Ihren Weg selbst gestalten: Selbstwirksamkeit in Academia stärken
Haben Sie schon einmal ein compli-diss – ein Kompliment mit impliziter Kritik – von einer Kollegin, einem Gutachter oder einer Betreuerin erhalten? Assistant Prof. Le Anh Nguyen Long (University of Twente; Universität Münster Alumna) eröffnete die diesjährigen Take-Off Days mit ihrer eigenen Geschichte, wie sie ein solches Kompliment erhalten hat. Sie zeigte in ihrem Vortrag, wie ambivalentes Feedback das eigene Selbstvertrauen erschüttern kann, aber auch Möglichkeiten zur Weiterentwicklung bietet, indem Selbstwirksamkeit zur Förderung von Motivation, Ausdauer und Resilienz in akademischen Karriereverläufen genutzt wird.

Die Macht des An-sich-Glaubens
Selbstwirksamkeit ist kein abgedroschenes Kalenderspruch-Klischee. Es handelt sich um ein von Albert Bandura geprägtes psychologisches Konzept, wonach der Glaube an die eigene Fähigkeit, Aufgaben erfolgreich auszuführen, Einfluss darauf hat, ob man tatsächlich erfolgreich ist. Warum das für hochqualifizierte Forschende relevant ist? Oftmals sind sie umgeben von noch erfahreneren Kolleg*innen, werden stets mit kritischem Feedback zu ihrer Arbeit konfrontiert und stehen unter ständigem Leistungsdruck. In einem solchen Umfeld können sich selbst die Besten wie Hochstapler*innen fühlen. In der Keynote und den Diskussionen dazu wurde daher wiederholt betont, dass die Vergegenwärtigung und (Re-)Aktivierung der eigenen Ressourcen zur Stärkung des Selbstvertrauens ein wichtiger Schritt ist, um in einer von Erfolg und Leistungsdruck geprägten Arbeitskultur zu bestehen.
The kick-off event was well-organized, informative, and inspiring. Thank you for that.

Die Macht des eigenen Netzwerks
Zu diesen Ressourcen können auch Peers und Netzwerke zählen. Durch sie zu erfahren, wie andere in einer ähnlichen Situation Hindernisse überwunden und eine Aufgabe erfolgreich gemeistert haben, kann das Vertrauen darin stärken, dass man selbst zu dieser oder einer ähnlichen Aufgabe fähig ist. Um diesen Effekt des social modeling zu fördern, stand die interdisziplinäre Vernetzung als einer der Schwerpunkte der Take-Off Days im Vordergrund und bot Gelegenheit zu sinnstiftendem Austausch über die verschiedenen Fachbereiche hinweg. Gemeinsame Aktivitäten wie das Mittagessen auf dem Münsteraner Wochenmarkt, die Walk-and-Talk-Sessions mit Erfahrungsberichten von Promovierenden und Postdocs sowie gemeinsame Workshops regten Diskussionen über persönliche Strategien zum Auf- und Ausbau von Selbstwirksamkeit an.
I enjoyed the time spent with other researchers and could benefit from the exchange of experiences. Would definitely join again! Thank you!

Macht durch Wissen
Eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von Selbstwirksamkeit als Wissenschaftler*in ist zu wissen, wie eine erfolgreiche akademische Laufbahn aussehen kann. In zwei praxisorientierten Workshops erhielten die Teilnehmenden daher Einblicke in die Erwartungen an die Promotions- und Postdoc-Phase, reflektierten ihre eigenen Ziele und Kompetenzen und entwickelten erste Strategien, um in ihrer aktuellen Qualifikationsphase weiterzukommen. Ein zusätzlicher Gewinn der Take-Off-Days war die Gründung einer neuen Peer-Support-Gruppe, die den Teilnehmenden auch über die Veranstaltung hinaus eine unterstützende Struktur bietet.
Sie haben Interesse an weiteren Veranstaltungen des CERes und suchen Möglichkeiten zur Vernetzung? Dann schauen Sie sich gern unser Workshopprogramm, unsere Coworking-Angebote, Veranstaltungsreihen und den Gemeinschaftsgarten, InchbyInch, an.
Was können wir am CERes sonst noch tun, um Sie bei der Weiterentwicklung Ihrer wissenschaftlichen Karriere zu unterstützen? Wir freuen uns auf Ihre Ideen: ceres@uni-muenster.de