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Geschlecht und Sprache in der Romania

Romanistisches Kolloqium XXXV startet am Donnerstag, 12. November, digital
Veranstaltungsplakat
© Romanisches Seminar

Am Romanischen Seminar der WWU Münster findet im aktuellen Wintersemester eine Ringvorlesung zum Thema "Geschlecht und Sprache in der Romania" statt. Die digitale Vortragsreihe beginnt am 12. November und setzt sich wöchentlich donnerstags von 16 bis 18 Uhr mit jeweils zwei Vorträgen fort.

In der von Professor Dr. Christina Ossenkop organisierten Reihe werden Stand und Perspektiven des Verhältnisses von Sprache und Geschlecht reflektiert. Im Zentrum steht die Beziehung zwischen Sprache und soziokulturellen Geschlechterrollen und Geschlechtsidentitäten, die als Teil eines umfassenden Konzeptes der soziokulturellen Vielfalt verstanden werden. Gegenwärtig rückt, so die Beobachtung, immer stärker die Überwindung einer strikten Zweigeschlechtlichkeit in Sprachgebrauch und Sprachsystem in den Mittelpunkt auch der linguistischen Diskussion. Ziel der Reihe ist eine Auseinandersetzung mit aktuellen Fragestellungen und Forschungsansätzen der Genderlinguistik und eine kritische Diskussion ihrer möglichen Auswirkungen auf Theorien und Methoden der romanischen Sprachwissenschaft.

Vortragende sind neben Wissenschaftlerinnen der WWU internationale Forscherinnen und Forscher. Zum Beispiel beschäftigt sich Antje Lobin aus Mainz mit der medialen Repräsentation der EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen in Italien. Georgia Veldre-Gerner (Münster) diskutiert Berufsbezeichnungen und deren Konnotationen in französischen Pressetexten und Martin Stegu von der Wirtschaftsuniversität Wien spricht zu "linguistique(s) queer".

Interessierte sind zu den Vorträgen der Reihe herzlich willkommen. Die Anmeldung erfolgt über Christina Schmitt, per Mail an lingrom@uni-muenster.de oder telefonisch (+49-251-83 24521).

Romanisches Seminar

Das Programm

1. Sitzung: Donnerstag, 12. November 2020

  • 16.15-16.45: Christina Ossenkop: Begrüßung und Einleitung in das Thema
  • 16.45-17.30: Susanne Günthner (Universität Münster): Personenbezeichnungen im Deutschen –zur aktuellen Debatte um eine genderneutrale Sprache

2. Sitzung: Donnerstag, 19. November 2020

  • 16.15-17.00: Clara Stumm (Universität Bonn): Genus –zwischen Grammatik und Kognition. Ein psycholinguistischer Ansatz
  • 17.00-17.45: Antje Lobin (Universität Mainz): Von la presidentessa Ursula von der Leyenbis l'Europa di Ursula: Eine korpusbasierte Fallstudie zur Re-präsentation der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in der italienischen Tagespresse

3. Sitzung: Donnerstag, 26. November 2020

  • 16.15-17.00: Friederike Endemann (Universität Münster): Die Darstellung Ursula von der Leyens in Le Monde und Le Figaro anlässlich ihrer Ernennung zur EU-Kommissionspräsidentin 2019. Eine vergleichende gender- und diskurslinguistische Analyse
  • 17.00-17.45: Georgia Veldre-Gerner (Universität Münster): „Doctrice, Docteuse... que m’importe!“–Berufsbezeichnungen und ihre Konnotationen in historischen französischen Pressetexten

4. Sitzung: Donnerstag, 03. Dezember 2020

  • 16.15-17.00: Daniel Elmiger (Universität Genf): Leitfäden für geschlechtergerechte Sprache im Verlauf der Zeit: Tendenzen in den romanischen Sprachen
  • 17.00-17.45: Kristina Bedijs (Studienzentrum für Genderfragen der Evangelischen Kirche Deutschland): Gendergerechte Sprache im Kirchenkontext: Zum Stand des Diskurses in der deutschen, französischen und schweizerischen evangelischen Kirche

5. Sitzung: Donnerstag, 10. Dezember 2020

  • 16.15-17.00: Ruth Videsott (Universität Bozen): Sprachliche Gleichbehandlung in einer Minderheitensprache: Die Bildung von Berufsbezeichnungen im Dolomiten ladinischen aus einer sprachvergleichenden Perspektive
  • 17.00-17.45: Lina Arnold (Universität Bonn): Die Kontroverse um die geschlechts-indifferente Referenz in der Frankophonie. Eine soziolinguistische Untersuchung zu laienlinguistischen Einstellungen

6. Sitzung: Donnerstag, 14. Januar 2021

  • 16.15-17.00: Julia Burkhardt (Universität Leipzig): Aktuelle Tendenzen beim Gebrauch von Personenbezeichnungen und inklusiven Schreibweisen im Französischen Frankreichs
  • 17.00-17.45: Judith Visser (Universität Bochum): Ideologie und Gender: Zum Sprechen über und Bezeichnen von Genderkategorien im französischen und spanischen Links- und Rechtspopulismus

7. Sitzung: Donnerstag, 21. Januar 2021

  • 16.15-17.00: Dinah Leschzyk (Universität Gießen): ‚Genderideologie‘ –geniale Strategie zur Delegitimierung von Diversität im brasilianischen Anti-Gender-Diskurs?
  • 17.00-17.45: Martin Stegu (Wirtschaftsuniversität Wien): Linguistique(s) queer: allgemeine, angewandte und romanistische Überlegungen
  • Ab 17.45: Abschlussdiskussion, Christina Ossenkop: Schlusswort