
Bildungsbereich Motorik
Menschlichen Bewegungen beruhen auf zwei besonderen Fähigkeiten,
- eigene Bewegungen auf immer neue Bewegungsziele feinkoordiniert und vorausschauend ausrichten zu können und
- eine große Vielzahl an neuen Bewegungen erlernen zu können. Die große Vielfalt menschlicher Bewegungen entsteht dadurch, dass die zahllosen Ziele menschlicher Bewegungen (im Alltag, im Spiel und Sport, im Beruf, beim Musizieren, etc.) je nach Situation auch immer unter neuen Bedingungen auftreten.
Beispiel: das Ergreifen einer Tasse
- Eigene Bewegungen auf immer neue Bewegungsziele feinkoordiniert und vorausschauend ausrichten:
Betrachtet man ein alltägliches Bewegungsziel wie das Ergreifen einer Tasse, besteht die Feinkoordinierung u.a. in der aktiven Hemmung der Aktivität in den Beinen und der räumlichen Ausrichtung des Oberkörpers und des Arms. Das Vorausschauende erkennt man daran, dass die Finger sich schon in die passende Form für das Ergreifen des Tassenhenkel bewegen, noch bevor die Hand die Tasse überhaupt berührt. - Eine große Vielzahl an neuen Bewegungen erlernen:
In unserem Beispiel zum Ergreifen der Tasse, steht diese je nach Situation mal links, mal rechts, mal ist sie voll, mal fast leer, mal heiß oder kalt. Aufgrund solcher wechselnden Bedingungen berechnet das menschliche Gehirn als Steuerungssystem immer wieder neue Bewegungsprogramme, die das menschliche Nervensystem in Bewegungsimpulse umsetzt. Wenn wir sehen, dass die Tasse bis zum Rand voll ist, bewegt sich der Arm automatisch langsamer und vorsichtiger, damit nichts verschüttet wird.
- Eigene Bewegungen auf immer neue Bewegungsziele feinkoordiniert und vorausschauend ausrichten:
Diese Steuerungsfähigkeit von koordinierten Bewegungen ist Kindern nicht von Geburt an gegeben. Vielmehr entwickelt sie sich erst in dem Maße, wie Kinder lernen, die Informationen zu ihren Bewegungszielen und ihren körperlichen Bewegungsmöglichkeiten aufeinander zu beziehen und zu einer koordinierten Bewegung zu verarbeiten.
Die Grundzüge dieser kognitiven Informationsverarbeitung werden im Vorschulalter erworben und zeigen sich in zunehmend koordinierteren und komplexeren Bewegungen der Kinder.
Auf diesen Seiten erfahren Sie Näheres zu folgenden Themen:
Motorische Basiskompetenzen. Welche motorischen Basiskompetenzen lassen sich bei 3- bis 6-jährigen Kindern unterscheiden? Sie können zunehmend (1) ihre elementaren Bewegungsformen aus der Kleinkindzeit auf variablen Situationsanforderungen abstimmen, (2) komplexe Bewegungskombinationen und (3) Bewegungsreihen meistern und (4) im Übergang zur Grundschule Bewegungen bewusst empfinden.
Diagnostik. Wie diagnostizieren Sie mit dem BIKO-Motorik-Screening zeitökonomisch, welche Kinder bereits über altersgemäße motorische Basiskompetenzen verfügen und welche Kinder zusätzliche Unterstützung benötigen.

