Türkische Übersetzungen aus dem Arabischen und Persischen

In seiner neuesten Monografie – dem ersten Band der Reihe „Empires in Translation: Intersections of Arabic, Persian, and Turkish in the Eastern Mediterranean“ – zeigt Philip Bockholt, dass die osmanischen Eliten der Frühen Neuzeit gezielt türkische Übersetzungen arabischer und persischer Geschichts- und Ratgeberwerke in Auftrag gaben, um sich die etablierte islamische Gelehrtentradition anzueignen und sich dadurch in diese einzugliedern. Indem Übersetzung als kulturelle Praxis und nicht als rein sprachlicher Vorgang betrachtet wird, rekonstruiert diese Studie Netzwerke aus Übersetzern, Auftraggebern und Lesern, dokumentiert mehrere Überarbeitungen desselben Werks und analysiert Marginalien, Kolophone und dekorative Elemente, die Aufschluss über die Produktions- und Verbreitungszusammenhänge geben. Indem sie die dreisprachige osmanische Gelehrtenwelt (elsine-i s̱elās̱e – Arabisch, Persisch, Türkisch) in den Vordergrund rückt, zeigt die Untersuchung, wie Übersetzung als Instrument der Patronage, der Selbstpositionierung und der imperialen Konsolidierung fungierte.
















