Auswertung der Diagnostik zur Sozio-Emotionalität

Werten Sie das Screening unmittelbar nach der Durchführung aus. Die Anleitung dazu finden Sie im gelben Anleitungsheft der BIKO-Materialien auf den Seiten 11 bis 18.

Beachten Sie dazu die folgenden Hinweise:

  • Manche Fragen zielen auf eine negative Verhaltensweise, die gerade kein Merkmal der jeweiligen Kompetenz darstellt. Dementsprechend sind die Punkte umgekehrt kodiert. Je weniger sie zutreffen, umso besser und umso höher die vergebene Punktzahl.
  • Die Skala Problemverhalten ist insgesamt umgekehrt kodiert und bepunktet. Je weniger die negativen Verhaltensweisen zutreffen, umso besser und umso höher die vergebene Punktzahl. Eine altersgemäße Entwicklung in der Skala Problemverhalten bedeutet, dass das Kind kein oder nur wenig Problemverhalten gegenüber Gleichaltrigen zeigt.
  • Bedeutung der Grenzwerte im Gefühle-Screening

    Die Ergebnisse lassen sich in fünf Gruppen einteilen. Beispiele finden Sie im gelben Anleitungsheft auf den Seiten 15 bis 18:

    1. Kind ist in allen sechs Skalen altersgemäß entwickelt (Punkte liegen ÜBER den Grenzwerten). Dann verfügt es über umfassende altersgemäße Basiskompetenzen im sozio-emotionalen Bereich.
    2. Kind ist in einer oder zwei der Skalen Kooperationsbereitschaft, Prosoziales Verhalten oder Regulation NICHT altersgemäß entwickelt (Punkte liegen unter oder auf dem Grenzwert). Dann hat es zwar in diesen Bereichen einen Förderbedarf, aber insgesamt würde man das Kind noch als altersgemäß entwickelt einschätzen.
    3. Kind ist in der Skala Integration und/oder in der Skala Spielverhalten NICHT altersgemäß entwickelt (Punkte liegen unter oder auf dem Grenzwert). Dann besteht das Entwicklungsrisiko, dass das Kind bei seinen Altersgenossen als Spielpartner eher unbeliebt und daher nicht ausreichend in die Gruppe integriert ist. Denn es scheint entweder wenig Spielinitiative und Spielfreude zu zeigen, um darüber mit seinen Altersgenossen in ein anregendes Spielen zu kommen. Es ist auch möglich, dass es vornehmlich nur für sich spielt, weil es kaum über zureichende Kommunikationsstrategien verfügt, mit seinen Altersgenossen in Kontakt zu kommen. Diese Kinder benötigen Unterstützung im anregenden Spielen und freundlichen Kontaktaufbau mit anderen Kindern.
    4. Kind ist in der Skala Problemverhalten NICHT altersgemäß entwickelt - und manchmal auch in einem (!) weiteren Bereich wie z.B. in der Skala Regulation (Punkte liegen unter oder auf dem Grenzwert). Diese Kinder reagieren auf Frustrationen recht schnell mit aggressivem Verhalten und/oder setzen es instrumentell zur Durchsetzung ihrer Wünsche gegenüber ihren Altergenossen ein. Diese Kinder benötigen Unterstützung im Erwerb eines sozial verträglichen Umgangs mit ihren Altersgenossen und mit der Regulation ihrer Frustration.
    5. Kind ist in mindestens drei der sechs Skalen NICHT altersgemäß entwickelt (Punkte liegen unter oder auf dem Grenzwert). Die Skalen mit einer nicht altersgemäßen Entwicklung zeigen die Bereiche an, in denen diese Kinder einen umfassenden Förderbedarf haben, der langfristig geplant und umgesetzt werden müsste.