Kommunikation - Ausstellung "Kleine Fächer - große Potenziale"

  • Kommunikation – Medien und Manipulationen

    Der Austausch von Informationen bildet seit jeher die Grundlage des menschlichen Miteinanders. Neben die mündliche Kommunikation trat Mitte des 4. Jahrtausends v. Chr. im Vorderen Orient die Schrift als neue Vermittlerin hinzu. Die Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert revolutionierte die Kommunikation ein weiteres Mal, da Informationen nun gleichzeitig einem weit größeren Publikum zugänglich wurden. Seit dem 20. Jahrhundert haben der Computer und das Smartphone den Austausch tiefgreifend verändert.

    Kommunikation beruht nicht nur auf dem Inhalt eines Textes. Der Kontext ist ebenso wichtig wie die Form und das Medium. Hinzukommen kann auch eine Symbolik, die durch ein komplexes System von Gesten, Zeichen und Signalen ausgedrückt wird. Das akademische Interesse an Kommunikation liegt auf dem Verstehen und Nachvollziehen der Verständigung in und zwischen Gesellschaften. Zum einen entstehen, oft in dramatischer Geschwindigkeit, neue Medien. Die explosionsartige Entwicklung erfasst alle Bereiche und Formen des Austausches. Zum anderen geht es darum, die Mechanismen der Kommunikation zu erkennen und ihren Einsatz in politischen und gesellschaftlichen Diskursen zu untersuchen. Bewusste Erzeugung von Parallel- und Scheindiskursen, die verkürzte und verfälschte Nachrichten bieten, sind zum Instrument politischer Herrschaft geworden (fake news).

    Aus den vielfältigen Aspekten, die damit verbunden sind, werden in der Ausstellung zwei Schwerpunkte herausgegriffen: zum einen die Mittel und Wege der Kommunikation, zum anderen die Adressaten und Botschaften.

    Damit eine Botschaft jemanden erreicht, muss sie verständlich sein. Texte müssen übersetzt werden oder in einer Sprache vorliegen, die alle verstehen: heute ist es vor allem Englisch. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, mit allgemein verständlichen Bildern zu arbeiten, die auch ohne Worte die gewünschten Informationen transportieren. Nicht nur mit den Lebenden kann man sich auf vielfältige Weisen austauschen, sondern auch mit Jenseitigen und Überirdischen. So wendet man sich seit der Antike an Götter und fragt um Rat. Zahllose Votive und Bittzettel in Wallfahrtsorten belegen die noch heute beliebte Praxis.

    Beitrag aus dem Katalog zur Ausstellung "Kleine Fächer - Große Potenziale"