Sechs Fragen an… Prof. Dr. Carl De Strycker

Willkommen am Fachbereich Philologie der Universität Münster!
Wie sind Ihre ersten Eindrücke von Stadt und Universität?
Ich kannte die Stadt bereits, da wir hier oft einen Zwischenstopp einlegten, wenn wir durch Deutschland reisten. Ich finde Münster nicht nur angenehm übersichtlich, sondern auch sehr gepflegt und vor allem: Es gibt ein reichhaltiges Kulturangebot. Kino, Theater, Museen, Lesungen und viele gute Buchhandlungen, was für einen Literaturwissenschaftler natürlich ein Geschenk, aber auch eine Versuchung ist.
Was mir an der Uni gefällt, ist, dass sie wirklich in die Stadt integriert ist und nicht irgendwo auf einem Campus außerhalb des Zentrums liegt. Für mich symbolisiert das, wie Wissenschaft und Welt miteinander verbunden sind. Außerdem bin ich vom Niveau der Studierenden beeindruckt.
Was sind Ihre Forschungsschwerpunkte?
Moderne und zeitgenössische niederländische Literatur, insbesondere Lyrik. Mich interessiert, wie Romane und Gedichte mit anderen Texten und anderen Medien verbunden sind (Intertextualität und Intermedialität): Die Verbindungen zwischen niederländischer und deutscher Literatur, Literatur und Musik, Poesie und bildender Kunst, Romanverfilmungen, Poesiefilmen, Adaptionen, Buchcovern, Übersetzung – das sind Themen, die mich besonders interessieren.
Wann haben Sie begonnen, sich für Ihr Fach bzw. Ihre Forschungsrichtung zu interessieren?
Seit meinem fünfzehnten Lebensjahr beschäftige ich mich intensiv mit Lyrik, außerdem habe ich mich schon immer für deutsche Literatur interessiert. Das habe ich kombiniert, als ich Niederländisch und Deutsch studiert habe an der Universität Antwerpen, und mich ganz dem Studium der Lyrik gewidmet, gekrönt von einer Dissertation über den Einfluss des deutschsprachigen Paul Celan auf die niederländischsprachige Lyrik.
Was verbinden Sie mit dem Begriff "Forschendes Lernen"?
Für mich bedeutet das, dass die Studierenden, nachdem sie sich gute Grundkenntnisse angeeignet haben, das Fach durch Forschungsaufgaben selbst weiter erforschen. Ein Studium an der Universität bedeutet nicht nur Auswendiglernen, sondern auch eigene Forschungsprojekte zu entwickeln und diese kritisch zu reflektieren.
Was sind Ihre Tipps für ein erfolgreiches Studium?
Wählen Sie ein Studium, in das Sie sich mit Ihrer ganzen Leidenschaft und Ihrem Engagement stürzen können, sodass Sie sich ständig damit beschäftigen möchten, wirklich darin eintauchen möchten, nichts zu viel verlangt ist und Sie auch mehr für Ihr Studium tun, als von Ihnen verlangt wird.
Und zu guter Letzt: Haben Sie schon ein Fahrrad?
Ja, das habe ich mit nach Münster gebracht – es ist eine gesunde und sicherlich auch die schnellste Art, sich hier fortzubewegen. Ich verstehe, dass eigentlich jeder hier drei Fahrräder hat: eines, um zur Arbeit zu fahren, eines für schickere Radtouren und eines, um Sport zu treiben. Ich habe vorerst nur das erste.