Neue Anstöße für die Zusammenarbeit zwischen WWU und UFRJ in Rio de Janeiro

Unter der Leitung von Prof. Dr. Ana Paula Barbosa-Fohrmann war vom 10. bis 16. November 2019 eine Delegation aus der Nationalen Rechtsfakultät der Bundesuniversität Rio de Janeiro (Universidade Federal do Rio de Janeiro) zu Besuch an der WWU. Die achtköpfige Delegation – neben Prof. Dr. Barbosa-Fohrmann auch Studierende, Doktorand*innen und Postdocs – nahm an der WWU an einem Kolloquium zur internationalen Integration von Nachwuchsforscher*innen in Rechtswissenschaft und Philosophie in Brasilien und Deutschland teil und besuchte verschiedene Institute der WWU.
Bei dem Kolloquium hielt jede/r brasilianische Teilnehmer/in eine Präsentation zum Thema „Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele für Behinderung in Brasilien und Deutschland“ in Verknüpfung mit der Agenda 2030 und den Nachhaltigkeitszielen („Sustainable Development Goals“ - SDG).
Übergeordnetes Ziel der Studienreise ist die Fortsetzung und der Ausbau der Kooperation zwischen dem Postgraduiertenprogramm der Nationalen Rechtsfakultät der UFRJ sowie der Rechtsfakultät und des Philosophischen Seminars der WWU. Zu den geplanten Folgeaktivitäten gehören die Formate „Sandwich PhD“, Cotutelle und Postdocs im Rahmen verschiedener Förderprogramme wie bspw. CAPES/PRINT, CAPES/DAAD und CAPES/DAAD-PROBRAL. Entstanden ist die Idee der Studienreise durch den wissenschaftlichen Kontakt, den Prof. Dr. Barbosa-Fohrmann seit einiger Zeit zu Prof. Dr. Michael Quante und Prof. Dr. Thomas Gutmann pflegt.

Gefördert wurde die Reise zum Teil über das sogenannte CAPES/PrInt-Internationalisierungsprogramm. Die UFRJ ist eine von 35 brasilianischen Universitäten, die im Rahmen von CAPES/PrInt von CAPES über insgesamt fünf Jahre gefördert werden. Zu den Postgraduiertenprogrammen der Universität, die mit dieser Finanzierung ausgezeichnet wurden, gehört u. a. das Postgraduiertenprogramm in Rechtswissenschaft der UFRJ (PPGD). Die Finanzierung von CAPES / PRINT richtet sich an ein globales Projekt der UFRJ mit dem Titel „Nachhaltige Entwicklung, Wachstum und Bekämpfung von Ungleichheiten“. In diesem Zusammenhang finanziert das PPGD, welches als Forschungsschwerpunkt „Zeitgenössische Juristische Theorien“ ausgewiesen hat und charakteristisch interdisziplinär ist, internationale Missionen für seine Professoren wie zum Beispiel die genannte Mission nach Münster.

Am 16. November war die Delegation zu Besuch im Brasilien-Zentrum und wurde dort zunächst von Prof. Dr.-Ing. Bernd Hellingrath, dem wissenschaftlichen Leiter des Brasilien-Zentrums, begrüßt. Anschließend wurden die vielfältigen Kooperationsaktivitäten zwischen der WWU und brasilianischen Partnerinstitutionen, die Arbeit und Angebote des Brasilien-Zentrums sowie verschiedene Förderformate von Anja Grecko Lorenz, Geschäftsführerin des Brasilien-Zentrums, vorgestellt. Zudem präsentierten die Leiterin des Welcome Centres (Maria Homeyer) und des Graduate Centres (Jan Schmidt) ihre jeweiligen Unterstützungs- und Beratungsangebote für internationale Nachwuchswissenschaftler/innen an der WWU. In der abschließenden Diskussion wurden die individuellen Vorhaben der Teilnehmenden und mögliche Förderoptionen besprochen sowie Fragen geklärt.

Informationsveranstaltung in Buenos Aires zu Promotion und PostDoc-Aufenthalten in Deutschland

© Sarah Pabst

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag von Alexander von Humboldt organisierten das Brasilien-Zentrum der WWU Münster, die FU Berlin, die TU Berlin und die TU München gemeinsam mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) am 24. Oktober 2019 in Buenos Aires eine Informationsveranstaltung für Promotions- und Postdoc-Interessierte. Rund 75 Nachwuchswissenschaftler*innen aus ganz Argentinien waren gekommen, um sich umfassend über Forschungsaufenthalte in Deutschland zu informieren. Die zentralen Informationen zu Forschungs- und Finanzierungsmöglichkeiten wurden in den verschiedenen Präsentationen der genannten Institutionen und Bildungseinrichtungen vermittelt. Besonders kostbar waren den Teilnehmenden die Erfahrungsberichte der argentinischen Alumni, die einen Teil ihrer Forschung in Deutschland absolviert hatten. In der Alumni-Session wurden die unterschiedlichsten Fragen diskutiert, die von der Unterkunftssuche bis hin zu alltäglichen Aspekten der deutschen Kultur reichten. Dazu interviewten Anja Grecko Lorenz (Verbindungsbüroleiterin in São Paulo) und Laura Redondo (damals noch DFG-Referentin) unter anderem Prof. Dr. Julián Rafael Dib, der als Postdoc zwei Jahre am Institut für Molekulare Mikrobiologie und Biotechnologie an der WWU geforscht hatte und mit Humor von seinen Erfahrungen an der WWU berichtete. Darüber hinaus hatten die Teilnehmenden die Chance sich von Vertreter*innen der beteiligten Organisationen individuell beraten zu lassen. Dies war bereits die zweite Informationsveranstaltung, die das WWU Brasilien-Zentrum in Argentinien mitorganisiert, die erste fand anlässlich des Humboldt-Kolloquiums im Oktober 2018 statt.

© Sarah Pabst

Aufhänger der zweiten Veranstaltung war die Konferenz „Humboldt y las Américas - Todo es interacción" (Humboldt und Amerika - Alles ist Wechselwirkung), welche vom DAAD und der Deutschen Botschaft am 24. und 25. Oktober 2019 am gleichen Ort in Buenos Aires ausgerichtet wurde. Forscher/innen aus Deutschland und Argentinien kamen hier zusammen, um über verschiedene Aspekte der Person Humboldts, seiner Forschung und seiner Reisen zu diskutieren und sich auszutauschen ¬– fünf Jahre lang hatte Humboldt das damals in Europa noch wenig bekannte Lateinamerika bereist. Mit den bis heute weltweit gefeierten detaillierten Berichten seiner Forschungsreisen gilt Humboldt als einer der ersten wissenschaftlichen Brückenbauer zwischen Lateinamerika und Europa. Seine interdisziplinären Beobachtungen dienen Wissenschaftler*innen bis heute als Forschungsgrundlage und sind im Hinblick auf die Nachhaltigkeitsdebatte erstaunlich aktuell.

© Sarah Pabst

Mit der Konferenz wurden zugleich auch 50 Jahre erfolgreiche wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Argentinien und Deutschland gefeiert. Argentinien verfügt über sehr gute Verbindungen zu deutschen Universitäten und Forschungszentren, aus der unzählige Forschungs- und Mobilitätsprojekte resultierten. Beide Länder hatten bereits im April 2019 in Berlin beschlossen, ihre bilaterale Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung weiter auszubauen.

© Felipe Mairowski

Personalwechsel im Brasilien-Zentrum

Laura Redondo ist seit Anfang November 2019 die neue Leiterin des Verbindungsbüros des Brasilien-Zentrums in São Paulo. Anja Grecko Lorenz, die das Büro seit 2015 leitete, wechselte im Mai 2019 als Geschäftsführerin des Brasilien-Zentrums nach Münster.
In Brasilien berät Laura Redondo Studien- und Promotionsinteressierten sowie Wissenschaftler und Hochschulvertreter zu Kooperations- und Aufenthaltsmöglichkeiten mit beziehungsweise an der WWU. Darüber hinaus organisiert sie Informationsveranstaltungen und Delegationsreisen. Die gebürtige Brasilianerin beteiligt sich an Hochschulmessen und stellt Kontakte zu brasilianischen Partnern wie Universitäten, Forschungsinstituten oder Förderagenturen her. Zudem unterstützt Laura Redondo WWU-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie die Gruppe der brasilianischen WWU-Alumni als wichtige Multiplikatoren vor Ort bei der Netzwerkerweiterung und der Kontaktpflege. Eine weitere Tätigkeit ist die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der WWU in Brasilien, unter anderem über Social-Media-Kanäle.
Laura Redondo studierte Internationale Beziehungen an der Päpstlichen Katholischen Universität von São Paulo. Nach ihrem Studium arbeitete sie im Marketingbüro des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Brasilien. Im Anschluss daran unterstützte sie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in São Paulo als Referentin für wissenschaftliche und institutionelle Kooperationen mit Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Mexiko und Uruguay.

Siehe auch: https://www.uni-muenster.de/news/view.php?cmdid=10608 [de]

© Katrin Bergener

Feierliche Unterzeichnung des Zusammenschlusses der USP in ERCIS

Ein wesentliches Ergebnis der ersten Phase des strategischen Partnerschaftsprojekts wwu.usp war die Aufnahme der USP in das internationale Forschernetzwerk ERCIS (European Research Center on Information Systems). Im Rahmen des jährlichen Treffens aller ERCIS-Partner an der Universität Loughborough in England wurde dieser Zusammenschluss am 17. September 2019 feierlich unterzeichnet. Wir freuen uns sehr diesen Meilenstein erreicht zu haben und freuen uns auf die zukünftige enge Zusammenarbeit. Weitere Informationen dazu finden Sie unter folgendem Link
(Bild: Prof. Dr. Jörg Becker ERCIS-Direktor (WWU), Prof. Dr. Marcelo Fantinato (USP), Prof. Dr.-Ing. Bernd Hellingrath Leiter Brasilien-Zentrum (WWU))

Die Universität Münster und FAPESP veröffentlichen neue gemeinsame Ausschreibung SPRINT

Die bundestaatliche Forschungsorganisation in São Paulo FAPESP und die Universität Münster (WWU) veröffentlichen erneut eine gemeinsame SPRINT-Ausschreibung zur Unterstützung von Mobilitätsprojekten zwischen Forschern/innen der WWU und dem Bundesstaat São Paulo. Ziel ist es, die Erarbeitung von gemeinsamen Forschungsprojekten mittels der Finanzierung von gegenseitigen wissenschaftlichen Treffen zu unterstützen. Für diese Forschungsprojekte sollen anschließend bei FAPESP und z.B. der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) Fördermittel beantragt werden. Auf brasilianischer Seite können sich Wissenschaftler/innen für das SPRINT Programm bewerben, die bereits von der FAPESP gefördert werden.Die Ausschreibung steht allen Fachgebieten offen.

Die Frist für die Einreichung der Anträge endet am 28. Oktober 2019.

Weitere Informationen unter:

Guidelines

Call SPRINT 3rd Edition 2019

© Ricson Onodera

Prorektor Prof. Dr. Quante mit Delegation aus der WWU zu Gast in Brasilien: Research Alumni Meeting und wwu.usp

Anfang Oktober 2018 setzte die WWU Münster mit einer Reihe von Veranstaltungen und Besuchen in São Paulo ein klares Zeichen für Ihr ausgeprägtes Brasilien-Engagement. Insgesamt zwölf Vertreter/innen der WWU waren vom 8. bis 11. Oktober 2018 in der Stadt zu Gast, die auch die Außenstelle des Brasilien-Zentrums beherbergt. Außer Prorektor Prof. Dr. Michael Quante, der die Reise nach Brasilien in Vertretung von Rektor Prof. Dr. Wessels antrat, reisten Vertreter/innen des International Offices, des Centrums Europa und der Arbeitsstelle Forschungstransfer sowie Professor/innen der WWU mit nach Brasilien.

 Am 9. und 10. Oktober lud die WWU ihre ehemaligen Gastwissenschaftler/innen – sogenannte Forscher-Alumni – und ausgewählte Gäste zu dem WWU Research Alumni Meeting „hEUrizon Brazil" an die Universität von São Paulo (USP) ein. Die Veranstaltung wurde von der Alexander von Humboldt-Stiftung im Rahmen der bereits ausgezeichneten Forscher-Alumni-Strategie RE.AL der WWU gefördert und vom Brasilien-Zentrum in Zusammenarbeit mit dem International Office und Centrum Europa der WWU organisiert. Das Brasilien-Zentrum hatte bereits 2016 in São Paulo und 2017 in Porto Alegre zwei Veranstaltungen für ihre Alumni allgemein (inklusive ehemalige Studierende) ausgerichtet und konnte so auf dem Netzwerk und den Erfahrungen mit der Alumni-Arbeit aufbauen.

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Die Ausschreibung für den CAPES-Lehrstuhl ist geöffnet

Die Ausschreibung für den CAPES-finanzierten Lehrstuhl an der WWU Münster – der sogenannte „Brazil Chair“ – ist bis zum 31. Dezember 2018 geöffnet. Herausragende WissenschaftlerInnen oder promovierte Dozenten aus Brasilien im Bereich Biodiversity of venoms as a source of biopharmaceuticals können sich bei CAPES für das Stipendium bewerben. Die vorgesehene Länge des Aufenthaltes an der WWU liegt zwischen drei und zwölf Monaten. Die Bewerbung ist online über die Internetseite von CAPES vorzunehmen.

Zu den Zielen des „Brazil Chairs“ gehört die Intensivierung der Kooperation zwischen Wissenschaftler/innen und Dozenten/innen von Forschungsinstitutionen und Hochschulen in Brasilien und Kollegen/innen von der WWU Münster sowie die Initiierung von neuen Partnerschaften. Der Lehrstuhl wurde im Jahr 2011 durch ein Partnerschaftsabkommen zwischen der WWU Münster und CAPES etabliert und ist derzeit zum vierten Mal ausgeschrieben. Die Ausschreibung Nr. 33/2018 finden Sie unter: Link...

Stipendium für Brasilien

Im Campus São Carlos der USP werden zurzeit Stipendien für einen Praktikum unter der Thematik „How the human mindset will be developed for a digital transformation and circular economy“ angeboten. Das Angebot richtet sich an Bachelor-Studierenden und wird vom Programm Rise des DAAD finanziert. Die Unterstützung gilt für einen 15-wöchigen Aufenthalt von July bis Oktober 2018. Informationen und Bewerbung unter https://www.daad.de/rise/de/rise-weltweit/

Frist bis zum 15. Dezember 2018

DAAD Rise Worldwide Program

© Brazil Center

Ehemaliger Gastprofessor der WWU Prof. Dr. Gerhard Jacob stirbt im Alter von 87 Jahre in Rio Grande do Sul, Brasilien

Mit tiefsten Bedauern informiert das Brasilien-Zentrum über den Tod am 24.10.2018 vom Prof. Dr. Gehard Jacob, ehemaliger Rektor der Bundesuniversität von Rio Grande do Sul (UFRGS) und ehemaliger Präsident des brasilianischen Nationalen Forschungsrats (CNPq). Geboren am 5.11.1930 in Hannover wanderte er als fünfjähriges Kind nach Brasilien, wo er 1964 an der UFRGS im Fach Physik promovierte. Sein Leben lang war er Befürworter der deutsch-brasilianischen akademischen Zusammenarbeit (s. Artikel unter der Rubrik „Publikationen“). Prof. Jacob übte zwischen Oktober 1991 und Dezember 1992 eine Gastprofessur am ehemaligen Zentrum für Lateinamerika (CeLa) der WWU und war seit seiner Gründung ein großer Freund des Brasilien-Zentrums. Im November letztes Jahres hielt er als Ehrengast der Eröffnungsvortrag beim 2. Alumni-Treffen der WWU-in Brasilien organisiert vom Brasilien-Zentrum in Porto Alegre, Rio Grande do Sul.  Das Brasilien-Zentrum bedauert sein Verlust und spricht seiner Familie und Freunden ein aufrichtiges Beileid aus.

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