© Uni MS – Linus Peikenkamp

Aktionstag gegen Gewalt an Frauen – 2024

Am 25. November ist der jährliche internationale Aktionstag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Er wurde von den Vereinten Nationen einberufen und soll die Bedrohung geschlechtsspezifischer Gewalt wiederkehrend in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit stellen. Die Universität Münster beteiligt sich seit 2014 mit unterschiedlichen Aktionen. Auch in diesem Jahr positioniert sich das Rektorat mit dem Banner des Büros für Gleichstellung gegen Gewalt an Frauen.

© Viola Dessin

Jede dritte Frau erlebt mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt. Dies umfasst neben häuslicher Gewalt und Vergewaltigung auch Diskriminierung, Belästigung und Stalking. Gewalt kann jeder Frau, überall geschehen, ob auf der Straße, beim Arbeitsplatz oder zu Hause. Ausgehend von einem Unbekannten oder dem eigenen Partner. Laut der Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts ist im Jahr 2023 die Anzahl der (bekannten) Gewaltopfer im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 % angestiegen. Im Fünfjahresvergleich sogar um fast 20 Prozent. Dabei erstrecken sich die Erscheinungsphänomene Häuslicher Gewalt auch zunehmend in den digitalen Raum, etwa durch Stalking unter Nutzung des Internets. Hier hatte sich die Anzahl der Fälle im Vergleich zu 2019 mehr als verdoppelt. Ergänzend hierzu wurde erstmals das Bundeslagebild Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten für das Berichtsjahr 2023 im November veröffentlicht, welches Zahlen aus unterschiedlichen Datenquellen zusammenstellt und damit einen Gesamtüberblick zu frauenfeindlichen Straftaten im Bereich der Politisch motivierten Kriminalität und zu Straftaten, die überwiegend zum Nachteil von Frauen begangen werden oder in ihrer Ausprägung primär Frauen betreffen, ermöglicht.

Um diese Probleme in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, finden am 25.11. weltweit Aktionen statt, die auf Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam machen. Dabei geht es auch darum, sich mit den Betroffenen zu solidarisieren und den Mut derer zu stärken, die sich für Frauen und Mädchen einsetzen.

Am 25.11. startet die digitale Vortragsreihe der Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten der Hochschulen und Universitätsklinika NRW (kurz: LaKof NRW), unter der Beteiligung des Büros für Gleichstellung der Universität Münster, mit dem Titel „Gewalt kommt mir nicht auf den Campus“. In vier 90-minütigen Vorträgen werden die Themen Gewalt gegen Frauen an Hochschulen, das Phänomen Victim-Blaming, Femizide und digitale Gewalt gegen Frauen behandelt. Die Vorträge finden an den folgenden Terminen statt: 25., 26., 28. November und 6. Dezember. Des Weiteren startet am 25.11. die Brötchentütenaktion, insgesamt wurden 95.000 Tüten für den Aktionszeitraum gedruckt. Sie gilt nur solange der Vorrat reicht! Mehr Informationen und den Link zur kostenlosen Anmeldung für die Vorträge finden Sie hier.

Maßnahmen an der Universität Münster

© BfG

Die Universität Münster positioniert sich im Rahmen der partnerschaftlichen Vereinbarung (PDF), die für alle Mitglieder der Universität gilt, ganz deutlich: Fehlverhalten wie sexuelle Belästigung, Mobbing, Stalking und Diskriminierung wird vehement abgelehnt und als Beeinträchtigung der Persönlichkeitsrechte betrachtet. Ziel ist es, ein menschenwürdiges und intaktes Arbeits- und Studienklima sicherzustellen.

Ansprechpartner*innen für betroffene Studierende und Beschäftigte der Universität Münster finden Sie auf unserer Homepage.

Mitmachaktion Hilfetelefon Aktionsmotiv
© Hilfetelefon

Hilfetelefon Gegen Gewalt an Frauen

Das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist mit seiner kostenfreien Telefonnummer 0800 116 016 rund um die Uhr an 365 Tagen erreichbar und bietet anonyme Beratung und Information für Betroffene in den unterschiedlichsten Sprachen. Angehörige, Freund*innen sowie Fachkräfte können sich ebenfalls an das Hilfetelefon wenden. Weitere Informationen unter www.hilfetelefon.de

 

Warum bezieht sich der Aktionstag nur auf Gewalt an Frauen?

Der internationale Aktionstag am 25. November wurde ausgerufen, um sichtbar zu machen, dass Frauen in besonderer Weise von Gewalt betroffen sind und dass Gewalt gegen Frauen Erscheinungsform und Konsequenz eines omnipräsenten Sexismus ist. Daher beschränkt sich der Aktionstag auf diese Form der geschlechtsspezifischen Gewalt – ohne Gewalt gegen andere Geschlechtsidentitäten damit verharmlosen zu wollen. Unter „Frau“ verstehen wir hier Personen, die sich selbst als Frau identifizieren oder von anderen als Frau gelesen werden.

Gerade bei dem Thema Gewalt ist es jedoch wichtig, intersektionale Verschränkungen verschiedener Diskriminierungsdimensionen zu beachten: Hautfarbe, sexuelle Orientierung, die Tatsache, ob man sich mit dem von außen zugeschriebenen Geschlecht identifiziert oder nicht – all diese Markierungen tragen dazu bei, dass sich Diskriminierungsformen verstärken und die erfahrene Gewalt zusätzlich rassistische, homophobe, ableistische und/oder trans*feindliche Züge annimmt.

Diesem Gedanken folgend möchten wir an dieser Stelle auch auf den Trans* Day of Remembrance aufmerksam machen, der jedes Jahr am 20. November der Ermordung trans* und genderdiverser Personen gedenkt und gegen Gewalt an Trans*Personen sensibilisiert.