Herzlich willkommen beim Sonderforschungsbereich!

Der Sonderforschungsbereich 1385 "Recht und Literatur", der zum 01. Juli 2019 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der WWU Münster eingerichtet wurde, untersucht fundamentale Fragen zu Recht und Literatur, zu den mit ihnen befassten Disziplinen, ihren Grundbegriffen und Methoden, aber auch zu ihrer gesellschaftlichen und kulturellen Bedeutung.

Intensiver als dies bisher in Deutschland geschehen ist, arbeiten hier Literaturwissenschaft und Rechtswissenschaft als gleichberechtige Partner zusammen. Ziel des interdisziplinären Dialogs ist die Erschließung und Kartierung eines Forschungsgebietes, um systematisch Beziehungsfelder zwischen den beiden Disziplinen zu untersuchen und an einschlägigen Beispielen zu dokumentieren. Die Ergebnisse erheben den Anspruch, zur Klärung wesentlicher Aspekte von Recht und Literatur beizutragen. So befördert der Sonderforschungsbereich in seiner auf zwölf Jahre angelegten Laufzeit die Weiterentwicklung eines modernen Rechts- und Literaturverständnisses, das sich insbesondere den Herausforderungen grundlegender wie hoch aktueller Fragen zur Bezüglichkeit von Recht und Literatur (vor allem erste Förderphase), von Europäisierung, Migration und Globalisierung (zweite Förderphase) und von medialen Umbrüchen (dritte Förderphase) stellt.

Am SFB 1385 sind die Fächer Literaturwissenschaft, Rechtswissenschaft, Judaistik, Slavistik, Arabistik und Islamwissenschaft, Wirtschaftswissenschaften sowie das Institut für Anglistik und Amerikanistik der Universität Osnabrück beteiligt. Er umfasst drei Projektbereiche mit insgesamt 12 Teilprojekten sowie ein Integriertes Graduiertenkolleg und eine Online-Enzyklopädie.

Aktuelle Mitteilungen

LMR
| 05/2022 - A01 "Deutungshoheit über Texte - Recht und Literatur im Streit um gerichtliche Zensur"
Blog

Justiziabilität fiktionaler Kunst

Auf dem Blog des SFB 1385 ist ein neuer Beitrag online: Nursan Celik, wissenschaftliche Mitarbeiterin in A01, beschäftigt sich darin mit den Dürfensmodalitäten fiktionaler Literatur. Am Beispiel von Emmanuel Carrères breit diskutiertem Buch Yoga, 2020 in Frankreich erschienen, 2022 in deutscher Übersetzung, reflektiert sie das Verhältnis von Fiktion (und entsprechenden paratextuellen Markierungen), Wirklichkeit und Persönlichkeitsrechten. "Der Beantwortungsversuch der Frage nach dem Dürfen fiktionaler Literatur resultiert in einem infiniten Regress. Besteht jedoch zwischen den verschiedenen Teilnehmer:innen der Literaturinstitution Einigkeit darin, dass ein literarischer Text außerdem ein fiktionaler ist (eine solche Einigkeit ist zugegeben idealtypisch), so ist eine Rechtsförmigkeit kritisch zu betrachten." Hier können Sie den kompletten Text lesen.

LMR
| 05/2022 - A02 "Literatur und Markt"
Neuerscheinung

Buchpreisbindung legitim

Am 3. Mai beginnt die "Woche der Meinungsfreiheit". Die in Kürze erscheinende Studie Kulturgut Buch von Dr. Christian Peter, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt "Literatur und Markt" des SFB 1385, verhält sich zu dem Thema der Meinungsfreiheit und benennt als Ziel der in Deutschland viel diskutierten Buchpreisbindung den Schutz des öffentlichen Diskursraumes in seiner Vielfalt vor einer Vermachtung. Das Buchpreisbindungsgesetz verfolge "mit dem Schutz des Buches als Kulturgut [...] einen legitimen Zweck", so der Jurist. Hier können Sie die ausführliche Pressemitteilung lesen. Börsenblatt und Buchreport berichten darüber.

LMR
| 04/2022 - A02 "Literatur und Markt"
Ankuendigung 1 1

Virtueller Roundtable

Literatur wird oft als etwas Abstraktes und kulturell 'Wertvolles' verstanden, das weit entfernt ist von den Logiken von Recht und Markt. Die 'Stränge' Kultur und Kommerz befinden sich im Verlagswesen nicht immer in Harmonie. Der virtuelle Round Table am 17. Mai, 11:30 - 13 Uhr, moderiert von Chiara Bullen, besteht aus Präsentationen von Cat Mitchell, Dr. Audrey Laing und Jasmin Kirkbride. Sie heben die Spannungen innerhalb des britischen Verlagswesens hervor, welche sich aufgrund des Konflikts von Kultur und Kommerz ergeben. Es folgt eine Diskussion. Hier können Sie sich für den Zoom registrieren. Weitere Informationen finden Sie hier.

LMR
| 04/2022 - Cluster "Recht und Film"
Ankuendigung 1 1

"Recht abgedreht": Filmclub-Termine

Der Cluster "Recht und Film" des SFB hat in Kooperation mit dem Filmclub Münster eine Filmreihe organisiert. Im Schlosstheater Münster werden vier Filme gezeigt, die sich dezidiert mit Recht befassen sowie teilweise im SFB-Podcast "Recht abgedreht" besprochen wurden. Der Filmclub Münster zeigt am 4. April Nader und Simin, am 2. Mai Die Wannseekonferenz/Conspiracy (2001), am 30. Mai eine Folge des Fernsehpitaval, zu dem es schon einen Beitrag auf dem SFB-Blog gab (hier lesen), sowie am 4. Juli Antigone (2019). Zu jedem Film wird ein*e Expert*in einen kurzen Einführungsvortrag halten, diese sind Dr. Dr. hc Silvia Tellenbach, Nicholas Johnson, Dr. Sebastian Speth und Kathrin Löhr sowie Dr. JUlia Bodenburg. Der Eintritt kostet 8 Euro (mit Kultursemesterticket 5 Euro). Hier finden Sie weitere Informationen zur Filmreihe, hier das Plakat.

LMR
| 04/2022 - SFB 1385
Blog 1 1

Stories Matter

Für den aktuellen Blog-Beitrag ist der Krieg in der Ukraine Anlass, und zwar der Aspekt russischer Meinungsbildung. Dr. Eberhard Ortland aus dem Projekt ENZ (Online-Enzyklopädie Recht und Literatur) nimmt Bezug auf einen Tweet von Gerald Knaus, Gründungsdirektor der Denkfabrik European Stability Initiative (ESI), der am 3. April darstellte, inwiefern der Krieg jahrelang vorbereitet worden ist durch konsequente propagandistische Beeinflussung der öffentlichen Meinung in den Ländern der russischen Föderation. Eberhard Ortland fragt nach dem Stellenwert von Geschichten, etwa: "Können 'literarische' Geschichten direkt Einfluß auf das Rechtsempfinden, das Rechtsverständnis, die Rechtsprechung und die Rechtsentwicklung gewinnen?" Hier können Sie den Text lesen.

LMR
| 11/2021 - SFB 1385
Call For Papers 1 1

Recht und Literatur in Europa

Nicht nur Krisen, sondern auch Phasen zunehmender europäischer Integration wurden von den nationalsprachigen Literaturen intensiv reflektiert und kritisch gestaltet (Menasse, McEwan, Houellebecq etc.). Es lassen sich Prozesse gegenseitiger Vergegenständlichung von Recht und Literatur ebenso feststellen, wie sich Perspektiven auf die Gründe dafür entwickeln lassen, dass die Verrechtlichungsprozesse Europas nicht von einer vergleichbaren kulturellen, vor allem literarischen Integration auf europäischer Ebene begleitet wurden – auch wenn die Institutionalisierung und rechtliche Garantie von Übersetzungen die Konstitution europäischer Bestseller erheblich befördert. Die geplante SFB-Tagung (17.-19.10.22) will die unhintergehbaren wie kulturell begleiteten, verglichenen und auch konstituierten Europäisierungsprozesse in Recht und Literatur sowie deren Korrelation seit der Frühen Neuzeit abbilden und kritisch reflektieren. Themenvorschläge können bis zum 31. Mai 2022 eingesandt werden. Hier finden Sie den Call for Papers.