Projekte

DFG-Projekt
„Entscheiden im Prosaroman des 15. und 16. Jahrhunderts“

Das in drei Unterprojekte gegliederte DFG-Projekt setzt sich zum Ziel, Entscheidensdiskurse in frühneuhochdeutschen Prosaromanen des 15. und 16. Jahrhunderts zu rekonstruieren, Sinndimensionen erzählten Entscheidens aufzudecken und die Rolle des Entscheidens als Vermittlungsverfahren zwischen Individuum, Gesellschaft und transzendenten Mächten zu bestimmen. Das Projekt betrachtet Entscheidensszenen aus historisch-kulturwissenschaftlicher Perspektive und untersucht die literarische Darstellung von Entscheiden in narratologischer und diskursgeschichtlicher Hinsicht.
Die Forschungsarbeit nimmt zum einen die in ihrer Zeit erfolgreichsten Werke der Erzählliteratur in den Blick – z.B. Thürings von Ringoltingen ‚Melusine‘ (1456), den anonymen ‚Fortunatus‘ (Erstdruck 1509) und das ‚Faustbuch‘ (Erstdruck 1587) –, setzt zum anderen einen Schwerpunkt auf die Werke Jörg Wickrams und sieht auch Vergleiche mit Entscheidensszenen des mittelalterlichen höfischen Romans vor. Das Projekt soll so einen Beitrag zur historischen Dimensionierung des populären Themas ‚Entscheiden‘ sowie zur Bestimmung der Rolle von Literatur in der frühneuzeitlichen Gesellschaft leisten.

  • Laufzeit:   April 2021- September 2025
  • Projektmitarbeiter*innen:   (Dr. Susanne Spreckelmeier - bis 03/2022)
                                                       Tim Meyer, M.A.
                                                       Maren Siemering
     

 

 

Exzellenzcluster "Religion und Politik"
Projekt (C3-14): "Literarischer Ikonoklasmus im Mittelalter"

Das Projekt strebt an, Ikonoklasmen in der Literatur des Mittelalters (12.- 14. Jh.) in den Blick zu nehmen. Ikonoklasmen sind ein probates Mittel, fremde Religionen zugunsten einer Schärfung der eigenen religiösen Position zu depotenzieren, sie können sich aber auch gegen eigene religiöse Traditionen richten. Nicht selten geht mit dem Bildersturz mehr oder weniger ungewollt eine Produktion neuer Bilder einher, Altes tritt in neuer Gestalt auf. Ikonoklasmen sind in vielen Fällen Ausdruck einer Strategie, im Medium des Bildes das Verhältnis von Religion und Politik auf je spezifische Weise zu bestimmen. Das Projekt will die Vielfalt ikonoklastischer Praktiken nach innen wie nach außen erfassen, typisieren und die ihnen zugrundeliegenden religionskulturellen Logiken herauspräparieren.

Projektbeginn: 01.01.2019



SFB 1150 'Kulturen des Entscheidens'
Projekt A01 "Poetiken des Entscheidens in der Erzählliteratur des deutschen Mittelalters

Ziel des Teilprojekts ist eine vergleichende Rekonstruktion von Diskursen und Praktiken des Entscheidens in der volkssprachlichen Erzählliteratur des 12. und frühen 13. Jahrhunderts. Angestrebt ist einerseits eine handlungstheoretisch, andererseits eine historisch-anthropologisch ausgerichtete Untersuchung von Prozessen des Entscheidens in volkssprachlichen Erzähltexten des Mittelalters. Im Zentrum der Analyse stehen dabei narrative Darstellungskonventionen und reflexive Beobachtungen von Entscheiden. Das Spiel der Literatur mit den gesellschaftlichen Regularien des Entscheidens gilt es auf unterschiedlichen textuellen Ebenen auf Formungstendenzen hin zu befragen, um dergestalt Poetiken des Entscheidens für die Erzählliteratur des 12. und 13. Jahrhunderts zu formulieren.

  • Projektbeginn:   01.07.2015 - Projektende: 31.01.2020
  • Projektmitarbeiterin:   Susanne Spreckelmeier, M.A.
  • Studentische Hilfskraft:   Lucas Engbers


Exzellenzcluster 'Religion und Politik'
Projekt (B2-15): "Konversion im Mittelalter. Zur ordnungsstiftenden Funktion eines kulturellen Narrativs"

Das Projekt untersucht aus kulturhistorischer Perspektive den Phänomenbereich der Konversion im Mittelalter. Unter Konversion wird mit Blick auf das im Mittelalter Normativität beanspruchende biographische Muster der paulinischen Wende bzw. des augustinischen Bekehrungserlebnisses eine Figur der Radikalisierung verstanden, die häufig als medial gesteuerter Plötzlichkeitseffekt in Erscheinung tritt. Sie äußert sich (durchaus auch als kollektives Phänomen) als forcierte Wende innerhalb des eigenen religiös-kulturellen Systems oder aber als Übertritt von einer Religion/Konfession zu einer anderen. Konstituitiv für die unterschiedlichen Ausprägungen aller Konversionen im religiösen Diskursfeld sind offenbar Konversionserzählungen, ja man kann diesen Zusammenhang dahingehend zuspitzen, dass es keine Konversion ohne Konversionserzählung gibt. Konversion als Erzählmuster und Konversion als Kulturmuster sind unentwirrbar ineinander verflochten. Insofern manifestiert sich in ihnen ein kulturelles, Diskurse und Praktiken umspannendes Narrativ.

  • Projektbeginn:    01.11.2012 - Projektende: 31.10.2017
  • Projektmitarbeiter:   Susanne Spreckelmeier
                                          Fridtjof Bigalke
  • Studentische Hilfskraft:   Nicolas Kleinschmidt
                                                   Tim Meyer



Exzellenzcluster ‚Religion und Politik‘
Projekt (B14):  „Die Religion des höfischen Romans“

Das Projekt verfolgt die Frage nach den religiösen Dimensionen des höfischen Romans (12./13. Jh.). Mit Max Weber wird Religion als Herausbildung einer Interessenssphäre verstanden, nämlich eines je nach Gesellschaft variablen Heilsinteresses, das bestimmte soziale Akteure hervorruft. Es soll zum einen die religiöse Semantik der Romane  untersucht werden, zum anderen sollen (pseudo)religiöse Dimensionen der Romane (Rituale, Dingsymbole, auratische Zeichen, Kausalitätsinstanzen) beleuchtet werden.

  • Projektbeginn:  01.01.2010 - Projektende: 30.10.2012
  • Projektmitarbeiter:  Raphael Kuch
  • Studentische Hilfskraft:  Sebastian Foppe