Wegen der Netflix-Serie „Adolescence“ müssen Jungen an britischen Schulen nun Workshops über Frauenhass besuchen. Der ZEIT-Artikel zeigt, wie Lehrkräfte und Pädagogen darin versuchen, mit Jugendlichen über Männlichkeitsbilder, Gewaltfantasien und Online-Einflüsse ins Gespräch zu kommen. Deutlich wird, dass viele Jungen Orientierung suchen und pädagogische Räume für Reflexion und Verantwortung benötigen.
Im ARD-Beitrag „Männlichkeitsbilder und Rechtsruck. Willkommen in der Mannosphäre“ berichten Maryam Bonakdar, Stefanie Delfs und Antonia Märzhäuser über rigide Männlichkeitsideale im Internet, die an Einfluss gewinnen und rechtspopulistische Parteien, die diese Strömung aufgreifen und für ihre politischen Kampagnen und Wahlkämpfe nutzen.
Jungen sind im Bildungssystem weiterhin überdurchschnittlich häufig von Schulabbrüchen, Klassenwiederholungen und geringeren Abschlüssen betroffen. Der Beitrag von Deutschlandfunk zeigt, dass neben individuellen Faktoren auch Geschlechterstereotype und schulische Rahmenbedingungen eine Rolle spielen. Lernen und schulisches Engagement werden von Jungen teils als unvereinbar mit gängigen Männlichkeitsbildern wahrgenommen. Der Artikel diskutiert daher pädagogische Ansätze, die Motivation, Selbststeuerung und passgenaue Unterstützung gezielt fördern sollen.
Bei der Jahrestagung der Beraterinnen und Berater im Schulsport des Ministeriums für Schule und Weiterbildung in Duisburg moderierte Prof. Nils Neuber zwei Praxisworkshops zur Jungenförderung im Sport. Unter dem Titel "Rote Karte für die Jungs!?" konnte er über 50 Berater*innen für das Thema sensibilisieren. Die Berater betonten ihrerseits die Notwendigkeit jungenspezifischer Angebote in der Schule.
In der SWR-Reportage "Shut Up, Bitch! Der Kampf um Männlichkeit" berichten Stefanie Delfs und Antonia Märzhäuser von jungen Männern, die sich zu aggressiver Männlichkeitsrhetorik und frauenfeindlichen Ideologien hingezogen fühlen und so ein Teil der 'Mannosphäre' werden. Diese Online-Community besteht aus verschiedenen Personen und Formaten in sozialen Netzwerken, die mit überkommenen traditionellen Männlichkeitsvorstellungen u.a. den Sport, insbes. die Fitnessszene, vereinnahmen und anti-demokratisch instrumentalisieren. Das Netzwerk empfiehlt diesen sehenswerten Beitrag.
Der Wissenschaftsjournalist Dr. Jan-Martin Wiarda trägt auf seiner Homepage, dem Wiarda-Blog, wesentliche Befunde zur Bildungssituation von Jungen zusammen. Er verweist damit auf bildungssystemische und gesamtgesellschaftliche Problemlagen, die der geschlechtssensiblen Förderung von Jungen als "Bildungsverlieren" und "Underachievern" entgegenstehen.