Aktionstag gegen Gewalt an Frauen – 2025

Am 25. November ist der jährliche internationale Aktionstag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Er wurde von den Vereinten Nationen einberufen und soll die Bedrohung geschlechtsspezifischer Gewalt wiederkehrend in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit stellen. Die Universität Münster beteiligt sich jedes Jahr mit unterschiedlichen Aktionen. 

Mitglieder der Gleichstellungs- und Diversitykommission
© uni münster

Jede dritte Frau erlebt mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt (BMBFSFJ). Dies umfasst neben häuslicher Gewalt und Vergewaltigung auch Diskriminierung, Belästigung und Stalking. Gewalt kann jeder Frau, überall geschehen, ob auf der Straße, beim Arbeitsplatz oder zu Hause. Ausgehend von einem Unbekannten oder dem eigenen Partner.

Laut der Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts ist im Jahr 2024 in der Fallgruppe Sexualstraftaten die Anzahl der weiblichen Opfer im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 % angestiegen. Im Fünfjahresvergleich ist in allen Sexualdelikten (sexueller Übergriff, sexuelle Belästigung, Vergewaltung etc.) ein Einstieg zu verzeichnen.  Insbesondere die Zahl der Opfer von häuslicher Gewalt in Deutschland stieg im vergangenen Jahr um rund 10.000, auf mittlerweile 266.000.

Ergänzend hierzu wurde erneut das Bundeslagebild geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten für das Berichtsjahr 2024 veröffentlicht, welches Zahlen aus unterschiedlichen Datenquellen zusammenstellt und damit einen Gesamtüberblick zu frauenfeindlichen Straftaten im Bereich der politisch motivierten Kriminalität und zu Straftaten, die überwiegend zum Nachteil von Frauen begangen werden oder in ihrer Ausprägung primär Frauen betreffen, ermöglicht.

Von links: Prof. Dr. Quante, Prof. Dr. Tietjens, Dr. Lucht, Prof. Dr. Wessels und Herr Schwarte
© Linus Peikenkamp

Aktionen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Um diese Probleme in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, finden am 25.11. weltweit Aktionen statt, die auf Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam machen. Dabei geht es auch darum, sich mit den Betroffenen zu solidarisieren und den Mut derer zu stärken, die sich für Frauen und Mädchen einsetzen.

Vom 18. November bis 6. Dezember 2025 findet die digitale bzw. hybride Vortragsreihe der Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten der Hochschulen und Universitätsklinika NRW (kurz: LaKof NRW) statt . Die Veranstaltungen beleuchten verschiedene Formen geschlechtsspezifischer Gewalt und bieten Raum für Austausch und Information.
Die Teilnahme ist kostenlos, die Reihe wird von verschiedenen Gleichstellungsbüros finanziert.

 

Das Vortragsprogramm:

18.11.2025 | 11:30–13:00 Uhr
Dominik Hammer: „Beyond the GerManosphere“ – Vortrag zu misogynen Online-Subkulturen

25.11.2025 | 12:00–13:30 Uhr (hybrid)
Lea Martin: „Wenn beim Geld die Liebe aufhört – Finanzielle Gewalt gegen Frauen*“

25.11.2025 | 17:00–19:00 Uhr (hybrid)
Kathi Heffe: „Von Dickpics bis Deepfakes – Digitale Gewalt gegen Frauen erkennen, benennen, handeln“

27.11.2025 | 11:00–13:00 Uhr
Karola Rosenberg: „Häusliche Gewalt im Familienrecht: ‚Zum Streiten gehören immer zwei‘ – Wie falsche Denkmuster Schutz für Frauen und Kinder verhindern“

27.11.2025 | 14:00–15:30 Uhr (online)
Dr. Sandra Schwark: „Bystander Interventionen bei sexueller Belästigung“

01.12.2025 | Uhrzeit folgt
Veronika Kracher: „Incels“

03.12.2025 | Uhrzeit folgt
N.N.: „Konsens“

 

Brötchentüten-Aktion „Gewalt kommt mir nicht auf den Campus“

Ab dem 25. November 2025, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, startet außerdem die Brötchentüten-Aktion „Gewalt kommt mir nicht auf den Campus“ an der 30 verschiedene Hochschulen in NRW teilnehmen.
Insgesamt wurden 113.000 Brötchentüten mit Aktionsmotiven gedruckt und werden während des Aktionszeitraums in Mensen, Bäckereien und Cafeterien ausgegeben. An der Uni Münster, der Fachhochschule Münster, sowie dem Universitätsklinikum werden ca. 5.000 Tüten ausgegeben.

Zeigen Sie Ihre Unterstützung und posten Sie ein Foto Ihrer Tüte auf Social Media mit den Hashtags
#GewaltKommtMirNichtAufDenCampus und #GewaltfreieHochschule.

Weitere Informationen zur Vortragsreihe und der Brötchentüten-Aktion finden Sie hier

Maßnahmen an der Universität Münster

© BfG

Die Universität Münster positioniert sich im Rahmen der partnerschaftlichen Vereinbarung (PDF), die für alle Mitglieder der Universität gilt, ganz deutlich: Fehlverhalten wie sexuelle Belästigung, Mobbing, Stalking und Diskriminierung wird vehement abgelehnt und als Beeinträchtigung der Persönlichkeitsrechte betrachtet. Ziel ist es, ein menschenwürdiges und intaktes Arbeits- und Studienklima sicherzustellen.

Ansprechpartner*innen für betroffene Studierende und Beschäftigte der Universität Münster finden Sie auf unserer Homepage.

Mitmachaktion Hilfetelefon Aktionsmotiv
© Hilfetelefon

Hilfetelefon Gegen Gewalt an Frauen

Das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist mit seiner kostenfreien Telefonnummer 0800 116 016 rund um die Uhr an 365 Tagen erreichbar und bietet anonyme Beratung und Information für Betroffene in den unterschiedlichsten Sprachen. Angehörige, Freund*innen sowie Fachkräfte können sich ebenfalls an das Hilfetelefon wenden. Weitere Informationen unter www.hilfetelefon.de

 

Warum bezieht sich der Aktionstag nur auf Gewalt an Frauen?

Der internationale Aktionstag am 25. November wurde ausgerufen, um sichtbar zu machen, dass Frauen in besonderer Weise von Gewalt betroffen sind und dass Gewalt gegen Frauen Erscheinungsform und Konsequenz eines omnipräsenten Sexismus ist. Daher beschränkt sich der Aktionstag auf diese Form der geschlechtsspezifischen Gewalt – ohne Gewalt gegen andere Geschlechtsidentitäten damit verharmlosen zu wollen. Unter „Frau“ verstehen wir hier Personen, die sich selbst als Frau identifizieren oder von anderen als Frau gelesen werden.

Gerade bei dem Thema Gewalt ist es jedoch wichtig, intersektionale Verschränkungen verschiedener Diskriminierungsdimensionen zu beachten: Hautfarbe, sexuelle Orientierung, die Tatsache, ob man sich mit dem von außen zugeschriebenen Geschlecht identifiziert oder nicht – all diese Markierungen tragen dazu bei, dass sich Diskriminierungsformen verstärken und die erfahrene Gewalt zusätzlich rassistische, homophobe, ableistische und/oder trans*feindliche Züge annimmt.

Diesem Gedanken folgend möchten wir an dieser Stelle auch auf den Trans* Day of Remembrance aufmerksam machen, der jedes Jahr am 20. November der Ermordung trans* und genderdiverser Personen gedenkt und gegen Gewalt an Trans*Personen sensibilisiert.