Archiv für den Tag: 18. Dez. 2013

Neues Buch: Allgemeinmedizin und Praxis

Allgemeinmedizin und Praxis: Anleitung in Diagnostik, Therapie und Betreuung. Facharztprüfung Allgemeinmedizin

Authors: Frank H. Mader
ISBN: 978-3-642-29228-6 (Print) 978-3-642-29229-3 (Online)
7., vollst. überarb. u. akt. Aufl. 2014, XXXI, 492 S. 164 Abb. in Farbe
Springer 2014

Orientierung und konkrete Entscheidungshilfe
Lernbuch für Ärzte in der Weiterbildung
Nachschlagewerk für Fachärzte
Grundlagenwerk für alle Lehrpraxen, um Famulanten und PJler anzuleiten
Leitliniengerecht entsprechend DEGAM und EbM-Guidelines
Ausbildungskonform entsprechend Approbationsordnung und WBO „Facharzt für Allgemeinmedizin“
Sicherheit für die Facharztprüfung: Prüfungstechnik, Prüfungstipps, Prüfungsfragen

DAS anerkannte Vorbereitungsbuch in der Allgemeinmedizin
für Medizinstudium und Facharztprüfung
Mit diesem Buch beherrschen Sie sicher das Wissen um den komplexen Praxisalltag
mit seinen charakteristischen und uncharakteristischen Fällen
– vom ersten Arzt-Patienten-Kontakt über die Langzeitbetreuung bis zum Notfall.

Die diagnostischen und therapeutischen Strategien
für die 300 regelmäßig häufigen Beratungsprobleme
– Einschätzung der Dringlichkeit, Entscheidungsfindung
– Stufendiagnostik: Was, wann, wie intensiv
– Schnittstelle Hausarzt – Spezialist
– Früherkennung, Vor- und Nachsorge, Check-up, DMPs

Der unverzichtbare Begleiter für Ausbildung und Weiterbildung
– Grundlagenwerk für alle Lehrpraxen und Studenten in Blockpraktikum,
Famulatur und PJ-Tertial Allgemeinmedizin
– Lern- und Strategiebuch für Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung
– Nachschlagewerk im hausärztlichen Praxisalltag
– Leitliniengerecht nach DEGAM, Nationalen Versorgungsleitlinien
und anderen EbM-Guidelines
– Aus- und weiterbildungskonform gemäß Approbationsordnung und
MWBO „Facharzt für Allgemeinmedizin“ und „Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin“
– Sicherheit für die Facharztprüfung mit zahlreichen Prüfungsfragen und -tipps

Foto und Text: Springer


Alle in der Universität Münster zugänglichen Springer e-Books finden Sie in dieser Liste. Im Buchkatalog der Universitätsbibliothek, kann man gezielt nach Online-Büchern suchen. Die Bibliothek hat die Lehrbücher unter den obigen Titeln der Liste aller Online-Lehrbücher hinzugefügt. Zugänglich sind diese Bücher nur im Hochschulnetz der Universität.

Cochrane Library vs. UpToDate

Letzte Woche musste die Bibliothek sich entscheiden, die evidenz-basierten Reviews der Cochrane Library weiterhin für die Universität Münster zu lizenzieren. Hmm, keine ganz leichte Entscheidung, denn obwohl die Cochrane Library trotz einiger Irritationen als Quelle der höchsten Evidenz gilt, steht sie bei unseren Ärzten nicht sehr hoch im Kurs, wie eine kürzliche Umfrage zeigte:


Die Cochrane Library wird im Verhältnis zu den anderen Informationsquellen nur wenig benutzt: Jeder zweite Arzt greift oft auf UpToDate zu, aber nur jeder 14te auf die Cochrane Library.

Im Folgenden habe ich einmal eine Gegenüberstellung zwischen den beiden Ressourcen von systematischen Reviews für die wichtigsten Parameter angefertigt. Man sieht zwar deutlich, dass die Cochrane Library bei Kosten/Nutzung zwar doppelt so viel wie UpToDate kostet, sich dies aber noch in einem zumutbaren Rahmen bewegt.

Cochrane Library UpToDate
Zahl der Reviews 5.600 9.000
Zahl der aktuellen Reviews 306* 9.000**
Fachgebiete/
Abdeckung
alle Fachgebiete,
teilweise Abdeckung
21 Fachgebiete,
vollständige Abdeckung
Evidenz-Grading 100% der Reviews 80%
Jährliche Lizenzgebühren 4.000 € 30.000 €
Jährliche Zugriffe 2.000 28.000
Kosten/Zugriff 2,00 €*** 1,07 €
Nachweis in PubMed ja nein
Open Access nach 12 Monaten (oder früher) nein

 

* New + Updated Reviews Jan-Aug 2013
** alle UpToDate-Reviews werden alle drei Monate überprüft und aktualisiert
*** Obwohl nach dem Wechsel von Ovid zu Wiley die Nutzung zwar deutlich anstieg, kostete jeder Zugriff auf die Cochrane Library mit 2 Euro das Doppelte wie bei UpToDate.

Digital Public Library of America

Eine Gruppe von amerikanischen Top-Bibliotheken und wissenschaftliche Einrichtungen hat heute eine neue zentralisierte Ressource für die Forschung eröffnet: Die Digitale Öffentliche Bibliothek von Amerika (DPLA), die Millionen von Büchern, Bildern, audiovisuelle Materialien, etc. in digitaler Form enthält (bzw. enthalten soll).

Der DPLA zugrunde liegt eine Vision von Robert Darnton, dem Direktor der Harvard University Library.

Einige Beispielfunde:

Das eurpäische Pendant stellt die Europeana dar, die ebenfalls mit Millionen von Medien glänzt. Obwohl deren Wahlspruch ist: „Found something you like? Download it, print it, use it, save it, share it, play with it, love it!“, muß an dieser Stelle eine Warnung ausgesprochen werden: Nicht alle Werke der DPLA oder der Europeana sind in der Public Domain. Bitte in jedem Fall die genauen Nutzungsrechte für Bücher und Bilder beachten!

Dank der von beiden Institutionen zur Verfügung gestellten APIs können beiden Ressourc-Welten mit speziellen Apps simultan und mobil durchsucht werden.

Foto: Screenshot DPLA Webseite, Bild ist Public Domain

Neues Buch: Food Allergy

Food Allergy

John James et al
Elsevier 2012
ISBN: 978-1-4377-1992-5

Definitive yet concise, Food Allergy, by Drs. John M. James, Wesley Burks, and Philippe Eigenmann, provides expert guidance for efficient diagnosis and effective management of these increasingly prevalent conditions. The consistent, practical format, with a wealth of case studies, clinical pearls and pitfalls, full-color photos and illustrations, diagrams, and more – along with online access at www.expertconsult.com – make this an ideal quick reference tool for both allergy clinicians and primary care physicians.


Von „ABC Proteins“ bis „Zinc Oxide Bulk, Thin Films and Nanostructures“ stehen mehrere Tausend Titel aus dem Programm der niederländischen Verlagsgruppe und den dazugehörigen Verlagen zur Verfügung. Es handelt sich um naturwissenschaftliche, ingenieurswissenschaftliche und betriebswirtschaftliche Werke, die zunächst für ein Jahr nutzbar sind. Die eBooks können online gelesen und durchsucht, aber auch ausgedruckt oder für eigene wissenschaftliche Zwecke abgespeichert werden.

Im Buchkatalog der Universitätsbibliothek, kann man gezielt nach Online-Büchern suchen. Zugänglich sind diese Bücher nur im Hochschulnetz der Universität.

Jubiläum: ZB Med bietet seit 10 Jahren Onlinebücher an

Es sind nun fast auf den Tag genau 10 Jahre her, seitdem die Zweigbibliothek die ersten medizinischen Onlinebücher angeboten hatte: Am 1. Januar 2003 wurden 24 Lehrbücher und Checklisten des Thieme Verlags Stuttgart für die Universität Münster freigeschaltet. Nicht nur für den Fachbereich Medizin, auch für das deutsche Bibliotheks- und Verlagswesen war dies eine absolute Premiere.

10 Jahre ist eine gute Zeit, um Rückschau zu halten. 10 Jahre ist die Zeit, die Onlinebücher gebraucht haben, um im Alltag anzukommen, um nützlich und erfolgreich zu sein.* Doch der Erfolg hat durchaus seine Kehrseiten, wie der Leiter der Bibliothek, Dr. Oliver Obst betont:

Alle lieben E-Books: Die Studierenden, die Ärzte, die Wissenschaftler – doch es ist schwierig, Geld für diesen zusätzlichen Service zu bekommen.

Englischsprachige Onlinebücher
Englischsprachige Lehrbücher sind für die ZB Med zur Zeit kein Thema – die werden zu selten benutzt (Ausnahmen sind auf rührige Dozenten zurückzuführen) -, dagegen englischsprachige Fachmonographien schon: Über das E-Book-Portal der Bibliothek sind zigtausend Onlinebücher potenziell nutzbar, die als Campuslizenz unbezahlbar wären. Man kann dort Bücher auswählen, die – nach dem Ok der Bibliothek – schnell freigeschaltet werden.

ZB Med als Verleger
Neben dem Kauf oder der Lizenzierung von tausenden E-Books betätigt sich die ZB Med auch als Verleger. Seit 1997 wird eine elektronische Zeitschrift als PDF herausgegeben mit bisher 45 Ausgaben, und im April 2012 wurde das erste iBook publiziert.

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* Es hatte ebenfalls 10 Jahre gedauert vom ersten Angebot eines E-Journals bis zur vollständigen Umstellung aller Zeitschriften der ZB Med auf e-only.

„Diese Schule kann helfen, dem Ärzte-Mangel entgegen zu steuern“

Die neue Datenbank Einstein Archives Online verzeichnet über 80.0000 Dokumente von und über Albert Einstein. Dazu gehören insbesondere wissenschaftliche und persönliche Schriften aus dem Nachlass, wie z.B. Vorlesungsskripte, Briefe und Reisetagebücher.

Annähernd 2.000 Manuskripte aus dieser Sammlung wurden bisher (Juli 2012) digitalisiert und sind als Bilddateien aufrufbar. Neben dem Scan wird meist auch der transkribierte Text in der jeweiligen Originalsprache und gegebenenfalls in englischer Übersetzung als PDF-Datei angeboten. Über eine Volltextsuche kann in diesen Dateien recherchiert werden. Die Texte sind den „Collected Papers of Albert Einstein“ (CPAE), der Gesamtausgabe seiner Schriften, unverändert entnommen.

Die Gesamtausgabe wird vom dem am California Institute of Technology angesiedelten Einstein Papers Project (EPP) erstellt, das zusammen mit dem Albert-Einstein-Archiv (AEA) der Hebräischen Universität in Jerusalem dieses Angebot realisiert hat.

Eine wahre Fundgrube! Ein Beispiel für ein Digitalisat mit Medizinbezug ist folgende Antwort Einstein’s auf vier biographische Fragen anläßlich der Namensgebung des Albert Einstein College of Medicine 1953.


(Klicken zum Vergrößern, Volltext)

Drei Zitate aus diesem Dokument:

Die Physik hat auf die Medizin zunächst dadurch gewirkt, dass sie dem Menschen Vertrauen in die naturwissenschaftliche Methode gegeben hat.

Diese Schule kann helfen, dem Ärzte-Mangel (entgegen) zu steuern, und dass dies zu Ehren des demokratischen Ideals geschieht.

Wer den Drang zum Forschen hat, der findet schon selber den für ihn richtigen Weg. Mit Ratschlägen ist da kaum zu helfen.

Auch heute noch aktuell!

Foto: Albert Einstein College of Medicine, NY, USA

„Die Bibliothek ist mein Google“

Am 16. Juli nahmen sich die Mitarbeiter der Zweigbibliothek Medizin einen ganzen Tag Zeit, um ihre Dienstleistungen für Forscher auf den Prüfstand zu stellen. Unter dem Motto „Fit for the Future“ wurde intensiv an Mittel und Wegen gearbeitet, diese weiter zu verbessern und die Informationsbedürfnissen der Ärzte und Forscher der Fakultät noch gezielter zu erfüllen.

Als Referentin konnte Vanessa Proudman gewonnen werden von Proud2Know, eine erfahrene Wissens- und Projektmanagerin bei führenden Europäischen Bibliotheken und der Europeana.

Anhand des Arbeitsalltag ausgewählter Mediziner der Fakultät wurde exemplarisch herausgearbeitet, an welchen Stellen im Tagesablauf Dienstleistungen der Bibliothek benutzt werden, und wann es Sinn macht, zusätzliche Services anzubieten.

Stärken und Schwächen

Die Mitarbeiter der Bibliothek trugen dann das komplette Service-Angebot zusammen und stellten es in einem Diagramm dar, das die Stärken und Schwächen der Bibliothek verdeutlichte. Das Team nutzte dies später am Tag als Grundlage für die weiteren Entwicklungspläne.

Der Standpunkt des Forschers

Eine Rollenspielübung schloss die Sitzung über den aktuellen Stand der Bibliotheksdienste ab. Dabei versetzten sich die Mitarbeiter in die Fußstapfen der Forscher, um zu sehen, wie sie die aktuellen Bibliotheksdienste wahrnehmen und mit der Bibliothek kommunizieren und interagieren. Die Ergebnisse dieser Sitzung wurden mit anderen Resultaten des Tages als Grundlage für künftige Pläne zur Verbesserung der Bibliothek zusammengefasst.

„Die Bibliothek ist mein Google“

Schlußendlich wurden die Mitarbeiter aufgefordert, einen so genannten „Claim“ zu entwickeln – einen Slogan, unter dem die Bibliothek gerne bei ihren Nutzern bekannt wäre. Die genannten Claims reichten von den naheliegenden Statements „Die ZB Med ist immer für mich da“ und „Die Bibliothek ist mein persönlicher (Literatur)Betreuer“ bis hin zu anspruchsvollen Aussagen wie „Die Bibliothek ist mein Google“ und „Die Bibliothek ist unverzichtbar für mich“.

Die nächste Stufe

Am Schluß teilten die Mitarbeiter des Bibliotheksteams ihre Eindrücke des Tages, insbesondere die Menge an Wissen, die sie zusammen besassen und wie viel sie über den Blickwinkel der Forscher gelernt hatten. Sie waren gespannt auf die zukünftigen Entwicklungen und daran interessiert, diese weiter voran zu treiben.

Uni-Postfach nicht verwaisen lassen!

Wie die Unizeitung in ihrer aktuellen Ausgabe mitteilt, sollen die Studierenden dazu verpflichtet werden, regelmäßig die Nachrichten ihres Uni-Postfachs @uni-muenster.de abzurufen.

Eine Uni-Muenster-Emailadresse ist für viele Dienste notwendige Voraussetzung, wie z.B. für die Literaturverwaltung mit Refworks, die Artikelbestellung mit Rapidoc, das Einloggen an den Bibliotheks-PCs, den Scan2Mail-Service an zwei Kopiereren der ZB Med, Anmeldung bei VPN/eduroam, zum Aktivieren der Studierendenkarte usw.

In machen Fällen (Rapidoc) kann allerdings auch auch die UKMuenster-Emailadresse benutzt werden.

Die Bibliothek hatte vor kurzem ebenfalls darauf hingewiesen, dass Email-Erinnerungsschreiben – wie z.B. vor Ablauf der Leihfrist – zwar auch an private Emailadressen verschickt werden, die Sie im Ausleihsystem eingetragen haben, dass aber eine Weiterleitung von der Uni-Muenster-Adresse auf Ihre private Emailadresse sehr ratsam ist, um auch wirklich alle wichtigen Mails zu bekommen. Diese Weiterleitung kann problemlos im Nutzerportal Mein ZIV eingerichtet werden.

Eine dauerhafte E-Mail-Adresse der Universität erhalten auch Mitglieder des Alumni Clubs der Universität.

Jeder vierte Erstsemester ist ein „Couchpotato“

Gesund leben, vernünftig essen und trinken und sich viel bewegen – das sind die Zutaten für lebenslange Gesundheit, Fitness und beruflichen Erfolg. Der Alltag heutiger Studierender sieht jedoch oft anders aus. Das Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln hat sich dieser Fragestellung nun einmal angenommen. Im Zuge des Projekts „Healthy Campus“ wurde erstmals eine Online-Befragung von Kölner und Bonner Erstsemestern erhoben. Die Ergebnisse sind alarmierend:

Die Mehrheit der Studentinnen leidet unter gesundheitlichen Problemen an Gelenken, Muskulatur und Knochen, aber auch an regelmäßigen Kopf- und Magenschmerzen, während ihre männlichen Kommilitonen häufiger mit Übergewicht zu kämpfen haben. Jeder vierte Erstsemester treibt überhaupt keinen Sport.

Hier setzt das Forschungsprojekt „Healthy Campus“ der Deutschen Sporthochschule Köln und der Universität Bonn an. Es will Studierenden frühzeitig für einen gesundheitsorientierten Lebensstil begeistern. Langfristig wollen sich die beiden Universitäten als „Healthy Campus“ profilieren und damit ihre Attraktivität für Studierende weiter erhöhen.

Foto: Barbara Frommann/Uni Bonn

1,7 Mio. Examensfragen gekreuzt – Studienbeiträge gut und wirtschaftlich eingesetzt

Die Förderung von Thieme Examen Online aus Studienbeiträgen ist ein voller Erfolg: 500 Studenten haben 2011 in 57.676 Sessions mit insgesamt 1,7 Mio. Fragen gearbeitet. Dabei wurden die Seiten von Examen Online fast 10 Mio.-mal aufgerufen. Dabei war das Physikum mit 280 Nutzern und 6,2 Mio. Aufrufen deutlich „kreuz-intensiver“ als das Hammerexamen mit 220 Nutzern und 3,7 Mio. Aufrufen.

Wie in der obigen Grafik zu erkennen, steigt die Nutzung der Fragen etwa zwei (Physikum) bis drei Monate (Hammer) vor dem Examen deutlich an. Das Physikum ist erkennbar arbeitsintensiver.

Dank der vorausschauend tätigen Kommission für die Vergabe von Studienbeiträgen, die Examen Online gleich für zwei Jahre bewilligte, steht Ihnen dieses Prüfungstool noch das ganze Jahr 2012 zur Verfügung. Danach ist allerdings erstmal Schluß, da es ja keine Studienbeiträge mehr gibt.

ULB eröffnet Portal für Digitale Sammlungen

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Die ULB meldet:

Am 24. Oktober hat die Universitäts- und Landesbibliothek Münster (ULB) ihre Digitalen Sammlungen für die Nutzung im Internet freigegeben. Mehr als 1.500 digitalisierte historische Dokumente werden damit weltweit online zugänglich gemacht – darunter auch wertvolle Sammlungen, die nun jederzeit für die Forschung und für Interessierte bereitstehen. Der Bestand dieses virtuellen Lesesaals wird laufend erweitert.

Aufrufbar sind die Digitalisierten Sammlungen über die Website der ULB oder direkt über http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de.

Dass in den Magazinen ULB wertvolle historische Bestände bewahrt und archiviert werden, ist allgemein bekannt. Darin herumzublättern, war aber bislang nicht ohne weiteres möglich. Schwer oder gar nicht zu ersetzende Werke sind normalerweise nur unter Aufsicht von Fachleuten zugänglich – ein Zustand, der auch den benutzerorientiert denkenden Bibliothekaren ein Dorn im Auge ist.

Die Experten der ULB haben in den letzten Jahren damit begonnen, wichtige alte Werke systematisch zu digitalisieren. Inzwischen ist die Tausendermarke längst überschritten. Ein Großteil der bereitgestellten Dokumente ist Regionalschrifttum, also alte Drucke, Handschriften, Autographen und Nachlässe aus und über Westfalen. Für Forschende besonders interessant ist die Präsentation besonderer Werkschwerpunkte als geschlossenes Konvolut; darunter auch die Sammlung von August Freiherr von Haxthausen. Teile dieser breit angelegten Textkollektion stehen über die Digitalen Sammlungen zur Verfügung. Hier erhält man z. B. die Möglichkeit, durch einen Reisebericht über Paris aus dem Jahr 1855 zu stöbern oder aufwändige Illustrationen der Texte zu betrachten – so auch bei einer detaillierten Darstellung von Kleidungsvorschriften in russischen Kirchen aus dem Jahr 1773 (s. Abb.).

1 Nutzer lädt 40.000 Artikel herunter

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Wie die Nature Publishing Group erst kürzlich bekannt gab, wurden an sechs Tagen im Februar und März 2010 insgesamt über 40.000 Artikel aus dem 1869-1949er Archiv der Zeitschrift Nature heruntergeladen. Aufgrund der zeitlichen Abfolge wurde die professionelle Spidersoftware von einer Einzelperson eingesetzt.

Während einige Verlage ein Warnsystem aufgesetzt haben, dass solche Massendownloads verhindert, scheinen bei Nature im Frühjahr 2010 alle Türen und Tore offen gestanden zu haben.

Normalerweise sperren Verlage die jeweiligen Rechner oder sogar das gesamte Netzwerk für den Zugriff auf ihre Titel, sobald sich ein Mißbrauchsfall ereignet.

Das übermässige Sammeln von Artikeln, die aufgrund der schieren Masse niemals je gelesen werden können, wird immer mal wieder festgestellt; so wurden kürzlich 4,8 Mio. Artikel von einem Internetaktivist heruntergeladen.

Die Bibliothek möchte aus diesem Anlaß noch einmal darauf hinweisen, dass es nicht gestattet ist, komplette Zeitschriftenjahrgänge von den Verlagsseiten herunterzuladen oder automatisierte Programme (Spider, bestimmte Literaturverwaltungen) zum Herunterladen von Aufsätzen zu benutzen.

Foto: rbmedia via photocase