Mehr als Götter, Geister und Dämonen!

Religionswissenschaft ist Kultur-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaft

Was ist Religion? Wie verhalten sich die verschiedenen Religionen zu Kultur und Gesellschaft? Wie stehen sie zu Politik und Recht, Wirtschaft und Wissenschaft? Welche Vorstellungen haben sie von Gewalt und Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Himmel und Hölle? Wie gehen sie um mit Leben und Tod, Krankheit und Gesundheit? Welche Impulse geben religiöse Bindungen und Weltbilder der Lebensführung? Welche Dynamiken gehen von Religionen aus – und wie wandeln sich Religionen selbst? Verlieren Religionen in der Moderne ihre Bedeutung? Religionswissenschaftler*innen beschäftigen sich mit diesen Fragen ebenso wie mit Gottesbildern und Gottesdiensten, mit Geistern, Dämonen und Ritualen. Sie beobachten, was und wie Menschen wann und wo glaub(t)en, und untersuchen, wie Religionen Geschichte, Kultur und Gesellschaft gestalten.

 

Unsichtbares Münster - Religiöse Vielfalt für die Ohren

© IfR

Ein Audioguide von Studierenden der Religionswissenschaft an der Universität Münster


Die Stadt Münster gilt mit Dom und Bischofssitz gemeinhin als sehr katholisch. Schon ihr Name verweist auf ein Kloster (monasterium) und in den Friedensverhandlungen des Dreißigjährigen Krieges tagten hier die katholischen Konfliktparteien.
Doch bereits zu Beginn des 16. Jh. waren in Münster durch Reformation und Wiedertäuferbewegung auch andere christliche Gemeinschaften angesiedelt. Eine jüdische Gemeinde gibt es in Münster seit dem 12. Jh. Durch Zuzug und Pluralisierung der Religionen ist Münster heute ein Ort der religiösen und weltanschaulichen Vielfalt.
Dieser Audioguide widmet sich daher einigen religiösen Gemeinschaften jenseits des Mainstreams.

Entstanden sind die Beiträge im Rahmen eines Seminars am Institut für Religionswissenschaft unter der Leitung von Herrn Dr. Christian Röther und Frau Anja Lüpken. Studierende haben sechs religiöse Gruppen besucht und in drei- bis sechsminütigen Beiträgen vorgestellt. Diese können auf der Seite https://un-sichtbar.hypotheses.org/audioguides/muenster angehört und heruntergeladen werden.

Kooperationsangebot des CERES (RUB) WiSe 22/23

Die Lehrveranstaltungen, die Sie im Rahmen unserer Kooperation mit der Religionswissenschaft an der Uni Bochum besuchen können, finden sie hier. Alle Veranstaltungen können Sie für Modul 7 bzw. die Sprachkurse für die Sprachmodule belegen. Wenn Sie in der PO 15 studieren, wenden Sie sich bitte für die konkrete Modulzuordnung (7.3-7.6) an religionswissenschaft@uni-muenster.de.

Grüne Religion/en? Ökologische Nachhaltigkeit und Religion/en als Thema für die Bildungsarbeit

© Anja Lüpken

Ein Lehrforschungsprojekt des Instituts für Religionswissenschaft der WWU Münster

Anja Lüpken, M. A. (verantwortlich) und Dr. Judith Stander-Dulisch

In der öffentlichen Debatte um ökologische Nachhaltigkeit spielt das Thema Religion/en eine untergeordnete Rolle. Dabei sind aktuelle Entwicklungen unübersehbar: Churches for Future, die Umweltenzyklika Laudato Sí oder der Aufruf zum Öko-Jihad. Klimaschutz und Religion sind in der Gesellschaft relevant, insbesondere in Anbetracht der aktuellen gesellschaftlichpolitischen Situation („Erneuerbare Energien sind Friedensenergien“, Luisa Neubauer). Eine Reihe thematisch vertiefender Veranstaltungen soll dieses Thema schlaglichtartig beleuchten und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. Im Fokus der Betrachtung stehen das Verhältnis von Religion/en zu ökologischer Nachhaltigkeit, zu Natur im Allgemeinen sowie einzelnen speziellen Themen im Besonderen (z. B. Schöpfungsverantwortung, Tierethik, Ernährung, ‚Ökospiritualität‘). Dies soll in der ersten Hälfte des Projekts mit zwei thematisch vertiefenden Seminaren erfolgen. In dem darauffolgenden Halbjahr wird thematisch anschließend ein Lehrforschungsprojekt umgesetzt, in dem Konzepte zur Vermittlung der Erkenntnisse an unterschiedliche Zielgruppen in Workshops, Vorträgen, einer öffentlichen Ausstellung erarbeitet und umgesetzt werden.

Partner für dieses Lehrprojekt ist einerseits der Förderverein Klimakommune Saerbeck e. V., der mit dem Bioenergiepark und dem dort ansässigen Außerschulischen Lernstandort Saerbecker Energiewelten einen besonders geeigneten Ort für das Thema ökologische Nachhaltigkeit und Religion/en bietet. Andererseits wird das Projekt von der Jugendbildungsstätte Saerbeck mit ihrer Expertise in der Bildungslandschaft sowie mit bestehenden Strukturen unterstützt. Saerbeck ist Vorreiter in der lokalen Energiewende – Nachhaltigkeit und Klimaschutz bestimmen das Leitbild der Gemeinde, die zertifizierter Bildungsstandort für Nachhaltigkeit und Kompetenzzentrum für erneuerbare Energien ist.

Kontakt: anja.luepken@uni-muenster.de

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2022/23

Liebe Studierende,


auch im kommenden Semester können Sie auf institutseigene Lehrveranstaltungen und Lehrveranstaltungen unserer Kooperationspartner zurückgreifen. Bitte beachten Sie, dass es dabei zu unterschiedlichen Anmeldefristen und -modalitäten kommen kann. Alle Lehrveranstaltungen, die Sie im Wintersemester 2022/23 belegen können, finden Sie wie gewohnt im HIS/LSF. Die Anmeldung per Email entfällt.

Link HIS/LSF

Eine indische Göttin aus Köln zieht nach Münster – Neuzugang in der Religionskundlichen Sammlung

Das Institut für Religionswissenschaft freut sich über einen bedeutenden Neuzugang in der Religionskundlichen Sammlung. Der Durga-Altar war bis zuletzt Teil der Dauerausstellung des Rautenstrauch-Joest Museums in Köln. Ursprünglich wurde er für die Durga-Puja 2008 in Köln geschaffen und für das jährlich stattfindende Fest zu Ehren der Göttin Durga verwendet. Das Idol wurde vom Indischen Kulturverein (Bharat Samiti) e. V. in Köln dem Museum und nun der Religionskundlichen Sammlung zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle danken wir dem Kulturverein sehr für die Überlassung dieses eindrucksvollen Werkes für die Vermittlung in der Lehre.

Als immaterielles UNESCO Weltkulturerbe ist die Durga-Puja hauptsächlich in Bangladesch und im nord-östlichen Indien mit Hauptort Kalkutta verbreitet. Hier zieht sie jährlich Millionen von Besucherinnen und Besuchern in die Städte, um die große Göttin in Gestalt der Durga zu verehren, die in den vielen nur für dieses Fest erstellten Altären anwesend ist. Am letzten Tag des zehntägigen Festes wird die Göttin wieder verabschiedet und die Altäre dem Wasser übergeben.

Link zur Kurzdokumentation der Durga-Puja in Kalkutta:
https://ich.unesco.org/en/RL/durga-puja-in-kolkata-00703

Das Objekt zeigt zentral die Göttin Durga als Bezwingerin des Dämons Mahisasur in Gestalt eines Büffels – in dieser Darstellung nur mit dem abgeschlagenen Kopf repräsentiert. Begleitet wird sie von ihrem Reittier, dem Löwen und ihren vier Kindern: Lakshmi (links), Göttin des Glücks und des Reichtums, Sarasvati (rechts), Göttin der Weisheit, Kunst und Wissenschaft, Ganesha (links außen), der elefantenköpfige Gott des Anfangs, und Karttikeya (rechts außen), der auch als Murugan oder Skanda bekannt ist. Über ihr, scheinbar schwebend ist Shiva als Asket dargestellt.

Bis zur finalen Präsentation im Schaumagazin des geplanten Neubaus in der Robert-Koch-Straße verbleibt der Altar im Depot verwahrt und ist bis dahin leider nicht zu sehen.

Link zur Religionskundlichen Sammlung auf der Seite des IfR:
https://www.uni-muenster.de/FB2/religionswissenschaft/forschen/sammlung.html

Foto: Anja Lüpken

Durga-Altar
© Anja Lüpken

Digitaler Rundgang durch die Religionskundliche Sammlung

In einem Pilotprojekt wird die Religionskundliche Sammlung des IfR nun durch einen digitalen Rundgang einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. Dafür dankt das IfR Dr. Patrick Felix Krüger und Dr. Martin Radermacher vom Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) der Ruhr-Uni Bochum. Das Pilotprojekt zeigt auf, was im Rahmen von virtuellen Ausstellungen möglich ist: Schwer zugängliche Sammlungen können zum einen für Interessierte innerhalb und außerhalb der Universitäten geöffnet und zum anderen durch die Möglichkeiten des barrierefreien Zugangs auch für Menschen mit Behinderungen erfahrbar gemacht werden. Zudem ergibt sich großes Potenzial für Forschung und Lehre.


Mithilfe der Maus können Sie sich durch die virtuelle Ausstellung bewegen und einen 360°-Blick auf die verschiedenen Objekte werfen. Anklickbare Exponate färben sich rot, wenn man mit der Maus darüberfährt, und die Bezeichnung des Objekts wird eingeblendet. Klickt man das Objekt an, erscheinen eine Großaufnahme sowie ein kurzer Text. Ein Exponat ist darüber hinaus mit einer erklärenden Tonspur versehen. Es ist ebenfalls möglich in die Schränke hinter den Glasvitrinen zu schauen. Wenn Sie digital davor stehen, klicken Sie dafür die Schloss-Symbole auf den Türen an.

Link zum digitalen Rundgang

Neuigkeiten aus der Religionskundlichen Sammlung: Restauration von zwei Skulpturen

© IfR

Nach einer gründlichen Reinigung und der Beseitigung von Kleberückständen unsachgemäßer Reparatur strahlt die aus Porzellan gefertigte Figur der Guan-Yin wieder in vollem Weiß. Auch die zentrale Buddha-Figur des Reise- oder Hausaltars, die von ihrem Sockel gebrochen war, hat ihren Platz wieder eingenommen.

Weitere Informationen und zusätzliche Bilder finden Sie unter dem Reiter "Religionskundliche Sammlung".
Link zur Religionskundlichen Sammlung

Jüdisches Leben im Münsterland

Im Zusammenhang des Jubiläumsjahres „Jüdisches Leben in Deutschland“ hat Ludger Hiepel, ein Mitarbeiter unseres Fachbereiches, die Online-Ausstellung „Spurensuche_n im Gestern und Heute. Die digitale Ausstellung der Universität Münster zum Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ entwickelt. Hier geht’s zur Ausstellung: Link zur Ausstellung
Die Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO) der WWU bietet darüber hinaus weitere Veranstaltungen und Informationen zu jüdischem Leben in Münster und im Münsterland an, weitere Infos dazu finden Sie hier: Link zu weiteren Infos

Jüdisches Leben im Münsterland

Im Zusammenhang des Jubiläumsjahres „Jüdisches Leben in Deutschland“ hat Ludger Hiepel, ein Mitarbeiter unseres Fachbereiches, die Online-Ausstellung [...]

Möglichkeit für Absolvent*innen: Teach First

Teach First bietet Hochschulabsolvent*innen ein Stipendienprogramm, in dem Sie durch vorbereitende und begleitende Programme befähigt werden, für zwei Jahre in einer Schule zu arbeiten und [...]

Hindi Stammtisch

Der Hindi-Stammtisch der Deutsch-Indischen Gesellschaft trifft sich jeden [...]