Netzwerk Jungenförderung im Sport

© Andrea Bowinkemann (LSB NRW)

Männlichkeit, Demokratie und Sport

Eine neu gegründete Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, gemeinsame Forschungs- und Praxisprojekte im Themenfeld Männlichkeit, Demokratie und Sport zu entwickeln, einen Förderantrag im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ vorzubereiten sowie Wissenschaft, Sportpraxis, Soziale Arbeit und politische Bildung stärker zu vernetzen. Beteiligt sind Vertreter*innen des Arbeitsbereichs Bildung und Unterricht im Sport, der FH Münster sowie der Deutschen Sportjugend.

© Nils Neuber

"Cartellino Rosso" für die Jungen?

Im Rahmen eines Erasmus-Austauschs hielt Prof. Dr. Nils Neuber einen Vortrag zur Jungenförderung an der Università degli Studi di Padova (Padua). Unter dem Titel "Cartellino rosso per i ragazzi?" (Rote Karte für die Jungs?) stellte er Grundlagen des Aufwachsens von Jungen und Potenziale ihrer Förderung durch Bewegung, Spiel und Sport vor. Anschließend wurden die Spiele zur Jungenförderung mit den italienischen Studierenden praktisch erprobt. Der Austausch zu dem Thema soll fortgesetzt werden.  

© AB BUS

Jungenförderung im Sport

Die Probleme von Jungen und jungen Männern rücken in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Auffällig sind nicht nur ihre schlechten Bildungsabschlüsse, sondern vermehrt auch ihre politische Radikalisierung. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der aktuelle Podacast "Tauziehen" zu Politik und Sport der Deutschen Sportjugend mit diesem Thema. In dem Gespräch disktuiert Prof. Dr. Nils Neuber mit den Moderator*innen Nina Reip und Nico Mikulic über die Potenziale der Jungenförderung im Sport

© Andrea Bowinkelmann (LSB NRW)

Ungleiche Bildungschancen nach Herkunft und Geschlecht

Der aktuelle Chancenmonitor des ifo Instituts zeigt, dass die Bildungschancen in Deutschland weiterhin stark von der sozialen Herkunft und dem Geschlecht abhängen. So variiert die Wahrscheinlichkeit eines Gymnasialbesuchs je nach familiärem Hintergrund zwischen 16,9 und 80,3 Prozent, während Jungen deutlich seltener ein Gymnasium besuchen als Mädchen (36,9 gegenüber 43,5 Prozent). Bildungsungleichheiten sind somit sowohl strukturell als auch geschlechterspezifisch bedingt und erfordern gezielte, geschlechtersensible Förderansätze.

Abbildung KI-generiert
Abbildung KI-generiert

Wie Social Media das Weltbild von Jungen prägt

Die Studienreihe "Soziale Medien, Geschlechterbilder und Werte" des  Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI), die in Kooperation mit der MaLisa Stiftung durchgeführt wurde, untersucht den Einfluss sozialer Medien auf Geschlechterbilder und Werte junger Menschen. Demnach prägen Plattformen wie TikTok und Instagram bei 9 von 10 Jugendlichen das Weltbild und dienen als Orientierung. Besonders bei Jungen zeigen sich problematische Tendenzen: Ein Teil vertritt Geschlechterbilder, die von Dominanz, Ablehnung von Vielfalt und politischer Rechtsorientierung geprägt sind.

© LBS NRW Andrea Bowinkelmann

Gründe der "Jungenkrise"

Ein Beitrag in der ZEIT beleuchtet die aktuelle Debatte um eine mögliche „Jungenkrise“. Jungen erzielen im Durchschnitt schlechtere schulische Leistungen, brechen häufiger die Schule ab und weisen deutlich höhere Suizidraten auf als junge Frauen. Der Artikel zeigt jedoch, dass einfache kulturelle Erklärungen, etwa eine vermeintliche „Feminisierung“ von Schule und Gesellschaft, empirisch kaum haltbar sind. Studien verweisen vielmehr auf soziale Herkunft, strukturelle Veränderungen der Arbeitswelt und traditionelle Männlichkeitsnormen als zentrale Faktoren für Bildungsungleichheiten.