Bewegungsaufgaben des BIKO-Motorik-Screenings
Das Screening enthält acht koordinativer Bewegungsaufgaben, die eine Auswahl aus dem Motoriktest MOT 4-6 (Zimmer, 2015) darstellen. Diese Auswahl umfasst
- Balancieren vorwärts auf einem schmalen Teppichstreifen,
- Balancieren rückwärts auf demselben schmalen Teppichstreifen,
- einbeiniges Springen von einer Teppichfliese auf die nächste und auf einem Bein stehenbleiben,
- seitliches Hin- und Herspringen mit beiden Beinen im Schlusssprung zwischen zwei Teppichfliesen,
- Wendelauf mit insgesamt drei Säckchen und der zeitlichen Koordination von Greifen eines Säckchens, Laufen, Stoppen, Ablegen des Säckchens und Umkehren zum Ausgangspunkt.
- Hampelmannsprung zur rhythmischen Koordination von Arm- und Beinbewegungen,
- Fangen von insgesamt drei Säckchen und
- Drehsprung von einer Teppichfliese zur anderen.
Eine geschulte Person führt das Screening mit dem Kind in Einzelsitzung durch. Die präzisen Instruktionen stehen im blauen Anleitungsheft Motorik (S. 10 bis 25). Diese müssen unbedingt befolgt werden, um valide Ergebnisse zu erzielen.
Konstruktionsprinzip der Bewegungsaufgaben
Die Bewegungsaufgaben sind nach folgendem Prinzip konstruiert:
Eine elementare Bewegung, die Kinder im Vorschulalter sicher beherrschen (wie z.B. aufrecht gehen), wird mit einer zusätzlichen Anforderung kombiniert (z.B. aufrecht auf einem schmalen Teppichstreifen rückwärtsgehen). Dadurch wird der Aufwand an Koordination erhöht, die bereits sicher koordinierte elementare Bewegung an erschwerte Bedingungen anzupassen.
Ein Bespiel:
Beim Rückwärtsgehen auf einem schmalen Streifen ist das zum einen, dass die Unterstützungsfläche des Körperschwerpunktes verkleinert wird. Zum anderen fällt beim Rückwärtsgehen die visuelle Kontrolle weg, so dass das Kind das Gehen allein anhand der Tastempfindungen seiner Fußflächen steuern muss.

