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GAL-Förderpreis 2020 geht an Nathalie Bauer

Auszeichnung für herausragende Dissertationen der Gesellschaft für Angewandte Linguistik (GAL) wurde über Zoom verliehen
Screenshot aus der Zoom-Preisverleihung
Screenshot aus der Zoom-Preisverleihung
© Gesellschaft für Angewandte Linguistik/YouTube

Der von der Gesellschaft für Angewandte Linguistik (GAL) in Kooperation mit den Verlagen de Gruyter, Peter Lang und Narr verliehene und mit 2000 Euro dotierte Förderpreis für herausragende Dissertationen ging in diesem Jahr an die Sprachwissenschaftlerin Nathalie Bauer vom Germanistischen Institut der WWU Münster. Die Preisverleihung hat Mitte Dezember per Videokonferenz stattgefunden.

Nathalie Bauer wurde für ihr von Professorin Susanne Günthner (WWU) und Professor Wolfgang Imo (Universität Hamburg) betreutes Dissertationsprojekt zum Thema „Empathie in medizinischen Interaktionen – eine gesprächsanalytische Untersuchung“ ausgezeichnet. In ihrer Arbeit, die auf einem von der Krebshilfe geförderten Kooperationsprojekt mit dem Klinikum Karlsruhe gründet, untersucht die Sprachwissenschaftlerin Empathiedarstellungen in onkologischen Gesprächen, die gerade in solchen Kontexten, in denen schwerwiegende Diagnosen und Therapiepläne übermittelt werden, von zentraler Bedeutung sind.

In Disziplinen wie der Medizinpsychologie besteht bereits Konsens darüber, dass Empathie ein Kernstück medizinischer Versorgungsqualität darstellt. Doch existieren bislang kaum empirische, auf authentischen Interaktionen basierende Studien. Daher ist nur wenig darüber bekannt, in welchen Zusammenhängen welche Art von (ärztlichen) Empathieanzeigen für Patientinnen und Patienten relevant werden und wie sich diese Empathieindizierungen von jenen unterscheiden, die man aus informellen Alltagsinteraktionen kennt. Diese Fragen sind nicht nur für die Sprachwissenschaft relevant, sondern auch für die medizinische Praxis und Ausbildung zukünftiger Ärztinnen und Ärzte.

Video der Preisverleihung

Germanistisches Institut