Aktuelles - Archiv ab 2015

Winterreise in die Tundra der Jamal-Halbinsel

Fotos

Rentier-Bullen verlieren die Haut der frischen Geweihsprossen. Nach China verkaufte Bastgeweihe sind derzeit eine neue und wesentliche Einnahmequelle für die Rentierherden der Nenzen.
© Norbert Hölzel
  • Konferenzthema
    © Norbert Hölzel
  • Der Shuttlebus der Tundra: MI 8 Helikopter aus Sowietzeit - alt, aber vertrauenswürdig und zuverlässig.
    © Norbert Hölzel
  • “Tschums”, die traditionellen Zelte der Nomaden mit Rentierfell, hölzerne Transport-Schlitten und eine Satellitenantenne.
    © Norbert Hölzel
  • Nenzen-Kinder, etwas überrascht vom Besuch in ihrem Camp.
    © Norbert Hölzel
  • Rentiere in der Strauch-Tundra der südlichen Jamal-Halbinsel.
    © Norbert Hölzel
  • Erster, etwas frostiger Besuch in der winterlichen Tundra.
    © Norbert Hölzel
  • Ein nagelneues Rentier-Schlachthaus aus Finnland in der Jamal-Tundra: 320 Tonnen Rentierfleisch werden jährlich nach Deutschland und in andere europäische Länder exportiert.
    © Norbert Hölzel

Auf Einladung der Regierung des Autonomen Kreises der Jamal-Nenzen im hohen Norden West-Sibiriens nahmen Norbert Hölzel und Ramona Fitz an einer internationalen Konferenz zur "Verhinderung der Verbreitung von Tierseuchen in Zeiten des Klimawandels" teil, die vom 9. bis 11. November 2016 in Salekhard am Polarkreis stattfand.

Die Konferenz stand in direktem Zusammenhang mit dem ersten Ausbruch von Milzbrand (Anthrax) in Jamal seit 1940. Im Juli 2016 starben 2.400 Rentiere und ein 12 Jahre alter Junge einer Rentier-Hirtenfamilie der Nenzen an der Infektionskrankheit. Der Milzbrand-Ausbruch wurde sehr wahrscheinlich durch die außergewöhnlich warmen Witterungsbedingungen im Sommer 2016 ausgelöst, wobei durch das besonders tiefe Auftauen des Permafrostes offenbar persistente Milzbrandsporen freigelegt wurden. Russische und internationale Experten auf dem Gebiet der Rentierhaltung, Veterinärwissenschaft und Beweidungsökologie diskutierten, wie solche Ausbrüche unter den aktuellen Klimaveränderungen zukünftig vermieden, kontrolliert und gemanagt werden können.

Jamal ist die letzte Hochburg der Rentier-Hirten weltweit. Mehr als 14.000 indigene Nenzen pflegen immer noch die nomadische Lebensweise und halten derzeit ca. 750.000 Rentiere. Während einer Helikopter-Exkursion in die Tundra der südlichen Jamal-Halbinsel gewannen die Konferenzteilnehmer einen Einblick in die Besonderheiten der regionalen Rentierhaltung und das nomadische Leben der Nenzen. Für Deutschland ist die Region nicht zuletzt aufgrund ihrer reichen Erdgasvorkommen von besonderer Bedeutung.

Treffen in China zu Schutzmaßnahmen für die global bedrohte Weidenammer

Fotos

Eine neues Poster soll die Verbraucher auf das Thema aufmerksam machen.
© BirdLifeAsia
  • Gruppenbild
    © Simba Chan
  • Anmeldung an der Sun Yat Sen University
    © Johannes Kamp
  • Teilnhemer aus China und Hongkong
    © Johannes Kamp
  • Brainstorming zu Schutzmaßnahmen
    © Johannes Kamp
  • Über Prioritäten abstimmen kann auch Spaß machen
    © Johannes Kamp
  • Entwicklung zukünftiger Forschungsschritte
    © Johannes Kamp

2015 waren Mitglieder unserer Arbeitsgruppe daran beteiligt, den dramatischen Rückgang der Weidenammer - zuvor einer der häufigsten Vögel Nordeuropas und Asiens - zu dokumentieren und als eine Hauptursache den massenhaften Fang der Art zu Speisezwecken in den chinesischen Durchzugsgebieten aufzudecken.
[the guardian, upm 06/2015, upm 07/2015]

Vom 2.-4. November 2016 wurde nun in Guangzhou, China von Birdlife International, Sun Yat Sen University und der Hongkong Birdwatching Society ein Workshop organisiert. Vertreter aus allen Ländern, in denen sich die Weidenammer während der Brutsaison und im Winter aufhält - von Russland und China bis Myanmar und Thailand - haben aktuelle Populationstrends und Gefährdungen vorgestellt. Es wurde viel Wert gelegt auf eine Prioriätenbildung der Schutzmaßnahmen, wie eine bessere Durchsetzung rechtlicher Schritte gegen illegalen Fang und die Sensibilisierung der Konsumenten. Große Hoffnungen auf einen höheren Schutzstatus für die Weidenammer werden in ein in 2017 in China neu zu genehmigendes Naturschutzgesetz gesetzt. Spannende multinationale Kooperationen in Forschung und Schutz wurden beschlossen.

Zusammenfassung des Workshops auf der Seite der Bonner Konvention (CMS): www.cms.int/es/node/10782

Sonderausgabe zur Ökologie der paläarktischen Steppen

© Johannes Kamp

Eine Sonderausgabe der Zeitschrift Biodiversity and Conservation zur Ökologie der paläarktischen Steppen ist nun erschienen.
Insgesamt acht Artikel sind mit Beteiligung unserer Arbeitsgruppe entstanden, darunter ein Übersichtsartikel und Artikel zu den Ergebnissen aus den Projekten in Russland (SASCHA) und Kasachstan (BALTRAK).
Biodiversity and Conservation Volume 25, Issue 12 (November 2016) - Special Issue: Palaearctic Steppes: Ecology, Biodiversity and Conservation. Edited by Jürgen Dengler, Didem Ambarlı, Johannes Kamp, Péter Török, Karsten Wesche

'North Sea Region Climate Change Assessment' als Buch erschienen

© SpringerOpen

Im Rahmen des 'North Sea Region Climate Change Assessment' (NOSCCA) hat Prof. Norbert Hölzel gemeinsam mit Prof. Thomas Hickler (Senckenberg Biodiversity and Climate Research Centre (BiK-F) und  Goethe Universität Frankfurt) und Prof. Lars Kutzbach (CEN, Universität Hamburg) als Lead-Autoren ein Kaptiel zu den Auswirkungen des Klimawandels  auf terrestrische Ökosysteme im Nordseeraum verfasst.
Initiiert vom Institut für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht haben Wissenschaftler aus allen Anrainerstaaten der Nordsee im NOSCCA-Bericht den aktuellen Stand des Wissens über Klimaveränderungen und deren Auswirkungen auf die ganze Region zusammengefasst. Dabei wurden sowohl gegenwärtige als auch zukünftige Veränderungen auf die Nordsee, Seen und Flüsse und die Atmosphäre als auch auf marine und terrestrische Ökosysteme und sozioökonomische Sektoren wie zum Beispiel Küstenschutz oder Fischerei betrachtet. Der NOSCAA-Bericht wurde von mehr als 30 Leitautoren und vielen weiteren Fachautoren unter Aufsicht eines wissenschaftlichen Beirats erstellt und einem unabhängigen Review-Verfahren unterzogen. Der Bericht ist nun bei Springer als Buch mit freiem digitalen Zugriff (Open Access) erschienen.

Hölzel N, Hickler T, Kutzbach L, Joosten H, van Huissteden J, Hiederer R (2016) Environmental Impacts - Terrestrial Ecosystems. In: Quante M, Colijn F (eds.) North Sea Region Climate Change Assessment. Regional Climate Studies, Part III, pp 341-372 [doi:10.1007/978-3-319-39745-0_11] freier Zugang mit Open Access

Biodiversität auf unterschiedlichen trophischen Ebenen ist notwendig, um multiple Ökosystemfunktionen zu gewährleisten

Wiesensalbei
© Valentin Klaus

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuell in der Fachzeitschrift „NATURE“ publizierte Studie, die unter Beteiligung von Prof. Dr. Norbert Hölzel, PD Dr. Till Kleinebecker und Dr. Valentin Klaus von der Arbeitsgruppe Biodiversität und Ökosystemforschung am Institut für Landschaftsökologie durchgeführt wurde. Die münsteraner Gruppe hat zu dieser unter Federführung von Dr. Santiago Soliveres von der Universität Bern durchgeführten Synthese umfangreiche Datensätze beigesteuert, die seit 2009 im Rahmen des DFG Schwerpunktprogramms „Biodiversitäts-Exploratorien“ erhoben wurden (zur deutschen und englischen Pressemitteilung).

Familienereignisse in der AG!

Herzlichen Glückwunsch für die (beinahe) Frischvermählten! Ho und Van haben sich am 16.4.2016 getraut. Wir wünschen dem Brautpaar für ihre gemeinsame Zukunft alles Gute!

Noch mehr Kindernews fürs ILÖK! Am 17.6.2016 ist Lina gesund und munter auf die Welt gekommen.
Herzlichen Glückwunsch für Anne und Wanja - und alles Gute für die Zukunft!

Herzlich Willkommen, Joke! Wir gratulieren Wiebke und Sebastian ganz herzlich zur Geburt
ihres Sohnes am 25.05.2016 und wünschen der kleinen Familie alles Gute!

Niederwälder in Hessen – traditionelle sozio-ökologische Systeme mit hohem Naturschutzwert

Fotos

Birkenholz wartet auf den Abtransport
© Johannes Kamp
  • Traditionelle Grenzzeichen der Haubergsgenossenschaften
    © Johannes Kamp
  • Verschiedene Alterstufen im Birkenwald: hiebreif, gerade geerntet und frühe Regeneration
    © Johannes Kamp
  • Das Birkenreisig verbleibt im Hauberg
    © Johannes Kamp
  • Ca. 10-jähriges Verbuschungsstadium, dominiert von Ginster
    © Johannes Kamp
  • Polykorme (mehrstämmige) Bäume und Heidelbeerteppiche im ältesten Stadium
    © Johannes Kamp
  • Pantherspanner
    © Johannes Kamp
  • Sehr selten: der Große Speerspanner
    © Johannes Kamp
  • Raupe des Wolfsmilch-Ringelspinners...
    © Johannes Kamp
  • ...und ihr bevorzugtes Habitat.
    © Johannes Kamp
  • Aufnahme von Habitatparametern.
    © Johannes Kamp
  • Der gefährdete Braune Eichenzipfelfalter.
    © Johanna Trappe
  • Dukatenfalter.
    © Johannes Kamp
  • Verbleibende ältere Bäume zur Naturverjüngung in der „Eichensavanne”.
    © Johannes Kamp
  • Wachtelweizen-Scheckenfalter – typische Art der Hauberge.
    © Johannes Kamp
  • Fingerhut färbt die Schläge im Sommer.
    © Johannes Kamp
  • Frisches Grün im Juni.
    © Johannes Kamp
  • © WWU - Johannes Kamp / google earth

Die Biodiversität von nährstoffarmen Offenland-Lebensräumen ist in Mitteleuropa stark zurückgegangen. Gründe dafür sind die Intensivierung der Landwirtschaft, aber auch die Nutzungsaufgabe auf wenig rentablen Standorten. Als zusätzlicher Faktor werden Änderungen in der Waldbewirtschaftung diskutiert: In den vergangenen hundert Jahren sind mitteleuropäische Wälder überall älter, schattiger und kühler geworden. Dies bedeutete viel verlorenes Habitat für lichtliebende Arten früher Sukzessionsstadien.

Niederwälder, also Bestände die nach 15-20 Jahren „auf den Stock gesetzt“ werden und dann neu austreiben, sind in Deutschland fast verschwunden. Eine Ausnahme bilden die noch traditionell in Dorf-Genossenschaften bewirtschafteten „Hauberge“ im nordhessischen Lahn-Dill-Kreis, Eichen-Birken-Wälder mit einer zusammenhängenden Fläche von über 1800 ha. Im Rahmen zweier Bacholarbeiten haben wir dort erstmals die Verbreitung und Häufigkeit von Vögeln, Tag- und Nachtfaltern in Relation zur Vegetationssukzession erfasst. Die ersten Ergebnisse der Geländearbeit zeigen, dass das Gebiet hohe Bestände (ansonsten zurückgehender) Zugvögel beherbergt und einer der letzten Rückzugsräume in Westdeutschland für verschiedene Schmetterlings- und Nachtfalterarten ist.

Weitere Infos: Johannes Kamp

© Johannes Kamp

Online-Datenbanken zur Tiererfassung – nutzbar für Bestandsmonitoring?

Standardisiertes Monitoring von Tier- und Pflanzenbeständen ist wichtig, um Bestandsabnahmen rechtzeitig zu erkennen und Artenschutzmaßnahmen zu priorisieren. Großräumiges Monitoring ist jedoch teuer und erfordert die Einbindung von vielen erfahrenen Artenkennern. Mit der zunehmenden Etablierung von Smartphone-Apps wachsen online-Datenbanken zur unsystematischen Meldung von Tierbeobachtungen stark an: Citizen-science-Plattformen wie ornitho oder eBird beinhalten inzwischen hunderte Millionen Nachweise. Das große Potenzial dieser Daten für Forschung und Naturschutz wurde früh erkannt, z. B. für die Ermittlungen von Verschiebungen in der Phänologie oder der Routen wandernder Tierarten. Ob die großen Datenmengen auch für die Überwachung von Bestandstrends genutzt werden können, war bisher allerdings unklar.

In einem neuen Artikel in Diversity & Distributions [doi: 10.1111/ddi.12463/full] gehen Johannes Kamp und Kollegen von der britischen RSPB und dem dänischen BirdLife-Partner DOF nun dieser Frage nach. Sie verglichen Bestandstrends von 103 Vogelarten über einen Zeitraum von knapp 30 Jahren aus einem standardisierten Programm mit Trends, die aus den Daten der online-Plattform berechnet wurden. Viele der negativen Bestandentwicklungen spiegelten sich dabei in der Analyse der unsystematisch erhobenen Daten nicht wider – standardisiertes Monitoring ist also nicht so einfach ersetzbar.

The Tea Decomposition Project - It´s Tea Time!

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© Ika Djukic

Seit Anfang des Monats nimmt das ILÖK an dem weltweit agierenden "TeaComposition"- Projekt teil . "TeaComposition" steht unter der Schirmherrschaft der AG Ökosystemforschung & Umwelt-Informationsmanagement des Umweltbundesamtes in Wien und zielt darauf ab, langfristige Streuzersetzungs-dynamiken in unterschiedlichen Lebensräumen zu untersuchen.

Fokus des Projektes wird die Analyse von Kohlenstoffspeicherung und - verlusten in Streu sowie deren Schlüsselfaktoren unter aktuellen und zukünftigen Klimaszenarien weltweit sein. Die Ausbringung der Teebeutel sowie die folgenden Untersuchungen werden unter Zusammenarbeit der Arbeitsgruppen Bodenökologie und Landnutzung sowie Biodiversität und Ökosystemforschung im Rahmen der Biodiversitäts-Exploratorien stattfinden.

Zwei erfolgreiche Promotionen auf einmal!

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Unsere AG gratuliert herzlich unseren beiden Doktoranden Kristin Gilhaus und Immo Kämpf zur erfolgreichen Verteidigung ihrer Dissertationen! Am gleichen Tag wie Elisa Fleischer (AG Klimatologie) verteidigten sie ihre Doktorarbeiten mit den Titeln „Grassland management by year-round grazing – opportunities and constraints“ und „Effects of Land-use Change on Agroecosystems of Western Siberia”.

Forschung an städtischen Grünflächen in der Zeitung der Uni Münster

Forschung an städtischen Grünlandflächen

Die April-Ausgabe der Wissen|Leben (Ausgabe 2, April 2016; Artikel hier ) befasst sich mit den städtökologischen Untersuchungen, die Valentin H. Klaus zusammen mit Studierenden seit 2012 in Münster durchführt. In unterschiedlichen Abschlussarbeiten wurden dabei die Pflanzendiversität und die sie beeinflussenden Umweltbedingungen in Park-und Grünflächen erfasst. Zudem sind am Aasee Versuchsflächen entstanden, um seltene Arten gezielt anzusäen. (Veröffentlichung im Projekt "Städtisches Grünland").

Teams stehen bereits in den Startlöchern für die Feldsaison 2016

Auf zur Feldsaison 2016

In zwei Wochen starten die Feldteams der Projekte STOCHIO und ESCAPE der Biodiversitätsexploratorien in die letzte Freilandsaison der laufenden Projektphase.

Beide Teams werden auf Grünlandflächen unterschiedlicher Nutzung im Nationalpark Hainich-Dün und Umgebung (Thüringen) Vegetationsaufnahmen machen und Biomasse beproben. Mit dieser Feldarbeitsetappe werden wir Datensätze zu Nährstoffstoichiometrie, Biodiversität, Produktivität, Störung und Resilienz von Grünland entlang eines Landnutzungsgradienten vervollständigen.

Davert Depesche+ über Naturforscher

Titelblatt Davert Depesche+

Im Rahmen des Projektes „Fit für den Klimawandel “ ist nun die aktuelle Ausgabe 26 der Davert Depesche+ erschienen. Anschaulich wird die Rolle der Uni als wissenschaftliche Begleitung des Projektes dargestellt, ein Frühjahrsblüher vorgestellt sowie zwei „Naturforscher“ porträtiert.

Das Veranstaltungsprogramm des zweiten Quartals und ein Suchspiel für Kinder runden die aktuelle Ausgabe ab. Die Davert Depesche+ wird vierteljährlich herausgegeben und liegt an zahlreichen Stellen im Süden Münsters sowie im Institut aus und ist kostenlos. Außerdem kann sie hier heruntergeladen werden. Alle Ausgaben sind hier zu finden.

Gras und Blüten von nebenan

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Ab 2020 darf in Deutschland für die Rekultivierung von Wiesen in der freien Landschaft nur noch sogenanntes Regio-Saatgut verwendet werden. Dieses Konzept wird nun erstmals von zwei Studien gestützt, an denen unsere Arbeitsgruppe zusammen mit Kollegen vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle, der Universität Tübingen und der Technischen Universität München beteiligt war. Mehr

Asynchronie ist für Stabilität entscheidender als Diversität

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© TUM/ Gossner

Die Stabilität einer Tier- oder Pflanzengemeinschaft unter Berücksichtigung äusserer Einflüsse hängt nicht allein von der biologischen Vielfalt ab. Ausschlaggebend ist die Asynchronie von Populationen über Arten hinweg: je unterschiedlicher die Entwicklung einzelner Arten eines Ökosystems, desto ausgeprägter dessen Stabilität. Zu diesen Ergebnissen sind Wissenschaftler unserer AG unter Federführung von Kollegen der TU München und der TU Darmstadt gelangt und haben sie in "Nature Communications" veröffentlicht. Ausführliche Pressemitteilungen der Kollegen aus München und Darmstadt.

Jahresrückblick

Combined

Große Forschungsprojekte werden heute in der Regel als Kooperationsvorhaben vieler Parnter realisiert – regelmäßige Treffen sind daher notwendig, um Fortschritte zu begutachten und laufende Aktivitäten zu koordinieren. Im November waren die Belegschaften unserer Projekte SASCHA und BALTRAK (Nachhaltige Landnutzung in Sibirien und Kasachstan) zu Gast am Institut für Landschaftsökologie, wenig später fand zudem ein Planungstreffen des ESCAPE-Projektes statt. Die inspirierende Atmosphäre unter den angereisten Teilnehmern war dafür verantwortlich, dass auch viele neue Forschungsideen entstanden.

Mitarbeiter der AG präsentieren Forschungsarbeiten auf Tagungen

Fotos

© Department of Botany and Zoology, Masaryk University
  • © Department of Botany and Zoology, Masaryk University
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  • © Department of Botany and Zoology, Masaryk University
  • © Department of Botany and Zoology, Masaryk University
  • © Department of Botany and Zoology, Masaryk University
  • © Department of Botany and Zoology, Masaryk University

Die Ergebnisse von zahlreichen Studien, bei denen sehr oft auch Studierende aktiv mitgewirkt haben, wurden dieses Jahr von Mitarbeiter der Arbeitsgruppe auf insgesamt sieben verschiedenen Tagungen und Kongressen präsentiert. Dabei wurden elf Vorträge gehalten und zwei Poster vorgestellt. Die Themen waren dabei weit gestreut, von Renaturierungsökologie über Ornithologie bis zu Vegetationskunde und Stoffkreisläufen. Ziel der Tagungsbesuche ist der wissenschaftliche Austausch mit Kollegen, die Kommunikation von Forschungsergebnissen, beispielsweise an Praktiker, sowie die Förderung der Zusammenarbeit mit anderen Universitäten.

Feuchtwälder südlich von Münster als Kohlenstoffsenke

Carabus Auronitens Klein

Mit den letzten, kürzlich angelegten Bodenprofilen in der Davert und den bereits im Frühjahr entnommenen Bodenproben haben wir nun genug Daten, um die Boden-Kohlenstoffvorräte im Projekt „Fit für den Klimawandel“ berechnen zu können. mehr

Studierende untersuchen Effekte des Klimawandels auf Wiesen und Weiden

Fotos

© Valentin Klaus
  • © Valentin Klaus
  • © Valentin Klaus
  • © Valentin Klaus
  • © Valentin Klaus
  • © Valentin Klaus

Ein zurzeit laufendes Mesokosmen-Experiment soll dazu dienen, die Effekte landwirtschaftlicher Düngung unter Trockenstress zu erforschen. Sogenannte Mesokosmen sind ins Labor bzw. Gewächshaus verbrachte Teile natürlicher Ökosysteme, in diesem Fall Soden der Vegetation verschiedener Wiesen und Weiden von der Schwäbischen Alb. Diese Ökosystemausschnitte wurden bis in eine Tiefe von 20cm ausgestochen, nach Münster transportiert und dort im Gewächshaus in Behälter eingebaut. Die beprobten Flächen gehören zum Forschungsprojekt „Biodiversitäts Exploratorien“ und begleiten die Feldforschung in Projekt „ESCAPE“.
Da Perioden anhaltender Trockenheit in der Zukunft deutlich häufiger werden sollen, werden die Soden mit Gülle-Düngung und Trockenstress konfrontiert und dabei die Veränderungen der Nährstoffkreisläufe genau erfasst. Die Ergebnisse sollen helfen, Vorschläge zu einem angepassten Management der Wiesen und Weiden zu machen. Beteiligt am Experiment sind auch fünf Studierende, die im Rahmen von Forschungsprojekten und Abschlussarbeiten Untersuchungen durchführen, beispielsweise die Isotropie der Vegetation untersuchen oder Gasflüsse messen. Mit ersten Ergebnissen wird Ende 2015 gerechnet.

Tobolsk

Zurück aus Sibirien!

Im Rahmen einer gemeinsamen Exkursion mit unserem Partner im SASCHA-Projekt, der Tyumen State University, konnten wir 26 Studierenden aus Münster und Tjumen die Ökologie und Kulturgeschichte Westsibiriens nahebringen. Innerhalb von 14 Tagen führte die Fahrt durch verschiedene Ökozonen, von der Wiesensteppe nahe der kasachischen Grenze bis hin zu den borealen Nadelwäldern und unberührten Hochmooren der Taiga. Mehr Eindrücke im SASCHA Blog und in diesem Video der russischen Studenten

Wasservogelmonitoring am Tengiz-See

Fotos

© Christian Härting / Benjamin Ullrich
  • © Christian Härting / Benjamin Ullrich
  • © Christian Härting / Benjamin Ullrich
  • © Christian Härting / Benjamin Ullrich
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In Zusammenarbeit mit Holger Schielzeth (Universität Bielefeld) und unserem kasachischen Partner ACBK sind in diesem Jahr zwei Studenten der AG Ökosystemforschung für Wasser- und Watvogelzählungen in Zentralkasachstan im Gebiet der Tengiz-Korgalzhyner Seen. Das Tengizgebiet ist eines der bedeutendsten Feucht- und Vogelrastgebiete in Zentralasien, vergleichbar mit dem Wattenmeer.
Ziel des Projektes ist die Wiederholung umfangreicher Erfassungen, die dort zwischen 1998 und 2004 durchgeführt wurden. Mit der erneuten Datenerhebung wollen wir Änderungen in den Beständen der Rastvögel belegen, und ggf. negative Populationstrends identifizieren, um Prioritäten auf dieser Zugroute zu setzen. Die Ergebnisse der früheren Erfassungen finden sich hier und hier.

Tagfalter in Sibirien

Butterflies
© Johanna Trappe/Fritzi Kunz

Im vierten Jahr des SASCHA-Projektes sind wir überwiegend mit Datenauswertung und -veröffentlichung und mit der Implememtierung der Projektergebnisse beschäftigt. Dennoch gibt es immer wieder noch Datenlücken zu füllen. Zwei motivierte BSc-Studentinnen sind im Juni und Juli im Gebiet Tjumen unterwegs und erfassen Tagfalter entlang von standardisierten Transekten. Entgegen landläufiger Meinung ist es in Sibirien nicht immer kalt - Temperaturen um 30°C sorgen zwar für hohe Schmetterlingsaktivität, in diesem Jahr aber auch für extreme Mückendichten. Artenreichtum und Dichten der Tagfalterfauna sind außergewöhnlich im Untersuchungsgebiet - viele Arten, die in Mitteleuropa fast verschwunden sind, kommen in Tjumen noch häufig vor. Da das Gebiet am Knotenpunkt mehrerer Faunenzonen liegt, treffen sich dort die Falter trockener Steppen mit Endemiten der Taigazone. Mehr im SASCHA-Blog

Weltweiter Bestand der Weidenammer geht dramatisch zurück

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Der Weltbestand der Weidenammer, einst eine der häufigsten Vogelarten Eurasiens, ist um ca. 90% zurückgegangen. Die Art hat sich außerdem um 5000 km nach Osten zurückgezogen, und ist im europäischen Russland und großen Teilen West- und Zentralsibiriens praktisch ausgestorben. Dies sind die Schlussfolgerungen eines internationalen Teams um Johannes Kamp aus der Arbeitsgruppe Biodiversität und Ökosystemforschung, die gerade in der Zeitschrift Conservation Biology veröffentlicht wurden.
Der Hauptgrund für den Zusammenbruch der Population scheint eine starke und zunehmende Bejagung der Art in China zu sein, wo Weidenammern auf ihrem Zug zu den südostasiatischen Winterquartieren einen Zwischenstopp einlegen. Pressemitteilung

Stegbau ermöglicht Messungen im Hochmoor

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© Peter Raabe

Zur Untersuchung von hydrologischen und biogeochemischen Standortfaktoren wurden im Projekt "Etablierung von Bulttorfmoosen in wiedervernässten Hochmooren nach Abtorfung" Stege in die Wiedervernässungsflächen gebaut. Durch die gemeinsame Kraftanstrengung von Mitarbeitern der AGs Hydrologie, Biodiversität und Ökosystemforschung und der Projektpartner Stiftung Lebensraum Moor und der Gramoflor GmbH & Co KG kann nun gemessen werden, ohne die empfindlichen Moorpflanzen zu beschädigen.

„News“ CANDYbog Projekt

Fotos

© Wiebke Münchberger
  • © Isabella Närdemann
  • © Claudia Frank
  • © Wiebke Münchberger
  • © Bettina Breuer
  • © Wiebke Münchberger

Der Sommer auf der Südhalbkugel ist vorbei und unsere Mitarbeiter im „CANDYbog“ Projekt sind von ihrem viermonatigen Aufenthalt in Feuerland zurückgekehrt. Vor allem der CO2- und CH4-Gasaustausch zwischen den Mooren und der Atmosphäre wurde in der intensiven Messkampagne untersucht und wir erhoffen uns nun interessante Einblicke in die Kohlenstoffflüsse der Ökosysteme.

Viele weitere ergänzende Ideen konnten während dieser Feldkampagne ebenfalls umgesetzt werden, um beispielsweise die zugrundeliegenden biogeochemischen Prozesse, welche die Kohlenstoffflüsse steuern, zu untersuchen. Ergänzend zur ersten Feldkampagne im Südsommer 2013/2014 wurden weitere Torfkerne zur Bestimmung der langfristigen Kohlenstoffakkumulation in den Mooren gezogen.

Auch das Düngungs- und Abschattungsexperiment wurde fortgesetzt und zeigt bereits erste Effekte. Dies lässt auf spannende Ergebnisse im nächsten Jahr hoffen, wenn von den Untersuchungsflächen Biomasse- und Torfproben entnommen werden sollen, um die Effekte von erhöhtem Stickstoffeintrag, Seesalzeintrag und Abschattung auf Sphagnum-Moose und Polsterpflanzen zu untersuchen.

Geländearbeit in den Biodiversitäts-Exploratorien in vollem Gange

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© Valentin Klaus

Wie jeden Mai sind unsere Mitarbeiter der Biodiversitäts-Exploratorien mit Lupe, Stift, Aufnahmebogen und Schere im Grünland unterwegs um Daten zu sammeln und Proben für Laboranalysen zu nehmen. Sie werden dabei tatkräftig von Studierenden und Hilfskräften unterstützt.

Besonders die Auswertung des Experimentes SADE im Projekt ESCAPE erfordert dieses Jahr Geduld und Fingerspitzengefühl, da zusätzlich zur bereits etablierten Vegetation auch Keimlinge bis auf Artniveau bestimmt werden müssen. Nach dem Fräsen der Flächen im letzten Herbst wurde auf einigen Flächen Saatgut aus regionaler Herkunft ausbracht, um die Pflanzenvielfalt der Wiesen und Weiden experimentell zu erhöhen und die Auswirkungen dieser floristischen Anreicherung auf unterschiedliche Ökosystemfunktionen zu untersuchen.

Zentral für das Projekt STOICHIO ist die Beprobung von einzelnen Pflanzenarten zur Bestimmung ihrer Nährstoffkonzentrationen. Dieses Jahr wird besonderes Augenmerk auf die räumliche Variabilität der Nährstoffstöchiometrie innerhalb einer Probefläche gelegt.

Abb4

GPS für mongolische Nomaden

WWU-Forscher des Fachbereichs Geowissenschaften erhalten eine Förderung der Volkswagen-Stiftung für zwei neue Projekte in Mittelasien. Mit GPS-Geräten untersuchen die Wissenschaftler die Auswirkungen der veränderten Flächennutzung in der Landwirtschaft auf Ökosysteme und die Folgen lokaler Extremwetter-Ereignisse für die Bevölkerung.

DBU fördert Kooperationsprojekt des ILÖK zur Vermehrung und Etablierung heimischer Bulttorfmoose

Projekttreffen 2014 10 17

Ab Januar 2015 können die Arbeitsgruppen Hydrologie und Ökosystemforschung des ILÖK gemeinsam mit dem Kooperationspartner Gramoflor und unter der Trägerschaft der Stiftung Lebensraum Moor die vor einigen Jahren gestarteten Versuche zur Vermehrung und Etablierung von heimischen Bulttorfmoosen in Niedersachsen nun mit finanziellen Mitteln der DBU durchführen. Das Kooperationsprojekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt und soll in dieser Zeit erforschen, welche Faktoren eine erfolgreiche Vermehrung und Wiederansiedlung der seltenen und nur begrenzt vorhandenen heimischen Bulttorfmoose in den wiedervernässten Mooren fördern. Die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen sollen dann gemeinnützig den Akteuren des Moorschutzes in Naturschutzbehörden und Naturschutzorganisationen, Wirtschaft und Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden.
mehr zum Infos zum Projekt bei der AG und bei der Stiftung Lebensraum Moor.

Volkswagen-Förderung für neues Forschungsprojekt in Kasachstan

Kazakhstan Steppe Large

Die VolkswagenStiftung fördert ein neues, auf drei Jahre angelegtes Forschungsprojekt in den Steppen Kasachstans, koordiniert von der AG Ökosystemforschung. Unter dem Titel ‘Balancing trade-offs between agriculture and biodiversity in the steppes of Kazakhstan (BALTRAK)’ sollen landwirtschaftliche Potenziale und Renaturierungssoptionen auf aufgegebenen Ackerflächen evaluiert und die Verbreitung von Kleinsäugern, Vögeln und Pflanzen in Relation zur Landnutzung und zu Steppenbränden modelliert werden. Die Ergebnisse der Studie sollen für eine Konfliktabschätzung zwischen den Zielen großräumiger Landwirtschaft und des Artenschutzes genutzt werden, und die bestehende Schutzgebietskulisse in den Steppen Kasachstans verbessert werden. Bei der Umsetzung des Projektes kooperieren wir eng mit der Association for the Conservation of Biodiversity in Kazakhstan (ACBK) und der Universität Karaganda in Kasachstan, sowie der HU Berlin und dem IAMO in Halle/S. in Deutschland. Für nähere Informationen steht Johannes Kamp zur Verfügung. Projektseite