Phonopoetische Erkundungen

"Nothing new in radio?" fragt die Forschungsstelle Phonopoetik am Germanistischen Institut der Universität Münster und lädt zu phonopoetischen Erkundungen am Donnerstag, 7. Mai, ein. Das Programm besteht aus einem Workshop und einem Performance-Abend in Zusammenarbeit mit dem Burg Hülshoff-Center for Literature. Zu beiden Veranstaltungen sind Interessierte herzlich willkommen.
Workshop: "Aktualität akustischer Literaturformen - gesellschaftliche und ästhetische Aspekte", 14 bis 18 Uhr, Raum JO 101 (Johannisstr. 4)
Seit spätestens den 1960er Jahren, durch konzeptuelle und experimentelle künstlerische Formen wie etwa dem "Neuen Hörspiel" oder medientechnologisch erweiterter Lautpoesie, wird die gesellschaftskonstituierende Realität von Sprache, von sprachlichem Handeln, Hörverhalten und Klangereignissen als akustische Literaturformen nicht nur im Rundfunk verhandelt. Wo (in welchen Formaten und in welchen Medien) gibt es derzeit ästhetische Innovationen - im Hörspiel und akustischen Künsten, in Podcasts oder anderen Online-Formaten? Und welchen literarischen Gehalt haben diese? Welche (ästhetischen) Beziehungen zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen sind dabei auszumachen? Welche Rolle spielt dabei (noch) der Rundfunk – und will er spielen? Welche Medien treten (wie) an seine Stelle? Diese und weitere Fragen werden im Workshop gestellt und im Gespräch mit Fachleuten aus Rundfunk, Wissenschaft und Kunst diskutiert und vertieft. Mit dabei sind u.a. Martina Müller-Wallraf (WDR), Ingo Kottkamp (DLR Kultur), Andreja Andris (Hörspielfestival Berlin), Andreas Bülhoff (Burg Hülshoff - Center for Literature) Tabea Nixdorff und Monique Ulrich.

Performance-Abend: "Language Sound Matters: Poetry in Performances", 20 Uhr (Einlass: 19:30 Uhr), Studiobühne (Domplatz 23)
Abends werden in der Studiobühne drei sprachkünstlerische Duos in dialogischen Formaten auftreten. Sprache wird hier mit künstlerischen Mitteln als Ereignis untersucht. Die Performances von Club Real, Ulrich Nixdorff (Monique Ulrich und Tabea Nixdorff) und dem Duo Andreas Bülhoff und Marc Matter eröffnen Zugänge zu Texten jenseits des Lesens: Literatur ist hier Sound und Performance von Menschen und nicht-menschlichen Wesen – Stimme, Klang, Wiederholung und Rhythmus.