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E-Book-Studie der ZB Med in der Deutschen Unizeitung

Die große E-Book-Umfrage der Zweigbibliothek Medizin hat nun auch ihren Niederschlag in der Presse gefunden. Unter dem Titel E-Books nutzen ihr Potenzial nicht veröffentlichte die Unabhängige Deutsche Universitätszeitung in ihrer Juni-Ausgabe (nicht online) einen kurzen Bericht über die deutschlandweit einmalige Studie.

E-Book-Studie der Bibliothek in der Presse

Die große E-Book-Umfrage der Zweigbibliothek Medizin hat nun auch ihren Niederschlag im Pressebereich des Fachbereichs gefunden. Unter dem Titel Digitale Fachliteratur auf dem Vormarsch – und oft unter ihren Möglichkeiten: Studie zur studentischen E-Book-Nutzung veröffentlichte die Fakultät nun die wichtigsten Ergebnisse der Studie in einer schönen Zusammenfassung.

Foto: FZ / Dekanat

Examen online oder Mediscript: Was bevorzugen Münsteraner Studierende?

Die Online-Umfrage (Surveymonkey, PDF) wurde per Semesterverteiler unter den 257 Studierenden des Florence Nightingale-Semesters (die das Physikum gerade hinter sich hatten) und denen des Franklin-Semester (die das Hammerexamen gerade hinter sich hatten) gestreut.

134 Medizinstudierende haben die Umfrage beantwortet, darunter 69 aus dem Florence Nightingale-Semester (51,5%), 49 aus dem Franklin-Semester (36,6%) und 16 aus anderen Semestern (11,9%).

Der Rücklauf betrug damit 52% (Florence Nightingale-Semester) resp. 39% (Franklin-Semester).

Wie die obige Abbildung zeigt, hatten 62% mit Thieme’s examen online gelernt, 27% mit Elsevier’s mediscript, 4% mit der mediscript CD und 7% mit der kostenfreien iPhysikum-App von medilearn. Aufgrund von Doppelnutzungen ist die Summe größer als 100%. Keiner gab an, mit der mediscript-App gelernt zu haben, die z.B. auf den Bibliotheks-iPad kostenfrei zur Verfügung gestanden hätte.

Untergliedert nach Semestern zeigt sich, dass das Physikums-Semester Florence Nightingale hauptsächlich mit examen online gelernt hatte (93% examen online vs. 11% mediscript) während es bei dem Hammerexamen-Semester Franklin eine Mehrheit für mediscript gegeben hatte (49% examen online vs. 63% mediscript) – vermutlich wegen erschöpfter Lizenzen für examen online klinik. Die „anderen Semester“ lagen mit 69% vs. 31% zemlich genau im Durchschnitt.

Die obige Abbildung zeigt die Überlappung zwischen examen online- und mediscript-Nutzern. 99 Nutzer haben examen online benutzt, davon 79 ausschließlich, 11 haben gleichzeitig noch iPhysikum bzw. die mediscript-CD benutzt, 8 haben es zusammen mit mediscript online benutzt und einer hat alle drei Tools benutzt. Von den 43 mediscript online-Nutzern haben 9 auch examen online benutzt und 5 iPhysikum bzw. die mediscript-CD. Lediglich ein einziger Nutzer (ganz unten rechts) hat weder examen online noch mediscript benutzt (sondern iPhysikum).

Die obige Abbildung zeigt die Zufriedenheit der Studierenden mit den beiden meistgenutzten Prüfungstools im Vergleich. Bei der Verlinkung zu Onlinebüchern und dem Lernplaner schneidet mediscript besser ab, bei den übrigen neun Eigenschaften examen online. Examen online wurde insbesondere bei den Features „Eigene Notizen und Markierungen“ (2,4 vs. 2,95 auf einer Notenskala von 1 bis 5), „Übersichtlichkeit der Webseite“ (1,6 vs. 2,05), „Angebot neuer Examina“ (1,4 vs. 1,85) sowie „Einfachheit des Kreuzens“ (1,3 vs. 1,9) deutlich besser bewertet als mediscript.

Die obige Abbildung zeigt die eben erwähnte Zufriedenheit mit den einzelnen Eigenschaften von examen online der jeweiligen, von den Studierenden angegebenen Wichtigkeit der Eigenschaft gegenübergestellt. Die „Einfachheit des Kreuzens“ besitzt für die Studierenden eine hohe Wichtigkeit, wird aber auch sehr gut bewertet, so dass hier kein unmittelbarer Handlungs- bzw. Verbesserungsbedarf besteht. Ähnlich sieht es mit den übrigen Eigenschaften aus: Was besonders wichtig ist, stieß auch in der Regel bei den Studierenden auf eine grosse Zufriedenheit. Die Einarbeitung neuer Examina und der Prüfungssimulation liegen beide oberhalb einer gedachten Diagonale durch das Diagramm: Diese beiden Eigenschaften wurden also zufriedener bewertet als es ihrer Wichtigkeit „zukam“. Fazit: Thieme hat wohl seine Hausaufgaben gemacht, alle wichtigen Eigenschaften des Prüfungstools wurden zufriedenstellend umgesetzt. Die blau hervorgehobenen Punkte stießen auf keine sonderlich hohe Zufriedenheit, waren allerdings für die Studierenden auch ziemlich unwichtig.

Für Elsevier’s mediscript trifft dies im Prinzip genauso zu. Wie die obige Abbildung zeigt, sind lediglich die Noten aller grün markierten, also besonders wichtigen Eigenschaften ins Negative hinein verschoben (parallel zur X-Achse). Am weitesten weg von der gedachten Diagonale (die signalisiert „alles im grünen Bereich“) ist die Eigenschaft „Einfachheit des Kreuzens“. Auch wenn nicht klar ist, warum dies abgewertet wurde, ist die Botschaft eindeutig: Das Kreuzen ist – neben der Vollständigkeit der Fragen – die mit Abstand wichtigste Eigenschaft eines jeden Prüfungstools. Hier sollte Elsevier dringend nachbessern.

Insgesamt betrug die Zufriedenheit der Befragten mit examen online 1,47 und für mediscript 2,00 auf einer Notenskala von 1-5.

Die Gesamtzufriedenheit verbesserte sich auf 1,36 für examen online bzw. 1,77 für mediscript, wenn man nur die Nutzer betrachtete, die angaben, das jeweilige Tool (nicht nur zum allgemeinen Lernen sondern auch) speziell für das gerade überstandene Examen genutzt zu haben.

Bei der Frage nach der Wichtigkeit der aus Studienbeiträgen finanzierten Bibliotheksmassnahmen für eine bessere studentische Lehre (Abbildung oben), wurden Öffnungszeiten und Einzelarbeitskabinen von 37% bzw. 29% der Befragten als (sehr) wichtig angesehen. Der niedrige Wert erklärt sich damit, dass nicht alle Befragten regelmässig in die Bibliothek kommen. Mit 69% hielten wesentlich mehr Studierende die Online-Lehrbücher für (sehr) wichtig, umso erstaunlicher, dass eine Förderung aus Studienbeiträgen oder QVM immer wieder auf Widerstand stößt. Fast alle Umfrageteilnehmer (97%) bewerteten die Prüfungstools als wichtig bzw. sehr wichtig – ein deutlicher Hinweis auf ein kleines Bias bei der Umfrage. Vermutlich hat das Anschreiben gerade diejenigen Personen zur Teilnahme ermutigt, die ihre Unterstützung für die Bezahlung eines Prüfungstools aus QVM-Mitteln demonstrieren wollten.

Um einen Vergleich zu haben und die Bibliotheksmassnahmen wertemässig einordnen zu können, wurde auch nach anderen Massnahmen gefragt, die aus Studienbeiträgen bezahlt wurden, wie z.B. das Studienhospital. Unter den Antwortenden schätzten 76% das Studienhospital als eine (sehr) wichtige Massnahme ein – weniger als bei den Prüfungstools aber mehr als bei den Öffnungszeiten und Einzelarbeitskabinen. Die E-Books liegen nahezu gleichauf.

Danach gefragt, ob den Studierenden auch weiterhin ein Prüfungstool zur Verfügung stehen sollte, das aus Qualitätsverbesserungsmitteln (Nachfolge der Studienbeiträge) bezahlt wird, antworteten über 98% der Umfrageteilnehmer mit einem klaren Ja.

Benutzerbefragung der ZB Med 2011


Im Rahmen einer landesweiten und vom MIWF geförderten Online-Befragung hatten die Nutzer 12 Hochschulbibliotheken aus NRW* im Winter 2011 die Gelegenheit, ihrer Bibliothek die Meinung zu sagen und eine Vielzahl an Fragen zu ihrer Bibliothek zu beantworten: Welche Angebote nutzen Sie am häufigsten, wie zufrieden sind Sie mit Dienstleistungen und Service, wo sehen Sie Ausbaubedarf?

Die wichtigsten Ergebnisse der Befragung werden zur Zeit in der Zentralbibliothek am Krummen Timpen ausgestellt. Die Ausstellung zur Nutzerbefragung ist vom 15. Oktober bis zum 13. Dezember im ersten Obergeschoss im Lesesaal-Foyer zu sehen, alle Ergebnisse finden Sie aber auch online.


Foto: (c) ZB Med

Das Gesamtergebnis der Befragung zeigt ein insgesamt positives Bild für die ULB: Die umfangreichen Renovierungs-, Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen haben sich gelohnt. Vor allem mit der modernisierten und erweiterten ULB sind die Nutzerinnen und Nutzer zufrieden. Die Zufriedenheit mit dem Dienstleistungsangebot der ULB ist insgesamt gut und liegt mit der Gesamtnote 1,74 über dem NRW-Schnitt (1,91).

Wie sieht nun die Zufriedenheit der ZB Med-Nutzer** aus?

Die Gesamtzufriedenheit mit dem Dienstleistungsangebot der ZB Med beträgt 1,55 und ist damit noch besser als in der Gesamt-ULB und im NRW-Durchschnitt – kein Wunder, konnte die ZB Med doch bereits zum vierten Mal in Folge den Titel der besten Medizinbibliothek Deutschlands erringen.

Zufriedenheit mit der Infrastruktur

Das obige Diagramm zeigt die Zufriedenheit mit der Infrastruktur in den jeweiligen Bibliotheken: So waren 87,6% der ZB Med-Nutzer zufrieden oder sehr zufrieden mit der Sauberkeit in der ZB Med, verglichen mit 78,9% der ULB-Nutzer. Atmosphäre, Ruhe, Sanitär und Klima wurden ebenfalls – teils deutlich – besser bewertet. Beim Mobiliar und bei der Orientierung liegen ZB Med und ULB (Krummer Timpen) mehr oder weniger gleichauf. Lediglich bei den Schließfächern schneidet die ZB Med deutlich schlechter ab, obwohl (oder weil?) ihre Anzahl und die Regelungen ihrer Nutzung z.T. großzügiger sind.

Handlungsbedarf: Orientierung und Schließfächer.

Zufriedenheit mit Büchern

Das obige Diagramm zeigt die Zufriedenheit der Nutzer mit den gedruckten resp. elektronischen Büchern der ZB Med. Während die Lehrbuchsituation in der ZB Med und der ULB (Krummer Timpen) von 83,6% bzw. 85,5% der Befragten als sehr zufrieden oder zufrieden bewertet wurde und damit deutlich zufriedener als im Landesdurchschnitt, ist das E-Book-Angebot der ZB Med anscheinend sehr viel besser ausgebaut als in der ULB (Krummer Timpen) oder im Landesdurchschnitt (78,8% Zufriedenheit vs. 62,4% / 64%).

Handlungsbedarf: Lehr- und E-Buchbestand aufstocken (Stichwort: Doppelter Abiturjahrgang/Hochschulpakt).

Zufriedenheit mit den Mitarbeitern

Bezgl. der Zufriedenheit der Nutzer mit den Mitarbeitern schneidet die ZB Med in allen Bereichen hervorragend ab. Im Vergleich zum Landesdurchschnitt und zu den übrigen Bibliotheken sind die Nutzer in der ZB Med mit den Mitarbeiten am zufriedensten. Es fällt auf, dass die Zufriedenheit mit der Freundlichkeit am größten ist, gefolgt von der Hilfsbereitschaft. Die Erreichbarkeit der Mitarbeiter ist ebenfalls (sehr) gut, während die Kompetenz etwas abfällt aber immer noch gut ist.

Handlungsbedarf: Schulung der Mitarbeiterkompetenz.

Welche Angebote sollen ausgebaut werden?

Bei der Frage nach den einzelnen Angeboten wurden die Ergebnisse der ZB Med denjenigen der gesamten ULB (inkl. alle Zweigbibliotheken) sowie dem Landesdurchschnitt gegenübergestellt. Ausleihbestand (44%), Lehrbücher (40%) und E-Books (29%) sollen am ehesten ausgebaut werden. Hinter diesen drei Top-Desideraten folgen mit bereits deutlichem Abstand die Arbeitsplätze (20%), WLAN (19%, obwohl dies bereits Anfang 2011 komplett ausgebaut wurde) und E-Journals (17%). Jeder Sechste bis Siebente forderte bessere Öffnungszeiten am Wochenende (16%), Druckmöglichkeiten (15%), mehr Internet-PCs (14%) und einen größeren Präsenzbestand (14%). Die übrigen Dienstleistungen kamen auf 10% oder weniger: Kopiergeräte, Online-Hilfe, Datenbanken und Service-Zeiten. Ganz abgemeldet waren Öffnungszeiten in der Woche, da diese bereits optimal ausgebaut worden waren, gedruckte Zeitschriften, die Fernleihe (hier hätte der ZB Med-Dienst Rapidoc vermutlich besser abgeschnitten) und schlußendlich die Digital-Scanner.

Auffällig ist
a) der starke Bedarf an gedruckten Lehrbüchern in der ZB Med (40%), der den Bedarf an der Gesamt-ULB (33%) und NRW (24%) deutlich übertrifft.
b) der relativ schwache Bedarf nach Arbeitsplätzen. Verglichen mit der Gesamt-ULB und NRW scheint in der ZB Med der größte Bedarf abgedeckt zu werden.
c) der relativ schwache Bedarf nach E-Journals (17% vs. 29% und 26%).
d) der relativ schwache Bedarf nach Öffnungszeiten am Wochenende (16% vs. 34% und 28%): Hier hat die ZB Med den größten Bedarf mit einer Wochenend-Öffnung von 10 bis 24 Uhr bereits abgedeckt. Auch der Bedarf an Öffnungszeiten in dern Woche oder Servicezeiten am Wochenende beträgt nur rund die Hälfte verglichen mit der Gesamt-ULB bzw. NRW.
e) Kopiergeräte, Fernleih- und Scandienste werden ebenfalls nur etwa halb so intensiv nachgefragt wie der Gesamt-ULB bzw. NRW.

Primärer Handlungsbedarf: Anschaffung von Buchmedien aller Art (siehe oben).

Foto: Tagcloud der Kommentare der Benutzerbefragung 2006 (c) ZB Med created with www.wordle.net


* Beteiligte Bibliotheken: BTH Aachen, UB Bielefeld, ULB Bonn, UB Dortmund, ULB Düsseldorf, UB Duisburg-Essen, USB Köln, ZBSport Köln, ULB Münster, UB Paderborn, UB Siegen, UB Wuppertal.

** Es wurden nur die Personen in die Auswertung für die Evaluation der ZB Med aufgenommen, die ausschließlich die ZB Med (und keine andere Bibliothek) genutzt hatten, um bei den allgemeinen Fragen („Wie zufrieden sind Sie mit den folgenden Angeboten der ULB Münster?“) die Zufriedenheit mit der ZB Med herausfiltern zu können. Dadurch konnte es zu kleinen Unterschieden im Vergleich zur oben verlinkten ULB-Auswertung kommen.

Das Projekt wurde vom Zentrum für Hochschul- und Qualitätsentwicklung (ZfH) der Universität Duisburg-Essen methodisch betreut und technisch umgesetzt. Hierzu gehörte, dass von Ende September bis Mitte November 2011 die jeweiligen online-Fragebögen programmiert wurden. Der Online-Fragebogen wurde für die einzelnen teilnehmenden Bibliotheken inhaltlich angepasst sowie mit einem Logo versehen. In der Feldzeit vom 14.11.2011 bis 11.12.2011 wurden insgesamt 26.379 auswertbare Fragebögen ausgefüllt, davon 5.397 in Münster. Nur Duisburg-Essen verzeichnete mit 5.416 mehr ausgefüllte Fragebögen.

E-Book-Umfrage Teil 9: E-Books keine Kopie des gedruckten Werks!

Teil 8 der Umfrage

In der Studie stellte sich heraus, dass das E-Book in seiner jetzigen Ausprägung kein Ersatz für das gedruckte Buch ist. Dies wurde auch vom Rasmussen College, Minnesota festgestellt. E-Books sollten nicht die digitale Kopie eines gedruckten Werkes sein. Sie sollten stattdessen einen wirklichen Mehrwert besitzen, der nicht bei der ständigen und ortsunabhängigen Verfügbarkeit oder einer Volltextsuche endet. E-Books haben so viele Möglichkeiten und sollten Eigenschaften herausbilden, die dem gedruckten Buch nicht möglich sind. Dies wurde sowohl in den Interviews als auch in den Freifeldern klar zum Ausdruck gebracht. So wünschen sich die Studierenden interaktive E-Books, ausgestattet mit Lernsoftware zu den spezifischen E-Book-Inhalten, die individualisiertes Lernen ermöglichen.

Des Weiteren könnten E-Books in soziale Medien vernetzen. So könnte man mit anderen Studenten oder Medizinern punktuell über sehr eingegrenzte Inhalte oder über das gesamte Buch diskutieren. Eingebunden werden sollten multimediale Inhalte wie Videos, Sprachaufzeichnungen sowie interaktive Multi-Media-Anwendungen. Das E-Book hat gerade bei Fachbüchern die Möglichkeit sich vom reinen Text zu entfernen und mit einem Medienwechsel für bessere Aufnahme und besseren Lernerfolg zu sorgen. Auch Verlinkungen mit herkömmlichen Printmedien wie Vorlesungsskripte und ergänzendem Studienmaterial wären vorstellbar.

Ein Studierender fände es zum Beispiel „klasse“, wenn man direkt zum Podcast des Professors verlinkt würde, der zu einem bestimmen Thema referiert hat. Gerade im naturwissenschaftlichen Bereich, in dem Inhalte schnell veralten, könnte das E-Book durch ständige Aktualisierungen stets den neuesten Stand wiedergeben. Das E-Book könnte aber auch andere Lerntypen als den visuellen Lerntyp ansprechen. So fände es ein anderer Studierender zum Beispiel hilfreich, wenn man sich E-Books vorlesen lassen könnte und so auditiv-lernende Studierende berücksichtigen würde.

Eine weitere Idee ist die Einbindung einer Sprachsteuerung, ähnlich der eines Smartphones. Über diese könnte man gezielt nach Textpassagen suchen oder auch zu einem bestimmten Thema passende E-Books, Zeitschriftenaufsätze, Podcasts etc. finden.

Vorstellbar wäre eine starke Verknüpfung der E-Books untereinander. Das E-Book der Zukunft könnte Parallelstellen aus verwandter Literatur suchen, bei der man vertiefend nachlesen kann. So könnte man eine Stelle markieren und das E-Book auffordern bei anderen E-Books ähnliche Inhalte zu suchen und zu präsentieren, zum Beispiel eine Liste mit TOP 5 Ergebnissen, die einen weiterbringen.

Das E-Book der Zukunft hat diverse Möglichkeiten, bei denen ein gedrucktes Buch schnell an seine Grenzen stößt.

So ist abschließend zu sagen, dass das E-Book in seiner heutigen Charakteristik nicht gegen das liebgewonnene und gewohnte gedruckte Buch ankommen kann. Dies wird sich erst ändern, wenn das E-Book und vor allem das Lehr-E-Book seine Möglichkeiten voll ausschöpft und Studierende in ihren Lern- und Arbeitsprozessen auf vielfältige Weise begleitet und unterstützt.

Die komplette Umfragestudie hier als PDF online.

E-Book-Umfrage Teil 8: Wer ist reserviert gegenüber Online-Büchern?

Teil 7 der Umfrage

In diesem Teil der Umfrageauswertung wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, wer von den 647 Teilnehmern als E-Book-reserviert, E-Book-Meider oder E-Book-scheu zu charakterisieren ist. Und: Wie groß ist diese Gruppe?

Für diese Analyse stehen im Wesentlichen dieselben drei Fragen(gruppen) zur Verfügung wie bei der Analyse der E-Book-Affinen:

  • Nutzung zum Lernen (Frage 6-8: Welche Medien nutzen Sie, zum Nachschlagen, Büffeln oder um einen Überblick über ein Thema zu gewinnen? Hier wurden Nutzer mit der Antwort: Dafür nutze ich E-Books nie“ ausgewählt). Venn-Diagramm: roter Kreis, 300 Nutzer.
  • Nutzung insgesamt (Frage 10: Wie oft nutzen Sie E-Books der ZB Med? Hier wurden Nutzer mit der Antwort ausgewählt: „gar nicht/weniger als einmal pro Monat“). Venn-Diagramm: grüner Kreis, 337 Nutzer.
  • E-Book statt P-Book (Frage 17: Wie ist Ihre Meinung zu der Aussage: Statt ein Buch zu kaufen benutze ich lieber das entsprechende Online-Buch der ZB Med. Hier wurden Nutzer mit der Antwort ausgewählt: „stimme gar nicht zu“). Venn-Diagramm: blauer Kreis, 140 Nutzer.

Möglicher Bias: Durch die Art der Fragen sind bei dieser Auswertung viele Teilnehmer dabei, die noch nie etwas von dem E-Book-Angebot gehört hatten. DAs kann aber durchaus auch als E-Book-reserviert gewertet werden.


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Die Summenmenge dieser drei Nutzergruppen ergibt 416 Personen. 64% aller Antwortenden können also – in irgendeiner Weise – als E-Book-reserviert bezeichnet werden:

Merksatz: (Nahezu) zwei Drittel aller Studierenden beschäftigt sich noch nicht mit dem Thema Online-Bücher, ihnen sind die E-Books ziemlich egal, weder nutzen sie diese noch haben sie dieses Medium als relevant für sich / ihr Studium wahrgenommen.

Wie nicht anders zu erwarten, ist die Überlappung der „reservierten“ Antworten auf diese drei doch sehr ähnlichen Fragen recht groß: So outen sich 93% aller E-Book-Reservierten bereits bei zwei der drei Fragen(gruppen), doch lediglich 20% (bei den E-Book-Affinen 24%) gaben sich bei allen drei Fragen als reserviert zu erkennen.

Das Venn-Diagramm wurde mit BioVenn erstellt.

Einige Gedanken über Tablets und Workflow

Teil 9 der Umfrage

E-Book-Umfrage Teil 7: Wer ist aufgeschlossen gegenüber Online-Büchern?

Teil 6 der Umfrage

In diesem Teil der Umfrageauswertung wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, wer von den 647 Teilnehmern als E-Book-aufgeschlossen, E-Book-affin oder E-Book-Liebhaber oder wie auch immer zu charakterisieren ist. Und: Wie groß ist diese Gruppe?

Für diese Analyse stehen im Wesentlichen die folgenden drei Fragen(gruppen) zur Verfügung:

  • Nutzung zum Lernen (Frage 6-8: Welche Medien nutzen Sie, zum Nachschlagen, Büffeln oder um einen Überblick über ein Thema zu gewinnen? Hier wurden Nutzer mit der Antwort: Dafür nutze ich E-Books nahezu immer/oft ausgewählt). Venn-Diagramm: roter Kreis, 207 Nutzer.
  • Nutzung insgesamt (Frage 10: Wie oft nutzen Sie E-Books der ZB Med? Hier wurden Nutzer mit der Antwort ausgewählt: Nahezu täglich/mehrmals pro Woche/mehrmals pro Monat). Venn-Diagramm: grüner Kreis, 185 Nutzer.
  • E-Book statt P-Book (Frage 17: Wie ist Ihre Meinung zu der Aussage: Statt ein Buch zu kaufen benutze ich lieber das entsprechende Online-Buch der ZB Med. Hier wurden Nutzer mit der Antwort ausgewählt: Stimme voll zu/stimme eher zu). Venn-Diagramm: blauer Kreis, 151 Nutzer.


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Die Summenmenge dieser drei Nutzergruppen ergibt 298 Personen. Knapp 300 Studierende oder 48% aller Antwortenden können also als – in irgendeiner Weise – E-Book-affin bezeichnet werden:

Merksatz: (Nahezu) die Hälfte aller Studierenden beschäftigt sich mit dem Thema Online-Bücher, ihnen sind die E-Books nicht egal, ganz im Gegenteil, sie nutzen diese bereits intensiv oder interessieren sich sehr für diese.

Wie nicht anders zu erwarten, ist die Überlappung der „affinen“ Antworten auf diese drei doch sehr ähnlichen Fragen recht groß: So gibt sich die Mehrheit (58%) bei zweien der drei Fragen(gruppen) als e-book-affin zu erkennen, und fast ein Viertel (24%) sogar bei allen dreien. Immerhin 42% der Antwortenden zeigt jedoch nur bei einer Frage (= Charakterisierung) ganz auf der Seite der E-Books und nimmt zu den übrigen beiden Fragen eher eine neutrale oder (seltener) negative Haltung ein.

Auch wenn der Schwerpunkt der Nutzung ganz eindeutig auf Seiten der gedruckten Bücher liegt (was auch für 90% der E-Book-affinen zutrifft), hat sich die Bibliothek vorgenommen, diese spezielle Gruppe der E-Book-Affinen im Auge zu behalten und ihnen – genau wie auch den E-Book-Reservierten – adäquate Dienstleistungen und Medien anzubieten.

Das Venn-Diagramm wurde mit BioVenn erstellt.

Teil 8 der Umfrage

E-Book-Umfrage Teil 6: Wir hören (auf) Ihre Kommentare

Teil 5 der Umfrage

Im Folgenden finden Sie die – teilweise sehr ausführlichen – Kommentare der Umfrageteilnehmer. Sie sind sehr hilfreich für uns und werden die weitere Praxis der Bibliothek bzgl. E-Books und anderer Dienstleistungen sicherlich prägen. Meine Antworten finden Sie anbei. Das hier fand ich besonders schön:

Dahingehend ist es auf jedenfall begrüßenswert, dass sie die Nachfrage der Benutzer mittels einer solchen Umfrage hinterfragen. – Weiter so!

Kommentare

Antworten

Gedruckte Bücher
Der Bibliotheksbestand im interdisziplinäeren Fach der Neurologie und Neurowissenschaften ist leider stark begrenz. Viele angloamerikansichen Klassier sind kaum oder gar nicht vorhanden. Ebenso sollten Klassiker anderer Fächer (z.B. Robbin’s Pathology) in größerer Stückzahl vorhanden sein, auch wenn sie bereits als online ressource verfügbar seien sollten. Bitte die genauen Titel als Buchwunsch vorschlagen, dann können wir es bestellen. Aufgrund von Budgetknappheit kaufen wir zur Zeit mehr deutsche als englische Titel (siehe Erwerbungsprofil).
Ich persönlich verspüre einen wesentlich größeren Lernerfolg, wenn ich in einem Lehrbuch lesen kann als Texte vom Bildschirm zu lesen. Außerdem ist es schade, dass der Bereich für Zahnmedizin in der ZB Medizin nur so wenige Lehrbücher umfasst. Danke für die Anregung. Generell ist das Verlagsangebot in der Zahnmedizin ziemlich dürftig, da haben Sie Recht. Nennen Sie uns bitte die genauen Titel, damit wir diese bestellen können.
Die Regale im gruppenraum sind Super um eine Übersicht über die jeweils für das Semester relevanten Bücher zu bekommen. Von den Thieme kurzlehrbuchern sind häufig zu wenig für alle Studenten eines Semesters vorhanden. Sie sind sehr beliebt und meistens schon vergriffen, wenn man im Semester eines ausleihen möchte! Danke. Wir werden mehr Thieme-Kurzlehrbücher kaufen.
Es wäre schön, wenn es vom Kurzlehrbuch Pathologie (Thieme) mehr Exemplare zum Ausleihen geben würde. Machen wir.
Ich glaube ein paar mehr Bücher im Gruppenraum, wären super. Z.B der Herold ist meist vergriffen Machen wir.
Ich würde mich über Fremdsprachen-Medizin-Wörterbücher freuen, v.a. Medizinisches Französische und Russisch Haben Sie schon mal hinter der Auskunft geguckt? Da haben wir eine Menge Wörterbücher zu allen möglichen Sprachen. Oder wollen Sie die ausleihen, dann kaufen wir noch welche. Bitte Buchwunsch.
Es kann nicht sein, dass zwei Wochen nach Semesteranfang sämtliche Kurzlehrbücher (Thieme) ausgeliehen sind. Siehe oben: Wir werden mehr Thieme-Kurzlehrbücher kaufen.
Es wäre klasse, wenn es mehr Kurzlehrbücher von Thieme zur Ausleihe gäbe. Häufig sind die Bücher schon vor Vorlesungsbeginn für die entsprechenden Semesterfächer ausgeliehen. Wenn man über Vorbestellung ein Buch ergattert, gibt es häufig nur eine verkürzte Ausleihmöglichkeit, da schon weitere Vorbestellungen vorliegen. Siehe oben: Wir werden mehr Thieme-Kurzlehrbücher kaufen.
Bitte weiter den Bestand der Lehrbücher ausbauen! Ist ziemlich gut, soll so gut und aktuell bleiben; das eine oder andere Buch habe ich aber vermisst Machen wir, danke für die Anregung.
Bei einigen Büchern ist das Angebot im Hinblick auf die Nachfrage meiner Meinung nach etwas knapp bemessen. Bitte die genauen Titel als Buchwunsch vorschlagen, dann können wir es bestellen.
Die Funktion „Vormerken“ für Fachbücher mag zwar auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen, allerdings geht dadurch der vor allem finanzielle Vorteil VOLLENDS verloren! Wenn ich mir unmittelbar vor Semesterbeginn Bücher ausleihe um damit zu arbeiten, sie allerdings zur Hälfte des Semesters abgeben muss und kein Exemplar für die Klausurvorbereitung bekommen kann, wozu dann leihen? Letztendlich muss ich dann doch das Geld ausgeben! Andererseits: Was sollen diejenigen machen, die ein Buch ausleihen wollen, das schon ausgeliehen ist? Sollen die bis nach dem Semester warten? Die Tendenz besteht dann doch, dass man sich tausend Bücher für alle Eventualitäten reserviert und dann bis in alle Ewigkeit darauf hockt. Es steht leider nicht genug Budget zur Verfügung, um für jeden ein Buch vorhalten zu können und da hat sich das Ausleih/Vormerkungssystem schon bewährt. Für Titel mit vielen Vormerkungen werden von uns immer viele zusätzliche Exemplare gekauft.

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E-Book-Umfrage Teil 5: „Ich mag keine E-Books, da ich das Gefühl eines Buches brauche“

Teil 4 der Umfrage

Wichtigkeit von E-Book-Eigenschaften

Folgende vier Eigenschaften von Onlinebüchern sind den Studierenden besonders wichtig: Dass sie von überall auf diese zugreifen können (94% wichtig/sehr wichtig), dass es sie nichts kostet (93%), dass die Bücher rund um die Uhr verfügbar sind (92%) und dass man sie im Volltext durchsuchen kann (90%). Alle übrigen Features von E-Books sind mit Abstand nicht so wichtig wie diese. Die Nutzung auch ohne Internetzugang kommt mit 71% (wichtig/sehr wichtig) auf Platz 5, dann folgt die Kopier- und Druckfunktion (64%) und dass keine Mahngebühren anfallen (68%). Immerhin die Hälfte (52%) findet Gewichtsersparnis von E-Books gegenüber gedruckten Büchern wichtig oder sogar sehr wichtig. Die beiden letzten Plätze belegen die Möglichkeit, E-Books zu personalisieren (51%) und auf E-Readern bzw. Smartphones zu lesen (47%).


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Fünf Nutzer machten folgende Kommentare: „Ich nutze keine E-Bücher.“, „E-Books sollten meiner Meinung nach wirklich GANZE Bücher sein und nicht einzelne Kapitel! Die Aufspaltung in einzelne Dateien ist nervig und stört den „Lernfluss“ enorm!“, „ist mir leider sehr unvertraut“, „Konstantes Design und Abrufbarkeit wären wünschenswert (andauernde Änderungen der Suchmechanismen und Benutzeroberflächen, sowie Abrufplattformen sind nervtötend)“, „Ich mag keine E-books, da ich am Bildschirm nicht gut lesen kann und ich auch das Gefühl eines Buches brauche.“

Woher kennen Sie die E-Books der ZB Med?

Die allermeisten sind auf die E-Books über die Webseite der Bibliothek aufmerksam geworden (42,9%), wobei allerdings leider nicht unterschieden wurde, welche Seite genau gemeint war. Es kann jedoch mit einiger Sicherheit vermutet werden, dass es sich um die Zusammenstellung der Onlinelehrbücher handelt, da diese immer an erster Stelle beworben wurde. Auf den nächsten Plätzen kommen Hinweise durch Kommilitionen (33,7%) und – schon deutlich abegschlagen – der Buchkatalog der Bibliothek (18,4%), in dem nach Onlinemedien selektiert werden kann und E-Books durch ein Computermonitorsymbol gekennzeichnet sind (allerdings noch ein Kathodenstrahler und kein LCD…).

Immerhin jeder Sechste (16,7%) wurde durch Dozenten auf unsere E-Books hingewiesen, bzw. durch das (Auskunfts)Personal der Bibliothek (16,4%). Weitere Werbemassnahmen wie der Email-Newsletter (13,8%) oder das Magazin der ZB Med (2,6%) kamen unter „ferner liefen“. 4,1% – also jeder 25te – findet über Suchmaschinen zu unseren Volltextbüchern.

Sage und schreibe 22,9%, also fast jeder Vierte, wurde dagegen erst durch die Umfrage auf dieses spezielle Angebot aufmerksam, obwohl der gleiche Verteiler wie für die Umfrage bereits vorher öfters dazu benutzt worden war, auf E-Books hinzuweisen. Was mal wieder ein Beweis dafür sein dürfte, dass Emails nicht immer gelesen werden.

Ein Umfrageteilnehmer schrieb auf die Frage ‚Wie sind Sie auf die E-Books der Bibliothek aufmerksam geworden?‘: „Durch Zufall.“


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Gründe für die Nichtnutzung von E-Books

Diese Abbildung ist nach den Antworten für „stimme voll zu / stimme eher zu“ sortiert; Antwortende, die keine Angaben machten wurden herausgefiltert. Als Hauptgrund für die Nichtnutzung von E-Books wurde die übergrosse Zufriedenheit mit den gedruckten Lehrbüchern genannt. Eine deutliche Mehrheit von knapp 88% (!) stimmt dem zu. Nur 3%, also jeder 33te, stimmt dem nicht zu.

Knapp drei Viertel (74,9%) lesen ungern am Bildschirm – der zweitwichtigste Grund für die Nicht- oder Mindernutzung von E-Books. Selbst E-Book-Liebhaber haben hier zugestimmt, da sie die Onlinebücher noch stärker genutzt hätten, wenn diese besser oder einfacher lesbar gewesen wären. Hier könnten iPads in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Usability von E-Books spielen, da das Lesen auf ihnen eher als Analog zu Ausdrucken angesehen wird. 60% fehlt das Look & Feel eines gedruckten Buches. Mit 42% hätte eine grosse Gruppe – wenn auch keine Majorität – das E-Book gerne offline genutzt, konnte es aber nicht herunterladen. Lediglich für 31% war die Offline-Nutzung kein Thema.

36,4% bemängelten, dass es ausgerechnet das benötigte Buch nicht als E-Book gäbe. Es wurde vielleicht vom Verlag angeboten, aber die ZB Med konnte es aus finanziellen Gründen oder weil der entsprechende Antrag abgelehnt wurde nicht erwerben.

29,4% machten eine unzureichende Funktionalität dafür verantwortlich, dass sie E-Books nicht genutzt hatten. Im Umkehrschluß gab es also über 70%, die ihre Nichtnutzung nicht auf irgendwelche fehlenden (tollen) Features von E-Books zurückführten.

28,4% hatten Schwierigkeiten mit dem Zugriff auf die E-Books. Das lag zum einen an der Technik; wie bekannt verbarikadieren ja Elsevier und Thieme ihre Lehrbücher mit DRM-Massnahmen bzw. Flash gegen das illegale Kopieren und das Abwandern in Tauschbörsen. Die Musikindustrie hat es mittlerweile kapiert, dass DRM ein Eigentor ist, doch die Buchindustrie möchte diese Erfahrung gerne noch einmal selber machen. Da kann man nur sagen: „Herzlichen Glückwunsch und passt auf, dass ihr euch dabei nicht selber überflüssig macht.“

Was auch immer wieder (in dieser Umfrage ganz massiv, aber auch schon vorher) moniert wird, ist die Zerstückelung der Lehrbücher in hunderte PDFs mit jeweils nur wenigen Seiten.

Neben den obigen Hürden gilt es ja auch noch, VPN zu benutzen, damit man von außerhalb des Hochschulnetzes überhaupt auf die Bücher zugreifen kann. Dies mag auch für einige durchaus eine Hürde darstellen, zumal die Verlage das durch unintelligente Cookies nicht gerade unterstützen.

Was hellhörig macht, ist, dass lediglich 24% keine technischen Probleme haben. Hier gibt es also Nachholbedarf, sowohl auf Seiten der Verlage (kein Flash, kein DRM, buch- oder kapitelweise PDFs) als auch der Bibliothek (Schulungen).


(Klicken zum Vergrössern)

Folgende Kommentare unter Sonstiges geben einen guten Einblick in die vielfältigen Schwierigkeiten beim Zugriff auf die E-Books: „Ich würde gerne mehr darüber erfahren, bzw. habe kaum Erfahrung mit dem Umgang. Gibt es die Möglichkeit, einen Einsteigerkurs anzubieten, und zwar nicht nur auf Nachfrage?“, „Ich weiß zwar, dass die ZB Med E-Books anbietet, habe mich aber noch nicht über den Ablauf informiert.“, „Viele Ebooks nicht in Vollbildschirmansicht bzw nur mit breitem Streifen oben darstellbar (z.B. Thieme).“, „Kaum Zahnmedizin-Bücher (s.o.).“, „Man muss oft jedes Kapitel einzeln herunterladen und kann keine Volltextsuche im gesamten Buch durchführen.“, „Die Tatsache, dass man die Bücher nicht herunterladen kann, sondern in Seitentakten oder Kapiteln betrachten muss, ist eine Farce. Gerade das zusammenhängende PDF-Dokukment mit Suchfunktion ist doch das praktische an e-books. Lächerlich ist fast, dass einige Verlage früher die Volltexte angeboten haben und inzwischen auf viel kompliziertere Verfahren zurückgreifen.“, „Ich habe oft techn. Schwierigkeiten beim Laden, bzw. häufiger auch Schwierigkeiten beim Zugriff, manche Bücher sind in der Suchfunktion schwer händelbar.“, „Bei elsevier wird man nach kurzer Zeit immer wieder rausgeworfen, Thieme geht ueber iPad nicht.“, „Copy-paste Funktion fehlt mir bei Thieme-Bücher, großer Nachteil gegenüber ebooks des Springer-Verlages.“, „Nicht im Klaren über den Zugriff von zuhause, zu faul mich darüber zu informieren.“

Meinungen zu E-Books und iPads

In der letzten Frage wurde die Umfrageteilnehmer gebeten, zu fünf Thesen Stellung zu beziehen. Die Thesen wurden in der nachfolgenden Abbildung nach dem Zustimmungsgrad sortiert, dabei wurden „stimme voll zu“ und „stimme eher zu“ aufaddiert. 65,8% finden, dass die iPad-Ausleihe eine hervorragende Idee sei. Dies waren naturgemäß weniger als die 96% der iPad-Umfrage, zwei Drittel aller Nutzer stellt aber eine respektable Grösse dar. 57,6% hätten es gerne, wenn alle Vorlesungen als Manuskript (oder PDF) auf iPads verfügbar und ausleihbar wären, 35,1% hätten dies gerne auch als Video. Nur jeder Vierte (25,7%) würde lieber ein Onlinebuch benutzen anstatt das entsprechende gedruckte Buch kaufen zu müssen. Die Mehrheit der Teilnehmer (53,5%) stimmt dem nicht zu, würde also lieber ein benötigtes, gedrucktes Buch kaufen auch wenn es das entsprechende Onlinebuch umsonst gäbe. Dass gedruckte Lehrbücher (irgendwann) einmal durch Lehrbücher auf iPads ersetzt werden würden, glauben 16%, also jeder Sechste. Dagegen können sich knapp 70% dies nicht vorstellen. Interessanterweise gibt es bei dieser Frage mit 14% die wenigsten „neutralen“ Antworten, d.h. die Studierenden sind bei dieser Frage nach dem Ersatz von gedruckten Büchern durch iPads deutlich entschiedener als bei den anderen vier Fragen.


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Teil 6 der Umfrage

Foto: Charly at Fotolia

E-Book-Umfrage Teil 3: 98% benutzen die Lehrbuchsammlung

Teil 2 der Umfrage

Zufriedenheit mit dem Medienbestand der ZB Med

Die Zufriedenheit der Studierenden war am größten bei Thieme examen online ausgeprägt. 90% waren sehr zufrieden oder zufrieden mit diesem Prüfungstool – deutlich mehr als mit den gedruckten Lehrbüchern (79%). Bei den Lehrbüchern wird immer wieder angemahnt, mehr Exemplare von den wichtigsten Titeln anzuschaffen, da „oft zB Kurzlehrbücher bereits Anfang des Semester alle ausgeliehen“ wären – eine Problematik, die bei Onlinetools meist nicht zu vermerken ist.

Auf Platz 3 folgt der Präsenzbestand mit 78% Zufriendenheit, das sind nicht ausleihbare Lehrbücher, die im Bistro stehen und gerne zum Lernen in der Bibliothek benutzt werden. Alles in allem sind bei Thieme examen online, den Lehrbüchern und dem Präsenzbestand die wenigsten unzufrieden: jeweils weniger als 3% geben dies an.

Die E-Books nehmen den letzten Platz ein. Die 73% Zufriedenheit bedeuten, dass 3 von 4 Studierende mit diesem Angebot zufrieden oder sehr zufrieden ist – kein schlechter Wert.

Sucheinstieg für Bücher und Zeitschriften der ZB Med

Frage: Wie finden die Nutzer die Medien der Bibliothek? Antwort: Sie gehen direkt zur entsprechenden Stelle am Regal. Da die Bücher nicht nach Größe oder Farbe aufgestellt sind, sondern nach einer bekannten medizinischen Systematik, weiß man nach einiger Zeit, dass Anatomiebücher unter QS stehen und Innere Medizin unter WB141. 79% unserer Umfrageteilnehmer nutzen diese Art des Zugang nahezu immer bzw. oft.

Es folgen die übrigen Sucheinstiege wie der Onlinekatalog, der immerhin noch von fast der Hälfte (47%) nahezu immer/oft benutzt wird, und – weit abgeschlagen – die Webseite der Bibliothek mit 20% und Google mit 15%.

PubMed oder ähnliche Fachdatenbanken werden von ebenfalls 15% benutzt, um Zeitschriftenartikel zu lokalisieren (immerhin 64% haben überhaupt schon einmal in PubMed hineingeschaut), während die neue Metasuchmaschine disco nur bei knapp 11% auf Gegenliebe stößt.

Als sonstige Sucheinstiege wurden genannt: Nachfragen bei den (netten) Mitarbeitern an der Information (6x); Kommilitonen fragen;
Wiki.

Quellen für gedruckte Lehrbücher

Wie kommen die Studierenden an die notwendigen gedruckten Lehrbücher? Was haben Sie für Zugangsmöglichkeiten? Wie folgende Abbildung zeigt, ist die Bibliothek mit großem Abstand die Quelle Nr.1 für Lehrbücher. 78% leihen sich ihre Lehrbücher nahezu immer bzw. oft in der ZB Med aus, über alle Semester haben sich lediglich 2% im letzten halben Jahr noch kein einziges Buch dort besorgt.

Demgegenüber ist der Besitz von Lehrbüchern, sei durch Kauf eines neuen (32%) oder eines gebrauchten (15%) Buches oder durch ein Geschenk (12%) nur für einen Bruchteil der Studierenden wirklich relevant im Sinne von „deckt die meisten meiner benötigten Lehrbücher ab“. daran ändert auch nichts, dass insgesamt 98% der Umfrageteilnehmer ein Lehrbuch schon mal über einen dieser drei Wege erworben haben.

Der Präsenzbestand der Bibliothek wird von 17% nahezu immer bzw. oft benutzt – ein schöner Erfolg für einen Service, der aus einer Anregung der UB Masstricht nach Schließung des Lesesaals resultierte.

Als sonstige Quellen für Lehrbücher wurde genannt: Ausleihe durch Freunde (6x); E-Books (2x); aus der ULB Krummer Timpen (2x) oder als Belegexemplar.

Interessanterweise sind die Zahlen für die E-Book-Nutzer unter den Umfrageteilnehmern weitgehend identisch: 78% Ausleihe ZB Med, 32% Neukauf, 14% Gebrauchtkauf, 9% Geschenk und 15% Präsenzbestand.

Im Vergleich zur E-Book-Umfrage 2003 fällt auf, das der Neukauf deutlich zurückgegangen ist: 2003 war der Neukauf unter den Studierenden noch eine (mit der Ausleihe) fast gleichrangige Quelle für gedruckte Lehrbücher.

Teil 4 der Umfrage

Foto: fastduck at photocase

E-Book-Umfrage Teil 2: 99% aller Studenten benutzen die ZB Med

Wie berichtet, hatte die ZB Med eine Umfrage zum Thema Wie lernen Studierende mit gedruckten und Online-Büchern? durchgeführt.

In den folgenden Blogeinträgen werden wir Ihnen die Ergebnisse nach und nach vorstellen.

Die Teilnehmer der Umfrage

647 Studenten haben die Umfrage beantwortet, darunter 538 aus der Humanmedizin und 109 aus der Zahnmedizin. Die Semesterverteilung sieht wie folgt aus:


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Die Bibliotheksbenutzung

Mit der zweiten Frage wurde die Häufigkeit der Bibliotheksbenutzung abgeprüft. Was uns sehr freut: 640 der 647 Umfrageteilnehmer hatten die Bibliothek im letzten Semester genutzt. Das ergibt einen Nutzungsgrad von knapp 99%! Nur 7 von 647 Studenten hatten die Bibliothek im letzten Semester überhaupt nicht aufgesucht. 34% suchten sie einmal pro Monat oder seltener auf (meist um Bücher auszuleihen oder zurückzubringen). Knapp 65%, also zwei Drittel, nutzten die ZB Med mehrmals pro Monat oder häufiger. Sechs Prozent sind Fans der Bibliothek und verbringen fast jeden Tag ihre Zeit hier (oder jedenfalls einen Teil davon).


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In den folgenden beiden Abbildungen finden Sie die Intensität der Bibliotheksbenutzung für die einzelnen human- und zahnmedizinischen Semester aufgeschlüsselt.


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Bei den Humanmedizinern ist die Nutzung der Bibliothek in den ersten sieben Semestern recht konstant, wenn man einmal von den Erstsemestern absieht, die (noch voller Enthusiasmus) vielleicht öfter in die Bibliothek rennen als nötig wäre. Durchschnittlich 25% bis 39% benutzen die ZB Med fast täglich. In den höheren Semestern nimmt diese hohe Benutzungsfrequenz schlagartig auf Werte um 13,5% ab. Während im 8. Semester ein Shift von mehrmals pro Woche auf mehrmals pro Monat stattfindet, die Anzahl der seltenen/nie-Nutzer aber mit 28% etwa gleich hoch wie in den unteren Semestern bleibt, sinkt im 9. und den höheren Semestern die Bibliotheksnutzung deutlich ab. Nur noch die Hälfte (49%) sucht die Bibliothek mehrmals im Monat oder öfter auf, während 51% die Bibliothek nicht mehr oder nur sehr selten aufsucht (bei den übrigen Semestern steigt dieser Wert nie über 28%).


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Bei den Zahnmedizinern finden wir ein anderes, nicht so homogenes Verteilungsbild vor: Hier ist ein Benutzungspeak im 1. und 4. Semester festzustellen, mit 54% täglicher/wöchentlicher Benutzung werden sehr hohe Nutzungsfrequenzen erreicht. Auch das dritte Semester stellt mit 43% die Humanmediziner bibliotheksmässig noch in den Schatten. Nach dem 5. Semester ist dagegen Schluß: Die Besuche in der Bibliothek lassen rapide nach. Genaueres läßt sich jedoch nicht sagen, dafür haben zu wenig Zahnmediziner pro Semester die Umfrage beantwortet.

Gründe der Bibliotheksbenutzung


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Die Teilnehmer konnten zwischen den obigen 10 Gründen wählen, sonstige wurden nur vereinzelt angegeben (siehe unten). Am aller, allerhäufigsten wird die Bibliothek dafür benutzt, wozu sie da ist: Um sich (kostenfrei) Bücher für’s Studium auszuleihen. 97% kommen deswegen in die ZB Med, nur 3% leihen überhaupt keine Bücher aus. 3/4 aller Studenten kommen nahezu immer bzw. oft in die Bibliothek, um sich Bücher auszuleihen. Der nächst wichtigere Grund ist das Benutzen der Arbeitsplätze, 41% geben an, deswegen nahezu immer / oft in die Bibliothek zu kommen. Interessant: Nur jeder Siebte benutzt die Arbeitsplätze nie.

In der E-Book-Studie 2003 war eine ähnliche Reihenfolge festzustellen: Die Ausleihe (65%) kam auch damals mit deutlichem Abstand vor der Nutzung der Arbeitsplätze (22%), der Literatursuche (14%) und der Internetnutzung (9%).

Die nächsten vier Punkte betreffen elektronische Angebote. 29% kommen nahezu immer / oft in die Bibliothek oder rufen unsere Webseite auf, um Thieme examen online zu nutzen, 25% um das Internet zu nutzen, 23% um E-Books zu nutzen und 19% um die Internetangebote der ZB Med zu nutzen.

Jeder Sechste benutzt die Bibliothek nahezu immer oder oft als Treffpunkt und 72% mindestens selten oder manchmal. Nur 28%, also ein gutes Viertel, nutzt die ZB Med nie als Treffpunkt.

Der Bistrobesuch ist dagegen schon eher ein Luxus: Gut die Hälfte geht nie ins Bistro und nur 8% benutzen es nahezu immer oder oft. Fast identisch sieht es bei den Kopierern aus. Die Scan-Dienste werden schlußendlich von 70% nie benutzt und nehmen so zu Recht den letzten Platz ein.

Sonstige Gründe waren: Ruheraum in der Mittagszeit nutzen; Mediscript online (2x); Wartezeiten (z.B. zwischen Vorlesung und Praktikum) überbrücken; Auskunft der ZBM um Rat fragen; RapiDoc; Online Zeitschriften und deren Artikel; Lerngruppen (2x); mir vor Ort einen Überblick über die für mein aktuelles Semester wichtigen Bücher zu verschaffen, um dann zu entscheiden mit welchem ich Lernen will oder welches ich mir ggf. kaufen will; Ort zum Lesen/Ausruhen in Vorlesungspausen.

Teil 3 der Umfrage

E-Book-Umfrage Teil 1: Wie lernen Studierende mit gedruckten und Online-Büchern?

Lange Zeit dümpelte der E-Book-Markt in Deutschland vor sich hin, doch in den letzten Jahren ist das E-Book zum Thema Nummer eins in der deutschen Buchbranche geworden. Nach einigem Zögern haben sich jetzt auch die traditionellen Verlage und der Handel auf einen digitalen Massenmarkt eingerichtet, so dass sich der Umsatzanteil von E-Books 2011 verdoppeln konnte. Doch wie steht es eigentlich um die Akzeptanz und das Interesse für das digitale Lesen und Lernen bei den Studierenden der ZB Med? Entspricht der Umbruch im Buchmarkt auch ihren Bedürfnissen?

Dieser Frage geht Verena Salewsky, Bachelorpraktikantin der FH Köln, in einer Studie nach. Die Umfrage (PDF) lief vom 11. bis 21. Juni 2012 und ist mittlerweile abgeschlossen: 647 Studierende haben teilgenommen – dafür vielen Dank an dieser Stelle! Die Büchergutscheine wurden ausgelost und den Gewinnern zugeschickt.

Erste Ergebnisse zeigen den weiterhin starken Bezug zu gedruckten Büchern. Gründe hierfür sind u.a. die Zufriedenheit mit den gedruckten Büchern, die Ablehnung am Bildschirm zu lesen und die Haptik eines gedruckten Buches.

Für jeden Dritten ist das E-Book jedoch ein präsenter Begleiter ihres Studiums geworden, das vor allem Zugriff von überall und rund um die Uhr bietet. So ersetzen E-Books nicht die gedruckten Ausgaben, sondern ergänzen diese mit ihren Eigenschaften (Volltextsuche, Personalisierungsmöglich­keiten etc.) und bieten in stark frequentierten Zeiten, wenn alle gedruckten Exemplare ausgeliehen sind, Zugriff auf den Inhalt.


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Obige Abbildung zeigt die Verteilung der Umfrage-Teilnehmer auf die Semester. Das 4. Semester hat sich besonders an der Umfrage beteiligt. Da alle Studierenden ab dem 9. Semester in einen Topf geworfen wurden, hatten wir hier die meisten Antwortenden.


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Obige Abbildung zeigt ein erstaunliches Ergebnis, das auch schon bei anderen Umfragen gemacht wurde: Allen Werbemassnahmen zum Trotz gibt es einen hohen Prozentsatz an Nutzern (hier fast 1/4), die erst durch die Umfrage zu einem Service von diesem Serviceangebot überhaupt erfahren.

Teil 2 der Umfrage