittelt (QGIS). Die Studierenden sollen lernen, historische Pläne durch Georeferenzierung mit den aktuellen Kartenangeboten (OpenStreetMap, Google Maps) in Beziehung zu setzen und auf diese Weise Wandlungen und Kontinuitäten städtischer Räume sichtbar zu machen. Ziel ist die Aneignung neuer fachlicher und methodischer Kenntnisse im Bereich der Digital Humanities, die als Zusatzqualifikation bewerbungsrelevant sein können.

Die Summer School richtet sich an Studierende der Geschichtswissenschaft wie auch anderer Geisteswissenschaften. Das Seminar kann im Rahmen der Studiengänge der Lehreinheit Geschichte in den Modulen zu den Historischen Grundwissenschaften im Wintersemester 2018/19 angemeldet und angerechnet werden.

Im Vorfeld des Seminars erhalten die Teilnehmer eine Literaturliste zur Vorbereitung sowie eine Liste der zu installierenden Software.

Lehrende: Prof. Dr. Werner Freitag; Dr. Thomas Tippach; Dr. Daniel Stracke; Tobias Kniep, B.Eng.

Anmeldung: bis zum 18.07.2018 bei istg@uni-muenster.de.

Datum: 06.-08. September 2018 (Vorbesprechung am 19.07.2018 um 10:30 Uhr)

Ort: Institut für vergleichende Städtegeschichte, Königsstr. 46, 48143 Münster
 

Freitagskolloquium

Den nächsten Vortrag im Freitagskolloquium hält Dr. Dominik Kuhn (Lübeck) am 29.06.2018 über

Diplomatische Aspekte hansestädtischer Urkunden

Rangstreitigkeiten unter den Hansestädten gehörten fast zur Tagesordnung der Hansetage. Was können von mehreren Hansestädten besiegelte Urkunden über die Hierarchie unter den Hansestädten verraten, da doch die Anordnung von Siegeln einer bestimmten Etiquette folgte? Dominik Kuhn widmet sich dieser Frage, indem er den Kanzleigebräuchen, der Ausfertigung und insbesondere der Besiegelungspraxis hansestädtischer Urkunden nachgeht.

Alle Interessierten sind dazu ab 15 Uhr c.t. herzlich ins Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Dr. Dominik Kuhn ist Archivrat im Archiv der Hansestadt Lübeck.
 

Gastwissenschaftler am IStG

Vom 4.6. bis 30.9.2018 forscht Marcin Sumowski aus Toruń als Gastwissenschaftler am IStG zu seinem Dissertationsthema: "Clerus et cives. Die Niedergeistlichkeit im städtischen Sozialraum des spätmittelalterlichen Preußens".

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© Jennifer Moore, Royal Irish Academy

International Workshop: The 1:2.500 base map of Historic Towns Atlases and the prospects of digital editing

subject: European Historic Towns Atlases and Geographic Information System (GIS)
period: 16 and 17 May 2018
cooperation: Institute for Comparative Urban History – IStG (Münster), Royal Irish Academy (Dublin) und Queen’s University (Belfast)
host: Royal Irish Academy

On 16 and 17 May 2018 the Royal Irish Academy hosted a workshop co-organised by Sarah Gearty (Royal Irish Academy, Dublin), Keith Lilley (Queen’s University, Belfast), and Daniel Stracke (Institute for Comparative Urban History – IStG, Münster). It was on the most important feature of the Historic Towns Atlases, the 1:2.500 base map each atlas in the European scheme features. It is the main map and primary source for analysis in urban morphological studies. The event was held to follow up on the more general meeting of the previous year hosted by the IStG in Münster reiterating the use of Geographic Information Systems (GIS) in the production of Historic Towns Atlases. Bringing together thirteen colleagues from Ireland, the United Kingdom, Hungary, Poland, and Germany, the group was small enough for a hands-on approach to the comparison of working methods.
Before the digital practices were explored, however, print copies of the 1:2.500 map were laid out on the table. Each atlas team reported on the sources they use to prepare the maps as well as their cartographic properties, elements, and styles. Drawing on further examples from the IStG collection, Daniel Stracke identified four basic approaches to realising this map which the discussion showed to be rooted in the individual traditions of the projects as much as in the historic sources used to produce them. The differences the large-scale maps display across the European Historic Towns Atlas are widely held to be a problem for comparative morphological studies.
On the following day, the Irish atlas team presented their map production process in detail with the other participants commenting on commonalities and alternative methods. Regarding the crucial steps of geo-referencing and vectorisation, considerable progress was made towards Best Practice solutions. Perhaps the most important result is that many of the differences in visualisation and map content are largely irrelevant on a data level. Thus, there are fewer inhibitions to the comparative use of the geodata than of the print maps which is beneficial to conducting urban studies based on GIS.
The workshop organisers are planning to submit the findings in detail in an article for the periodical Urban History to ensure their maximum visibility. They would like to thank the participants, Justin Colson (UK), Frank Cullen (IRE), Tobias Kniep (GER), Jennifer Moore (IRE), Rachel Murphy (IRE), Melanie Müller-Bering (GER), Agnieszka Pilarska (PL), Jacinta Prunty (IRE), and Magdolna Szilágyi (HUN) for coming to Dublin and offering their first-hand insights. Thanks are also due to the Royal Irish Academy for hosting the event and to Anngret Simms for her introductory remarks and contribution to the discussion.

D. Stracke
 

Freitagskolloquium am 6. Juli 2018

Den nächsten Vortrag im Freitagskolloquium hält Dr. Nina Gallion (Kiel) am 06.07.2018 zum Thema

Wenn Städte sterben. Prozesse der Deurbanisierung in ausgewählten Regionen Mitteleuropas (1250–1650) – eine Projektvorstellung

Bislang gilt die Stadt als Erfolgsmodell des späten Mittelalters, doch gab es am Übergang zur Frühen Neuzeit de facto weitaus weniger Städte, als einstmals entstanden waren. Ein nicht geringer Teil verlor seinen Status und existierte fortan nur noch als Dorf. Dieser Prozess der Deurbanisierung steht im Mittelpunkt des kommenden Vortrags, der das Gesamtphänomen beleuchtet und nach den Möglichkeiten seiner Erforschung fragt. Beispielhaft werden dafür die Regionen Württemberg, das Weserbergland und die Uckermark sowie der Großraum Schleswig-Holstein und Dänemark herangezogen.

Alle Interessierten sind dazu ab 15 Uhr c.t. herzlich ins Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Freitagskolloquium

Im Freitags-Kolloquium am 8. Juni 2018 (15 Uhr c.t.) spricht Marcin Sumowski, Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń, zum Thema:

„Clerus et cives. Die Niedergeistlichkeit im städtischen Sozialraum des spätmittelalterlichen Preußens”

Der Vortrag handelt von der Präsenz des Klerus in der spätmittelalterlichen Stadt, wobei prosopographische sowie sozialwissenschaftliche Aspekte berücksichtigt werden und Fragen nach Netzwerken, nach der sozialen Rolle von einzelnen Geistlichen wie auch der Gruppe und nach den Beziehungen zwischen Weltklerus und Stadtbürgertum gestellt werden:
Welche Bedeutung kommt dem Priester in der Stadtgemeinschaft zu? Welche Funktionen übernehmen die Geistlichen in der Stadt? Bilden sie tatsächlich eine soziale Gruppe? Wie beeinflusst das Rollenverständnis die Interaktion mit dem Bürgertum?

Marcin Sumowski ist als wissenschaftlicher Assistent an der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Toruń beschäftigt. In Münster absolviert er ein 4-monatiges Praktikum am Institut für vergleichende Städtegeschichte. Im Vortrag werden die wichtigsten Thesen seiner Doktorarbeit vorgestellt.
 

Bibliotheksschließung an Fronleichnam

An Fronleichnam, 31.05.2018, bleibt die Institutsbibliothek geschlossen. Am Freitag, dem 01.06.2018, können Sie die Bestände zu den regulären Öffnungszeiten (freitags zwischen 09:00 und 14:00 Uhr) wieder nutzen. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Bibliotheksschließung über Pfingsten

Über die Pfingsttage bleibt die Institutsbibliothek geschlossen. Ab Dienstag, 22.05.2018 können Sie die Bestände wieder zu den regulären Öffnungszeiten nutzen. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Stellenausschreibung - Universität Regensburg - Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter/in

Am Graduiertenkolleg Metropolität in der Vormoderne der Universität Regensburg ist eine Teilzeitstelle (65% / 26,07 Wochenstunden) mit dem Ziel der Promotion und befristet für eine Dauer von drei Jahren zu besetzen. Bewerbungen bitte in einer pdf-Datei (max. 10 MB) bis zum 15. Juni 2018 an folgende E-mailadresse senden: joerg.oberste@geschichte.uni-regensburg.de.

... zur vollständigen Ausschreibung
 

Bibliotheksschließung an Christi Himmelfahrt

An Christi Himmelfahrt 10.05.2018 bleibt die Institutsbibliothek geschlossen. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Freitagskolloquium

Im Freitags-Kolloquium am 18. Mai spricht Niklas Alt zum Thema:

„Geschichtswissenschaft, Geoinformationssysteme und das Web. Herausforderungen und Chancen einer digitalen historischen Geographie.“

Moderne Webentwicklung bietet ein enormes Potential zur Entwicklung modularer und hoch spezialisierter historischer, webbasierter GeoInformationssysteme. Im Vortrag werden anhand zweier Fallbeispiele allgemein verständlich etablierte Open Source Lösungen und aktuelle Entwicklungen im Bereich des Web-Mapping vorgestellt.

Es wird aufgezeigt, wie sich diese sowohl für Wissensvermittlung als auch für Forschungsumgebungen einsetzen lassen und welche spezifischen fachlich-historischen Herausforderungen es zu meistern gilt. Zudem wird für eine stärkere Etablierung digitaler geographischer Methoden innerhalb der Geschichtswissenschaft geworben.

Niklas Alt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungszentrum Europa (FZE) und promoviert zur Migrationsgeschichte in Stuttgart und München bei Prof. Dr. Lutz Raphael. Er betreut historische Projekte mit geographischen Schwerpunkt aus unterschiedlichen Epochen und ist aktives Mitglied der FOSS-GIS Community (Free and Open Source Software - Geographic Information Systems).

Alle Interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.
 

Bibliotheksschließung am 1. Mai

Am 01.05.2018 bleibt die Institutsbibliothek geschlossen. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Freitagskolloquium

Im Freitags-Kolloquium am 4. Mai spricht Dr. Daniel Schmidt vom Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen zum Thema:

"Gelsenkirchen – Stadt der Arbeit und Erholung“. Eine Industriestadt als NS-Musterkommune: Anspruch und Wirklichkeit

Um bei der mehrheitlich NS-skeptischen Arbeiterbevölkerung Gelsenkirchens zu punkten, präsentierten die neuen nationalsozialistischen Machthaber nach 1933 umfangreiche Planungen, um die Urbanisierungsdefizite der jungen Industriestadt abzubauen und die lokalen Wohnraum-, Verkehrs- und Umweltprobleme zu lösen. Insbesondere nachdem sich 1938 die „Deutsche Arbeitsfront“ in die Stadterneuerung Gelsenkirchens eingeschaltet hatte, entstanden ambitionierte Zukunftspläne für eine „Arbeitermusterstadt“. Mit der grundlegenden Umgestaltung der Stadt, die letztlich im Ansatz stecken blieb, beabsichtigte das NS-Regime, die Belastbarkeit seiner „Volksgemeinschafts“-Vision vor Ort zu demonstrieren. Der Vortrag beleuchtet die Hintergründe dieser Planungen und die Ursachen ihres Scheiterns.

Alle Interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.
 

A 98 Selzer
© Böhlau

Neuerscheinung in der Reihe Städteforschung - A 98

Stephan Selzer (Hg.), Die Konsumentenstadt - Konsumenten in der Stadt des Mittelalters (Reihe Städteforschung A 98), Köln/Wien/Weimar 2018.
ISBN 978-3-412-50830-2

Für eine moderne Stadtgeschichtsforschung hat sich die Wiederaneignung von Max Webers Überlegungen zum Typus der okzidentalen Stadt als besonders inspirierend erwiesen. Weniger präsent ist demgegenüber, dass in den Debatten der Zeit um 1900 der ökonomische Aspekt des Stadtbegriffs von ganz erheblicher Bedeutung gewesen ist. Dieser Zusammenhang ist am Werk von Max Weber ablesbar. Deutlicher noch findet er sich bei Werner Sombart ausgestaltet, der gegenüber Produzenten und Fernhändlern den Konsumenten eine zentrale Rolle für Stadtentstehung und Stadtentwicklung zuweist. Der vorliegende Sammelband prüft die Ertragskraft konsumgeschichtlicher Konzepte und bezieht sie auf aktuelle Problemzusammenhänge der mittelalterlichen Stadtgeschichte.
 

A 97 Pauly-scheutz
© Böhlau

Neuerscheinung in der Reihe Städteforschung - A 97

Jean-Luc Fray, Michel Pauly, Magda Pinheiro und Martin Scheutz (Hg.), Urban Spaces and the complexity of Cities (Reihe Städteforschung A 97), Köln/Wien/Weimar 2018.
ISBN 978-3-412-50759-6

For some time the “Commission Internationale pour l’Histoire des Villes“ has been working actively on the comprehensive topic of urban space which is also the aim of this book – result of conferences in Lisbon (2013) and in Clermont-Ferrand (2014). Two thematic priorities are presented in this combined English and French speaking volume: on the one hand cultural-symbolic spaces, on the other hand complexity of urban districts which formed in spite of all diversities collective cities (such as Clermont-Ferrand). Continuous transformation of urban space and dichotomy shaped cities: Cities can be understood as space of town rulers, but also as space of a growing “bohème”, but you will find also neighbourhood of Jewish and Muslim quarters.
 

Freitagskolloquium

Am 20. April um 15 Uhr c.t. hält Marie-Paule Jungblut aus Luxemburg den ersten Vortrag im Freitags-Kolloquium des Sommersemesters 2018 zum Thema:

Digitale historische Führungen und Spiele am Beispiel der Stadt Luxemburg

Alle Interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Anhand von einigen rezenten digitalen Projekten, die sich mit der Geschichte der Stadt Luxemburg befassen, zeigt der Vortrag Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Medien für die Geschichtsvermittlung. Darüber hinaus geht er darauf ein, welche Berufsfelder sich durch derartige Projekte für angehende Historikerinnen und Historiker öffnen und wie die Universität sie darauf vorbereiten kann.
 

Praesentation Atlas Gronau 19maerz2018
v.l.n.r.: W. Reininghaus, Th. Kaling, Th. Tippach, G. Lippert, H. Klein, R. Doetkotte, E. Bohn
© IStG

Präsentation des Historischen Atlas westfälischer Städte. Band 10: GRONAU

Am 19. März 2018 wurde im Drilandmuseum in Gronau der 10. Band des "Historischen Atlas westfälischer Städte" der Öffentlichkeit präsentiert. In diesem Werk lässt sich die Geschichte von Gronau und Epe anhand zahlreicher Karten, historischer Quellen und einem von Hartmut Klein verfassten, 35-seitigen Textheft nachvollziehen. Die Entwicklung des Ortes ist v.a. durch seine Grenzlage zu den Niederlanden und eine im 19. Jahrhundert aufblühende Textilindustrie sowie deren Niedergang in der 2. Hälfte des 20. Jahrhundert geprägt. Letzterer war von einer beispiellosen Stadtkernsanierung in den 1960er Jahren begleitet, wobei seit der Jahrtausendwende durch verschiedene Maßnahmen zur wirtschaftlichen Regeneration wie zur Aufwertung des Stadtbildes auf den Strukturwandel reagiert wird.

Einen ausführlichen Bericht über die Atlaspräsentation in den Westfälischen Nachrichten können Sie hier einsehen.
 

Rezension zu: Schweikl, Die Stadt Passau in der Weimarer Republik (D. Gruttmann, IStG)

Die Wissenschaftler des Instituts für vergleichende Städtegeschichte besprechen in unregelmäßigen Abständen aktuelle einschlägige Buchpublikationen. Zuletzt verfasste Dörthe Gruttmann eine Rezension zu Michael Schweikls Dissertation zur Stadt Passau in der Weimarer Republik (veröffentlicht 2016 im Klinger-Verlag, Passau). Die pdf-Version der Buchbesprechung finden Sie hier und auf der Internetseite des IStG.



Bibliographische Daten der besprochenen Publikation:

Michael Schweikl: Die Stadt Passau in der Weimarer Republik (1919-1933). Städtische Strukturpolitik, Partizipation der Bürger und städtische Institutionen in der Zeit der ersten deutschen Demokratie (Veröffentlichungen des Instituts für Kulturraumforschung Ostbaierns und der Nachbarregionen der Universität Passau, 71), Passau: Dietmar Klinger Verlag, 2016, zugleich: Dissertation, Universität Passau, 2013/14, XVII, 565 Seiten : Illustrationen, ISBN 978-3-86328-144-1

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Deutsches Städtebuch - Neubearbeitung der neumärkischen Städte

Aktuell entsteht bei der Historischen Kommission zu Berlin für die Handbuchreihe des "Deutschen Städtebuches" eine Neubearbeitung der neumärkischen Städte bzw. aller ehemals brandenburgischen Städte östlich von Oder und Neiße.

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Freitagskolloquium

Den letzten Vortrag im Freitagskolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte im Wintersemester 2017/18 hält am 26. Januar 2018 Antje Reppe M.A. aus Dresden zum Thema:

"Inszenierte Heimat – Heimatfeste in der mitteldeutschen Industrieregion zwischen Traditionsbewusstsein und Fortschrittsoptimismus (1898 bis 1933)"

Alle Interessierten sind dazu herzlich um 16 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Ende des 19. Jahrhunderts waren die zunehmende Urbanisierung und die damit verbundene Mobilisierung der ländlichen Bevölkerung in den industriellen Ballungszentren bereits zum Alltag geworden, die damit einhergehenden ökonomischen, sozialen und auch mentalen Folgeerscheinungen allerdings weniger. Die vielschichtige Heimatbewegung – und die in diesem Kontext anzusiedelnden Heimatfeste – waren eine Antwort auf diese „Ambivalenz der Moderne“. Der Festtypus und das ihm zugrunde liegende Heimatverständnis resultierten zwar aus den Veränderungen der Moderne, zielten aber nicht darauf, diese per se abzulehnen. Vielmehr ist der Anspruch erkennbar, eine sinnstiftende Verbindung gegenwärtiger gesellschaftlicher und ökonomischer Entwicklungen mit der Bewahrung von Traditionen einzugehen.
 

Bibliothek bleibt am 18.1.2018 geschlossen

Aufgrund der Sturmschäden bleibt die Bibliothek des IStG am 18.1.2018 geschlossen.

Freitags-Kolloquium fällt am 19.1.2018 aus

Der Vortrag im Rahmen des Freitags-Kolloquiums von Dr. Dominik Kuhn (Lübeck) zum Thema: Diplomatische Aspekte hansestädtischer Urkunden fällt am 19.1.2018 aus.

Freitagskolloquium

Den nächsten Vortrag im Freitagskolloquium hält Dr. Dominik Kuhn (Lübeck) am 19.1.2018 über

Diplomatische Aspekte hansestädtischer Urkunden

Alle Interessierten sind dazu ab 16 Uhr c.t. herzlich ins Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Rangstreitigkeiten unter den Hansestädten gehörten fast zur Tagesordnung der Hansetage. Was können von mehreren Hansestädten besiegelte Urkunden über die Hierarchie unter den Hansestädten verraten, da doch die Anordnung von Siegeln einer bestimmten Etiquette folgte? Dominik Kuhn widmet sich dieser Frage, indem er den Kanzleigebräuchen, der Ausfertigung und insbesondere der Besiegelungspraxis hansestädtischer Urkunden nachgeht.

Freitagskolloquium

Den ersten Vortrag des Freitagskolloquiums im neuen Jahr hält am 12. Januar 2018 Dr. Sönke Friedreich vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. (ISGV) Dresden zum Thema:

Eine vaterländisch getreue, geistesstarke, sittenernste Stadt." Stadtentwicklung und städtische Selbstbilder in Plauen (1880-1933).

Alle Interessierten sind dazu herzlich um 16 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Zwischen der Gründung des Kaiserreichs und dem Ende der Weimarer Republik erlebte die Textilstadt Plauen im sächsischen Vogtland einen spektakulären Aufstieg zur industriellen Großstadt, gefolgt von einem tiefen Fall in die Dauerkrise. Angetrieben durch die Expansion der Spitzen- und Stickereiherstellung und die Einbindung in den Welthandel entfaltete Plauen ein urbanes Leben, das sich zwischen großstädtischem Anspruch und provinzieller Beharrung bewegte. Der Vortrag beleuchtet Sichtweisen der Einwohnerschaft auf den Großstadtwerdungsprozess und die sich dabei herauskristallisierende Identität der Stadt, und er fragt nach der Krise dieser Selbstbilder nach dem Ende des Ersten Weltkrieges.
 

Wir wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start in das Jahr 2018!

Bibliothek über die Weihnachtsfeiertage/Jahreswechsel geschlossen

Über Weihnachtsfeiertage und Jahreswechsel bleibt die Bibliothek des IStG geschlossen. Ab dem 8. Januar 2018 können Sie unsere Bestände wieder zu den regulären Öffnungszeiten nutzen.

Zweite Auflage für Deutschen Historischen Städteatlas Dortmund – viele historische Infos jetzt auch online

Was war wann in Dortmund – und wo? Ob es um die mittelalterliche Königsburg vor den Mauern der Stadt geht oder um das „Theater lebender Photographien“, wie das erste Dortmunder Kino von 1906 genannt wurde – ein Werk gibt Auskunft: der Dortmund-Band in der Reihe „Deutscher Historischer Städteatlas“, herausgegeben vom Institut für vergleichende Städtegeschichte in Münster in enger Kooperation mit dem Dortmunder Stadtarchiv. Nachdem der Städteatlas Dortmund 2017 innerhalb kurzer Zeit vergriffen war, erscheint er jetzt in zweiter, noch einmal verbesserter Auflage.

Obwohl der Städteatlas voller spannender Detailinformationen steckt, ist er vor allem eine Sammlung historischer Karten, Bilddokumente und Texte, die im reich illustrierten Textheft von 52 Seiten und auf 22 großformatigen Farbtafeln untergebracht sind. Nicht nur für Dortmunderinnen und Dortmunder wird dadurch die Geschichte der eigenen Stadt mittels Fotografien, Stadtplänen und Landkarten anschaulich und nachvollziehbar erklärt.

Als Teil eines internationalen Forschungsverbundes, des Europäischen Städteatlas, stellt die Publikation die ehemalige Reichsstadt und Industriemetropole Dortmund in den Zusammenhang anderer, für die Vielgestalt des Europäischen Städtewesens repräsentativer Beispiele.

Interaktive Stadtkarten auf www.staedtegeschichte.de

Auf Grundlage des Städteatlas entwickelte das IStG ein Online-Angebot von vier unabhängigen, interaktiven Modulen zur Dortmunder Stadtgeschichte. Es ist ab sofort frei zugänglich und über www.staedtegeschichte.de abrufbar. Das Portal bündelt vielfältige Informationen und wissenschaftliche Ressourcen zur europäischen Städtegeschichte. Dortmund hat im Bereich „Interaktive Stadtkarten“ neben Braunschweig, das als Prototyp bearbeitet wurde, einen prominenten Platz.

Die interaktiven Stadtkarten bieten die Möglichkeit, durch Aus- und Einblenden Informationen zu sortieren, getrennte Aspekte miteinander in Beziehung zu setzen und thematische Schwerpunkte selbst zu bestimmen. Anhand intuitiver Steuerung mit Ebenenauswahl, Zoom und Begriffssuche kann der Benutzer durch vier Kartenanwendungen navigieren und über interaktive Schaltflächen zusätzliche Infos abrufen:
 

  • Die bauliche Gestalt Dortmunds in historischen Stadtplänen enthält Innenstadtpläne der Jahre 1826/27, 1870/71 und 2014, welche die Stadt jeweils in vielen Details zeigen und auch den Vergleich der Dortmunder Innenstadt in der Vormoderne, in der Zeit der Industrialisierung und heute ermöglichen.
  • Siedlungsentwicklung I: Von den Anfängen bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zeigt die Karte das Flächenwachstum Dortmunds von den ersten Siedlungsansätzen im Frühmittelalter anhand dynamisch zuschaltbarer Entwicklungsphasen mit erläuternden Kommentaren. Interaktive Schaltflächen erschließen historische Daten zu besonderen Gebäuden und zeigen die Bedeutung archäologischer Fundstellen.
  • Siedlungsentwicklung II: Die Straßen- und Gebäudeentwicklung seit Beginn des 19. Jahrhunderts macht in drei Zeitschnitten die Transformation des Dortmunder Stadtkerns durch die Verdichtung der Bebauung und die Veränderung des Straßennetzes im Lauf der Zeit nachvollziehbar.
  • Die Karte „Dortmund im Nationalsozialismus“ geht zurück auf die Projektarbeit des Dortmunder Stadtarchivs und macht deutlich, wie sehr der Stadtraum der Industriemetropole zwischen 1933 und 1945 von den Unterorganisationen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), aber auch von Zwangsarbeiterlagern und (weiteren) Orten des NS-Terrors durchdrungen war.

Bibliografische Angaben:
Stefan Mühlhofer, Thomas Schilp & Daniel Stracke: Dortmund – Deutscher Historischer Städteatlas Nr. 5, hg. v. Peter Johanek, Jürgen Lafrenz & Thomas Tippach am Institut für vergleichende Städtegeschichte, 2. Aufl. Münster (Ardey-Verlag) 2018. ISBN 978-3-87023-277-1. Preis € 39,90

Neuerscheinung - Reihe Städteforschung

Band A 96 der Reihe Städteforschung ist erschienen:

Eva Jullien, Die Handwerker und Zünfte der Stadt Luxemburg im Spätmittelalter, Köln u.a. 2017.

Handwerker und deren Organisationen übernahmen im Mittelalter vielfältige Funktionen für das städtische Gemeinwesen. Am Beispiel der Stadt Luxemburg, in der am Ende des 14. Jahrhunderts zwischen 5.000 und 7.000 Einwohner lebten, werden in dieser Studie die Handlungsräume der Zünfte sowie die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse der einzelnen Gewerbe nachgezeichnet. Mit der Untersuchung der handwerklichen Netzwerke leistet das Buch ferner einen grundlegenden Beitrag zum Verständnis mittelalterlicher Gesellschaften und zur Erforschung der Mechanismen, die in einer mittelgroßen Stadt gesellschaftlich strukturierend wirkten.

Freitags-Kolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte

Den nächsten Vortrag im Freitags-Kolloquium hält am 08.12.2017, um 16 Uhr c.t., Prof. Dr. Andreas Dix (Bamberg) zum Thema:

FNZ GIS - Ein historisches Informationssystem zu den Staatenwelten Mitteleuropas in der Frühen Neuzeit.

Alle Interessierten sind dazu herzlich in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Als politisches Gebilde war das Heilige Römische Reich Deutscher Nation bereits für die Zeitgenossen schwer zu überschauen und zu verstehen. Gesamtüberblicke verschafften die Matrikel und die kleinmaßstäbigen Atlaskarten mit ihrer Darstellung der Reichskreise. Neuere historische Atlanten geben oft nur einen groben Überblick oder decken nur Teilregionen ab. Mithilfe eines historischen Informationssystems soll versucht werden, über die Gesamtfläche des Alten Reiches und eines großen Teiles seiner Nachbargebiete ein Bild der territorialen Struktur mit einer höheren Auflösung zu erzeugen. Dazu werden für ca. 300 Territorialeinheiten von 1648 bis 1820 für einzelne zeitliche Querschnitte jeweils Grenzgeometrien und spezifische Attribute verwendet. Perspektivisch wird hiermit ein Werkzeug entwickelt, mit dessen Hilfe ein „reicheres Modell“ des Alten Reiches erzeugt werden kann. Der Vortrag berichtet über das seit 2016 von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung geförderte und zusammen mit Dr. Andreas Kunz (früher Institut für Europäische Geschichte in Mainz) durchgeführte Projekt.

Freitags-Kolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte

Den nächsten Vortrag im Freitags-Kolloquium hält am 24.10.2017, um 16 Uhr c.t., Dr. Bastian Walter-Bogedain (Essen) zum Thema: "Und nennt meinen Namen mit keinem Wort!" Spionage und Gegenspionage im Kontext der Burgunderkriege (1468–1477).
Alle Interessierten sind dazu herzlich in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

„Und nennt meinen Namen mit keinem Wort!“
Spionage und Gegenspionage im Kontext der Burgunderkriege (1468-1477)


Es verwundert, dass sich die Mittelalterforschung bisher nur vereinzelt mit dem Phänomen der Spionage und Informationsbeschaffung beschäftigt hat. Schließlich enthalten Briefe, Berichte von Gesandten sowie Chroniken und zahlreiche andere Quellen zahlreiche Hinweise darauf, dass auch im Mittelalter Informationen auf geheimen Wegen beschafft, also „spioniert“ wurden. Am Beispiel der drei gegen den burgundischen Herzog verbündeten Städte Straßburg, Basel und Bern wird in dem Vortrag zunächst der Blick auf die Träger der Spionage gerichtet und versucht, Personen- und Berufsgruppen auszumachen, denen es besonders leichtfiel, Informationen zu eruieren, die für sie selbst oder aber auch ihre Führungsgruppen eine gesteigerte Brisanz besaßen. Sodann werden die Orte der Informationsbeschaffung in Augenschein genommen und gefragt werden, ob sich bestimmte Orte ausmachen lassen, an denen es einfach war, an Informationen und Nachrichten zu gelangen. Da es überdies häufig nicht klar ist, ob Informationen zufällig gehört wurden oder sich professionelle Wege der Beschaffung ausmachen lassen, sollen in dem Vortrag zuletzt die Formen und Funktionen der Spionage betrachtet werden.

10. November 2017 -– Festvortrag zu Ehren von Prof. Dr. Johanek

Prof. Dr. Peter Johanek, einer der bekanntesten deutschen Landes- und Stadthistoriker, feierte am 28. August 2017 seinen 80. Geburtstag. Ihm zu Ehren findet am 10.11.2017, um 16 Uhr c.t., ein Festvortrag im Hörsaal F2 (Fürstenberghaus, Domplatz 20–22) statt, zu dem interessierte Zuhörer herzlich eingeladen sind.

Peter Johanek kam 1981 als Professor für Mittelalterliche Geschichte an die Universität Münster. 1985 wechselte er auf die Professur für Westfälische Landesgeschichte, die er bis 2002 innehatte. 1984 wurde Peter Johanek zum Mitglied der Historischen Kommission für Westfalen berufen, die er von 1990 bis 2003 als 1. Vorsitzender leitete. Als wissenschaftlicher Vorstand prägte er zudem über mehr als 23 Jahre ganz maßgeblich die Arbeit und Ausrichtung des Instituts für vergleichende Städtegeschichte.
Einen besonderen Fokus legte Johanek sowohl in seiner aktiven Zeit wie auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und den Austausch über Ländergrenzen hinweg. Dabei lagen ihm die europäische Perspektive und insbesondere die Förderung von Kontakten nach Südost- und Mitteleuropa besonders am Herzen. Peter Johanek verstand sich immer ausdrücklich als Landeshistoriker, der vom Raum und seiner kulturellen Prägung ausgeht, wobei er es stets verstand, Mikrogeschichte und Globalgeschichte zu verbinden.

Den Festvortrag zu Ehren seines 80. Geburtstages hält seine Schülerin Prof. Dr. Birgit Studt, Universität Freiburg, zum Thema „Gutes Regiment durch gelehrtes Wissen? Universitätsabsolventen in städtischen Diensten“.

Bibliothek über Feiertage und Brückentag geschlossen

Vom 30. Oktober bis 1. November 2017 bleibt die Bibliothek des IStG geschlossen. Ab dem 2. November 2017 können Sie unsere Bestände wieder wie gewohnt zu den üblichen Öffnungszeiten nutzen.
Vielen Dank für Ihr Verständnis!

„Routen der Reformation“ erweitert

Gestartet mit den Orten Minden, Münster und Osnabrück erfuhren die „Routen der Reformation“ in den ersten beiden Wochen nach der Freischaltung eine umfassende Erweiterung. Neben den nördlichen Kathedralstädten Westfalens können Sie sich jetzt auch in Bentheim, Steinfurt und Tecklenburg auf die spannende Suche nach Zeugnissen der Reformation begeben. Wie steht der Marktplatz in Tecklenburg mit der Reformation in Verbindung? Warum ist eine Kanone auf der Burg Bentheim ein Zeugnis des neuen Glaubens oder wussten Sie, dass es in Steinfurt einst eine Universität gab, die als Gegenstück zu den katholischen Gründungen der Jesuiten in Westfalen angelegt war? Weiter wurden Ortschaften des Lübbecker Landes in die Routen der Reformation aufgenommen: Kennen Sie schon den Altar in der Kirche von Stift Quernheim oder die prunkvollen Epitaphe der Reformationszeit in der Kirche von Bad Holzhausen? Auch in den Orten Alswede, Börninghausen und Lübbecke hat die Reformation Spuren hinterlassen.
Diesen Spuren und den oben gestellten Fragen kann mit den Routen der Reformationen nachgegangen werden.

Die „Routen der Reformation“ sind Teil des durch die LWL-Kulturstiftung geförderten historischen Informationsportals Reformation in Westfalen, das vom Institut für vergleichende Städteschichte in Münster erarbeitet wurde. Neben Informationen zur Reformationsgeschichte der Territorien und größeren Städte Westfalens informiert das Portal mit einem Kalender über Veranstaltungen in der Region, die sich mit der Reformation beschäftigen. Ergänzung findet der Veranstaltungskalender durch den Twitterauftritt des Portals Reformation in Westfalen @RefInWestfalen.

Workshop: TOWNS AS LIVING SPACES

Die im Rahmen einer europäischen Initiative der Internationalen Kommission für Städtegeschichte arbeitenden nationalen und regionalen Städteatlasprojekte haben in 20 europäischen Ländern über 520 Publikationen hervorgebracht, die der Forschung vergleichbares Quellenmaterial zur Verfügung stellen, insbesondere historische Stadtansichten, Karten und Pläne. Diese vielfältigen Quellenkorpra aus der Editionsarbeit der Städteatlanten standen im Mittelpunkt eines von Dr. Judit Majorossy (Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Universität Wien) und Dr. Elisabeth Gruber (Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Universität Salzburg) organisierten Workshops, der vom 4. bis 6. Oktober 2017 in Wien abgehalten wurde. Entlang thematischer Querschnitte zu den Bereichen Religion, Soziales, Macht, Wirtschaft und Verteidigung in der Stadt präsentierten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus den Bereichen Archäologie, Geographie, Kunst- und Stadtgeschichte die Ergebnisse ihrer vergleichenden Forschungen zur Stadttopographie und belegten dabei eindrücklich deren Nutzen. Die interdisziplinäre Besetzung der Sektionen und die Kommentierung der Vorträge durch Kollegen aus der Atlasarbeit, u.a. des IStG, führte zu produktiven Diskussionen, die die Möglichkeiten und Grenzen der Städteatlanten intensiv ausloteten.

... zum Programm des Workshops
 

Beginn der Seminare von Prof. W. Freitag im Wintersemester

Die Seminare von Prof. W. Freitag beginnen in der zweiten Vorlesungswoche:

Proseminar: Einführung in das Studium der mittelalterlichen Geschichte; Beginn: 16.10.2017
Übung: Lateinische und niederdeutsche Quellen zur Geschichte der lutherischen Reformation und des Täuferreiches in Münster, Beginn 18.10.2017
Hauptseminar: das preußische Westfalen, Beginn: 20.10.2017

Freitagskolloquium - Wintersemester 2017/18

Das Programm für das Freitagskolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte im Wintersemester 2017/18 liegt nun vor.

Den Beginn der Vortragsreihe macht am 20.10.2017, um 16 Uhr c.t., Olof Blomqvist (Stockholm) zum Thema: Integration and Exclusion - prisoners of war in early 18th century Sweden, Denmark and the Holy Roman Empire.

Alle Interessierten sind dazu herzlich in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Skulptur Projekte 2017 - Eine Bilanz

Bevor an einem warmen Herbstsonntag die Skulptur Projekte 2017 ein letztes Mal zahlreiche Besucher anlockten, wurde für diese große Münster‘sche Kunstschau am Abend des 30.09.2017 im LWL-Museum für Kunst und Kultur Bilanz gezogen. Vertreter aller Initiatoren und Veranstalter – LWL, Stadt Münster, Westfälische Provinzial, die Sparkassen-Finanzgruppe und die Kulturstiftung des Bundes – sowie das Kuratorenteam um Kasper König waren gekommen, um mit weiteren Kunstexperten der Frage nachzugehen, wem die Skulptur Projekte eigentlich gehören. Diese Frage wirkt auf den ersten Blick ebenso banal wie die Frage, wem die Stadt, das Land oder die Welt gehören – sie scheint aber ebenso wenig eindeutig beantwortet zu sein wie letztere. Darum lohnt es sich, hinzuschauen und hinzuhören. Bei allem Lob für die fünfte Ausgabe der Skulptur Projekte, für die über 8 Mio. Euro in die Hand genommen und über 600 000 Besucher angelockt worden waren, scheint auch an diesem Abend immer wieder die aus der Presse zitierte Kritik auf, die Skulptur Projekte seien – insbesondere auch im Vergleich zur dokumenta – zu unpolitisch, geradezu beschaulich, irgendwie nett, gefällig und sehr selbstreferenziell. Insbesondere letzteres liegt vor allem im Ursprungskonzept der Skulptur Projekte begründet, Kunst in Münster sowie Kunst für Münter(aner) zu schaffen und hier öffentliche Räume mit modernen Akzenten zu versehen, um sich künstlerisch mit dem Stadtraum auseinanderzusetzen. Zum ersten Mal wurde nun der Blick auch nach außen geöffnet und ein „heißer Draht“ nach Marl gespannt, wodurch das Thema des Strukturwandels in dieser Region offengelegt und eine interessante Vergleichsperspektive zwischen ‚blühender Universitätsstadt‘ und ‚im Niedergang begriffener Industriestadt‘ ermöglicht wird. Doch nicht das Nebeneinander, sondern das Miteinander habe hier – laut Marianne Wagner – im Mittelpunkt gestanden.

Dass die Einschätzung der Skulptur Projekte als Abbild einer spießbürgerlichen Beschaulichkeit den Werken wie dem Publikum nur oberflächlich betrachtet gerecht wird, konnte in den vergangenen Wochen jedem Besucher deutlich werden – gesetzt den Fall er brachte ein wertvolles Gut mit, nämlich Zeit. Schon lange gilt die Lessing‘sche Einteilung von Kunst in Raumkünste (Malerei, Plastik, Grafik etc.) und Zeitkünste (Theater, Musik, Literatur) nicht mehr. Die Grenzen haben sich verschoben. Und sicherlich greift eine Reduktion von plastischen Werken auf den Raum, den diese benötigen, um ihre Wirkung zu entfalten, während es den performativen Künsten vorbehalten sei Zeit zu beanspruchen, um ihren wahren Gehalt erfahren zu können, nicht erst seit dem Aufkommen von Happenings zu kurz. Kunst bedarf eines Publikums, das sich einlässt, das den Dialog nicht scheut und neugierig ist, Unbekanntes zu erfahren. Kunst ist Spiegel der Gesellschaft und sie gehört jedem, der in diesen Spiegel schaut. Auf den ersten Blick ist alles ebenso beschaulich wie die Stadt Münster, die nach nahezu vollständiger Zerstörung im Zweiten Weltkrieg als Zitat ihrer selbst wiederaufgebaut worden ist; während Marl in den Fünfzigerjahren ein modernes Antlitz erhielt. Bei genauerem Hinsehen scheinen jedoch andere, weit über Münster und Marl hinausweisende Themen immer wieder durch, nämlich die Veränderungen der Lebenswirklichkeit in einer zunehmend globalisierten, digitalisierten und rasant beschleunigten Welt. So lässt sich zu fast jeder der Skulpturen auf die Frage: „Was soll das?“ eine besänftigende Antwort finden und ebenso immer auch mindestens eine Antwort, die Wunden offenlegt – Wunden einer Stadt wie auch Wunden einer im Aufbruch befindlichen Gesellschaft.

So ist Lara Favarettos Werk „Momentary Monument“ auf den ersten Blick ein hübsch in der Sonne funkelnder Monolith an Münsters Promenade; bei genauerem Hinsehen ist es eine gehaltvolle Plastik, eine gigantische Spardose, deren Erlös dem Verein „Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren“ zugutekommt. Kunst wirft neue Fragen auf: Was geschieht mit Menschen in „Abschiebehaft“? Was tut dieser Verein? Warum in Büren?

Die „Matrix“ von Camp am Theater: Ist es eine hübsche Inszenierung von Alt und Neu mit witzigem Überraschungseffekt auf Knopfdruck oder Verweis auf den Wahnsinn des Nationalsozialismus – Zitat des in Auschwitz ermordeten Kabarettisten Leo Straus „Die Stadt als ob“ – gepaart mit Motiven einer fortlaufenden Entwicklung zur totalen Überwachung?

Ayşe Erkmen’s „On Water“: Kunst als Event einer gesättigten Spaßgesellschaft oder gekonnte Inszenierung getrennter und sich unterschiedlich entwickelnder Stadträume, die sich übertragen lassen durch das Bild des Wassers als Grenze zwischen „uns“ und „den anderen“, die im Mittelmeer ihr Leben lassen, während wir uns den Luxus der Kunst leisten können.

„Hell Yeah We Fuck Die“ von Hito Steyerl in der LBS: ästhetisch wirkungsvolle Bilder einer fragilen künstlichen Intelligenz, die mehr und mehr unseren Alltag bestimmt oder Blick auf Schauplätze aktueller Konflikte in der Welt, nämlich auf die kurdische Stadt Cizre, die von der türkischen Armee zerstört worden ist.

Nicole Eisenmanns „Sketch for a Fountain“: Publikumsmagnet als idyllische Raumkunst, die scheinbar ausschließlich Zeit zur Entspannung kostet oder „Work in Progress“, um über Veränderungen im Allgemeinen und Wandel der Gesellschaft in Richtung einer tatsächlich offenen und pluralen – auch im Hinblick auf Definition von Geschlechtern und den ihnen zugewiesenen Rollen – im Besonderen nachzudenken.

Pierre Huyghe „After ALife Ahead“ in der ehemaligen Eissporthalle: Letzte Chance, einen früheren münsteraner Ort des Vergnügens zu besichtigen, bevor er dem Erdboden gleichgemacht wird oder Inszenierung einer dystopischen Zukunftsvision, die mancherorts nach Naturkatastrophen schon Wirklichkeit ist oder noch werden kann, wenn eine ökologische Wende nur Illusion bleibt.

Koki Tanaka „How to live together and sharing the Unknown“: Ein „Das ist mir zu hoch!“ für alle, die wie die Besucherin, von der dieses Zitat stammt, in weniger als zwei Minuten durch die Räume laufen und sich wundern ohne sich zu wundern. Oder ist es eine interessante Erfahrung für alle, die diesen Ort nicht nur als Ruhe-Oase in einer ruhelosen Zeit nutzen, sondern sich auf ein spannendes Sozialexperiment und tiefgründige Gespräche einlassen: Wege des Zusammenlebens, „Gleichheit“ und Privilegien, Emanzipation, Was ist Würde? Was ist Stolz? Existiert die Würde des Menschen – die laut Grundgesetz unantastbar ist – auch dann, wenn sie aufgrund von Ungerechtigkeiten nicht offen zutage treten kann oder untergraben wird?

Die Comicfiguren von Sany („Marginal Frieze: Fallende ting“) oder das Bier „Quiet Storm“ von Emeka Ogboh – sind sie Träger einer (von den Initiatoren nicht ursprünglich intendierten) Kunst-Vermarktungs-Strategie? – Ja, vermutlich. Aber auch das gehört zum Spiel dazu. Ohne Betrachter, der angelockt werden muss, verliert die Kunst ihren Sinn, weil ohne Publikum keine Kommunikation stattfinden kann! Eine Kommunikation, die vor allem auch durch die „lebenden Skulpturen“ von Xavier Le Roy und Scarlet Yu angeregt wurde und den Stadtraum füllte.

Und schließlich das Werk von Gregor Schneider im LWL-Museum. Wer sich dafür Zeit genommen hat – ca. 2 bis 3 Stunden Wartezeit, da immer nur zwei Personen die Wohnung von N. Schmidt betreten durften – konnte eine befremdliche Raumerfahrung machen. Wer auf Details geachtet hat, konnte erkennen, dass das, was auf einen flüchtigen Blick gleich zu sein scheint, nicht gleich ist. Ebenso wie der Spiegel namens Kunst, in den wir 116 Tage in Münsters Stadtraum schauen konnten, niemals die „Realität“ eins zu eins abbildet, sondern immer das, was der Betrachter auf dieser Reflexionsfläche sehen möchte. Geht es nach Kasper König, so sollte letztere bestenfalls ein „Rückspiegel“ sein, durch den die Kunstwerke betrachtet werden. Erst in der Rückschau – nach 10, wenn nicht gar zukünftig nach 11 Jahren – sind die Skulpturen tatsächlich zu erfassen, die an die Fassaden einer beschaulichen Stadt denkwürdige Themen ihrer eigenen Geschichte, gesamtgesellschaftliche Fragen und düstere ebenso wie heiter hoffnungsfrohe Zukunftsvisionen herangetragen hat – zum ersten Mal auch für die Kunstpartnerstadt Marl und einen interessanten Skulpturentausch.

(Ria Hänisch)
 

Gastwissenschaftler am IStG

Vom 02.10. bis 15.12.2017 wird Olof Blomqvist, PhD student der Stockholms universitet, am IStG zum Thema: "Life in Captivity: perceptions of inclusion and collective identity in early 18th century Europe” forschen.

Tag der Deutschen Einheit und Brückentag

Am 2. und 3. Oktober 2017 bleibt die Bibliothek des IStG geschlossen. Am Montag können Sie sich mit dringenden Anliegen direkt im Institut melden.
Ab Mittwoch steht Ihnen unsere Bibliothek dann während der erweiterten Semester-Öffnungszeiten zur Verfügung.
Vielen Dank für Ihr Verständnis!

„Routen der Reformation“ - erste Orte freigeschaltet!

Das Jahr 2017 steht ganz im Zeichen des Jubiläums „500 Jahre Reformation“. Diese kirchliche und gesellschaftliche Erneuerungsbewegung gelangte im Lauf des 16. Jahrhunderts auch nach Westfalen. Und sie hinterließ hier nicht nur geistige, sondern auch deutliche materielle Spuren...

Die vollständige Pressemitteilung kann hier abgerufen werden.
Zur Pressemitteilung der WWU gelangen Sie hier.

Freitagskolloquium am 21.07.2017

Im Rahmen des letzten Freitags-Kolloquiums in diesem Sommer-Semester spricht André Stappert, M.A., am 21.07.2017 ab 15 Uhr c.t. im Sitzungszimmer des IStG zum Thema:

'Alle Ambition, Praevision, Collusion, Freßen, Sauffen und Bundtniße gantzlich amputirt und vermitten' – Zur Rolle und Funktion des Losens im Rahmen der städtischen Ratswahlen in Unna um 1600

Im Jahr 1593 erließ der Rat der Stadt Unna unter Aufsicht und Mitwirkung des landesherrlichen Drosten ein Ordnungsstatut, das für die jährliche Erneuerung des Rates ein komplexes mehrstufiges Wahlverfahren vorsah, in dessen Programm mehrere, verschiedenförmige Losmodi eingebettet waren. Dieser „Beßerung“ der „bißanhero gehaltenen Ordnung“ waren zahlreiche Beschwerden und Konflikte anlässlich der Umstände zurückliegender Wahlen vorausgegangen, die durch eine konfessionelle wie ökonomische Fragmentierung führender Teile der Bürgerschaft begleitet wurden. Im Rahmen des Vortrages soll, ausgehend von kommunikations- und verfahrenstheoretischen Prämissen, das Unnaer Ratswahlverfahren mikroskopisch in den Blick genommen und seine spezifische Funktionslogik unter besonderer Berücksichtigung der Loselemente analysiert werden.

Alle Interessierten sind zu diesem Vortrag herzlich eingeladen.

Freitagskolloquium am 7.7.2017

Den nächsten Vortrag im Freitags-Kolloquium hält am 7.7.2017 Ina Serif (Freiburg) zum Thema Städtische Chronistik und ihre Reichweite am Beispiel der Straßburger Chronik Jakob Twingers von Königshofen. Das Kolloquium beginnt um 15 Uhr c.t. im Sitzungszimmer des IStG. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.
 

Präsentation der Stadtgeschichte Geseke – Band 1

v.l.n.r.: Prof. Dr. W. Reininghaus, Dr. R. van der Velden, E. Richter, M.A., Dr. D. Grothmann

Pünktlich zum Stadtjubiläum „800 Jahre Geseke“ wurde am Abend des 22. Juni 2017 der erste Band der Stadtgeschichte Geseke feierlich der Öffentlichkeit präsentiert. In diesem 800-seitigen, von Dr. Detlef Grothmann und Evelyn Richter herausgegebenen Werk mit dem Titel „Geseke. Geschichte einer westfälischen Stadt“ werden durch namhafte Vertreter der Städteforschung die „großen Linien“ der Ortsentwicklung nachgezeichnet:

I. Naturräumliche, vor- und frühgeschichtliche Grundlagen
II. Epochen der Stadtgeschichte (8. Jh.–Anf. 21. Jh.)
III. Die historische Entwicklung der Ortsteile

In einem zweiten, im kommenden Jahr erscheinenden Band werden unter den Kategorien

IV. Kirche und Religion sowie
V. Kultur und Gesellschaft

weitere kultur-, religions- sowie wirtschafts- und sozialgeschichtlich relevante, aber auch bildungspolitische und rechtliche Einzelaspekte der Stadtentwicklung in den Blick genommen.

Zur feierlichen Präsentation waren Vertreter der Stadt Geseke und des Aschendorff-Verlages, zahlreiche Autoren und Gäste aus Geseke und Umgebung in das Alte Rathaus gekommen, um Bürgermeister Dr. Remco van der Velden, Dr. Dirk F. Paßmann (Verlagsleitung, Aschendorff) und Prof. Dr. Wilfried Reininghaus (Vorsitzender der Historischen Kommission für Westfalen) zum Werdegang des Publikationsprojektes sowie zur Tradition stadtgeschichtlicher Forschung in Geseke sprechen zu hören. Ein besonderer Dank galt dabei wiederholt den beiden Herausgebern für ihr großes Engagement sowie dem Aschendorff Verlag für einen reibungslosen Ablauf auf dem Weg zur Publikation, die in diesen Wochen des Stadtjubiläums einen gelungenen Akzent setzt.

Bibliographische Angaben
Geseke. Geschichte einer westfälischen Stadt, Bd. 1, hg. v. Detlef Grothmann und Evelyn Richter, Aschendorff Verlag Münster 2017.

Freitagskolloquium am 23.6.2017

Den letzten Vortrag im Freitagskolloquium hielten Sebastian Schröder, M.A. und Dr. Christof Spannhoff am 23.6.2017 zum Thema: Aus Dörfern werden Städte: Die preußischen Akzisereformen in Westfalen am Beispiel Lengerichs.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erhob der preußische König in seinen westfälischen Provinzen mehrere Dörfer, Flecken und Weichbilder zu Städten. Diese Städte wurden unter dem Titel "Akzisestädte" bekannt, denn die Orte erhielten nicht nur die Stadtgerechtigkeit, sondern in ihnen wurde auch die Akzise - eine indirekte Steuer - eingeführt. Die Referenten gaben einen Überblick über die Akzisereformen, um anschließend die aufgeworfenen Fragen am Beispiel des tecklenburgischen Lengerich näher zu erläutern.

Mapping Townscapes Seminar. Comparative Perspectives through the Irish and British Historic Towns Atlases

Am 18./19. Mai 2017 fand in der Royal Irish Academy, Dublin, als Teil einer an Forscher und die Öffentlichkeit gerichteten Reihe eine Tagung unter dem Titel "Mapping Townscapes Seminar. Comparative Perspectives through the Irish and British Historic Towns Atlases" statt. Dabei stand in diesem Jahr die historische Kartenüberlieferung als Geschichtsquelle und die Kartenedition der Städteatlanten für die vergleichende Städteforschung im Mittelpunkt. Die Veranstaltung wurde von einem öffentlichen Abendvortrag zur Kartografiegeschichte von Prof. Roger Kain, London, eröffnet. In der ersten Sektion wurden zunächst die sich anhand historischer Karten ergebenden Forschungsperspektiven erläutert, wobei die Städteatlaspublikationen auf den Prüfstand gestellt wurden. Es folgten Vorträge zur Stadtgestalt von Galway und Oxford im Kartenbild, anschließend wurden die Konzepte und Methoden des Britischen und des Irischen Städteatlas vorgestellt und, mit einem Ausblick auf die digitalen Arbeiten, miteinander verglichen. In der abschließenden Sektion diskutierten Prof. Keith Lilley, Queen's (University Belfast), Colin Bray (Ordnance Survey Ireland), Eamonn Doyle (ESRI Ireland), Prof. Anngret Simms (University College Dublin) und Dr. Daniel Stracke (Institut für vergleichende Städtegeschichte, Münster) als Panel zum Thema noch einmal die vergleichenden Perspektiven historischer Kartografie, vor allem im Digitalen Zeitalter.

Freitagskolloquium am 2. Juni 2017

Den nächsten Vortrag im Freitagskolloquium hält am 2. Juni 2017 Dr. Andrea Pühringer (Grünberg) zum Thema Vom „fürstlichen Drecksnest“ zum „great spa of Europe“. Die Auswirkungen des Kurwesens auf die Stadtentwicklung von Bad Homburg vor der Höhe.

Die Entwicklung Bad Homburgs kann als prototypisch für eine Kurstadt des 19. Jahrhunderts gelten. Anhand der Stadtgestalt bzw. der Stadterweiterungen lässt sich eine geradezu idealtypische Zweiteilung in mittelalterliche Altstadt und modernes klassizistisches Kurviertel mit den entsprechenden Einrichtungen festmachen, die nicht nur Auswirkungen auf die weitere Expansion, sondern auch auf das Sozialgefüge und die Kommunikationsstrukturen im städtischen Raum zeitigte.

Der Vortrag beginnt um 15 Uhr c.t. im Sitzungszimmer des IStG. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.
 

Nachruf auf Helmut Jäger

Das Kuratorium für vergleichende Städtegeschichte hat sein ältestes Mitglied und mit ihm einen wichtigen und tatkräftigen Helfer der frühen Jahre verloren. Nicht lange vor seinem 94. Geburtstag ist Helmut Jäger am 16. April 2017 in Würzburg gestorben.
In Biedenkopf am 26. Juni 1923 geboren, begann er 1945 nach Kriegsdienst und Verwundung als Zweiundzwanzigjähriger ein Studium der Geographie und Geschichte sowie der Germanistik und Ethnologie in Göttingen. Nach Promotion und Staatsexamen (1950/51) wurde er Assistent in Göttingen, dann in Würzburg bei Julius Büdel, wo er sich 1956 habilitierte. In diese Zeit fällt auch ein längerer Aufenthalt in London am University College bei H.C. Darby (1955/56), der eine lebenslange Affinität zur insularen Welt, zu den britischen Inseln und Irland begründete und seine wissenschaftliche Arbeit nachhaltig beeinflusste. Im Jahr 1958 kehrte er nach Göttingen zurück, wo er als Geschäftsführer und außerplanmäßiger Professor die Leitung des neugegründeten Instituts für historische Landesforschung übernahm, bis er 1963 auf den neugegründeten Lehrstuhl für Kultur- und Wirtschaftsgeographie in Würzburg berufen wurde. Hier in Würzburg blieb er fortan bis zu seiner Emeritierung 1991; einen Ruf auf den Lehrstuhl für Historische Geographie in Bonn hat er 1971 abgelehnt. Auch im Ruhestand blieb er noch lange Zeit rastlos wissenschaftlich tätig.
Die Dissertation des jungen Geographen hatte der Entwicklung der Kulturlandschaft im Kreis Hofgeismar gegolten, und 1958 war seine umfassende Arbeit zu den Entwicklungsperioden agrarischer Siedlungsgebiete im mittleren Westdeutschland seit dem 13. Jahrhundert erschienen. Bereits in diesen frühen Publikationen werden die Prinzipien sichtbar, die die Leitlinien seiner wissenschaftlichen Arbeit bestimmt haben: die genetische Betrachtung, d.h. die Herausarbeitung historischer Elemente und Prozesse in der Kulturlandschaftsentwicklung. Nur so – so lautete seine Grundüberzeugung – war ein Verständnis der gegenwärtigen Zustände möglich, das einen erfolgreichen Weiterbau in die Zukunft erlaubte. Auch die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit, insbesondere mit Geschichtswissenschaft und Archäologie, aber auch mit naturwissenschaftlichen Disziplinen, hat er früh erkannt und bereits in Göttingen, dann aber besonders stark in Würzburg gepflegt. Hierher gehört die von ihm besonders stark betriebene Wüstungsforschung, die Waldgeschichte und die Umweltgeschichte, der er nach seiner Emeritierung ein grundlegendes Einführungswerk widmete (1994). Sein Untersuchungsgebiet war dabei vor allem Mainfranken, wo er grundlegende Befunde erarbeitete. Seine Interessen aber reichten weit darüber hinaus, das belegen seine Länderkunden von Großbritannien (1976) und Irland (1990) sowie sein Grundlagenwerk "Historische Geographie“ (1969). Bereits seit den ausgehenden Sechzigerjahren konnte er als einer der führenden Vertreter der Historischen Geographie in Deutschland gelten.
Es blieb nicht aus, dass Helmut Jäger in interdisziplinäre Forschungsverbünde hineingezogen wurde, die breite Forschungsfelder innovativ zu erschließen suchten. Dazu gehörten die "Kommission für Altertumskunde Mittel- und Nordeuropas" an der Göttinger Akademie der Wissenschaften und ebenfalls das "Kuratorium für vergleichende Städtegeschichte" sowie das von ihm getragene Institut für vergleichende Städtegeschichte in Münster. Blickt man auf das Oeuvre Helmut Jägers, so wird man zunächst versucht sein, ihn als Erforscher der Agrarlandschaft anzusehen. Doch stand die Stadtentwicklung, insbesondere mit ihrer Überschneidung urbaner und agrarischer Phänomene bereits früh im Blickfeld seiner Interessen. So stieß er bereits während der Gründungsphase zum Umkreis des Instituts. Er wurde bald Mitglied des Kuratoriums, gehörte lange Jahre dem Beirat des Instituts an, war ein regelmäßiger Besucher seiner Frühjahrstagungen und hat in der Reihe "Städteforschung" drei Bände als Herausgeber betreut. Er gehörte stets zu den verlässlichsten und gern gehörten Beratern des Instituts.
Um die Jahrhundertwende wurden seine Besuche seltener, dann auch die Telefonate. Das hohe Alter forderte seinen Zoll. Sein Tod erfüllt mit Trauer. Im Gedächtnis wird er bleiben, auch für diejenigen, die ihn nicht mehr in seiner aktiven Zeit erlebt haben, als glänzender Vertreter einer Forschungsperiode, die das ausgehende 20. Jahrhundert stark geprägt hat. Das Institut für vergleichende Städtegeschichte wird dieses Gedächtnis bewahren.

Peter Johanek

Von Helmut Jäger herausgegebene Bände in der Reihe Städteforschung:

Probleme des Städtewesens im industriellen Zeitalter, hg. von Helmut Jäger (Städteforschung A 5), Köln – Weimar – Wien: Böhlau 1978.
Stadtkernforschung, hg. von Helmut Jäger (Städteforschung A 27), Köln – Weimar – Wien: Böhlau 1987.
[als Mitherausgeber]:
Civitatum Communitas. Studien zum europäischen Städtewesen. Festschrift Heinz Stoob zum 65. Geburtstag. In Verbindung mit Friedrich Bernward Fahlbusch und Bernd-Ulrich Hergemöller, hg. von Helmut Jäger, Franz Petri, Heinz Quirin (Städteforschung A 21), 2 Bde., Köln –Weimar – Wien: Böhlau 1984.
 

Freitagskolloquium

Am Freitag, 19. Mai 2017 spricht Frau Dr. Evelien Timpener (Hannover) im Rahmen des Freitagskolloquiums zum Thema: Zwischen Recht und Ritual. Augsburger Strategien und Maßnahmen zur Bewältigung regionaler Konflikte im 15. Jahrhundert.

Reichsstädte wie Augsburg beherrschten die diplomatische Kunst bestens und wandten sich bei regionalen Konflikten gerne an den König und/oder wichtige Handlungsträger am Hof. Im Vortrag analysiert Evelien Timpener anhand von drei größeren Konflikten die politischen und diplomatischen Maßnahmen im Spielraum zwischen Recht und Ritual.

Das vollständige Programm für das Freitagskolloquium im Sommersemester 2017 finden Sie hier.
 

Stellenausschreibung - Stockholm

An der Universität in Stockholm ist die Stelle für eine Professur im Bereich "Geschichte Stockholms" ausgeschrieben.

Job offer from Stockholm university: a professor in Stockholm’s history.

Professor i historia med inriktning på Stockholms historia.

Freitagskolloquium

Den ersten Vortrag im Freitagskolloquium des Sommersemesters 2017 hält am 28.4.2017 Frau Dr. Constanze Sieger (Münster) zum Thema: 'Hände weg von Buer-Scholven!' Gelsenkirchener Eingemeindungen im Kaiserreich und der Weimarer Republik.

Im Mittelpunkt des Vortrages stehen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Eingemeindungsentscheidungen im Raum Gelsenkirchen um 1900 und in den 1920er Jahren. Die Handlungs- und Ermessensspielräume der beteiligten Städte und Gemeinden im Prozess des Entscheidens über die kommunalen Grenzänderungen werden dabei besonders berücksichtigt. Anhand der herausgearbeiteten unterschiedlichen Verfahrensweisen wird exemplarisch die Frage diskutiert, welchen Einfluss der Wechsel des politischen Systems auf die Kulturen des Entscheidens hatte.


Das vollständige Programm für das Freitagskolloquium im Sommersemster 2017 finden Sie hier.

Stellenausschreibung der Universität Regensburg

Zum 1.8.2017 sind am Graduiertenkolleg 2337/1 "Metropolität in der Vormoderne" an der Universität Regensburg vier Stellen als wissenschaftliche(r) Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen mit dem Ziel der Promotion (Teilzeit; Höchstdauer: 3 Jahre) zu besetzen.

Anforderungsprofil
• ein qualifizierter Abschluss eines Hochschulstudiums (Master oder Äquivalent) mit überdurch-schnittlichem Ergebnis, vorzugsweise in einem der am Graduiertenkolleg beteiligten Fächer
• hohe Motivation und Befähigung, in einem Team von Nachwuchswissenschaftler/-innen und Hochschullehrer/-innen innovative Methoden des historischen Arbeitens zu entwickeln, die so-wohl der jeweiligen Fachdisziplin neue Impulse vermitteln als auch Offenheit für transdisziplinä-re und epochenübergreifende Ansätze aufweisen
• für die Bewerbung ein 3-4 Seiten umfassendes Exposé zu einem einschlägigen und innovativen Dissertationsprojekt, das eine intensive Auseinandersetzung mit dem Forschungsprogramm des Graduiertenkollegs erkennen lässt, ein auf 3 Jahre ausgelegter Zeitplan und eine kurze Arbeits-bibliographie (jew. max. 1 Seite)
• Lebenslauf und Hochschulzeugnisse

Aussagekräftige Bewerbungen sind bis zum 15. Juni 2017 in einer PDF-Datei (max. 10 MB) per E-Mail zu richten an den Sprecher des Graduiertenkollegs, Prof. Dr. Jörg Oberste
(joerg.oberste@geschichte.uni-regensburg.de).

Die vollständige Ausschreibung kann  hier abgerufen werden.

Neuerscheinung - Reihe Städteforschung Bd. A 95

Die Dissertation von Evelien Timpener zum Thema "Diplomatische Strategien der Reichsstadt Augsburg. Eine Studie zur Bewältigung regionaler Konflikte im 15. Jahrhundert" ist als Band A 95 der Reihe Städteforschung erschienen.

Nachdem die Bischofsstadt Augsburg im späten Mittelalter zur Reichsstadt aufgestiegen war, entstanden im Zuge des Ausbaus der städtischen Herrschaft regionale Konflikte mit den Herzögen von Bayern sowie dem Augsburger Hochstift. Die mächtige Reichsstadt suchte diese mittels einer geschickten Diplomatie zu bewältigen. In diesem Band geht Evelien Timpener den verschiedenen diplomatischen Strategien des Augsburger Stadtrates anhand von sechs Konfliktfällen des 15. Jahrhunderts nach. Bei der Analyse dieser Konflikte und deren Beilegung werden verschiedene Forschungsansätze miteinander verknüpft. Politische Freunde und Förderer, Interventionsformen sowie juristische Einflusssphären werden nachgezeichnet und mit der Relevanz der symbolischen Kommunikation abgeglichen.

Bibliographische Angaben
Evelien Timpener, Diplomatische Strategien der Reichsstadt Augsburg. Eine Studie zur Bewältigung regionaler Konflikte im 15. Jahrhundert, Köln u.a. 2017.
(245 S.; 1 s-w Abb.)

Schließung der Institutsbibliothek

Aufgrund der aktuell stattfindenden Frühjahrstagung wird die Bibliothek des IStG am 27.3.2017 ab 12.30 Uhr geschlossen sein.

Programm für das 45. Frühjahrskolloquium des IStG am 27. und 28. März 2017

Auswahlliste von Neuerscheinungen zur Städtegeschichte 2016 ist online!

Präsentation des "Historischen Atlas westfälischer Städte - Menden" am 23.3.2017

International Workshop 22-25 March: GIS-based cartography

Der Workshop GIS-based cartography – A change of media or a change of paradigms for Historic Towns Atlases? wird vom Institut für vergleichende Städtegeschichte – IStG in Kooperation mit der Abteilung für Westfälische Landesgeschichte der WWU von Dr. Daniel Stracke organisiert.

Zu Gast im Städteinstitut sind Wissenschaftler aus zehn Ländern: Großbritannien, Finnland, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Polen, Rumänien, Slowakei, Ungarn und Deutschland. Vertreten sind die Fachdisziplinen Geschichte, Kartographie, Geographie, Kunstgeschichte, Informatik und Geoinformatik und Denkmalpflege.

Thema des Workshops ist die „Digitale Wende“ in der Kartenproduktion im Gefolge der jüngsten Medienrevolution und die Auswirkungen dieser Wende auf das Projekt Europäische Städteatlanten. Die Bedeutung dieser Entwicklung, besonders die Verwendung neuer Software, der Geoinformationsysteme (GIS), und ihre Auswirkungen auf die Grundlagenforschung der Projekte werden erörtert. Dabei geht es auch um die Erarbeitung gemeinsamer Zielvorstellungen, optimierter Arbeitsabläufe und kompatibler Datenstandards unserer Projekte. So wird gewährleistet, dass die Atlasarbeit auch in Zukunft vergleichbare Daten erzeugt, die von der Forschung, aber auch von Denkmalpflegern und Stadtplanern in den Kommunen genutzt werden können.

Das seit 1970 bestehende Institut erarbeitet Grundlagen zur Erforschung des deutschen Städtewesens, vor allem in Form der Städteatlanten, die der Forschung historische Karten zu je einzelnen Städten bereitstellen. Zu den am Institut seit über 40 Jahren laufenden und vom Institutsgründer Prof. Heinz Stoob initiierten Städteatlasprojekten kommen Partnerprojekte in mittlerweile 19 weiteren europäischen Ländern, die nach denselben Grundsätzen arbeiten. Bisher gibt es Städteatlanten für über 520 Städte in ganz Europa, anhand deren sich die Entwicklung des europäischen Städtewesens erforschen lässt. Als Teil der Reihe Westfälischer Städteatlas wurde 1993 auch die Stadt Münster bearbeitet.

Bibliothek des IStG geschlossen

Aufgrund des internationalen Workshops "GIS-based cartography" wird die Bibliothek des IStG vom 22. bis 24. März 2017 geschlossen sein.

Ausschreibung des Wiener Preises für Stadtgeschichtsforschung

Die Stadt Wien hat am 31. Mai 2010 aus Anlass der Pensionierung von Herrn Archivdirektor Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Opll im Wege des Österreichischen Arbeitskreises für Stadtgeschichtsforschung den „Wiener Preis für Stadtgeschichtsforschung“ (WPS) eingerichtet, der in den Jahren 2011, 2013 und 2015 vergeben wurde und für 2017 von neuem zur Ausschreibung gelangt. Der Preis ist auf der Grundlage einer Förderung durch die Kulturabteilung der Stadt Wien mit € 5.000,- dotiert.

Bis zum 31. März 2017 können von den jeweiligen Autor/innen Veröffentlichungen bzw. Dissertationen sowie Habilitationsschriften auf dem Gebiet der vergleichenden Stadtgeschichtsforschung des europäischen Raumes in deutscher Sprache eingereicht werden, die in den Jahren 2014 bis 2016, gegebenenfalls auch noch 2017, erschienen sind. Die eingereichten Arbeiten sind nach Möglichkeit (auch) in elektronischer Form zu übermitteln. Beizufügen sind ein Lebenslauf sowie ein Verzeichnis der bisher publizierten Arbeiten der Autorin/des Autors. Arbeiten, die jeweils im Jahr vor der Preisvergabe des WPS für den Preis der Stiftung „Pro civitate Austriae“ eingereicht wurden, können bei der Preisvergabe des WPS nicht berücksichtigt werden.

Die Einreichungen sind zu richten an: Institut für österreichische Geschichtsforschung (Universität Wien, Universitätsring 1, A-1010 Wien), z. H. von Archivdirektor i. R. ao. Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Opll; PDFs bitte per Email an: ferdinand.opll@hotmail.com.
Die Entscheidung über die Zuerkennung des Preises erfolgt durch eine Jury und wird den Einreicher/innen im Sommer 2017 bekannt gegeben. Nach der Entscheidung der Jury werden sämtliche eingereichten Arbeiten der Bibliothek des Instituts für österreichische Geschichtsforschung übergeben, um damit für die Forschung zur Verfügung zu stehen.

Feierliche Präsentation des Deutschen Historischen Städteatlas 5: DORTMUND

Nach einer Projektlaufzeit von insgesamt dreieinhalb Jahren ist aktuell mit dem fünften Band über die Stadt Dortmund die bislang umfangreichste Publikation der Reihe Deutscher Historischer Städteatlas erschienen. Der Atlas wurde am Dienstagabend, dem 14. Februar 2017, in der gut besuchten Dortmunder St. Reinoldi-Kirche feierlich der Öffentlichkeit präsentiert.

Prof. Dr. Werner Freitag, der wissenschaftliche Vorstand des IStG, sprach die Gruß- und Dankesworten  an alle beteiligten Institutionen und Kollegen. Anschließend führten die Autoren des Bandes in das Werk ein. Dr. Daniel Stracke (IStG) stellte das Gesamtwerk vor, das als Teil eines traditionsreichen europäischen Projektes fundierte Einblicke in die Geschichte der Stadt Dortmund auf Basis historischer Karten, Bilder und schriftlicher Quellen bietet. Prof. Dr. Thomas Schilp (Dortmund) beleuchtete anhand archäologischer Befunde die frühe „polyzentrische Stadtentstehung“ ebenso wie Fragen nach der Lage der ehemaligen Königspfalz oder Aspekte frühneuzeitlicher Sakraltopographie. Der Fokus auf die Moderne mit Industrialisierung bzw. Deindustrialisierung, NS-Topographie sowie den verheerenden Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges war Dr. Stefan Mühlhofer (Stadtarchiv Dortmund) vorbehalten. Diese und zahlreiche weitere historischen Entwicklungen können in dem jüngst erschienenen Atlas bis in die Gegenwart nachvollzogen werden, um die Stadt und ihr Umland neu zu entdecken.

Das Forschungsvorhaben „Europäische Städteatlanten“

Die Aufnahme in den Deutschen Historischen Städteatlas stellt Dortmund in den Kontext eines internationalen Forschungsvorhabens, das im historisch-geographischen Bereich einmalig ist: Gemeint ist der in den 1950er Jahren begründete Verbund „Europäische Städteatlanten“. Diesem Netzwerk, das sich von Island bis Italien und Irland bis Rumänien erstreckt, gehören mittlerweile 20 nationale und 3 regionale Teilprojekte an, die alle anhand gemeinsamer Richtlinien arbeiten. Ziel dieser Projekte ist es, mit den Städteatlanten der interdisziplinären Städteforschung vergleichbare Grundlagen und belastbare Informationen zur Geschichte von Städten zur Verfügung zu stellen. Diese Publikationen sind Puzzleteile, aus denen ein Bild des europäischen Städtewesens in seiner Gesamtheit entsteht, das typische Entwicklungen, regionale Ausprägungen und überregionale Verbindungslinien zeigt. Mit Dortmund, der mittelalterlichen Königspfalz, einzigen westfälischen Reichsstadt und industriellen Großstadt, wird dieses Bild um wichtige Aspekte bereichert.

Mittlerweile sind europaweit über 520 Städteatlanten erschienen. Da sie in fundierten Texten, Bildern und Karten über die Geschichte und räumliche Entwicklung der jeweiligen Stadt informieren, ist jede einzelne dieser Dokumentationen nicht nur für die vergleichende Forschung, sondern auch für interessierte Bürger, Bildungseinrichtungen, die städtische Verwaltung und die ortsgeschichtliche Spezialforschung eine lohnende Lektüre.

Der Dortmund-Atlas

Auf Grundlage der Richtlinien für die „Europäischen Städteatlanten“ ist nun der neue Dortmund-Atlas entstanden. Der Inhalt der Atlasmappe umfasst ein 52-seitiges Textheft und 18 großformatige Tafeln mit historischen Stadtansichten, Landkarten und Stadtplänen des 15. bis 21. Jahrhunderts sowie thematischen Karten einschließlich Kommentartexten.

Das Textheft enthält einen mit über 80 Abbildungen illustrierten, facettenreichen Überblick über die „Grundzüge der historisch-topographischen Entwicklung“, der die Linien der Stadtentwicklung von den Anfängen bis heute chronologisch und sachthematisch gegliedert darlegt. Dabei gehen die Autoren sowohl auf das Werden und Wachsen der Stadt als auch auf die Faktoren und Akteure ein, die darauf Einfluss nahmen. Auch die wirtschafts- und sozialgeschichtliche Dimension des Stadtraumes wird thematisiert, ebenso wie die Umstände, die das Leben in Dortmund zu unterschiedlichen Zeiten prägten. Der Städteatlas stellt den stadtgeschichtlichen Stand der Forschung dar, bietet aber, indem die bisherigen Forschungsergebnisse gebündelt und hinterfragt werden, auch neue Erkenntnisse und neue Interpretationen im Hinblick auf bekannte Fragestellungen. Die Lage der im 10. Jahrhundert erstmals in Schriftquellen erwähnten Dortmunder Burg und die Frage nach der Lokalisierung der mittelalterlichen Königspfalz werden z. B. ebenso erörtert, wie nach den Dortmunder Aktivitäten zur Zeit der Hanse und die enge Verzahnung der Dortmunder Stadt- und Wirtschaftsgeschichte im Industriezeitalter, als sich die Konjunkturen der Montanindustrie unmittelbar in den Lebensverhältnissen der Bewohner spiegelten.

Die Aussagen des Textes beruhen auf der Interpretation historischer, archäologischer, bildlicher und kartographischer Quellen. Die wichtigsten Bildzeugnisse, Karten und Pläne werden der Forschung an die Hand gegeben. Das Herz des Dortmund-Atlas bilden dabei zwei neu gezeichnete parzellengenaue Pläne, die den Stadtgrundriss in der ersten bzw. der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigen, und ein detaillierter Innenstadtplan von 2016. Sie wurden von den Geoinformatikerinnen und -informatikern des IStG in mühevoller Kleinarbeit anhand von historischen Katasterplänen und aktuellen Geodaten eigens hergestellt.

Zum Material gehören weiterhin:

 

  • der Vogelschauplan des Detmar Mulher (1610) und der Brandhoff’sche Stadtbauplan (1857/58), die in großem Format und in hervorragender Qualität abgedruckt werden;
  • die bedeutende Überlieferung von Stadtansichten auf spätmittelalterlichen Altarbildern in der Propsteikirche sowie ihre Fortführung in der frühneuzeitlichen und neuzeitlichen Druckgraphik;
  • ein historisches und ein modernes Luftbild sowie
  • Karten aus der Preußischen Topographischen Landesaufnahme seit der ersten Vermessung. Während die übrigen Materialien historische Schlaglichter auf die Innenstadt werfen, zeigen die Karten aus der topographischen Landesaufnahme das Dortmunder Umland in Zeitschnitten zu 1839/40, 1892, 1927/35 und 2016.

Dieses reiche, quellenkritisch kommentierte Material regt die wissenschaftliche Forschung zur Stadtentwicklung und Urbanisierung an und lädt den Laien zum Neuentdecken seiner Heimatstadt mit einer historisch gewordenen Siedlungsstruktur ein.

Kooperation

Gemäß der Aufgabenstellung eines historischen Atlas werden die Aussagen, die im Atlastext gemacht werden, dem Leser durch Bilder, Diagramme und vor allem thematische Karten visuell vermittelt. Das gilt nicht nur für die Kartenreihe zum Stadtwachstum, die – angeregt von den neuesten Erkenntnissen der archäologischen Forschung – eine Neuinterpretation der mittelalterlichen Frühentwicklung bieten. Auch die Ausdehnung der alten Grafschaft Dortmund, die Umgestaltung des Innenstadtbereiches in der Urbanisierung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts und die raumprägende Wirkung der Schwerindustrie werden in ganz neuer Form kartographisch erfasst und anschaulich gemacht. Das Werk entstand in Kooperation zwischen dem Institut für vergleichende Städtegeschichte – IStG in Münster, das die Reihe herausgibt, und dem Stadtarchiv Dortmund, unterstützt von der Dortmunder Stadtarchäologie und dem städtischen Vermessungsamt. Autoren sind die renommierten Kenner der Dortmunder Stadtgeschichte Prof. Dr. Thomas Schilp und Dr. Stefan Mühlhofer sowie Dr. Daniel Stracke vom Institut für vergleichende Städtegeschichte. Zur Realisierung des hochwertigen Druckes leistete die Stadtsparkasse Dortmund einen Druckkostenzuschuss.

Aufbauend auf einer Auswahl der für den gedruckten Atlas angefertigten Karten entstehen im IStG derzeit zusätzlich interaktive Onlinemodule, die im Rahmen des Informationsportals www.staedtegeschichte.de veröffentlicht werden.

Nachruf auf Prof. Dr. Volker Honemann

Das Kuratorium und das Institut für vergleichende Städtegeschichte trauern um Volker Honemann, der am 28. Januar 2017 ganz plötzlich und unerwartet gestorben ist.
Im unterfränkischen Stadelschwarzach 1943 geboren, studierte er in Würzburg, Heidelberg und Paris Germanistik, Geschichte und Geographie und wurde 1972 bei Kurt Ruh zum Dr. phil. promoviert. Dessen Assistent war er von 1971 bis 1978, unterbrochen durch eine zweijährige Tätigkeit als Lektor am King's College, London. Von 1979 an folgte eine zweite Assistentenzeit an der Freien Universität Berlin, wo er sich 1983 habilitierte. Bereits 1984 folgte er einem Ruf an die Universität Göttingen, wo er über die deutsche Literatur des Spätmittelalters und des Humanismus lehrte, bis er schließlich 1992 auf den Lehrstuhl für deutsche Literatur des Mittelalters unter Einbeziehung der mediävistischen Komparatistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster berufen wurde. Gastprofessuren führten ihn nach Urbana Champaign (Illinois) und Wien. Im Jahr 2008 trat er in den Ruhestand und lebte und forschte fortan in Berlin. Der Tod traf ihn, der voller Pläne war, auf einem Höhepunkt seiner Schaffenskraft.
Volker Honemann war von Beginn seiner wissenschaftlichen Tätigkeit auch ein Grenzgänger zwischen Literaturgeschichte und Geschichtswissenschaft. Sehr früh begann er sich Phänomenen der Literatur in der mittelalterlichen Stadt zuzuwenden, beginnend mit seinem grundlegenden Aufsatz zur literarischen Tätigkeit der Stadtschreiber (1981). Zahlreiche Arbeiten betrafen die Tätigkeit der städtischen Kanzleien, das Wallfahrtswesen der Städte, besonders die Pilgerschaft nach Santiago de Compostella, die Literatur und ganz allgemein die Tätigkeit der Franziskaner, das geistliche Schauspiel in der Stadt und vor allem auch die städtische Geschichtsschreibung.
Das alles war der Grund, ihn 1997 als Mitglied in das Kuratorium für vergleichende Städtegeschichte zu berufen. Zu einem schwierigen Zeitpunkt übernahm er 2007/08 das Amt des Schatzmeisters im Kuratorium, und von 1999 bis 2013 war er Mitglied des Beirats des Instituts.
Kuratorium und Institut haben ihm für vieles zu danken und werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.
(P. Johanek)

Freitagskolloquium am 10.2.2017

Zum Abschluss des Wintersemesters 2016/17 hält im Freitagskolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte am 10.2.2017 Prof. Dr. Oliver Auge (Kiel) einen Vortrag zum Thema: Hansegeschichte als Regionalgeschichte? Vorteile und Probleme eines neuen alten Forschungsansatzes.
Alle Interessierten sind ab 16 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Seit 2009 macht sich die Kieler Abteilung für Regionalgeschichte für eine regionalhistorische Annäherung an das Thema Hanse stark. Die Betrachtung der Hanse in ihrer regionalen Verankerung, so lautet die These, muss komplementär zur Untersuchung der globalhistorischen Aspekte der Hansegeschichte erfolgen. Erst so kann man überhaupt den Schlüssel zu ihrem Verständnis finden. Der Vortrag führt anhand neuer Forschungsergebnisse die Vorteile einer regionalgeschichtlichen Beschäftigung mit der Hansethematik vor Augen, benennt aber auch die Probleme und Nachteile derselben.

Pressetermin und Präsentation des Deutschen Historischen Atlas Dortmund

Im Februar 2017 erscheint mit Dortmund der fünfte Band des Deutschen Historischen Städteatlas. In einem 50-seitigen Textheft mit zahlreichen Abbildung und Karten sowie 8 Tafeln mit topographischen und thematischen Karten wird die Geschichte Dortmunds von den ersten Siedlungsspuren bis in die Gegenwart nachgezeichnet. Das Werk ist basierend auf den neuesten wissenschaftlichen Forschungen in Kooperation des IStG mit dem Stadtarchiv Dortmund entstanden und wurde durch die Stadtarchäologie und das Vermessungsamt unterstützt.
Um den Atlas und somit die wechselvolle Geschichte der ehemaligen Reichsstadt der Öffentlichkeit vorzustellen, lädt die Stadt Dortmund zu folgenden Terminen ein:

Pressetermin zu Dortmunds Aufnahme in den Städteatlas
8. Februar 2017
11.30 Uhr
Rathaus, Friedensplatz 1, Saal Rote Erde (1. Etage)

Präsentation des Städteatlas Dortmund
14. Februar 2017
19.30 Uhr
Reinoldikirche
 

Graduiertenkolleg "Metropolität in der Vormoderne" (Regensburg) verlängert die Bewerbungsfrist

Für das von der DFG geförderte interdisziplinäre Graduiertenkolleg "Metropolität in der Vormoderne" in Regensburg sind zum 1. April 2017 10 Stellen für wissenschaftliche MitarbeiterInnen und 1 Postdoc-Stelle ausgeschrieben.
Hierfür ist nun die BERWERBUNGSFRIST auf den 09. FEBRUAR 2017 VERLÄNGERT worden.

Weitere Informationen:

... zum Forschungsprogramm des Graduiertenkollegs unter www.metropolitaet.ur.de

... und zur Ausschreibung.

Aussagefähige Bewerbungen sind bis zum 9. Februar 2017 per Mail an den Sprecher des Graduiertenkollegs, Prof. Dr. Jörg Oberste (Joerg.Oberste@geschichte.uni-regensburg.de), zu richten.

Freitagskolloquium am 27. Januar 2017

Den nächsten Vortrag im Freitagskolloquium hält Dr. Alexander Kraus (Wolfsburg) am 27. Januar ab 16 Uhr ct. im Sitzungszimmer des IStG. Das Thema lautet:

Gebaute Demokratie aus dem Geist des Totalitarismus? Das Wolfsburger Rathaus und der braune Schatten seines Architekten Titus Taeschner (1905–1997)

Der 1958 eingeweihte Wolfsburger Rathausneubau galt für rund zwei Jahrzehnte des bundesrepublikanischen Rathausbaus, der in den 1960er und 1970er Jahren einen regelrechten Boom erfuhr, als „stilbildend“. Gemeinsam mit dem zeitgleich geplanten städtischen Verwaltungsbau in Lünen gilt er, so Till Schraven in seiner bautypologischen Kulturgeschichte 'Demokratie als Bauherr', als „Inbegriff“ des demokratischen Rathausbaus schlechthin. Aus zeitgenössischer städtischer Perspektive bildete das Rathaus einen markanten Schlussstein des Stadt-Aufbaus, der mit dem im gleichen Jahr begrüßten 50.000. Einwohner und dem zwanzigjährigen Stadtjubiläum einen harmonischen Dreiklang formte. Doch fügt sich das Rathaus auch aus einer anderen Perspektive in die Stadtgeschichte ein, zeichnet doch mit Titus Taeschner ein Architekt für den gefeierten Entwurf verantwortlich, der bereits im Nationalsozialismus und insbesondere in der „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“ Karriere machte. Im Vortrag wird daher auch der Frage nachgegangen, wie Taeschner mit einem Mal zum Repräsentanten demokratischen Bauens par excellence aufsteigen konnte.

Alle Interessierten sind zu diesem Vortrag herzlich eingeladen.
 

Relaunch des Portals Städtegeschichte.de

Nachdem im Jahr 2015 bereits die Homepage des IStG auf "responsive design" umgestellt worden war, ist nun der Relaunch des Portals Städtegeschichte.de abgeschlossen, um die Seiten flexibel mit Tablet oder Smartphone abrufen zu können. Hierfür wurde das Layout vollständig überarbeitet und mit weiteren Modulen, wie Slideshows aber auch neuen Seiten für die Bildergalerien, versehen. Zudem wurden Stichworte der Texte mit den entsprechenden Abbildungen verlinkt.
Insbesondere im Bereich der "News" zu aktuellen Veranstaltungen, Publikationen oder Ausstellungen sowie im Tutorial "Einführung in die Städtegeschichte" bietet der Relaunch die Möglichkeit, sich auch unterwegs schnell und unkompliziert informieren zu können. Ebenso lassen sich die interaktiven Stadtkarten und die Verbreitungskarten sehr gut über mobile Endgeräte abrufen. Für die Arbeit mit diesen Karten und das Eintauchen in eine konkrete Stadttopographie sowie deren Entwicklung wird jedoch auch weiterhin der PC ein sinnvolles Medium bleiben.

Freitagskolloquium am 13.1.2017

Den nächsten Vortrag im Freitagskolloquium hält Univ.-Prof. Dr. Matthias MÜLLER (Mainz) am 13.1.2017 zum Thema: Die Verflechtung sozialer Räume in der barocken Residenzstadt am Beispiel des Schlosskirchen-Rathaus-Komplexes im nassauischen Weilburg.
Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr c.t. im Sitzungszimmer des IStG. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.

Für kleine Residenzstädte konnte die fürstliche Standeserhebung des Stadtherrn in der Frühen Neuzeit zu weitreichenden und einschneidenden Umbaumaßnahmen führen. Hierfür ist Weilburg an der Lahn, nicht weit von Limburg gelegen, ein bemerkenswertes und aufschlussreiches Beispiel. Im Zuge der Erhebung der Grafschaft Nassau-Weilburg zum Fürstentum ließ Graf Johann Ernst von Nassau nicht nur das alte Schloss zum modernen barocken Residenzschloss ausbauen, sondern ab 1707 die mittelalterliche Stadtkirche abreißen und durch den Neubau einer Stadtpfarr- und Schlosskirche ersetzen. Auffälligerweise wurde sie unmittelbar mit dem ebenfalls neuen Rathaus verbunden. Diese Symbiose aus höfisch-städtischem Gotteshaus und städtischem Verwaltungsgebäude ist nicht nur für das 18. Jahrhundert einzigartig. Im Vortrag soll dieses Ensemble genauer analysiert und als eine besondere Form der ‚städtisch-höfischen Integrationsarchitektur‘ in einem lutherischen Fürstentum vorgestellt werden.

Neuerscheinung im "Historischen Atlas westfälischer Städte" - Band 8: Menden

Im Projekt "Historischer Atlas westfälischer Städte" sind nun die Bände 8 und 9 zu den Städten Menden (Sauerland) und Metelen erschienen. In den Atlanten wird für diese Orte jeweils anhand neuester Forschungsergebnisse in Text, Bild und Karten die Geschichte der Stadtentwicklung und deren Besonderheiten von den frühesten Siedlungsspuren bis in die Gegenwart nachgezeichnet.

Wilfried Reininghaus, Menden (Sauerland) (Historischer Atlas westfälischer Städte, Band 8), hg. v. d. Historischen Kommission für Westfalen und d. Institut für vergleichende Städtegeschichte durch Thomas Tippach, Ardey-Verlag Münster 2017.
(Textheft, 27 S., 6 thematische Tafeln und zahlreiche weitere Abbildungen und Karten, ISBN 978-3-87023-390-7)

Menden sicherte im Mittelalter die kölnische Herrschaft im mittleren Westfalen zwischen Hellweg und Sauerland. Mauern und Türme bezeugen dies bis heute. Im 19. Jahrhundert legten mehrere Metallwerke die Basis für industrielle Schwerpunkte. Der Städteatlas dokumentiert Mendens räumliche Strukturen vom 10./11. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Neuerscheinung im "Historischen Atlas westfälischer Städte" - Band 9: Metelen

Peter Ilisch, Metelen (Historischer Atlas westfälischer Städte, Band 9), hg. v. d. Historischen Kommission für Westfalen und d. Institut für vergleichende Städtegeschichte durch Thomas Tippach, Ardey-Verlag Münster 2017.
(Textheft, 19 S., 7 thematische Tafeln und zahlreiche weitere Abbildungen und Karten, ISBN 978-3-87023-391-4)

Schon früh entwickelte sich im Anschluss an das bereits im Jahr 889 gegründete Damenstift Metelen ein Markt, der wohl schon vor 1400 Freiheitsrechte erhielt. Die Freiheit stand in starker Abhängigkeit vom Stift und sank im Gefolge der Säkularisation zur Titularstadt herab. Einen Aufschwung erlebte Metelen im 19. Jahrhundert durch die Textilindustrie. Nach ihrem Niedergang prägen die Lebensmittelindustrie und der Tourismus die Gemeinde. Der Städteatlas dokumentiert die Besitzgeschichte des Stifts und die industrielle und touristische Entwicklung in der Moderne.

Informationsportal „Reformation in Westfalen“ ist online

Anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 wurde das digitale historische Informationsportal www.reformation-in-westfalen.de am 1. Januar freigeschaltet. Das durch die LWL-Kulturstiftung geförderte Projekt wird seit Januar 2016 am Institut für vergleichende Städtegeschichte in Münster erarbeitet. Das Informationsportal erfasst die verschiedenen Orte und Regionen Westfalens, zeichnet den dortigen Verlauf der Reformation nach und dokumentiert die jeweils noch heute erkennbaren Zeugnisse.

Die Landkarte des 16. Jahrhunderts zeigt Westfalen als territorialen Flickenteppich: Geistliche Großterritorien, kleine Grafschaften, Territorien auswärtiger Herren und eine von wenigen großen, aber auch von vielen kleinen Städten geprägte Städtelandschaft. Diese Vielfalt bedeutet, dass es nicht zu der ‚einen‘ Reformation kam, sondern Westfalen eine spannende, weil in ihren Verläufen unterschiedliche Reformationslandschaft darstellt, welche in diesem Informationsportal in Karten und Texten nachgezeichnet wird.

Aktuell sind Informationen zur Geschichte und Wirkung der Reformation in den Territorien und Autonomiestädten Westfalens abrufbar: In fünf Zeitschnitten werden die Entwicklungsstränge dargestellt. Beginnend mit dem Jahr des Thesenanschlags, 1517, widmet sich das Portal den für Westfalen bedeutenden Wegmarken bis zur konfessionellen Neuordnung nach Ende des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1650. Diese Kartenstände werden mit knappen, wissenschaftlichen Texten zu den einzelnen Territorien und Städten unterlegt. Ein zweiter Zugang erfolgt über die Ordnung der Reformation nach Typen – etwa der landesherrlichen Reformation oder der städtischen Reformation in einigen Autonomiestädten. Die reformkatholische via media der Herzöge von Jülich-Kleve-Berg stellt ebenfalls einen Reformationstyp dar.

Zusätzlich informiert das Portal über aktuelle Ausstellungen und Vorträge und stellt einen Veranstaltungskalender für die Region Westfalen zur Verfügung.
Mit den Routen der Reformation wird es dann im Laufe des Jahres 2017 möglich sein, sich auf eine Spurensuche nach den Relikten der Reformation in Westfalen zu begeben.
Ergänzung erfährt das Portal reformation-in-westfalen.de durch den Twitterauftritt @RefInWestfalen, der diese Informationen rund um das Reformationsjubiläum einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen möchte.

Weitere Informationen unter:
www.reformation-in-westfalen.de
www.uni-muenster.de/Staedtegeschichte/Forschung/Reformation_in_Westfalen
www.twitter.com/@RefInWestfalen
 

Freitagskolloquium

Den nächsten Vortrag im Freitags-Kolloquium hält am 9.12.2016 Raoul Hippchen (Mainz) zum Thema Soziale Verflechtung und politische Ordnung in einer kleinen Stadt am Mittelrhein. Vergleichende Studien zu Bingen im Spätmittelalter. Das Kolloquium beginnt um 16 Uhr c.t. im Sitzungszimmer des IStG. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.

Der Vortrag stellt in einem Werkstattbericht das Dissertationsprojekt zu den spätmittelalterlichen Funktionseliten der Stadt Bingen vor und thematisiert an ausgewählten Beispielen Fragestellung und Vorgehensweise bei dem wissenschaftlichen Blick auf Zusammenhänge von Personen und herrschaftlich-verfassungsmäßigen Zuständen in der Stadt.

Neuerscheinung und Einladung zur Buchpräsentation

Der vierte und letzte Band des "Historischen Handbuchs der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe", der die Gemeinden im heutigen Regierungsbezirk Arnsberg in den Blick nimmt, ist erschienen. Damit wird ein mehr als 15 Jahre währendes Projekt abgeschlossen, das in Kooperation mit der Historischen Kommission für Westfalen entstanden ist und die Geschichte jüdischen Lebens in Westfalen und Lippe von ersten Erwähnungen im Hochmittelalter bis in die Gegenwart darstellt.

Zum Abschluss des Projektes findet am 26.11.2016 ab 11 Uhr im Stadtarchiv Dortmund die Präsentation des aktuellen Bandes statt. Hier werden der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Matthias Löb (Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe) sowie Prof. Dr. Werner Freitag (Institut für vergleichende Städtegeschichte) Grußworte sprechen. Eine Einführung in das Werk geben anschließend Prof. Dr. Wilfried Reininghaus (Erster Vorsitzender der Historischen Kommission für Westfalen) und Prof. Dr. Frank Göttmann (Universität Paderborn, Herausgeber).

 ... zur Einladung

... zum Gesamtprojekt

 

Heute Freitagskolloquium: Vortrag von Dr. Ulla Kypta

Am 25.11. um 16 Uhr c.t. hält Dr. Ulla Kypta im Rahmen des Freitagskolloquiums einen Vortrag zum Thema Vernetzte Menschen, vernetzte Städte. Die Vertretungsbeziehungen ober- und niederdeutscher Kaufleute ins spätmittelalterliche Antwerpen. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.

Im Antwerpen des frühen 16. Jahrhunderts kamen Vertreter von Kaufleuten aus den unterschiedlichen Regionen des Heiligen Römischen Reiches zusammen. Der Vortrag beschreibt verschiedene Formen, wie dieser Handel über Vertreter organisiert werden konnte, und diskutiert mögliche Gründe, warum Kaufleute zu verschiedenen Lösungsmodellen griffen. Wer schickte Bekannte aus der Heimatstadt, wer engagierte Antwerpener? Unterschieden sich Oberdeutsche von Niederdeutschen oder Gesellschaften von Einzelkaufleuten?

Stellenausschreibung: Kartograph(in)/Geomatiker(in)

Das Institut für vergleichende Städtegeschichte (IStG) an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/einen

Kartographin / Kartograph
Geomatikerin / Geomatiker (B.Sc. o. B.Eng.)


in Vollzeit. Die Stelle ist zunächst auf zwei Jahre befristet und grundsätzlich teilbar. Die Vergütung erfolgt in Anlehnung an Entgeltgruppe 10 TVöD VKA.
Wir bieten Ihnen eine abwechslungsreiche Tätigkeit im interdisziplinären Umfeld eines renommierten Forschungsinstituts. Das IStG fördert die Erforschung der Städtegeschichte mit der Erarbeitung des Deutschen Historischen Städteatlas und des Historischen Atlas westfälischer Städte, der Herausgabe städtegeschichtlicher Inventarwerke, Quelleneditionen, Forschungsprojekten, bibliographischen Hilfsmitteln, einem städtegeschichtlichen Internetportal sowie regelmäßigen Tagungen. Die Visualisierung historischer Erkenntnisse in Karten und die Arbeit mit archivalischer Kartenüberlieferung sind zentrale Aspekte der Institutsarbeit.

Ihre Aufgaben

Kartographische Betreuung der Publikationen des IStG, insbesondere der Reihe Deutscher Historischer Städteatlas
Kartographische Auswertung und Aufbereitung von historischen Rasterkartengrundlagen und weiterer Quellen
Erarbeitung und Gestaltung von Karten basierend auf historischen Grundlagen
Entwicklung und Umsetzung von Entwürfen thematischer Karten zur Stadtgeschichte
Erstellung interaktiver Karten für die Webangebote des IStG


Ihr Profil

abgeschlossene Hochschulausbildung als Kartographin/Kartograph bzw. Geomatikerin/ Geomatiker
gutes räumliches Vorstellungsvermögen, hohes Verständnis für geographisch-historische Zusammenhänge und deren Umsetzung in Karten
Kenntnisse über Methoden der analogen und digitalen Kartographie sowie der technischen Zusammenhänge zwischen GIS und Kartographie
Erfahrung und fundierte Kenntnisse im Umgang mit den Programmen ESRI ArcMap (ab Version 10.0 oder höher), Adobe Illustrator (Version CS 6.0) mit den Produkten der Firma Avenza Systems Inc. (insbesondere MAPublisher), Adobe Photoshop und Adobe InDesign
Kenntnisse in der Erstellung von interaktiven Karten mittels HTML5/CSS und JavaScript (z.B. leaflet oder OpenLayer)


Die Befähigung, komplexe Arbeitsabläufe zu koordinieren und die wissenschaftliche Arbeit des Instituts durch problemlösendes Denken zu bereichern, wird vorausgesetzt.

Bewerbungen von Frauen sind ausdrücklich erwünscht.

Bei gleicher Qualifikation und Eignung werden Schwerbehinderte bevorzugt.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann richten Sie Ihre aussagekräftige Bewerbung mit den üblichen Unterlagen bis zum 30.11.2016 an:

Institut für vergleichende Städtegeschichte, Geschäftsführung, Königsstr. 46, 48143 Münster,
Tel: 0251/83 27514, Fax: 0251/83 27535, istg@uni-muenster.de
www.uni-muenster.de/staedtegeschichte

Festvortrag anlässlich des 75. Geburtstages von Dr. W. Ehbrecht - 4.11.2016 im IStG

Anlässlich des 75. Geburtstages von Dr. Wilfried Ehbrecht lädt das Institut für vergleichende Städtegeschichte im Rahmen des Freitags-Kolloquiums zu Problemen vergleichender Städtegeschichte am 4. November um 16 Uhr c.t. zu einem Festvortrag ein.

Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Opll (Wien) spricht zum Thema Frühe Wiener Stadtpläne und -ansichten und ihre Stellung im internationalen Vergleich.

Wien gilt mit seiner frühen kartographischen Repräsentation auf dem sogenannten "Albertinischen Stadtplan" der 1420er Jahre als Stadt mit einem außerordentlich frühen geometrisch aufgefassten (d.h. mit Maßstab versehenen) Stadtplan. Stadtpläne ganz generell existierten in Europa freilich bereits viel früher, wobei - neben dem Sonderfall von Jerusalem - italienische Städte vorangehen. Ziel des Vortrags ist es, die Entwicklung des Stadtplans für Wien vor dem Hintergrund der Spezifika für andere europäische Städte darzulegen. Als Beobachtungszeitraum wird dabei die Epoche bis zum frühen 17. Jahrhundert gewählt.


Dr. Wilfried Ehbrecht war seit 1969 am Aufbau und der Leitung des Instituts für vergleichende Städtegeschichte beteiligt, zeitweilig Wissenschaftlicher Geschäftsführer und 1979 bis 1984 Wissenschaftlicher Vorstand des IStG. Hier war er, neben zahlreichen anderen Forschungsprojekten, lange Jahre als Herausgeber für den Westfälischen Städteatlas wie für den Deutschen (Historischen) Städteatlas tätig.

Internationale Tagung des Forums Mittelalter der Universität Regensburg

Vom 10. bis 12. November 2016 findet die Internationale Tagung des Forums Mittelalter der Universität Regensburg am Institut für Geschichte in Regensburg statt. Das diesjährige Thema lautet:

STADTGESCHICHTE(N). Erinnerungskulturen der vormnodernen Stadt

... zum Programm

Lehrveranstaltung von Prof. W. Freitag

Die Lehrveranstaltung von Prof. Dr. W. Freitag zum Thema: Die Reformation auf dem Land (Artikelserie LWB) findet am 19.10. nicht statt. Beginn ist am 26.10.2016, 16 Uhr c.t. im Sitzungszimmer des IStG.

Programm für das Freitagskolloquium im WS 2016/17

Das neue Semester kann beginnen. Das Programm für das Freitagskolloquium im Wintersemester 2016/17 steht. Die ersten Vorträge finden im Rahmen der internationalen Tagung "Städtische Wettkampfkulturen in der europäischen Vormoderne" (organisiert von Dr. C. Jaser u.a.) am 21. Oktober 2016 statt. Hier werden in einer Sektion über Fechtschulen zwei Vorträge zu hören sein: Daniel Jaquet spricht über "For Blood, Entertainment, and Money: Fencing Schools in Swiss Towns in the Late Middle Ages", und Olivier Dupuis wird zum Thema "For a Local History of the Fencing Schools in Strasbourg from 1540 to 1665" referieren.
Die Vorträge beginnen wie gewohnt (im Winter) um 16 Uhr c.t. (!!!) im Sitzungszimmer des IStG. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.

Das Programm für das Freitagskolloquium im Wintersemester 2016/17 (PDF)

Neuerscheinung: Reformation in Westfalen

Pünktlich zum Historikertag 2016, der sich in diesem Jahr in Hamburg mit Glaubensfragen beschäftigt hat, legte Prof. Dr. Werner Freitag seine neue Publikation zum Thema „Reformation in Westfalen“ vor. Diese läutet das Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“ ein und fragt nach den Anfängen, Initiatoren, Verlaufsformen und Wirkungen der Reformationsbestrebungen im Bereich der historisch gewachsenen Region Westfalen. Letztere stellte im 16. Jahrhundert noch einen „Flickenteppich“ unterschiedlicher geistlicher und weltlicher Herrschaftsbereiche dar, in denen gemäß der Regel „cuius regio, eius religio“ individuell entschieden wurde, wie mit dem „neuen Glauben“ und dessen Anhängern umzugehen sei. Im Hinblick auf die verschiedenen Akteure und deren Handlungsmuster ergeben sich folgende größere Themenkomplexe:

• „Stadtreformation“ (Herford, Höxter, Lemgo, Lippstadt, Minden, Münster, Soest)
• „Landesherrliche Reformation“ (Fürstbistum Osnabrück, Herzogtum Westfalen, Grafschaften Bentheim, Lippe, Rietberg, Steinfurt, Tecklenburg-Lingen)
• die sog. „Humanistische Reform“ (Grafschaften Mark und Ravensberg, Dortmund, Essen)
• „Reformation auf dem Land“ (Adel, Pfarrer, Landgemeinden)

Gefragt wird, wo sich – zu welchem Zeitpunkt und aus welchen Beweggründen – die Reformation durchsetzen konnte bzw. wo diese scheiterte und wie der Alltag nach erfolgtem oder revidiertem Bekenntniswechsel in den Gemeinden aussah. Dabei werden auch kulturelle Zeugnisse, die Hinweis auf ein neues Bekenntnis geben können, in den Blick genommen: Kirchen- und Gottesdienstordnungen, Gravamina, Predigten, Wandlung der liturgischen Form, Inschriften an Fassaden oder Grabmälern und Dokumente gelebter Frömmigkeitspraxis.

Die vorliegende Publikation stellt die erste wissenschaftliche Gesamtschau zum Thema „Reformation in Westfalen“ dar und lädt Historiker wie historisch Interessierte gleichermaßen zur Suche nach den Ursprüngen verschiedener konfessioneller Identitäten ein, von denen die Region auch heute noch geprägt ist.

Bibliographische Angaben
Werner Freitag, Die Reformation in Westfalen. Regionale Vielfalt, Bekenntniskonflikt und Koexistenz, Aschendorff Münster 2016. (383 S.; ISBN 978-3-402-13167-1)

Tagung "Städtische Wettkampfkulturen in der europäischen Vormoderne" am IStG

Vom 20. bis 22. Oktober 2016 findet am IStG eine internationale Tagung zum Thema „Städtische Wettkampfkulturen in der europäischen Vormoderne/Urban Cultures of Contest in Premodern Europe“ statt, die von Dr. Christian Jaser, Dr. Jean Dominique Delle Luche und Dr. Daniel Jaquet organisiert wird. Verschiedene Formen städtischer Wettkampfkulturen wie Wettrennen, Schießwettbewerbe, Turniere, Fechtschulen sowie akademische und künstlerische Wettbewerbe bilden die Schablone, auf der die kulturgeschichtliche Relevanz des Agonalen für die vormoderne Stadtgesellschaft im europäischen Vergleich beleuchtet wird. Dabei stehen Akteure und Funktionen der Wettkämpfe für diese, Wahrnehmungs- und Repräsentationsmuster sowie Entwicklungs- und Vergleichsdynamiken im Fokus, um traditionelle Geschichtsbilder neu zu bewerten.

… zum Programm

… zum Exposé

Tagung: Städtische Wettkampfkulturen in der europäischen Vormoderne
Zeit: 20. – 22. Oktober 2016
Ort: IStG, Königsstraße 46, 48143 Münster, Sitzungszimmer
Kontakt: Dr. Christian Jaser christian.jaser@geschichte.hu-berlin.de

Tagung der ICHT in Kiel

Tagung der Internationalen Kommission für Städtegeschichte (ICHT) 2016 in Kiel / Treffen der Atlas Working Group
Vom 15. bis 16. September 2016 fand in Kiel die Tagung Soziale Funktionalitäten städtischer Räume im Wandel statt, die von der Internationalen Kommission für Städtegeschichte in Kooperation mit dem Projekt „Residenzstädte im Alten Reich (1300–1800)“ organisiert worden ist. Vom IStG nahmen hieran Prof. Dr. Werner Freitag als Mitglied der Internationalen Kommission für Städtegeschichte und Dr. Daniel Stracke als Mitglied der Atlas Working Group bzw. als Koordinator deren Digital Initiative Group teil. Aufgabe der Digital Initiative Group ist es, die „digitale Wende“ der Arbeit an den Städteatlanten beratend zu begleiten.

Tagung der European Association for Urban History (EAUH) 2016 in Helsinki
Die Konferenz der European Association for Urban History stand in diesem Jahr unter dem Motto Reinterpreting Cities und fand vom 24. bis 27. August 2016 in Helsinki statt. Für das IStG war Daniel Stracke von Susanne Rau (Universität Erfurt) und Richard Rodgers (University of Edinburgh) eingeladen worden, in ihrer Sektion zu sprechen. Diese widmete sich unter dem Titel "Reinterpreting Space and Spatial Relations" dem Forschungspotential neuerer digitaler Technologien für die Städtegeschichte.
In seinem Vortrag "Chances and Challenges: The European Historic Towns Atlas in the digital media revolution" skizzierte er, welchen Nutzen digitale Angebote aus der Städteatlasarbeit für eine zunehmend auf Geoinformationssystemen basierenden neueren Stadt(raum)forschung haben können.

Gastwissenschaftler am IStG

Vom 15.9. bis 16.12.2016 wird Michał Schmidt aus Krakau als Gastwissenschaftler am IStG für seine Dissertation zum Thema:

"Moneta in pretorio. Haushalt und Finanzpolitik in der Stadt des Spätmittelalters. Vergleichsstudie ausgewählter polnischer und deutscher städtischer Zentren"

forschen.

Freitagskolloquium am 15.7.2016

Den nächsten Vortrag im Freitagskolloquium wird Prof. Dr. Thomas SCHILP (Bochum) zum Thema: Stadtgründung zum Totengedenken: Pienza (1459-1464) halten.
Beginn ist wie gewohnt 15 Uhr c.t. im Sitzungszimmer des IStG. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Der Vortrag diskutiert die Erhebung Pienzas durch Papst Pius II. 1459-1464 zur Stadt. Pienza als "Planstadt" mit dem berühmten zentralen Frührenaissanceplatz dient der Sicherung von FAMA und MEMORIA des humanistischen Papstes - eine Dimension, die vor allem die bislang fast ausschließlich kunsthistorische Forschung zu Pienza übersehen hat.

Neuerscheinung in der Reihe Städteforschung


Band A 89 der Reihe Städteforschung zum Thema Die Stadt im Raum. Vorstellungen, Entwürfe und Gestaltungen im vormodernen Europa ist erschienen. Die Publikation fasst Beiträge einer im Rahmen des "Netzwerks Vormoderner Stadtgeschichte" organisierten Tagung in Fribourg (Schweiz) aus dem Jahr 2012 zusammen und wurde von Karsten Igel und Thomas Lau herausgegeben.

Eine oft gestellte Forderung, die Stadt in ihrem vielgestaltigen Verhältnis zu den sie umgebenden und von ihr mitgenerierten Räumen historisch zu fassen, wird in den Beiträgen des vorliegenden Bandes von Mediävisten, Frühneuzeithistorikern und Kunsthistorikern thematisiert und eingelöst. Drei Themenbereiche stehen dabei im Mittelpunkt: die Entstehung des städtischen Raumes, das Ausgreifen des städtischen Raumes in das Umland und die Beteiligung städtischer Akteure bei der Konstruktion supralokaler Räume. Die Ansätze der jüngeren Stadtgeschichtsforschung, der Staatsbildungsforschung und Diplomatiegeschichte sowie der Umwelt- und Kunstgeschichte werden dabei zusammengeführt und wechselseitig fruchtbar gemacht.

Bibliographische Angaben
Die Stadt im Raum. Vorstellungen, Entwürfe und Gestaltungen im vormodernen Europa (Reihe Städteforschung A 89), hg. v. Karsten Igel und Thomas Lau, Böhlau: Köln/Wien/Weimar 2016.
(361 S., 11 s/w- u. 16 farb. Abb., ISBN 978-3-412-22128-7)

Freitagskolloquium am 1.7.2016

Den nächsten Vortrag im Freitagskolloquium wird Jochen HERMEL M.A. (Bonn) zum Thema: Minderheit und Magistrat. Evangelische Gemeinden in Köln im 17. Jahrhundert halten.
Beginn ist wie gewohnt 15 Uhr c.t. im Sitzungszimmer des IStG. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

In der frühen Neuzeit bemühte sich der Rat der Stadt Köln um ein betont katholisches Image und unterdrückte rigoros nichtkatholische Gruppierungen. Dennoch existierten in der Stadt mehrere evangelische Gemeinden, die in diesem Umfeld als „heimliche Gemeinden“ bestanden. Der Vortrag geht den Fragen nach, wie groß die konfessionelle Grauzone in Köln war und welcher Gestaltungshorizont sich den heimlichen Gemeinden bot. Wie erhält man eine funktionsfähige Gemeinde in Zeiten von Verfolgung und Krieg – verborgen vor der Obrigkeit und ohne Kirchenbau?

Die digitale Zukunft der Städteatlanten – Besuch von der Royal Irish Academy (Dublin) und der Maynooth University

Am 15. Juni 2016 besuchten Sarah Gearty, kartografische Redakteurin des Irischen Städteatlas (Irish Historic Towns Atlas), und Rachel Murphy, die derzeit an der Maynooth University für das Projekt kartografische Arbeiten in einem Geoinformationssystem umsetzt, das IStG. Das Ziel der Visite war nicht nur, das Institut und seine Ressourcen kennenzulernen, sondern vor allem der Austausch mit den deutschen KollegInnen, die die hier angesiedelten Atlasreihen Deutscher Historischer Städteatlas und Historischer Atlas westfälischer Städte erarbeiten.
Wie die Mehrzahl der europäischen Partnerprojekte nimmt derzeit auch der Irische Städteatlas den Übergang von der Arbeit mit Grafikprogrammen hin zur Verwendung eines GIS in Angriff, während das IStG diese technische Innovation schon seit 2013 in Teilaspekten zum Tragen bringt. So standen nach einer ausführlichen Besichtigung des Instituts, der Forschungsbibliothek und vor allem der Karten- und Atlantensammlung praktische Fragen der Arbeit bei der Katasteredition im Vordergrund. Auch der polnische Gastwissenschaftler am IStG Radosław Glinski, der am schlesischen Teilprojekt des polnischen Städteatlas (Historyczny atlas miast polskich) beteiligt ist, nahm an dem lebhaften und in alle Richtungen fruchtbaren Erfahrungsaustausch teil. Besonders ging es um das konkrete Vorgehen beim Georeferenzieren und Vektorisieren, also Arbeitsschritte, die immer wieder auch Überlegungen zu den theoretischen Implikationen für die Quellenkritik nach sich zogen.
Die diskutierten Probleme stellen sich so oder ähnlich bei allen europäischen Partnerprojekten, und die Erarbeitung von Best-Practice-Standards ist nicht nur eine Frage der Arbeitsökonomie, sondern von grundlegender Bedeutung für die Verwendbarkeit der Daten in vergleichenden Studien. Daher wurden auch Pläne für einen Workshop zum Thema „Städteatlanten und GIS“ gemacht, der die anderen Partnerprojekte des Europäischen Städteatlas mit einbeziehen soll und Finanzierungsperspektiven dafür diskutiert.
(Daniel Stracke)

Freitagskolloquium am 17.6.2016

Den nächsten Vortrag im Freitagskolloquium wird Prof. Dr. Gabriel ZEILINGER (Kiel) zum Thema: Wie wird Stadt im Mittelalter? Überlegungen zwischen ‚Stadtgründung' und ‚Urbanisierung' (nicht allein) am Beispiel des Oberelsass halten.
Beginn ist wie gewohnt 15 Uhr c.t. im Sitzungszimmer des IStG. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Das ,klassische' Bild von Stadtentstehung und -entwicklung im Hoch- und Spätmittelalter zeigt – bei allen Differenzierungen – einen adligen oder kirchlichen Herrn, der eine Siedlung mit städtischen Freiheiten und Rechten ausstattet. Der Ort wächst in der Folge, entwickelt sich wirtschaftlich und seine Gemeinde erringt dann weitreichendere Autonomie vom Stadtherrn – so weit die von ,Stadtgründung' ausgehende, lineare Vorstellung von mittelalterlicher Stadtgeschichte. Der Vortrag argumentiert v.a. am Beispiel des Oberelsass vom 12. bis 14. Jahrhundert, dass der Begriff ,Urbanisierung' – verstanden als Verbreitung von bestimmten Lebens- und Politikformen nicht nur in ent- bzw. bestehenden Städten – die vielschichtigen, mehrere Akteursgruppen aufweisenden Prozesse um Stadtwerdung(en) in jener Zeit, die Europa so nachhaltig veränderten, präziser erfassen kann.

Vergleichende Städtegeschichte an der Royal Irish Academy, Dublin

Die Städteatlas-Tagung der Royal Irish Academy in Dublin am 20. Mai 2016 wurde in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem British Historic Towns Atlas/Historic Towns Trust durchgeführt, denn sie widmete sich dem Thema Medieval Townscapes. Comparative Perspectives through the Irish and British Historic Towns Atlases. Nach dem Vergleich der irischen Städtelandschaft mit kontinentaleuropäischen Beispielen im letzten Jahr standen nun also Ähnlichkeiten, Unterschiede und Vernetzungen der auf den Britischen Inseln gelegenen Städte im Fokus, wobei in Koreferaten jeweils eine irische und eine britische Stadt vorgestellt wurden. Die Auswahl der Vergleichsbeispiele wurde typologisch begründet – Hafenstadt (Bristol und Galway), regionales Zentrum (Kilkenny und Norwich), Metropole (London und Dublin) –, wobei solche Vergleiche besonders fruchtbar wirkten, die zusätzlich thematische Schwerpunkte wie Sakraltopographie, planerisches Handeln und Herrschaft setzten. Die aufeinander abgestimmten Koreferate wurden jeweils von einem irischen und einem britischen Kollegen gehalten, die in den anschließenden Diskussionen weiter ins Gespräch kamen. In einem abschließenden Beitrag wies Terry Slater auf die Möglichkeiten und Grenzen für stadtplananalytische Ansätze in den beiden Atlasprojekten hin und gab damit auch für die übrigen europäischen Städteatlanten wichtige Impulse.
Beim abendlichen Empfang, zu dem der Generalsekretär des Department of Foreign Affairs and Trade, Niall Burgess, geladen hatte, wurde die Bedeutung der Kooperation auf wissenschaftlicher Ebene für die bilateralen Beziehungen hervorgehoben. Die Gespräche zwischen der irischen Atlasredaktion und den zahlreichen internationalen Gästen wurden bei einem formalen Dinner im nahe gelegenen Kildare Street and University Club fortgeführt. Das IStG war durch Daniel Stracke vertreten.
(Daniel Stracke)

Freitagskolloquium am 3.6.2016

Den nächsten Vortrag im Freitagskolloquium wird Dr. Philip HOFFMANN-REHNITZ (Münster) zum Thema: Wirtschaftsgeschichte der frühneuzeitlichen Stadt in kulturgeschichtlicher Perspektive: Positionen der jüngeren Forschung halten.
Beginn ist wie gewohnt 15 Uhr c.t. im Sitzungszimmer des IStG. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Der Vortrag diskutiert auf der Grundlage neuerer Forschungen und empirischer Beispiele, wie eine Wirtschaftsgeschichte der frühneuzeitlichen Stadt in kulturwissenschaftlicher Perspektive konzipiert werden könnte und welche Potentiale für zukünftige stadtgeschichtliche Untersuchungen mit einem solchen Ansatz verbunden sind.

Gastwissenschaftler am IStG

Vom 2. Mai bis 1. Juli 2016 forscht Radosław Gliński aus Breslau im Rahmen des Erasmusprogrammes als Gastwissenschaftler am IStG. Für sein Dissertationsprojekt zum Thema: "Medieval and early modern town house in middle-sized and small town in the Sudetes and their foothill" stehen ihm die Sammlungen des IStG, vor allem die umfangreiche Fachbibliothek, zur Verfügung.

Heute: Freitagskolloquium

Den heutigen Vortrag im Freitagskolloquium halten Andreas DIETMANN M. A. und Julia MANDRY M. A. aus Jena zum Thema: "Armenfürsorge und Schulwesen in Thüringen zwischen Spätmittelalter und Reformation".
Beginn ist wie gewohnt 15 Uhr c.t. im Sitzungszimmer des IStG. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Im Spannungsfeld zwischen Spätmittelalter und Reformation sollen Fragen nach Kontinuität und Wandel des Schul- wie Armenwesens in thüringischen Städten nachgegangen und facettenreiche Einblicke in die Themenfelder gewährt werden.

Tagung der AG Regionalportale in Münster

Vom 10.-12.5.2016 findet im LWL-Landeshaus (Freiherr-vom-Stein-Platz 1) die Tagung der AG-Regionalportale statt, die in diesem Jahr durch das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte in Zusammenarbeit mit dem IStG ausgerichtet wird. Hier werden anhand ausgewählter Projektberichte der verschiedenen Themenportale - von Archiven, Bibliotheken und anderen historisch orientierten Institutionen - aktuelle Fragen der Wissensvermittlung im digitalen Zeitalter thematisiert.

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Übung v. Prof. Mühle am 10.5. nicht im IStG

Die Übung "Quellenlektüre zur mittelalterlichen Stadtgeschichte" von Prof. E. Mühle findet am 10.05.2016, um 16 Uhr, im CIP-Pool des F-Hauses statt.

Freitagskolloquium am 29.4.2016

Den nächsten Vortrag im Freitagskolloquium hält am 29.4.2016 Dr. Julia A. SCHMIDT-FUNKE (Jena) zum Thema: Haben und Sein. Materielle Kultur und Konsum im frühneuzeitlichen Frankfurt am Main.
Alle Interessierten sind dazu ab 15 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Dr. Julia A. Schmidt-Funke präsentiert Überlegungen, wie materielle Kultur und Konsum als Konstituenten der vormodernen Stadt untersucht werden können.

Freitagskolloquium am 22.04.2016

An diesem Freitag startet das Freitagskolloquium im Sommersemester 2016 mit dem Vortrag von Dr. Markus KELLER (Berlin) zum Thema:
"Wer baut? Die Wohnungsfrage in Ungarn in vergleichender Perspektive (1945–1960)".
Freitag, 22.04.2016
15.00 Uhr c.t./ Sitzungszimmer des IStG

... zum Programm
 

Freitagskolloquium im SoSe 2016

Das Programm für das Freitagskolloquium im Sommersemester 2016 liegt nun vor und läd alle Interessierten zu unterschiedlichen Themen der vergleichenden Städteforschung ein. Es werden Vorträge mit kultur-, sozial-, wirtschafts- und religionswissenschaftlichen Schwerpunkten vom Mittelalter bis in die Moderne angeboten. Den ersten Vortrag hält am 22.4.2016 Dr. Markus Keller (Berlin) zum Thema: "Wer baut? Die Wohnungsfrage in Ungarn in vergleichender Perspektive (1945-1960)".

Beginn der Veranstaltungen im Sommersemester ist wie gewohnt um 15 Uhr c.t. (!!!) im Sitzungszimmer des IStG.

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Ausfall der Lehrveranstaltungen am 11.4.2016 v. Prof. Dr. W. Freitag

Die Lehrveranstaltungen von Prof. Dr. Werner Freitag:

Hauptseminar
„Humanistische Reform und Reformation. Die Grafschaft Mark und Ravensberg im 16. Jahrhundert“

Sprachübung Latein
„Tridentinische Visitationen in den Fürstbistümern Westfalens“

fallen am 11.4.2016 aus.

Die Lehre wird regulär ab 18.4. wieder aufgenommen.
 

Stellenausschreibung - Doktorandenstelle im Projekt “Histoire des villes luxembourgeoises X”

An der Philosophischen Fakultät der Universität Luxembourg ist bei Prof. Michel Pauly ab 1. Juli 2016 eine Doktorandenstelle zu besetzen. Inhalt der Qualifizierungsarbeit ist das Erstellen eines digitalen historischen Atlas zur Geschichte der Stadt Luxembourg, v.a. für die Zeit seit Schleifung der Stadtbefestigung bis ca. 1867.
Die vollständige Stellenbeschreibung mit allen Anforderungen und Möglichkeiten für die wissenschaftliche Arbeit in einem multikulturellen Umfeld finden Sie unter folgendem Link im Job-Portal der Universität Luxembourg:

Doktorandenstelle im Projekt “Histoire des villes luxembourgeoises X”

Aussagekräftige Bewerbungen sind bis zum 1. Mai 2016 zu richten an: michel.pauly@uni.lu

Stellenausschreibung: Büroangestelle(r)

Am Institut für vergleichende Städtegeschichte ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle:

einer/eines Büroangestellten

zunächst befristet für 1 Jahr zu besetzen. Eine Entfristung der Stelle wird angestrebt. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt zurzeit 3o Stunden. Die Eingruppierung erfolgt je nach Aufgaben­übertragung und Erfüllung der persönlichen Voraussetzungen bis zur Entgeltgruppe 8 TV-VKA.

... zur vollständigen Ausschreibung

Bewerbungen mit aussagekräftigen Unterlagen, gerne auch per E-Mail, richten Sie bitte bis zum 29.03.2016 an:

Institut für vergleichende Städtegeschichte
Dr. Angelika Lampen
Königsstr. 46
48143 Münster
 

Neuerscheinungen zu Themen vergleichender Städtegeschichte 2015

Die Mitarbeiter aus dem Bereich "Bibliographie" haben - wie gewohnt - eine Neuerscheinungsliste zu Themen der vergleichenden Städtegeschichte für das Jahr 2015 erstellt, die auch einige Nachträge zu 2014 enthält. Dieser 215 Seiten umfassende bibliographische Überblick über die Städteforschung des vergangenen Jahres ist an den NEWS-Seiten des Portals Städtegeschichte.de orientiert und bietet unter zahlreichen Kategorien - neben quellenkundlich methodischen v.a. Stadt & Politik, Stadt & Wirtschaft, Stadt & Gesellschaft, Stadt & Religion, Sadt & Kultur, Stadt & Konflikt, Stadt & Gesundheit, Stadt & Katastrophe, Stadt & Natur/Umwelt - Hinweise zu aktueller Forschungsliteratur.
Dies ist ein Angebot aus dem Wissenschaftsservice des IStG und läd alle Stadthistoriker zum Stöbern und Weiterforschen ein.

Personalwechsel im IStG

Zum 1.3.2016 hat das IStG drei neue Mitarbeiter: Im Bereich Bibliothek wird Conny Arens M.A. als Vertretung für Sabina Ruwe M.A. tätig sein. Für Dr. Christof Spannhoff, der nun das Projekt "Reformation in Westfalen" leitet, wird Dörthe Gruttmann M.A. die Arbeiten für die Bibliographie übernehmen. Darüber hinaus begrüßen die Mitarbeiter des IStG Heye Bookmeyer M.A., der hier ein zweijähriges wissenschaftliches Volontariat antritt.

Erfolgreiche Atlaspräsentation in Soest

Am Abend des 25.2.2016 ist im voll besetzten Saal des Burghofmuseums zu Soest der "Historische Atlas westfälischer Städte, Band 7: Soest" präsentiert worden. Zahlreiche interessierte Bürger waren gekommen, um sich über die Geschichte ihrer Stadt zu informieren, die in diesem umfangreichen Kartenwerk eindrucksvoll dargestellt ist. Zudem bot sich hier die Gelegenheit, allen Mitwirkenden aus Münster und Soest herzlich für ihre Arbeit zu danken (s.u.). Dies sind neben den Autoren v.a. Mitarbeiter des Stadtarchivs Soest, der LWL-Denkmalpflege, der LWL-Archäologie sowie der "Namenforschung" der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Inhalt des Atlaswerkes:

Textheft zur Geschichte der Stadt (32 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, Karten und Plänen)
Tafel 1a Katasterkarte 1827/28 (Entwurf Th. Kaling)
Tafel 1b Hausnummern aus dem Kataster von 1827/28 (Entwurf Th. Kaling)
Tafel 2 Topographische Karte (1839 und 2015)
Tafel 3 Stadtkarte 2013
Tafel 4 Soest und seine topographische Entwicklung (Entwurf W. Ehbrecht)
Tafel 5 Archäologische Fundstellen (7.-13. Jh.; Entwurf W. Melzer)
Tafel 6 Historische Bausubstanz (Gebäude, Besitzverhältnisse, Veränderung der Mauern, Gademreihe; Entwurf D. Gropp, F. Kaspar, H. Michels)
Tafel 7 Soest im Bild (verschiedene Abbildungen von 1490 bis 1921; Kommentar v. W. Ehbrecht)
Tafel 8a Börde - Siedlung und Territorium (Entwurf W. Bockhorst, W. Ehbrecht, C. M. Korsmeier, Th. Tippach)
Tafel 8b Grundbesitzverhältnisse in der Börde 1685 (Entwurf Th. Tippach)
Tafel 9a Soest im hansischen Kommunikationsraum (mit Ausschnittvergrößerung zu Westfalen; Entwurf W. Ehbrecht)
Tafel 9b Textkommentar zu Soest im hansischen Kommunikationsraum von W. Ehbrecht


Diejenigen, die sich für dieses Werk interessieren aber bislang keinen Atlas erwerben konnten, haben die Möglichkeit, Bestellungen beim Ardey-Verlag aufzugeben.

Neuerscheinung in der Reihe Städteforschung

Der Band der Frühjahrstagung 2012 zum Thema "Urbanität" ist erschienen.

Urbanität. Formen der Inszenierung in Texten, Karten, Bildern (Reihe Städteforschung A 90), hg. v. Ute Schneider und Martina Stercken, Böhlau: Köln/Wien/Weimar 2016.

Urbanität wird von den Autorinnen und Autoren dieses Bandes weniger im Sinne des schillernden Begriffs verstanden, der seit der Antike als Chiffre für kultivierte Lebensart und Rhetorik und in der Gegenwart vor allem für verdichtete Bebauung verwendet wird, sondern vielmehr für die medialen Formen und Strategien, in denen Urbanität inszeniert und Eigenarten des Urbanen akzentuiert werden. Ausgegangen wird von einem kulturgeschichtlichen Medienbegriff, der nach den kulturellen Bedingungen von Sinnstiftung fragt und auch Prozesse der Vermittlung in der Zeit vor dem Buchdruck und den Massenmedien einbezieht. Der Band enthält Beiträge aus den Bereichen Geschichte, Kunstgeschichte, Romanistik, Anglistik und Medienwissenschaft.

Der Band enthält 250 Seiten und zahlreiche Farb- sowie Schwarzweißabbildungen. Bestellungen können direkt beimBöhlau Verlag aufgegeben werden.

 Inhaltsverzeichnis A 90
 

Einladung zur Buchvorstellung

Die Historische Kommission und das Institut für vergleichende Städtegeschichte laden ein zur Buchvorstellung:

Historischer Atlas westfälischer Städte - Soest

Datum: 25.02.2016
Zeit: 18.30 Uhr
Veranstaltungsort: Burghofmuseum, Burghofstraße 22, 59494 Soest

Neben Grußworten von Dr. Eckhard Ruthemeyer (Bürgermeister Soest), Dr. Barbara Rüschoff-Thale (Landesrätin LWL) und Prof. Dr. Werner Freitag (IStG) werden die Autoren Dr. Wilfried Ehbrecht und Dr. Thomas Tippach einen Vortrag halten zum Thema: "Soest und seine Geschichte im Spiegel des 'Historischen Atlas westfälischer Städte'".
Alle Interessierten sind hierzu herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Im Anschluss besteht die Gelegenheit zum Gespräch und zum Erwerb des Bandes.

Forschungsbericht 2015

Der Forschungsbericht 2015 liegt nun vor und kann hier zur Information über Projekte, Publikatione und Veranstaltungen des IStG im vergangenen Jahr sowie über weitere geplante Aktivitäten für 2016 eingesehen werden.

Freitagskolloquium am 12.2. - Vortrag von Andrea Arens M.A.

Den nächsten Vortrag im Freitagskolloquium hält am 12.2.2016 Andrea Arens M.A. (Mainz) zum Thema "Peter Sondermann (1888–1962) – ein Olper Architekt prägt das Bild seiner Heimatstadt".
Alle Interessierten sind dazu herzlich um 16 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Bei der bauhistorischen Untersuchung der Kreisstadt Olpe zwischen 1880 und 1930 zeigte sich, dass Peter Sondermann eine wichtige Rolle spielte. Als erster heimischer Architekt einer alteingesessenen Familie führte er in Olpe ab 1907 zahlreiche Bauaufträge aus. Nach seinem Entwurf wurden Wohnhäuser, Fabrikanlagen, Schul- und Klostergebäude sowie Kirchen errichtet. Dabei entwickelte er sein gestalterisches Repertoire vom Historismus bis zum sachlichen Baustil der 1950er Jahre. Der Vortrag skizziert den beruflichen Werdegang Peter Sondermanns und legt dabei den Schwerpunkt auf die Zeit bis 1930.

Institutsbibliothek am Rosenmontag geschlossen

Am Rosenmontag, dem 08.02.2016, bleibt die Bibliothek des IStG geschlossen. Ab Dienstag gelten wieder die regulären Öffnungszeiten.
Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Freitagskolloquium am 29.1. - Vortrag von Julia Ellermann M.A.

Den nächsten Vortrag im Freitagskolloquium hält am 29.1.2016 Julia Ellermann M.A. (Kiel) zum Thema "Zwang zur Barmherzigkeit? Die politische Kultur in mecklenburgischen Residenzstädten am Beispiel der Armenpolitik".
Alle Interessierten sind dazu herzlich um 16 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Präsentiert werden die zentralen Forschungsprämissen und Ergebnisse eines kulturgeschichtlichen Dissertationsprojekts, das – unter Anwendung der argumentationsgeschichtlichen Methode – nach dem Vokabular des armenpolitischen Diskurses zwischen Landesherrschaft und verschiedenen Gruppierungen innerhalb der sozialen Konfiguration (Residenz-)Stadt im Mecklenburg der Sattelzeit fragt.

Onlineportal zum Reformationsjubiläum – neues Projekt am IStG

Seit Januar 2016 besteht am IStG ein neues Projekt, das durch die LWL-Kulturstiftung gefördert wird und die Erforschung der Reformation in Westfalen zum Ziel hat. Geplant ist ein Informationsportal www.reformation-in-westfalen.de, das die verschiedenen Orte und Territorien der Reformation in Westfalen erfasst, ihren Verlauf nachzeichnet und die noch heute erkennbaren Spuren dokumentiert.

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18. Januar 2016: Vortrag von Dominique Adrian über "Verfassungsurkunden der deutschen Städte"

In der Vortragsreihe "Junge französische Mediävisten zu Gast in Münster" des interdisziplinären Frankreich-Forums (IFF) an der WWU wird am 18. Januar 2016 Dominique Adrian um 18 Uhr c.t. im Fürstenberghaus, Domplatz 20-22 (Münster), Raum F 104, einen Vortrag mit dem Titel "Les 'Chartes constitutionelles' des villes allemandes"/"Die Verfassungsurkunden der deutschen Städte" halten.
Dabei wird es v.a. um eine kritische Analyse der Urkundentexte süddeutscher Städte vom Ende des 13. und des 14. Jahrhunderts gehen, die im Kontext der Bildung oder Modifizierung von Zünften entstanden sind und dabei deren Einfluss im bzw. auf den Rat offenlegen. Gefragt wird nach den handelnden Akteueren und deren handlungsleitenden Motiven, die in unterschiedlicher Form auf ein Ziel, nämlich die Sicherstellung des städtischen Gleichgewichts, hinwirkten. Die Untersuchung der Texte erlaube - so der Referent - Aussagen darüber, [...] welche Vorstellungen die süddeutschen Stadtbürger von der Stadt als politischem Gegenstand und von den sie begründenden sozialen Gleichgewichten hatten [...]".

Mehr zum Inhalt finden Sie in französischer und deutscher Sprache in folgendem Dokument (PDF-Download).

Freitagskolloquium am 15.1. - Vortrag von Dr. Klaus Wisotzky

Den nächsten Vortrag im Freitagskolloquium hält am 15.1.2016 Dr. Klaus Wisotzky (Essen) zum Thema "Wie Essen größer wurde - Die Eingemeindungen 1901-1915".
Alle Interessierten sind dazu herzlich um 16 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Dank der Eingemeindungen in den Jahren 1901 bis 1915 stieg Essen zur bedeutendsten Stadt des Ruhrgebiets auf. Die Entwicklung verlief keineswegs konfliktfrei, da alle Beteiligten ihre eigenen Interessen verfolgten. Im Vortrag wird der Gang der Verhandlungen untersucht. Vorgestellt werden die maßgebenden Akteure und ihre Handlungsmotive; gefragt wird aber auch nach den Reaktionen der betroffenen Einwohner.

Neuerscheinung: Historischer Atlas westfälischer Städte, Band 7 - Soest

Band 7 des Historischen Atlas westfälischer Städte ist nun erschienen und beleuchtet in einem umfangreichen Kartenwerk sowie 32-seitigem, reich illustrierten Textheft die Geschichte der Stadt Soest.
Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Bestellung des Bandes finden Sie auf den Seiten des Ardey-Verlages.

Bibliographische Angaben
Wilfried Ehbrecht/Mechthild Siekmann/Thomas Tippach, Soest. Historischer Atlas westfälischer Städte, Band 7 ((Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, NF 30), hg. v. d. Historischen Kommission für Westfalen und d. Institut für vergleichende Städtegeschichte durch Mechthild Siekmann und Thomas Tippach, Ardey-Verlag Münster 2016.

Trauer um Ruth-E. Mohrmann

Prof. Dr. Ruth-E. Mohrmann ist am 29.12.2015 im Alter von 70 Jahren verstorben. Die renommierte Volkskundlerin war mit dem IStG v.a. als Vorstandsmitglied des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte sowie als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats eng verbunden. Die Mitarbeiter des IStG verbleiben in Dankbarkeit für ihre Unterstützung in wissenschaftlichen, organisatorischen und persönlichen Belangen.

… zur Pressemitteilung in der WN vom 5.1.2016