Promovierende und Projekte

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Daniel Arjomand

Teilprojekt A01: Deutungshoheit über Texte - Recht und Literatur im Streit um gerichtliche Zensur

Betreuung: Prof. Fabian Wittreck und Prof. Eric Achermann

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  • Deutungshoheit durch Übersetzung: Zur Rolle juristischer Dogmatik bei der gerichtlichen Befassung mit Literatur

    Gerichte überprüfen literarische Werke auf etwaige Verletzungen des allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Dieses kann in eine Spannungslage mit der Kunstfreiheit geraten. In "Mephisto" und "Esra" entwickelte das Bundesverfassungsgericht erstmals dogmatische Figuren zum Umgang mit dieser grundrechtlichen Spannungslage. Diese dogmatischen Figuren greifen Begriffe ("Abbild", "Urbild", "Fiktion[alisierung]") auf, deren Ursprünge in literaturwissenschaftlichen Diskursen liegen. Die Begriffe werden in juristischer Sprache neu besetzt. Für mein Projekt ist von zentralem Interesse, diese begriffsbesetzende Machtausübung durch die Übersetzung literaturwissenschaftlicher Fachbegriffe zu beschreiben. Die Arbeit soll bisherige blinde Flecken auf der Mikroebene gerichtlicher Rechtsprechung und Dogmenbildung aufzeigen. So werden Begriffe aus ihrem ursprünglichen Bedeutungsnetz herausgerissen und in eine anderes Begriffsnetz eingepflanzt. Gerichte setzen so übersetzte und damit neu besetzte Begriffe im juristischen Diskurs um. Diese Begriffsbesetzung wird im Feld der ursprünglich literaturwissenschaftlichen Begriffe nicht reflektiert. Eine Reflexionshilfe könnte durch die Übersetzungshilfe im Bezug auf Begriffsverwendungen durch literaturwissenschaftliche Sachverständige bei Gerichtsverfahren geleistet werden.

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Nursan Celik

Teilprojekt A01: Deutungshoheit über Texte - Recht und Literatur im Streit um gerichtliche Zensur

Betreuung: Prof. Dr. Eric Achermann

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  • Modalitäten von Fiktionalität. Ontologische, epistemische und alethische Annäherungen

    Seit den Romanverbotsverfahren zu Klaus Manns Mephisto und nicht zuletzt auch Maxim Billers Esra als Präzedenzfälle juristischer Auseinandersetzung mit fiktionalen Texten scheint ein aporetisches Verhältnis zwischen der gleichzeitigen Einhaltung und dem Schutz von allgemeinen Persönlichkeitsrechten zum einen und der Kunstfreiheit zum anderen zu bestehen. Dass es sich hierbei jedoch nur um eine Aporie prima facie handelt und das Kardinalproblem im juristischen Umgang mit fiktionaler Literatur in der defizitären Auseinandersetzung mit den ontologischen Seinsweisen fiktiver Gegenstände, ferner dem epistemischen Vermögen wie auch schließlich der (propositionalen) Wahrheitsfähigkeit fiktionaler Rede zu lokalisieren ist, dient als Ausgangspunkt dieses Dissertationsprojekts. Anhand von Rekursen auf sprachphilosophische Ansätze und Theorien, insbesondere aus der analytischen Philosophie, zielt diese Arbeit darauf ab, eine Konzeption von Fiktionalität zu entwickeln, die sich zur Triade von Ontologie, Epistemologie und Wahrheitsfähigkeit fiktionaler Rede und Texte positioniert.

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Tetyana Dagovych

Teilprojekt B01: Literarische Formen europäischer Rechtskultur in Polen, Russland und der Ukraine

Betreuung: Prof. Dr. Alfred Sproede

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  • Geschichten vor 'zwölf Zuhörern'. Literarische Narration als argumentative Technik in russischen Gerichtsreden 1864–1917

    1864 fand im Russischen Reich eine umfassende Justizreform statt, in deren Rahmen das öffentliche Gerichtsverfahren sowie die Institution des Geschworenengerichts eingeführt wurden. Der Beruf des professionellen Anwalts etablierte sich und eine neue Textsorte entstand: die Verteidigungsrede. Russische Juristen dieser Zeit konnten auf keine eigene Tradition des Plädoyers zurückgreifen, aber die starke literarische Tradition der Epoche übte einen Einfluss auf ihre Tätigkeit aus: Nicht selten trat nun in künstlerisch anspruchsvollen Verteidigungsreden die Narration an die Stelle der Argumentation. Das Dissertationsprojekt untersucht an ausgewählten Verteidigungsreden aus der Zeit von 1864 bis 1917, wie die literarische Narration, womit das ästhetisierte Erzählen unter Anwendung von typisch literarischen Techniken und Verfahren gemeint ist, von Anwälten im juristischen Zweck eingesetzt wurde. Nicht zuletzt wird dabei die rhetorische Wirkung der Literarizität auf die Geschworenen diskutiert, wie auch die Anwendung unterschiedlicher erzählerischer Strategien bei verschiedenen Deliktarten und Beweislagen. Auch die Beziehungen zwischen zeitgenössischen literarischen Texten und den im Fokus stehenden Gerichtsreden werden analysiert.

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Sehra El-Khodary

Teilprojekt B04: Rhetorische Strategien in jüdischen und islamischen Rechtstexten

Betreuung: Prof. Dr. Norbert Oberauer und Prof. Dr. Syrinx von Hees

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  • Fatāwā: Rhetorische Strategien zur Autoritätsgenerierung in islamischen Rechtsgutachten des 19. und 20. Jahrhunderts

    Das Dissertationsprojekt befasst sich mit der diskurslinguistischen Dimension, präziser, mit dem Zusammenspiel von Inhalt, Form und Wirkung der Fatwas, den Gutachten islamischer Gelehrter zu islamrechtlichen und ritualgesetzlichen Angelegenheiten, des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Die Studie erforscht, wie sich der vielschichtige Diskurs um Autorität und Legitimierung im Lichte traditioneller normativer Rechtsschul- und Gelehrtenhierarchien und umfassender moderner Entwicklungen in den Fatwa-Texten niederschlägt. Einen wichtigen Aspekt stellt dabei die Nutzung der neuen Printmedien dar, die die Reichweite der einzelnen Fatwa und ihr Wirkungspotenzial enorm erweitern, zugleich aber auch nach einer einem immer größer werdenden Publikum gerecht werdenden sprachlichen Darstellung verlangen. Im Fokus der Untersuchung steht eben diese sprachliche Darstellung und stehen demnach die Texte selbst. Die Studie geht der Frage auf den Grund, wie Muftis der Moderne ihre Fatwas strukturieren, wie sie argumentieren und mit welchen rhetorischen Strategien sie ihre Positionen stärken, um ihre Gutachten zu legitimieren und ihren Fatwas Autorität zu verleihen.

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Leon Fried

Teilprojekt C04: Schau-Prozesse. Inszenierung des Rechts als soziale Praxis

Betreuung: Prof. Dr. Stefan Arnold, LL.M.

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  • Die Inszenierung des Rechts im medialisierten Gerichtsprozess. Funktionswandel der Öffentlichkeit?

    Gegenstand dieser Dissertation ist die Inszenierung von Gerichtsverfahren. Der Vorgang der Rechtsfindung vollzieht sich in Deutschland wie in vielen anderen Ländern öffentlich. Am Verfahren nicht beteiligte Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, das Geschehen im Verhandlungssaal zu verfolgen. Die Prozesse, die sie dort beobachten können, sind als Drama ausgestaltet und von symbolischen und rituellen Elementen durchdrungen. In einem ersten Schritt soll versucht werden durch eine Analyse der gerichtlichen Inszenierungspraktiken Erkenntnisse über die Funktion des Öffentlichkeitsgrundsatzes zu gewinnen. Anschließend soll ermittelt werden, welche Anforderungen sich aus verfassungsrechtlichen Grundprinzipien für die Ausgestaltung der Gerichtsöffentlichkeit ergeben. Vor dem Hintergrund möglicher negativer Auswirkungen der Gerichtsöffentlichkeit auf das Verfahren und die an ihm beteiligten Menschen erfolgt schließlich eine kritische Auseinandersetzung mit Vorschlägen, die auf eine mediale Erweiterung der Gerichtsöffentlichkeit abzielen.

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Gesine Heger

Teilprojekt C01: Rhetoriken. Begründung und Geltung in Recht und Literatur

Betreuung: Prof. Dr. Martina Wagner-Egelhaaf und Prof. Dr. Stefan Arnold, LL.M.

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  • Literarischer Streit im 18. Jahrhundert. Zur Rhetorik von Geltungsbegründungen

    Die geplante Arbeit beschäftigt sich mit der Rhetorik des literarischen Streits im 18. Jahrhundert. Im Fokus stehen Texte von Johann Christoph Gottsched, Johann Jakob Bodmer und Johann Jakob Breitinger, Gotthold Ephraim Lessing und Friedrich Schiller. Zugrunde liegt der Arbeit ein weites Verständnis von Rhetorik als Kunst des Überzeugens, was die Annahme verschiedener, historisch sowie kulturell variabler, 'Rhetoriken' einschließt. Untersucht werden insbesondere die Geltungsbegründungen der verschiedenen Streitparteien, wobei die Arbeit hier einen besonderen Schwerpunkt auf den Gebrauch juristischer Metaphorik legt. Sie fragt grundlegend nach zweierlei: Einerseits danach, ob und wie der Begriff der Geltung für die Literaturwissenschaft operationalisierbar gemacht werden kann, andererseits inwiefern die Literatur im 18. Jahrhundert auf Rechtsbegriffe und -strukturen zurückgreift, um ihre eigene Geltung, das heißt insbesondere ihre Normativität, zu begründen.

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Fenja Heisig

Teilprojekt C03: "Literarisches Eigentum" zwischen Recht und Kultur

Betreuung: Prof. Dr. Peter Schneck und Prof. Dr. Oliver Lepsius

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  • Literature as Transnational Property. Francis Lieber and the Copyright Debate in the USA

    Until the first International Copyright Act was passed by Congress in 1891, the US was what some describe as a 'pirate nation' – foreign works were denied federal copyright protection and could therefore be reprinted domestically without an author’s consent or financial compensation. Among those who rejected this stance on international copyright and lobbied for comprehensive protection of ‘literary property’ was Francis Lieber (1798-1872). Originally from Prussia, Lieber migrated to the US in 1827 and became a renowned author and publicist.

    This project carves out Lieber’s standpoints concerning 'literary property' as well as national and international copyright through a systematic integrative analysis of his literary oeuvre. Lieber’s works are then examined within a transnational context to discern the reception and synthesis of foreign viewpoints. This project aims to ascertain the origins of a decidedly transnational conceptualization of ‘literary property’ to offer a fresh perspective on the prevalence of natural rights and author’s rights tendencies in the United States and to generate a deeper understanding of the transnational influences that shaped the literary and legal discourse of the time.

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Wanda Kaufmann

Teilprojekt A02: Literatur und Markt

Betreuung: Dr. Caroline Kögler und Prof. Dr. Corinna Norrick-Rühl

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  • Literary Reflections on the Law(s) of the Literary Marketplace

    'Books are different', the UK Restrictive Practices Court ruled in 1962, sanctioning re-sale price maintenance as the exemption to a burgeoning system of free-market economy. The complex relationship between the economic drive of the literary marketplace and its products’ claim to artistic autonomy from any outer interference has led to perpetual debates about whether or not books and publishing should be protected from market forces, unlike other goods. My doctoral project explores how select works of literature reflect on how the anglophone literary marketplace materialises in laws and regulations. By extrapolating the main lines of legal arguments as they transition into literature, I argue that, not only is the literary marketplace extraordinarily resilient, but literature also reveals, in its involvement with its own modes of production or supposed destruction, a new creative drive.

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Hanna Luise Kroll

Teilprojekt C04: Schau-Prozesse. Inszenierungen des Rechts als soziale Praxis

Betreuung: Dr. Kerstin Wilhelms

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  • Der "NSU"-Prozess auf der Bühne: Inszenierungen des Rechts als politische Praxis

    Seit mit der Selbstenttarnung des sogenannten "Nationalsozialistischen Untergrunds" im November 2011 die Existenz einer über ein Jahrzehnt lang unentdeckt gebliebenen rechtsextremen Terrorzelle bekannt geworden ist, haben sich die Theaterschaffenden in der Bundesrepublik in einer Vielzahl verschiedener Produktionen mit dem "NSU"-Komplex auseinandergesetzt. Während das Strafverfahren mit der Urteilsverkündung am 11. Juli 2018 (vorerst) zu einem Abschluss kam, führt das Theater die Verhandlungen fort: Die Inszenierungen bringen Recht auf die Bühne des Theaters, simulieren mögliche oder alternative Verläufe des Prozesses im Modus der Fiktion und befragen dessen Ergebnisse und Konsequenzen. Ziel dieser Studie ist es daher, das Theater als Rechtsakteur und zugleich politischen Akteur in den Blick zu nehmen. In einer praxeologisch informierten Aufführungs- und Dramenanalyse von Inszenierungen des Prozesses wird zu untersuchen sein, wie mithilfe spezifischer Ästhetiken der "Kampf ums Recht" im Theater ausgetragen wird.

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Kathrin Löhr

Teilprojekt A03: Das Recht der Erfahrungsseelenkunde. Der Pitaval als Milieu- und Prozessliteratur zwischen 1730 und 1840

Betreuung: Prof. Dr. Eric Achermann

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  • Die Vergegenständlichung von Recht in Gayot de Pitavals Causes célèbres und deutschen Übersetzungen/Bearbeitungen

    Der französische Anwalt und Literat François Gayot de Pitaval publizierte im Zeitraum von 1734 bis 1743 juristische Fallgeschichten unter dem Titel Causes célèbres et intéressantes avec les jugements qui les ont decidées. Eine sehr erfolgreiche französischsprachige Neubearbeitung verdrängte bald nach Gayots Tod fast das Original. Ab 1747 erschienen in Deutschland verschiedene Übersetzungen und Bearbeitungen, die sich vom Original zum Teil erheblich unterscheiden. Im Mittelpunkt der Dissertation steht die Frage, wie in diesen verschiedenen Textausgaben Recht vergegenständlicht wird. Um diese Frage zu klären, werden ausgewählte Texte der causes célèbres auf ihren Aufbau und ihre narrative Strategie hin untersucht und die inhaltlichen und narrativen Differenzen in verschiedenen deutschsprachigen Bearbeitungen herausgearbeitet. Im Anschluss werden die Gründe für die zum Teil großen Abweichungen der Neubearbeitungen von der Originalausgabe analysiert. Dabei werden die Unterschiede in den Rechtssystemen, die eine Übersetzung schwierig machen, sowie die gesellschaftlichen Entwicklungen, die verschiedenen Adressatenkreise und die jeweiligen Hintergründe und Absichten der Herausgeber berücksichtigt.

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Anissia Orto

Teilprojekt C03: "Literarisches Eigentum" zwischen Recht und Kultur

Betreuung: Prof. Dr. Peter Schneck und Prof. Dr. Oliver Lepsius

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  • A U.S. Copyright? Negotiations of Literary Property between Individual Rights and Public Interest in the U.S., 1834-1909

    Presently in the U.S., the majority of public stake holders criticize excessive author’s individual rights protection that drastically restricts possibilities of collective cultural participation. These critiques tend to disregard the legal-historical developments of the U.S. national concept of copyright, that particularly intended to promote a common culture and public domain through establishing author’s individual rights protection.

    Today’s U.S. copyright legislation originated from a controversial nineteenth century national debate with international references. The legal-historical negotiation process of the concept of the U.S. copyright in legal cases between 1834 and 1909 has remained almost unexplored in the academic sphere.

    This investigation explores how U.S. legal and literary perspectives between 1834 and 1909 interpreted and defined author’s individual rights, the public’s access to literature as a cultural common good, and its interdependence with the aim of illuminating whether and how the balancing of private-law and public-law interests has changed.

    Therefore, this investigation first undertakes an analysis of legal cases in the time period between the U.S. Supreme Court decision Wheaton v. Peters in 1834 (33 U.S. 591, 1834) and the U.S. Copyright Act of 1909 (Pub. L. 60-349, 35 Stat. 1075). Second, the results will be evaluated from a critical legal and critical race studies perspective.

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Christian Alexander Peter

Teilprojekt A02: Literatur und Markt

Betreuung: Prof. Dr. Petra Pohlmann

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  • Die Legitimation des kartellrechtlichen Preisbindungsprivilegs von Büchern – Schutzgegenstand, Schutzziele und Wirkungen des Buchpreisbindungsgesetzes

    Das Dissertationsprojekt geht der Frage nach, welche legitimen Schutzziele das Buchpreisbindungsgesetz (BuchPrG) eigentlich verfolgt, wenn der Zweck des Gesetzes nach § 1 S. 1 BuchPrG der "Schutz des Kulturgutes Buch" sein soll. In dem Zusammenhang wird auch der Schutzgegenstand des Gesetzes beleuchtet: Was ist ein Buch im Sinne des BuchPrG und warum? Das Dissertationsprojekt geht ferner auf die Geeignetheit des BuchPrG als Schutzinstrument ein, indem es die ökonomischen Wirkungen einer vertikalen Preisbindung für Bücher betrachtet und auf die erarbeiteten Schutzziele bezieht. Anschließend werden Alternativkonzepte zur Buchpreisbindung anhand eines Ländervergleichs mit Norwegen, Frankreich und Kanada im Wege der Überprüfung der Erforderlichkeit des Gesetzes in den Blick genommen.

    Das Dissertationsprojekt vergisst dabei nicht die historische Verwurzelung des Themas und der Argumentation zur Begründung der Buchpreisbindung. Dementsprechend wird eingangs der Argumentationstopos historisch nachvollzogen und analysiert. Insgesamt schließt das Projekt an das kritische Sondergutachten 80 der Monopolkommission aus dem Jahr 2018 an, das die jüngste, umfassende vorwiegend ökonomische Analyse zum deutschen Buchpreisbindungsgesetz und zum deutschen Buchmarkt darstellt.

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Miaïna Razakamanantsoa

Teilprojekt A02: Literatur und Markt

Betreuung: Prof. Dr. Corinna Norrick-Rühl

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  • Exoticism in the Paratexts of Literary Translations

    My project aims to shed light on how exoticism operates in the paratexts of translations. It is based on the premise that many literary translations are assimilated into an exoticizing framework that manifests in the paratexts of these works. Considering literary translations and their paratexts as the final products of a long chain of decision-making that deserve more scrutiny, I examine the book industry, including its structure, network, and imperatives, in order to explore the stakes that are involved in the mobilization of exoticism in the publishing, disseminating, and marketing of literary translations. To this aim, this project focuses both on the U.S. book industry and on the transnational networks that allow translations to evolve on the international literary scene.

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Laura Schmitz-Justen

Teilprojekt C02: Literatur als "Equity" in der britischen Literaturgeschichte

Betreuung: Prof. Dr. Klaus Stierstorfer

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  • The Poet as Lawgiver in Eighteenth- and Nineteenth-Century British Culture

    Percy Bysshe Shelley closes his Defence of Poetry (1821) with the famous line "Poets are the unacknowledged legislators of the world." The history of this trope of the poet as legislator goes back to Cicero and Quintilian’s rhetorical handbooks as well as Horace’s Ars poetica (ca. 10 BCE). It first enters English literature in various early modern apologies for poetry. In the eighteenth century, Alexander Pope, Oliver Goldsmith and Samuel Johnson amongst others employ the trope and it reaches the height of its popularity during Romanticism.

    Building on a history of the trope, I want to examine how authors used it as a means of self-stylization. An important dimension to this self-stylization is the negotiation of who is permitted to claim the title of poet-legislator. Famous examples of the trope are limited exclusively to the oeuvre of male writers. I intend to explore whether there are lesser-known texts, notably including texts by women, that employ variants of the trope or critically engage with it.

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Marcus Schnetter

Teilprojekt C01: Rhetoriken. Begründung und Geltung in Recht und Literatur

Betreuung: Prof. Dr. Stefan Arnold, L.L.M.

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  • Der juristische Streit. Begründungsstrukturen aus rechtsrhetorischer Perspektive

    Das Dissertationsprojekt untersucht die rhetorische Verfasstheit rechtlicher Diskurse vor der Folie des Streit-Paradigmas. Die rhetorische Textanalyse umfasst die Untersuchung der in rechtlichen Äußerungen sichtbar werdenden inventio (Auffinden von Argumenten), dispositio (Textanordnung) und elocutio (Vertextung), erfasst und deutet also u.a. verwendete Topoi, Enthymeme und Stilmittel. Die hierdurch gefundenen Ergebnisse werden anhand rechtstheoretischer Einsichten reflektiert.

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Lena Schüler

Teilprojekt A02: Literatur und Markt

Betreuung: Prof. Dr. Gernot Sieg

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  • Die Materialität von Recht und Literatur in der ökonomischen Modelltheorie

    kumulative Dissertation: 3 Aufsätze im Bereich der Industrieökonomie

    1. Aufsatz: Empirische Untersuchung eines seitenzahlabhängigen Nettobuchnutzens

    In den bisherigen ökonomischen Modellen des Buchmarktes wird pauschal angenommen, dass hohe Opportunitätskosten der (Lese-)Zeit anfallen, die zu einer geringeren Preissensibilität sowie höheren Zahlungsbereitschaft aufseiten der Konsumentinnen und Konsumenten führt. Es besteht jedoch Grund zur Annahme, dass sich diese Aussage bei einer differenzierten Betrachtung des Buchmarktes nicht aufrechterhalten lässt. So wird der Nettonutzen eines Titels von der originären Lesemotivation als auch der mit der jeweiligen Textform verbundenen Leseanstrengung abhängen, und folglich unter Büchern in Abhängigkeit von der Seitenzahl (als Operationalisierung der Lesezeit) unterschiedlich verlaufen. Diese Hypothese soll mithilfe eines Datensatzes aus dem Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) für den deutschen Buchmarkt empirisch untersucht werden. Die Analyse verspricht weiter Erkenntnisse zu dem Preissetzungsverhalten von Buchverlagen unter dem Einfluss des BuchPrG in Deutschland.

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Debora Stanca

Teilprojekt C03: Literarisches Eigentum zwischen Recht und Kultur

Betreuung: Prof. Dr. Peter Schneck und Prof. Dr. Oliver Lepsius

Es handelt sich bei dem Projekt von Debora Stanca nicht um eine Dissertationsschrift.

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  • A U.S. Copyright? Negotiations of Literary Property between Individual Rights and Public Interest in the U.S., 1834-1909

    Contemporary debates on intellectual property and, more specifically, on copyright within the context of the U.S. are marked by a clear tension between individualist and collectivist interests. An understanding of how this tension developed and how it affects contemporary discourses cannot be achieved without an understanding of the historical and cultural developments within the legal field of nineteenth-century America.

    As a matter of fact, the period in question is defined by the attempt to ensure and promote a common national culture and public domain through copyright. This attempt was marked by and based on distinctly contrasting arguments: on the one hand, this common culture was to be achieved through the heightened protection of the author’s individual rights, and, on the other, through an expanded access to intellectual property by limiting individual rights.

    To explore this tension, this research project considers the time period between 1834 and 1909 – framed by the prominent U.S. Supreme Court decision Wheaton v. Peters (33 U.S. 591, 1834) and the U.S. Copyright Act of 1909 – and analyzes the legal cases which helped conceptualize U.S. copyright. The project focuses on how ideas of individual authorial rights and the common good, in the form of public rights and access to intellectual property, were interpreted and employed in attempts to create a unified U.S. copyright concept.

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Joy Steigler

Teilprojekt B02: Wie und warum zitieren Gerichte? Zitate und Verweise in Urteilen des Bundesverfassungsgerichts und des Supreme Court of Canada

Betreuung: PD Dr. Lars Korten und Prof. Dr. Niels Petersen

Es handelt sich bei dem Projekt von Joy Steigler nicht um eine Dissertationsschrift, sondern um eine eigenständige Monographie, die am SFB entsteht; die Promotion erfolgt SFB-extern.

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  • Wie und warum zitieren Gerichte? Zitate und Verweise in Urteilen des Bundesverfassungsgerichts und des Supreme Court of Canada

    Zur rhetorisch-argumentativen Stärkung ihrer Urteile ziehen Gerichte in etablierter Weise unterschiedlichste Quellen heran: Juristische Arbeit ist "durch und durch intertextuell" (Morlok 2015: 69). In ihrer explizitesten Form zeigt sich die Intertextualität des Rechts in Gestalt von Zitaten und Verweisen, unter denen sich einerseits rechtlich bindende Texte befinden, andererseits allerdings ebenso Texte, die keine rechtliche Autorität aufweisen. Besonders letztere werfen die Frage nach der Funktionalisierung von Zitaten und Verweisen in Urteilen auf. Beruhend auf der These, dass die Funktion einer intertextuellen Bezugnahme sich erst in der semantischen Interaktion mit ihrer textuellen Einbettungsumgebung entfaltet, nähert sich die geplante Untersuchung der Frage nach dem 'Warum' – am Beispiel des BVerfG und des SCC, zwei prominenten Vertretern unterschiedlicher Rechtskreise – mithilfe einer Modalisierungsanalyse: 'Wie' werden Zitate und Verweise eingebettet? Finden sich Spuren einer Epistemisierung von Fremdinhalten? Wenn ja, auf welche Epistemisierungsinstrumente wird zurückgegriffen und welche Rückschlüsse erlaubt der Einsatz dieser subjektivierenden Mittel auf die jeweilige Funktion?

    Morlok, Martin (2015): "Intertextualität und Hypertextualität im Recht", in: Friedemann Vogel (Hrsg.): Zugänge zur Rechtssemantik, Berlin / Boston: De Gruyter, 69-90.

     

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Johannes Ueberfeldt

Teilprojekt A04: Anthropologie des Verbrechens. Zur Interferenz von Poetik, Moral- und Rechtsdiskurs im Werk Jodocus Donatus Hubertus Temmes

Betreuung: Prof. Dr. Andreas Blödorn

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  • Rechtsfigurationen. Sozialanthropologie und Justizkritik in den Kriminalerzählungen J. D. H. Temmes

    In Person und Werk des Juristen, Lehrbuchautors und Schriftstellers Jodocus Donatus Hubertus Temme (1798-1881) laufen literaturwissenschaftliche, rechtstheoretische und anthropologische Fragestellungen zusammen. Anknüpfend an den soziologischen Begriff der 'Figuration' und ausgehend von den Figuren in Temmes kriminalliterarischen Texten soll innerhalb der Dissertation eine Analysemethodik auf soziosemiotischer und systemtheoretischer Basis modelliert werden. Anhand der Text-Modelle sollen sowohl sozial- und kriminalanthropologische Muster als auch justizkritische Tendenzen innerhalb der Texte Temmes sichtbar gemacht werden. Mit Blick auf die gesellschaftlichen Diskursivierungen und medienspezifischen Bedingtheiten der kriminalliterarischen Erzählungen Temmes innerhalb des Literatursystems sollen sowohl Verfahren und Entwicklungen der wechselseitigen Dynamisierung von Recht und Literatur als auch der Entwicklung eines kriminalliterarischen Erzählverfahrens im 19. Jahrhundert anhand Temmes Texten nachvollzogen werden.

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Laura Wittmann

Teilprojekt B02: Wie und warum zitieren Gerichte? Zitate und Verweise in Urteilen des Bundesverfassungsgerichts und des Supreme Court of Canada

Betreuung: Prof. Dr. Niels Petersen

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  • Zitierpraxis von Bundesverfassungsgericht und Supreme Court of Canada im Vergleich

    Das Bundesverfassungsgericht und der Supreme Court of Canada zitieren zumeist sich selbst und greifen auf ein ständig wachsendes Geflecht aus bisherigen Entscheidungen zurück. Darüber hinaus beziehen sie sich typischerweise nicht nur auf eigene Texte, sondern machen sich auch fremde zu eigen, werten bspw. den bestehenden rechtswissenschaftlichen Diskurs aus, beziehen sich auf die Rechtsprechung anderer Gerichte der nationalen Rechtsordnung oder die supranationaler, internationaler oder ausländischer Gerichte. Aber auch über rein "rechtliche" Zitierungen hinaus, berufen sich beide Gerichte auf eine große an Vielfalt an Quellen. Das Dissertationsprojekt nimmt insbesondere letztere Zitierungen in den Blick.

Portrait Zoll
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Fryderyk S. Zoll

Teilprojekt B01: Literarische Formen europäischer Rechtskultur in Polen, Russland und der Ukraine. Forschungen zu Recht und Literatur zentral- und osteuropäischer Gesellschaften in vergleichender Perspektive

Betreuung: N.N.

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  • Titel folgt

    Abstract folgt